Arthritis

Definition

Definition arthritisDie Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenke. Entdecken Sie weiter unten eine allgemeinere Definition, die vor allem im anglosächsischen Raum verwendet wird.
Man spricht von einer Monoarthritis, wenn ein einzelnes Gelenk betroffen ist und von einer Polyarthritis, wenn mehrere Gelenke involviert sind.
Man unterscheidet die akute Arthritis, die weniger als 3 Monate dauert und die chronische Arthritis, die sich über mehr als 3 Monate manifestiert. Man kann die Arthritis ebenfalls gemäss der Ursache einordnen: aseptische entzündliche Arthritis (z.B. mit einer autoimmunen Ursache) oder infektiöse Arthritis (ausgelöst durch Staphylokokken, Streptokokken oder als Folge eines Zeckenbisses).

Man unterscheidet verschiedenen Formen der Arthritis: die Bekannteste ist wahrscheinlich die rheumatoide Polyarthritis, die sich durch symmetrische Symptome äussert (im Allgemeinen sind 2 Knie, 2 Ellenbogen,…betroffen) und bei der mehrere Gelenke (Polyarthritis) betroffen sind. Andere Formen der Polyarthritis sind z.B. der systemische Lupus erythematodes oder die Psoriasis-Arthritis. Bei der Monoarthritis gibt es die Gicht oder die Spondylitis ankylosans.
Für alle Fragen zum Thema Diagnose sollten Sie sich an Ihren Hausarzt oder Rheumatologen wenden. Der Rheumatologe ist der Spezialist für Rheumaerkrankungen: Die Arthritis ist eine der häufigsten Formen von Rheuma (man schätzt, dass es mehr als 200 verschiedene Formen von Rheumaerkrankungen gibt).

Halten wir fest, dass man in gewissen medizinischen Büchern der Ansicht ist, dass die Arthritis ein ungenauer Begriff sei, der gelenkbetreffende Krankheiten beschreibt. Die Arthrose wäre gemäss dieser Definition eine Form der Arthritis. Für die gleichen Bücher, ursprünglich oft aus dem angelsächsischen Raum, ist der Begriff Rheuma noch allgemeiner definiert und beinhaltet nebst den Schmerzen in den Gelenken, auch Schmerzen in den Weichteilen (Sehnen, Muskeln).

Je früher die Arthritis diagnostiziert wird, desto besser ist die Prognose, was bei vielen anderen Krankheiten ebenfalls der Fall ist.

Epidemiologie 

Die Arthritis ist eine Krankheit, die mehr Frauen als Männer betrifft. Weltweit leiden 10% der Männer und 15% der Frauen unter einer Form von Arthritis.
Diese Zahl steigt mit dem Alter der Menschen. Nach dem 65.Lebensjahr erkranken etwa 30% der Männer und 50% der Frauen unter einer Form der Arthritis.
Diese Zahlen beinhalten ebenfalls die Arthrose, da die angelsächsische Welt diese als Form der Arthritis anschaut.
Man weiss, dass die Arthritis bei Kaukasier (24%) häufiger auftritt, als bei Schwarzen (19%), Latinos (11%) oder Asiaten (8%).

Die septische Arthritis (oder infektiöse) hat eine höhere Inzidenz bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und wird normalerweise durch Bakterien verursacht.

Allerdings werden etwa 25-40% der Fälle einer infektiösen Arthritis, bei Patienten über 70 Jahren diagnostiziert.
Was die Psoriasis-Arthritis betrifft (eine Form der Arthritis), gibt es wenige Studien, die die Inzidenz in der Population aufzeigen. Man weiss aber, dass Frauen häufiger betroffen sind als Männer.
Dies ist bei der rheumatoiden Polyarthritis ebenfalls der Fall: Frauen (ca. 70% der Fälle) sind häufiger betroffen als Männer. Lesen Sie. Epidemiologie rheumatoide Polyarthritis.

Ursachen

Ursachen arthritisMan unterscheidet grundsätzlich die entzündliche Arthritis mit einem autoimmunen, nicht-infektiösen Ursprung von der infektiösen Arthritis (septische Arthritis). Es gibt sogar eine dritte Form der Arthritis: die mikrokristalline Arthritis.
Je nach Art der Arthritis können die Ursachen verschieden sein.

