Allergie

Definition

Allergie DefinitionBei einer Allergie handelt es sich um eine anomale, spezifische Abwehrreaktion des Immunsystems auf Umweltstoffe (Allergene), die normalerweise harmlos sind.

Eine Allergie wird durch einen Erstkontakt zwischen Allergenen und dem menschlichen Organismus ausgelöst (Sensibilisierung). Schwerwiegendere Probleme treten häufig erst bei erneutem Allergenkontakt auf.

Man unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Allergien:

– Asthma
– Atopische Dermatitis, atopisches Ekzem (Neurodermitis), allgemeines Ekzem
– Heuschnupfen (allergische Rhinitis)
– Bindehautentzündung
– Nesselfieber (Urtikaria)
Medikamentenallergie
– Nahrungsmittelallergie (häufig handelt es sich um eine Pseudo-Allergie = schlechte Verdauung)
– Die meisten Allergene werden inhaliert.

Wie verläuft das Krankheitsbild einer Allergie?

Sobald eine (immungeschwächte) Person mit einem Allergen in Kontakt gerät, kommt es zu einer Reihe von Reaktionen:

Definition Allergie

1. Der Körper beginnt mit der Produktion von spezifischen Antikörpern, Immunglobulin Typ E (lgE), zur Bekämpfung der Allergene (durch verschiedene Mechanismen wie die Neutralisation).

2. Die Antikörper binden sich an die Oberfläche der sogenannten Mastzellen. Mastzellen sind überwiegend in den Atemwegen sowie in der gastro-intestinalen Schleimhaut lokalisiert. Über diesen Weg versuchen Allergene, in den Körper einzudringen.

3. Dieser Vorgang (Punkt 2) induziert die Ausschüttung von Entzündungsmediatoren, die in den Mastzellen enthalten sind und allergische Symptome einer Allergie auslösen (Ausschüttung von Histamin), wie beispielsweise eine verstopfte oder juckende Nase oder rote Augen.

Ist das Allergen in der Luft enthalten, verursacht dies eine allergische Reaktion in den Augen, in der Nase oder in der Lunge. Wird das Allergen vom Körper aufgenommen, entsteht eine allergische Reaktion im Mund oder im Magen-Darm-Trakt. Bei Hautkontakt löst das Allergen dermatologische Reaktionen aus (beispielsweise ein Ekzem).

Allergische Reaktionen können jedoch gelegentlich über eine klassische Allergiereaktion hinausgehen. In einem solchen Fall spricht man von einer Allgemeinallergie (generalisierte Form), bei der es zu einer Blutdrucksenkung, ja sogar zu Bewusstseinsverlust kommen kann. Diese Art von Allergie wird als Anaphylaxie bezeichnet und bedarf häufig einer lebensrettenden Sofortmassnahme (beispielsweise bei Personen, die stark allergisch auf Bienenstiche oder Erdnüsse reagieren). Für solche Personen ist das Mitführen von Notfallmedikamenten sowie einer Adrenalinspritze unerlässlich.

Epidemiologie

Man muss festhalten, dass amerikanische Kinder immer öfters unter Allergien leiden. Kinder, die in wohlhabenden Familien aufwachsen, sind laut einem Bericht der amerikanischen Regierung vom April 2013, besonders betroffen. Hautallergien, wie z.B. das Ekzem, haben im letzten Jahrzehnt am stärksten zugenommen. Die Häufigkeit stieg gemäss einem Bericht des nationalen Zentrums für Statistik der öffentlichen Gesundheit (NCHS) von 7,4% in den Jahren 1997-1999, bis auf 12,5% in den Jahren 2009-2011. Dies betrifft die Kinder unter 17 Jahren. Die Forscher, die an dieser Studie beteiligt waren, haben bestätigt, dass die Prävalenz der Nahrungsmittelallergien und der respiratorischen Allergien mit dem Einkommen steigt. Der Bericht zeigt aber keine signifikante Verbindung zwischen dem Einkommen und allergischen Hautreaktionen.

Die Nahrungsmittelallergien haben während dieser Periode ebenfalls zugenommen, von 3,4% auf 5,1%. Der Anteil der respiratorischen Allergien (z.B. Heuschnupfen), ist gemäss den Forschern stabil geblieben. Die respiratorischen Allergien bleiben weiterhin die am häufigsten auftretende Allergieart im Kindesalter (17%).

