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Johanniskraut

Zusammenfassung

Heilpflanze, welche zur Behandlung leichter bis mittelschwerer Depressionen dient. In Form von Kapseln, Tabletten oder Kräutertee erhältlich.

Name

Deutscher Name: Johanniskraut
Lateinischer Name: Hypericum perforatum
Englischer Name: St John’s wort
Französischer Name: Millepertuis, Herbe de la Saint –Jean, herbe-à-mille-trous
Portugiesischer Name: hipérico
Italienischer Name: iperico, erba di San Giovanni

Famillie

Hyperaceae

Inhaltsstoffe

Hyperizin
Hyperforin (Verwenden Sie vorzugsweise Präparate mit niedrigem Hyperforingehalt, da dieser Inhaltsstoff zu Wechselwirkungen führt, siehe auch der Abschnitt Wechselwirkungen unten.)
Flavonoide

Verwendete Pflanzenteile

Blütenspitzen (Johanniskrautblüten) – Johanniskrautöl

Wirkung

Innere Anwendung (Tabletten, Kapseln, Tee):
Antidepressivum (für leichte bis mittelschwere Depressionen), Anxiolytikum

Äussere Anwendung:
Desinfizierend, antiviraler Wirkstoff, antibiotische und wundheilende Wirkungen.

Anwendungsgebiete (Anwendung des Johanniskraut)

Innere Anwendung (Tabletten, …):
Bei leichten bis mittelschweren Depressionen.
Bemerkung: im Allgemeinen dauert eine Behandlung mindestens 4-6 Wochen, der antidepressive Effekt setzt erst nach dem 10. Therapietag ein. Achtung hohes Interaktionsrisiko dieser Pflanze mit anderen Medikamenten und Pflanzen. >> siehe weiter unten.

Äussere Anwendung:
Bei Wunden oder kleinen Verbrennungen

Nebenwirkungen

Bitte lesen Sie die Packungsbeilage

Kontraindikationen

Bitte lesen Sie die Packungsbeilage

Interaktionen

Johanniskraut (ein Enzyminduktor) kann mit vielen Medikamenten interagieren und ihre Wirksamkeit vermindern; genauer gesagt die Konzentration des Wirkstoffes im Blut senken. Die betroffenen Medikamente sind normalerweise: orale Antikoagulantien, Derivate des Fingerhuts, antivirale Medikamente wie Indinavir und andere Medikamente gegen HIV, selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) mit einem Risiko für das potentiell tödlich verlaufende Serotoninsyndrom,…

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, um weitere Informationen über diese Interaktionen zu erhalten. Lesen Sie die Packungsbeilage beim Kauf eines Medikamentes mit Johanniskraut.

Es ist wichtig zu wissen, dass Hyperforin (ein Inhaltsstoff des Johanniskrauts) für die meisten Wechselwirkungen verantwortlich ist. Deshalb sollten vorzugsweise Präparate ohne Hyperforin oder mit niedrigem Hyperforingehalt verwendet werden.

Sprechen Sie ihren Apotheker oder Arzt auf die das Interaktionsgebiet des Johanniskrauts an, um mehr Informationen über diese Wechselwirkungen zu erhalten. Bitte lesen Sie beim Kauf eines Medikamentes auf Johanniskraut- Basis die Packungsbeilage.

millepertuis-fleurs

Präparate (galenische Forme von Acerola)

Johanniskraut- Tee (Effekt weniger stark als die Tabletten)

– Johanniskraut- Tinktur

– Johanniskraut- Crème

– Johanniskrautöl

Mazerat aus Johanniskraut

Wo wächst das  Johanniskraut?

Das Johanniskraut wächst in sehr vielen Regionen dort, wo die klimatischen Bedingungen nicht zu rau sind. Es wächst beispielsweise in Frankreich und in der Schweiz, wie z.B. auf den Bergwiesen. Gewisse Fotos des Johanniskrauts, welche sich auf dieser Seite befinden, wurden in den schweizer Alpen gemacht (im Wallis).

Wann sollte die Ernte der Johanniskrautblüten stattfinden?

Man erntet die Spitzen der Johanniskrautblüten im Sommer. Johanniskraut trägt seinen Namen aufgrund seiner Blütezeit in Europa und Nordamerika nahe des Festes von St-Jean am 24.Juni.

Bemerkungen

– Man hört manchmal, dass oral eingenommenes Johanniskraut kutane Nebenwirkungen nach Sonnenbestrahlung auslösen kann. Dies stimmt bei therapeutischen Dosierungen nicht oder nur bei extrem hellen Hauttypen. Bei hohen Dosierungen können Sonnenallergien auftreten. Sie können sich also der Sonne aussetzen, aber nur nach Auftragen von Sonnencreme, um gewissen Krankheiten vorzubeugen (Sonnenbrand, Hautkrebs).

– Zur Behandlung von leichten bis moderaten Depressionen, ist dieses Medikament ebenso wirksam wie andere chemische oder synthetische Medikamente (durch klinische Studien belegt).

– Der Vorteil von Johanniskraut ist, ausser den Interaktionen mit anderen Medikamenten, dass es weniger Nebenwirkungen auslöst (im Vergleich mit chemischen Antidepressiva).

– In Frankreich ist der Verkauf von Johanniskraut gegen Depressionen aufgrund der vielen Interaktionen verboten. In Kanada und in der Schweiz ist es freiverkäuflich (OTC), d.h. es braucht kein Rezept. In Deutschland braucht es für den Kauf eines Johanniskrautpräparates ein Rezept.

Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 28.07.2016 verändert.

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