Entzündliche Arthritis (nicht infektiöse)

Bei einer häufigen Form der Arthritis, der rheumatoiden Polyarthritis (betrifft 1-2% der Bevölkerung in den Weststaaten), ist die Ursache wenig bekannt. Man vermutet allerdings, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handeln könnte (körpereigene Zellen greifen die Gelenke an, was zu einer Entzündung führt). Man weiss hingegen, dass 3 Mal mehr Frauen als Männer von der rheumatoiden Polyarthritis betroffen sind. Andere entzündliche, nichtinfektiöse Formen der Arthritis sind die Spondylitis ankylosans oder die Psoriasis -Arthritis.

Infektiöse Arthritis
Bei der infektiösen oder septischen Arthritis, ist die Ursache eine Infektion mit z.B. Bakterien (bei Übertragung durch Zecken spricht man von Lyme-Arthritis) oder mit einem Virus. Die Bakterien, die eine Tuberkulose oder eine Gonorrhoe auslösen, können auch zu einer infektiösen Arthritis führen. Die meiste Zeit betrifft die infektiöse Arthritis ein einzelnes Gelenk (Monoarthritis). Es gibt ebenfalls eine Arthritis viralen Ursprungs: z.B. bei Röteln oder einer Hepatitis.

Mikrokristalline Arthritis

Eine andere Form der Arthritis ist die Gicht. Man spricht auch von einer mikrokristallinen Arthritis. Bei einer Gichtarthritis oder Gichtkrise, ist die Hauptursache eine Ansammlung von Kristallen der Harnsäure in den Gelenken (Foto), was eine entzündliche Reaktion auslöst.

Symptome

Je nach Form der Arthritis , können die Symptome verschieden sein. Im Allgemeinen zeigen die Gelenke aber die typischen Anzeichen einer Entzündung: Schmerzen, Rötungen, Wärme und Schwellungen, zum Teil begleitet von Fieber.

Die Schmerzen treten oft in der Nacht auf und nehmen bei der Ruhigstellung zu, d.h. bei fehlender Aktivität. (vergleichen Sie die Symptome mit denen der Arthrose: bei der Arthrose nehmen die Schmerzen vor allem während dem Tag zu und verstärken sich bei der Bewegung).
Mit der Zeit löst die Entzündung in den Gelenken eine Gelenksteifigkeit aus, was zu einer Abnahme der Beweglichkeit führt.
Die bei einer Arthritis am häufigsten betroffenen Gelenke sind die Folgenden: die Hände, Knie, Füsse, Ellenbogen, Schultern, der Unterkiefer, die Wirbelsäule und die Hüften.

Diagnose

Je nachdem, wie sich die Arthritis beim Patienten äussert, kann der Arzt spezielle Tests und Untersuchungen durchführen. Hier die Wichtigsten:

– Labortests: basieren auf einer Sammlung von Blut, Urin oder Gelenksflüssigkeit. Bei einer infektiösen oder septischen Arthritis, kann der Arzt eine Blutkultur anlegen, um den verantwortlichen Erreger zu bestimmen.

– Eine andere Diagnosemöglichkeit kann die medizinische Bildgebung sein. Die folgenden Untersuchungen können eingesetzt werden:
> Röntgenstrahlen
> Computertomographie (CT)
> MRI
> Sonographie

Die bildgebenden Untersuchungen ermöglichen eine gute Darstellung der Gelenke. Man kann Einzelheiten über den Grad der Zerstörung der Knorpel, Sehnen, Bänder und Knochen erhalten.

Es kann ebenfalls eine Arthroskopie durchgeführt werden. Bei dieser Untersuchung führt der Arzt unter Anästhesie ein dünnes Röhrchen (Arthroskop) in die Gelenke ein. Dadurch erhält er ein Bild für die Diagnosestellung und kann ausserdem direkt eine chirurgische Behandlung einleiten.

Komplikationen

Die Arthritis kann in den Gelenken Verletzungen herbeiführen, indem sie die Bänder, Sehnen und Knorpel beschädigt. In gewissen Fällen kann der Knochen der Gelenke ebenfalls betroffen sein.

Wird die Arthritis nicht gut kontrolliert, kann sie die Bewegung der Gelenke beeinträchtigen und damit die Lebensqualität einschränken. In gewissen Fällen (z.B. bei der rheumatoiden Polyarthritis) können die Gelenke deformiert werden. An den Gliedmassen kann es zu einer Atrophie kommen, was die normale Beweglichkeit der Gelenke beeinträchtigt.

Die konstante Abnützung der Gelenke, kann zu einer Instabilität der Halswirbelsäule, mit einer posturalen (die Körperhaltung betreffend) Deformation und dem Verlust des lokomotorischen Antriebs in gewissen Körperregionen, führen.