Gewisse Experten vermuten, dass der Anstieg der Allergien in den USA und anderen entwickelten Ländern, das Resultat einer zunehmenden Hygiene ist, die alle Mikroben eliminiert.

In Frankreich wird die Zahl der im Jahre 2010 von Allergien betroffenen Personen auf 22 Millionen (von total 65 Millionen) geschätzt, d.h. jede 3. Person der Gesamtbevölkerung leidet daran. Dies sind weitaus mehr als vor 30 Jahren, 1980 waren 10% der Bevölkerung von Allergien betroffen.

Die meisten Allergiearten sind erblich bedingt, d.h. von Eltern auf Kinder übertragbar. Ist beispielsweise ein Elternteil von einer Allergie betroffen, besteht ein Risiko von 50%, dass ein Kind ebenfalls von der Allergie betroffen ist. Sind beide Elternteile davon betroffen, steigt das Risiko einer Allergie beim Kind auf bis zu 75%.

Anmerkung: Kinder erben tendenziell eine Allergie, jedoch nicht zwingend gegen das selbe Allergen.

Ursachen

Die Ursachen für Allergien können vielfältig sein. Es handelt sich im Allgemeinen um eine übermässige Reaktion auf ein oder mehrere Allergene wie:

– Pollen von Bäumen oder Gräser (siehe auch Heuschnupfen)

– Milben

– Tierhaare

– Schimmelpilz (Spuren, minime Mengen reichen bereits aus)

– Gewisse Nahrungsmittel

– Mehl

– Latex

– Chemische Produkte

– Medikamente (Siehe unten)

Die meisten Allergene werden inhaliert.

Da es eine Vielzahl von Allergenen gibt, können die Allergien saisonal sein oder auch nicht. Als typisches Beispiel einer saisonalen Allergie, sollte man den Heuschnupfen erwähnen. Diese Allergie beginnt und hört abhängig von der verantwortlichen Pollenart auf. Eine Allergie auf Birkenpollen kann Ende des Winters, gegen den Monat Februar, beginnen. Im Gegensatz dazu beginnt die Gräser Allergie eher im Monat Mai.

Die nicht-saisonalen Allergien können während dem ganzen Jahr andauern, der Kontakt mit dem Allergen reicht bereits aus.

Die Kenntnis des verantwortlichen Allergentyps ist für die Vermeidung der Exposition sehr wichtig. Dies gilt vor allem bei Pollen, Tierhaaren, Nahrungsmittelallergien und Medikamenten. Manchmal gestaltet sich diese Vermeidung als sehr schwierig, wie z.B. beim Bäcker, der auf Mehl allergisch ist oder der Floristin, die eine Pollenallergie entwickelt.

Die Hausstauballergie, oder genauer gesagt, die Allergie auf die Exkremente der Milben, ist tatsächlich ein grosses Problem und schwierig zu vermeiden.

Bei der Tierhaarallergie entsteht die Allergie aufgrund des Speichels, des Urins oder durch die Epithelzellen des Tieres (der Haut).

Eine interessante Studie hat gezeigt, dass man für Allergien anfälliger ist, wenn man anfangs Jahr gezeugt wurde. Tatsächlich sind anfangs Jahr gezeugte Kinder, bei denen das erste Trimester in der Gebärmutter während der Pollensaison endet, anfälliger für eine Nahrungsmittelallergie, als andere Kinder.

MEDIKAMENTENALLERGIE

Definition und Allergietypen

Mögliche Ursache einer Allergie können Medikamentesein: Die Folge sind sofort eintretende Reaktionen wie Nesselfieber, Asthma oder in den schlimmsten Fällen eine Anaphylaxie (Schockreaktion: Bewussteinsverlust und Atembeschwerden).

Bestimmte Medikamente können auch eine verzögerte Allergie verursachen. Diese Art von Allergie ist gefährlicher und kann zur Zerstörung von Blut- und Knochenzellen führen.

Allergische Reaktionen, die auf eine Photoallergie zurückzuführen sind, verursachen rote Hautflecken und damit verbundene Schmerzen. Verantwortlich für eine solche Allergie ist das UV-Licht der Sonne, d.h. wenn man sich der Sonne aussetzt (auch bei kurzer Dauer und mit Sonnenschutz). Dies ist oft auch der Fall bei gleichzeitiger Einnahme von Antibiotika, Entzündungshemmern und Diuretika. Auch Pflanzen oder der Gebrauch eines bestimmten Parfums können eine solche Allergie begünstigen.

Allergische Reaktionen durch die Einnahme von Medikamenten sind eher selten, gehören aber doch auch zu den möglichen Komplikationen (weitere Komplikationen bei Medikamenteneinnahme können Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten u.a. sein).

Medikamente, die Allergien auslösen können
Es gibt Patienten, die allergisch auf Antibiotika reagieren, insbesondere auf Penicillin oder auf Cephalosphorine, andere sind allergisch auf Aspirin (Klasse der Salizylate) oder gegen andere nichtsteroidale Entzündungshemmer. Eine Vielzahl anderer Medikamente wie zum Beispiel blutdrucksenkende Mittel u.a. können auch allergische Reaktionen auslösen.

Bei sämtlichen oben erwähnten Medikamentenallergien handelt es sich um Allergien vom Soforttyp, d.h. schnelle und meist heftige Reaktionen. Neben dem Soforttyp sind ebenfalls die verzögerten allergischen Reaktionen (verzögerte Allergie) zu erwähnen, wie die Sulfonamidallergie, Chloramphenicolallergie, oder Pyrazolonallergie.

Theoretisch kann jedes Medikament eine Allergie auslösen. Da es sich beim Medikament um eine nicht körpereigene Substanz handelt, reagiert der Körper oft mit Unverträglichkeit auf das Medikament, dadas Immunsystemdiese Stoffe als “fremd” empfindet. Es kommt zueiner Abwehrreaktion, die sich durch eine Allergie und Unverträglichkeit äussert.

Ein Patient kann auch auf die Zusatzstoffe in einem Medikament allergisch reagieren (Bindemittel, Farbstoffe, Füllstoffeetc.). Bei Verdacht auf eine Allergie gegen einen Inhaltsstoff ist es deshalb wichtig, in der Packungsbeilage die vollständige Zusammensetzung des Medikamentes zu eruieren.

Nützliche Ratschläge
Es ist wichtig zu wissen, welche Medikamente Sie vertragen und welche nicht (beispielsweise Medikamente, die Juckreiz, Nesselfieber, Durchfall u.a.verursachen). Nehmen Sie keine Medikamente zu sich, die Sie bei vorheriger Einnahme nicht vertragen haben oder auf die Sie früher schon einmal allergisch reagiert haben. Die erneute Einnahme eines unverträglichen Medikaments könnte schwerwiegendere Probleme verursachen.

Wichtige Anmerkung: Bestimmte Allergien sind sogenannte Kreuzallergien, d.h. einem Allergen ähnliche Substanzen können ebenfalls eine zusätzliche Allergie verursachen. Deshalb wird empfohlen, chemische Substanzen, die dem Allergen ähnlich sind, zu vermeiden. Sprechen Sie mit Ihrem Apotheker oder Arzt darüber. Bei einer Allergie gegen ein Medikament kann Ihr Arzt Ihnen ein Arzneimittel durch ein anderes ebenso wirksames Medikament ersetzen (beispielsweise kann Penicillin durch ein anderes Antibiotikum ersetzt werden).

Risikogruppen

Folgende Menschen sind am Empfindlichsten, eine Allergie zu entwickeln:
– ein oder beide Elternteile leiden unter einer Allergie.
– Menschen, die den Allergenen leicht ausgesetzt sind.

Menschen, bei denen ein oder beide Elternteile unter einer Allergie leiden

Die Allergie hat eine vererbbare Komponente. Man spricht von einem allergischen Terrain. Das Risiko ist erhöht, wenn beide Eltern Allergiker sind (egal welche Allergie und Ausprägung). Die vom Kind entwickelte Allergie, kann zu derjenigen der Eltern verschieden sein und sie kann sich auch anders äussern, z.B. eher als Ekzem als mit einer allergischen Rhinitis.

Menschen, die den Allergenen leicht ausgesetzt sind

Es gibt viele mögliche Allergene: von den Pollen, zum Mehl und Latex, nicht zu vergessen die Allergene in den Nahrungsmitteln. Kurz gesagt, kann man auf irgendetwas allergisch sein, da das Immunsystem auf eine Substanz übermässig reagiert, die in Wirklichkeit eigentlich ungefährlich ist.

Die Vermeidung der Exposition mit den Allergenen, kann mehr oder weniger erfolgreich sein. Eine Person, die auf Mehl allergisch ist und in einer Bäckerei arbeitet, hat grosse Mühe, das Allergen zu meiden. Sie muss, wie die Floristin, eine berufliche Umschulung vornehmen.

Eine Person, die mit chemischen Produkten arbeitet (Laborant, Apotheker, Coiffeur, Putzkraft), kann den Kontakt mit den Allergenen vermeiden, indem er Handschuhe trägt. Vorausgesetzt es ist eine Kontaktallergie (muss die Haut berühren, um eine allergische Reaktion auszulösen).

Bei den Nahrungsmittelallergien scheint das Vermeiden einfacher zu sein, da man nur dem betroffenen Nahrungsmittel ausweichen muss. Allerdings können durch die Industrialisierung der Nahrung, Spuren von Eier, Nüssen oder anderen Allergenen in Saucen oder anderen Zubereitungen vorkommen. Man muss sehr vorsichtig sein, auch wenn man die Packungsbeilage liest. Das Wort „Bindemittel“ sagt oft aus, dass z.B. Spuren von Ei vorhanden sein können.

Symptome

Die Symptome einer Allergie können je nach Typ verschieden sein. Wir unterscheiden je nach Stärke leichte, mittelstarke oder starke allergische Reaktionen.

Lokale Symptome können durch Selbstmedikation behandelt werden (fragen Sie Ihren Apotheker um Rat). Bei mittelstarken und insbesondere starken Symptomen ist eine ärztliche Behandlung unerlässlich. Bei Unklarheit darüber, ob es sich um eine schwache oder mittelstarke Allergie handelt, können Sie sich von Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker beraten lassen.

Einteilung nach Schweregrad der Symptome

Symptome allergie– Schwach: Bei örtlich begrenzten allergischen Reaktionen spricht man von schwachen Symptomen, beispielsweise ein leichtes Ekzem, eine verstopfte Nase (zum Beispiel aufgrund von Heuschnupfen) oder Jucken der Augen. Solche Reaktionen “befallen” keine weiteren Bereiche des Organismus.

– Mittel: Breiten sich die Symptome auf andere Körperbereiche aus, spricht man von mittelstarken Symptomen. Zum Beispiel generalisierter Juckreiz oder Atembeschwerden (Asthma). Hier können bestimmte Medikamente eingesetzt werden, um die Allergie zu lindern (oft Kortikoide).

Epidemiologie Allergie– Stark: Starke Symptome wurden bereits oben erwähnt. Diese starken Symptome lösen einen anaphylaktischen Schock aus. Dieser akut eintretende Schockzustand führt zu einem gefährlichen Blutdruckabfall und zu Bewusstseinsverlust. In einem solchen Fall muss sowohl zur Behandlung der Symptome als auch zur Vermeidung eines Rückfalls (Vorbeugung) unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose

Die Diagnose einer Allergie wird durch das Zusammentragen der Symptome und des Zusammenhanges während dem Auftreten (Nahrungsmittel, Medikament, Exposition mit einem Allergen) gestellt. Der Arzt beurteilt den Schweregrad der genannten Symptome, um anschliessend eine angemessene Therapie vorzuschlagen.

Der Arzt wird sich für die allergische Geschichte der Familie des Patienten interessieren, da die Allergien eine vererbbare Komponente aufweisen. Er versucht zudem das beteiligte Allergen zu bestimmen. Einerseits um Massnahmen zur Vermeidung der Exposition zum Allergen zu definieren, andererseits um eine Desensibilisierung vorzuschlagen, wenn das Ausweichen nicht möglich ist.

Für die Bestimmung des Allergens, kann der Arzt einen schnellen Hauttest durchführen. Er sticht die vermuteten Allergene, sowie eine positive und negative Kontrolle, subkutan in die Haut des Patienten. Das Resultat kann innerhalb von 20 Minuten abgelesen werden.

Der Hauttest kann ebenfalls mit Hilfe eines auf die Haut geklebten Pflasters durchgeführt werden, das 48 bis 72 Stunden darauf belassen wird. Dieses Pflaster enthält an verschiedenen Stellen die vermuteten Allergene. Die Hautreaktion ermöglicht das Bestimmen des verantwortlichen Allergens.

Für eine ausführlichere Suche, kann der Arzt eine Blutprobe verlangen, um die Menge des spezifischen IgE’s gegen das vermutete Allergen zu bestimmen.

Für eine gute Identifikation der Allergene ist es wichtig, dass sich die allergische Reaktion entwickeln kann. Während den letzten 4 Tagen vor dem Test, dürfen keine Antiallergika eingenommen werden.

Komplikationen

Die wichtigsten Komplikationen aufgrund einer Allergie sind:
Schlafstörungen
– Eine Verminderung der Lebensqualität
– Eine chronische Rhinitis
Asthma
– Anaphylaktischer Schock

Schlafstörungen und die Verminderung der Lebensqualität

Durch die Symptome (Husten, Juckreiz, Tränen), kann die Allergie die Schlafqualität vermindern. Sie beeinträchtigt das Einschlafen oder weckt den Allergiker auf. Vor allem wenn man unter einer Hausstaub- oder Milbenallergie leidet, da das Schlafzimmer der am stärksten mit diesem Allergen exponierte Raum ist. Dies sind Schlafstörungen, die durch die Allergie verursacht werden.

Die Müdigkeit, die durch die Allergie selber verursacht wird, sowie auch die verursachten Schlafstörungen, vermindern die Lebensqualität der Allergiker. Die Patienten können schläfrig, mürrisch und bei der Arbeit ineffizient sein.

Die chronische Rhinitis

Die Rhinitis ist eines der Symptome, das normalerweise bei einer Allergie auftritt. Vor allem wenn es eine Allergie auf Pollen, Milben, Tierhaare oder Hausstaub ist. Diese Rhinitis kann chronisch werden und auch ohne Exposition zum Allergen anwesend sein. Nasenpolypen können ebenfalls auftreten. Sie sind eine häufige Komplikation von Infektionen oder einer allergischen Rhinitis und entwickeln sich in den Nasenhöhlen oder dem Sinus. Nasenpolypen sind gutartige Tumoren und führen zu einer Hypersekretion, was die Qualität des Atmens vermindert und zu einer Obstruktion der Nase führt.

Asthma

Asthma ist bei allergischen Erkrankungen eine häufige Komplikation. Es wird durch eine übermässige Reaktion der Bronchien gegenüber den Allergenen ausgelöst. Die Atemschwierigkeiten treten bei allen Allergiearten auf. Das Asthma muss sehr schnell medikamentös behandelt werden, da es sich zu einem chronischen Asthma weiterentwickeln kann.

Der anaphylaktische Schock

Der anaphylaktische Schock ist die schwerwiegendste Komplikation der Allergie. Er wird bei Allergien auf Nahrungsmittel, Medikamenten oder auf Gifte (vor allem Bienengift) befürchtet. Der anaphylaktische Schock kann durch die Verengung der Atemwege und Veränderung der Zirkulationswege schnell zum Tod führen.

Behandlung

Zur Behandlung der Symptome einer Allergie gibt es verschiedene Klassen und Formen von Medikamenten (z.B. Tabletten, Tropfen u.a.). Diese werden je nach Allergie-Typ eingesetzt.

Die verschiedenen Wirkstoffe zur Behandlung der Symptome einer Allergie sind:

– Antihistaminika (und kombinierte Medikamente)
– Kortikosteroide
– Mastzellstabilisatoren
– Leukotrienrezeptorantagonisten

Zur Behandlung und Linderung oder zur Beseitigung einer Allergie kann man auf folgende Behandlungsarten zurückgreifen:

– Therapien zur Behandlung und Abschwächung der Allergie
– Desensibilisierung (wird in der Arztpraxis von einem Allergologen durchgeführt)
– Homöopathie (mögliche Linderung der Allergie)
– Antihistaminika (und kombinierte Medikamente)
– Pflanzliche Therapie

Antihistaminika sind die bekanntesten Medikamente zur Behandlung der Symptome einer Allergie (vor allem bei saisonalen Allergien wie Heuschnupfen). Antihistaminika werden in verschiedener medikamentöser Form angewendet: Systemisch in Form von Tabletten oder llokal in Form von Nasenspray, Augentropfen u.a.

Antihistaminika der ersten Generation (mit sedierender Wirkung)
– Benocten®, Sanalepsi®, Detensor®

Antihistaminika der zweiten Generation (weniger stark sedierende Wirkung)
– Zyrtec® (in der Schweiz gibt es ebenfalls Generika; auch in Form von Tropfen)
– Claritine®
– Fenistil® (auch in Form von Tropfen)
*Achtung: Die oben genannten Medikamente sind nicht repräsentativ für die Gesamtheit der erhältlichen Arzneimittel. Es handelt sich dabei nur um eine unvollständige Liste, die als unverbindlicher Anhaltspunkt zur Orientierung gilt. Für Informationen zu den Medikamenten, insbesondere zu Generika, lesen Sie bitte die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.

Wie wirken Antihistaminika

Kommt es zu einem Allergenkontakt, wird die Immunabwehr aktiviert. Die Mastzellen schütten unter anderem Histamin aus. Dieses ist verantwortlich für zahlreiche allergische Symptome. Durch die Einnahme von Antihistaminika werden die Rezeptoren, auf die sich das Histamin ablagert, blockiert und die Wirkung des Histamins wird abgeschwächt. Klassische Symptome einer Allergie wie eine laufende Nase oder rote gereizte Augen verschwinden.

Welche klassischen Nebenwirkungen können durch die Einnahme von Antihistaminika auftreten?

Bestimmte Antihistaminika, insbesondere der ersten Generation, können als Nebenwirkung Müdigkeit verursachen.

Zu den Antihistaminika zählen ebenfalls abschwellende Medikamente. Solche Medikamente (z.B. als Nasenspray) wirken beispielsweise gegen allergische Rhinitis (Heuschnupfen). Vorsicht: Wenden Sie Medikamente dieser Art nicht länger als 7-10 Tage an (Gefahr des Privinismus). Lassen Sie sich von Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker beraten.

Anmerkung: Es gibt auch kombinierte Medikamente, d.h. Antihistaminikum in Kombination mit einem abschwellenden Medikament, oder mit einem Bronchodilatator (Medikament, das die Bronchien erweitert) oder mit anderen Medikamenten.

Kortikosteroide

Nasale Kortikoide sind sicherlich jene Medikamente, die am wirksamsten gegen saisonale Rhinitis (Heuschnupfen) sind. Die häufigste Nebenwirkung ist Nasenbluten; das Auftreten ist dosisabhängig. Aufgrund fehlender Studien wird empfohlen, diese Arzneimittel nicht während der Schwangerschaft anzuwenden. Vorbeugend gegen Nasenbluten ist eine regelmässige Anwendung einer Kochsalzlösung zum Spülen der Nasengänge sowie eine Nasensalbe.

Kortikoide allgemein (oral als Tabletten)
Indikation: Die Behandlung einer fortgeschrittenen oder schwerwiegenden Allergie sowie die Einnahme von Kortikoiden sollte i.d.R. unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Nebenwirkungen bei oraler Einnahme von Kortikoiden (gilt nicht für Inhalationen zur Behandlung von Asthma!):
– Wirkung Typ mit mineralokortikoider Wirkung (Aldosteron): Kann zu Bluthochdruck führen, dies gilt jedoch vor allem für die Einnahme von Cortisol.
– Wirkung von Glukokortikoiden (auf den Glukosestoffwechsel)
– Nebenwirkungen auf Knochen (Verringerung des Kalziumgehalts und der Knochenstärke, Risiko zu Knochenbrüchen), Muskeln, Haut (Verdünnung der Haut, vor allem bei kutaner Anwendung) und Nebenwirkungen auf das Wachstum
– Nebenwirkungen im Magendarmtrakt (wie auch NSAID, aufgrund des selben Säuremechanismus)
– Nebenwirkungen Immunsuppressiva, erhöhtes Entzündungsrisiko, beispielsweise Pilzbefall im Mund (bei Verwendung von Medikamenten bei Asthma, d.h. durch Inhalation)
Diese Nebenwirkungen können zusammengefasst als sogenanntes Cushing Syndrom bezeichnet werden.

Wechselwirkungen

– Medikamente, die hepatische Enzyme freisetzen
– Vorsicht bei Impfungen
– Antidiabetika
– Ratschlag bei oraler Einnahme von Kortikoiden (in Form von Tabletten; gilt nicht für Inhalationen zur Behandlung von Asthma!)

1. Dosierung: Die Dosierung progressiv bis zur gewünschten Wirkung erhöhen. Falls Sie die Behandlung abbrechen müssen, die Dosierung wie folgt langsam herabsetzen (bis zu einer Behandlung pro Woche), d.h. die Dosierung von Kortison bis zu 30 mg täglich herabsetzen. Dann die Dosierung Schritt für Schritt von 5 bis 8 auf 10 mg monatlich herabsetzen. Die Dauer für das schleichende Absetzen sollte mindestens 3 Monate betragen.

2. Zeitpunkt der Einnahme: Kortison und dessen Derivate sind vorzugsweise morgens anzuwenden. Dadurch wird der physiologische Zyklus des Körpers berücksichtigt, da dieser vor allem morgens natürlicherweise Kortison produziert.

3. Ein Ernährungsplan sollte eingehalten werden: Aufgrund der oben genannten pharmakologischen Wirkungen sollten Sie vorzugsweise Milchprodukte (reich an Kalzium) und Vitamin D zu sich nehmen. Bei der Einnahme eines Mineralokortikoides sollten Sie die Aufnahme von Natrium verringern, um das Risiko zu Bluthochdruck zu vermeiden.

Mastzellstabilisatoren

Diese Medikamente sind zwar weniger wirksam als klassische Antihistaminika oder Nasalkortikoide, eignen sich jedoch für Kinder und können problemlos während der Schwangerschaft eingenommen werden. Wichtig ist hier die regelmässige Einnahme!

Leukotrienantagonisten

Leukotrienrezeptor-Antagonisten, trotz hohen Behandlungskosten kann sich diese Therapie als wirksam erweisen (die Wirkung des Medikaments tritt nach einigen Tagen ein).

Desensibilisierung

In der Regel wird eine Desensibilisierung von einem Spezialisten (Hautarzt, Allergologe) durchgeführt. Zuerst wird festgestellt, auf welche Allergene der Körper reagiert, dann wird dem Körper der Stoff, auf den er allergisch reagiert, wiederholt langsam zugeführt, so dass sich das Immunsystem nach und nach wieder an das auslösende Allergen gewöhnt. Lassen Sie sich hierzu von einem spezialisierten Arzt beraten.

Homöopathie

Bei Saisonbeginn kann zur Desensibilisierung von Heuschnupfen auf eine homöopathische Behandlung zurückgegriffen werden (in nördlichen Westländern beispielsweise bei Pollenallergien zu Frühlingsbeginn). Homöopahtische Mittel sind in der Apotheke erhältlich, lassen Sie sich von Ihrer Apothekerin oder Ihrem dazu beraten.

Pflanzliche Therapie

Eine Möglichkeit zur pflanzlichen Therapie bei Heuschnupfen (allergischer Rhinitis) ist ein Pestwurz-Präparat, welches sich offenbar sehr gut bewährt und gute Effekte zeigt. Lassen Sie sich hierzu von Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker zu Risiken und Nebenwirkungen beraten.

Heilpflanzen

Heilpflanzen allergie Die Symptome einer Allergie können sich je nach Allergietyp unterscheiden. Bei der allopathischen Medizin (traditionell, mit Medikamenten) wird man die entwickelten Symptome behandeln- sei es eine Dermatitis (Ekzem, Juckreiz, Rötung,…), eine allergische Rhinitis (Schnupfen, Husten, Tränenfluss,…), usw. In der Alternativmedizin, kann man die Symptome durch den Einsatz von einem Heilmittel pro Symptom behandeln. Man will die Nebenwirkungen der allopathischen Medikamente vermindern oder verhindern oder behandelt das allergische Terrain, wie dies in der Homöopathie der Fall ist.

Cardiospermum zum Beispiel, ist eine Pflanze, die in der Homöopathie gegen Hautbeschwerden eingesetzt wird und den Juckreiz bei Ekzemen lindert. Es ist das natürliche Kortison, ohne die bekannten Unannehmlichkeiten.

Bei der verstopften Nase, wird die Anwendung der Zypresse empfohlen.

Bei einer Asthmaerkrankung wird Ysop eingesetzt. Halten wir jedoch fest, dass die Anwendung von Ysop bei allergischem Asthma, nur als Ergänzung zur medikamentösen Behandlung dient. Man sollte das Asthma nicht nur mit Ysop behandeln oder zumindest nicht, ohne das Asthma zuvor ärztlich abgeklärt zu haben.

Heilpflanzen gegen Allergie

Diagnose Allergie> Gewöhnliche Pestwurz (Petasites hybridus), in Form von Tabletten anzuwenden; scheint eine vergleichbare Wirkung wie Medikamente mit Cetirizin zu haben.

 

Heilpflanzen Allergie> Brennesselblätter, als Tee einzunehmen; hilft gegen Niesattacken, verstopfte Nase und Juckreiz; mässige Wirkung.

camomille_recutita_Allergie> Echte Kamille, als Tee einzunehmen, diese Pflanze scheint Entzündungen im Nasalbereich zu lindern; mässige Wirkung.

Die ätherischen Öle sind eine gute Alternative bei Allergien. Ihr Einsatz ist abhängig vom Allergietyp.

Bei Allergien der Haut wird empfohlen, 3x täglich 1 Tropfen ätherisches Öl der römischen Kamille auf die Haut aufzutragen.

Bei der allergischen Rhinitis, sei es einer saisonalen oder jährlichen, wird das ätherische Öl des Estragons bevorzugt. Dieses ätherische Öl wird oral eingenommen und zwar 3x täglich 1 Tropfen. Wie alle ätherischen Öle, die oral eingenommen werden, ist es wichtig, sie auf Honig (eher als auf Zucker, da der Zucker viele Kalorien enthält) aufzutragen oder auf eine Placebotablette zu tropfen, die im Mund behalten wird. Dies verbessert die Absorption der Öle.

Halten wir zudem fest, dass ätherische Öle normalerweise bei Kindern, schwangeren oder stillenden Frauen nicht eingesetzt werden sollten. Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Wenn die Allergie durch Pollen verursacht wird, ist es möglich, die homöopathische Behandlung einen Monat vor dem Auftreten der Pollen zu beginnen, um die allergische Reaktion zu verhindern oder abzuschwächen. Normalerweise beginnt man 1 Monat vor der Exposition und nimmt 1x wöchentlich 1 Dosis Pollen CH15 ein.

In der Homöopathie ist es ebenfalls möglich, das allergische Terrain zu behandeln. Dabei ist es wichtig, sich von einem Homöopathen begleiten zu lassen.

Ratschläge

– Entfernen Sie wenn möglich Teppiche und Vorhänge, da diese Pollen, Staub und Haare besonders stark anziehen bzw. die Pollen daran haften bleiben.

– Vorsicht beim Lenken eine Fahrzeuges! Eine Allergie oder bestimmte Medikamente gegen Allergien können eine einschläfernde Wirkung verursachen. Falls Sie sich zu müde fühlen, setzen Sie sich nicht ans Steuer!

– Wenn Sie an Heuschnupfen leiden, besuchen Sie ebenfalls unsere Spezialseite über nützliche Ratschläge bei Heuschnupfen.
Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke über Allergien beraten.

Für Personen, die an einer Allergie leiden finden Sie unter http://prognose.bulletin.cheinen täglichen Wetterbericht über die aktuelle Pollensituation.
– Wird die Allergie durch Staub verursacht, sollte man das Haus möglichst sauber halten. Beim Haushalten kann man Handschuhe und eine Maske tragen, um den Kontakt mit Staub zu verhindern. Die Investition in eine Haushaltsmaschine (Staubsauger-Roboter) kann hilfreich sein, um die Exposition mit den Allergenen möglichst stark zu minimieren.

– Dasselbe kann bei einer Allergie auf Tierhaare gemacht werden. In diesem speziellen Fall, wird sogar von einer Tierhaltung abgeraten.

– Bei einer bekannten Allergie auf Bienenstiche oder schweren Nahrungsmittelallergien, ist es sehr wichtig, immer einen Adrenalinpen dabei zu haben. Die allergischen Reaktionen sind in diesen Fällen sehr heftig und können zu einem anaphylaktischen Schock und zum Tod führen, wenn die Medikamente nicht schnell und rechtzeitig griffbereit sind. Man sollte die Anwendung des Adrenalinpens gut kennen. Auch das nähere Umfeld sollte sich auskennen, um den Pen schnellstmöglich anzuwenden. Zudem ist es wichtig, den Verfall regelmässig zu kontrollieren, da das Verfallsdatum meist eher kurzfristig ist.

Wie übersetzt man ​Allergie in andere Sprachen ?
  • Portugiesisch: alergia

  • Spanisch: alergia

 

Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 19.03.2015 verändert.

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