Behandlung

1. Medikamentöse Behandlung

Die Behandlung kann je nach Form der Arthritis variieren. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat. Nachfolgend einige Informationen:
– Bei einer entzündlichen Arthritis, ist die Behandlung erster Wahl mit nicht-steroidale Entzündungshemmer oder NSAID (Diclofenac,…).
– Bei einer infektiösen Arthritis, ist die Behandlung erster Wahl mit einem Antiinfektiva (Antibiotika,…), abhängig vom infektiösen Erreger.
Um die Schmerzen der Arthritis zu mindern, kann man ebenfalls Schmerzmittel wie z.B. Paracetamol oder NSAID (= nicht-steroidale Antirheumatika wie Indomethacin, Diclofenac, Naproxen,…) verwenden.
Alle diese Medikamente werden normalerweise in Form von Tabletten, in Crèmes oder Salben verwendet.
* Übliche Behandlung der rheumatoiden Polyarthritis, nur zur Orientierung:

Behandlung arthritis– Antimalariamittel (Hydroxychloroquin, Chloroquin,…), Goldsalze, Methotrexat [Foto: Medikament, das man normalerweise einmal wöchentlich injiziert (besser) oder als Tablette einnimmt], Salazopyrin, TNF-alpha-Antagonisten= biologisch oder biotherapeutisch,…
Vorsicht: alle diese Therapien benötigen eine ärztliche Verordnung und Begleitung (Risiko von Nebenwirkungen, exakte Diagnose,…)
In gewissen Fällen kann der Arzt auch Kortison verschreiben.

2. Andere Behandlungen

Es gibt nebst den Medikamenten natürlich auch andere Behandlungsmöglichkeiten:
– Physiotherapie
– Chirurgie. Je nach Grad der Läsion der Gelenke, kann der Arzt einen chirurgischen Eingriff vorschlagen. In diesem Fall, kann man das Gelenk des Patienten mit einer Prothese ersetzen. Eine andere Möglichkeit ist die Verbindung zweier Gelenke, was üblicherweise bei kleinen Knochen wie bei den Fingern oder am Knöchel vorgenommen wird.

Heilpflanzen Arthritis

Die folgenden Heilpflanzen haben eine Wirkung gegen Arthritis gezeigt. Die Pflanzen (Phytotherapie) sollten jedoch als ergänzende Massnahme zur Behandlung der Arthritis in Betracht gezogen werden:

Heilpflanzen arthritis– Die Teufelskralle, wird normalerweise in Tablettenform eingenommen.

– Die Arnika, wird normalerweise als topische Form (Gel, Crème, Salbe,…) verwendet.

– Die Silberweide, wird normalerweise als Tablette, Kapsel,…eingenommen.

piment-poudre_arthritis– Der Cayennenpfeffer, wird normalerweise als Crème oder Kompresse verwendet.

– Die Esche, wird normalerweise als Saft eingenommen.

Hausmittel 

Johannisbeer-Blätter-Tee

Ratschläge 

Ratschlaege_arthritis– Bewegen Sie sich ausreichend (Wandern, Sport), aber ohne übermässige Anstrengung (heben Sie keine schweren Lasten) und vermeiden Sie Sportarten, die schlecht für die Gelenke sind, wie z.B. Fussball oder Squash (vor allem für die Knie). Wenn Sie allerdings noch Energie haben und die Schmerzen ertragbar sind, bleibt die Bewegung das beste „Medikament“, um viele rheumatische Beschwerden, wie im Falle der Arthritis, zu behandeln. Diese Zusatzbehandlung zu den Medikamenten ist unerlässlich.

– Achten Sie auf eine Ernährung, die reich an Vitaminen, Mineralien, Früchten, Gemüsen, Milchprodukten und Fisch (vor allem solche, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind) ist. Reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum.

– Überwachen Sie Ihren Blutdruck (Hypertonie), wie auch den Cholesterinspiegel. Ein erhöhtes Risiko für Komplikationen des kardiovaskulären Systems, ist bei Patienten mit einer rheumatischen Polyarthritis (eine Form der Arthritis) oft gehäuft.

– Sie können Geräte anwenden, die die Bewegung der Gelenke verbessern können. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

– Verwenden Sie, nach Absprache mit Ihrem Arzt, ein Medikament auf Basis von Heilpflanzen (Teufelskralle, Arnika,…), um die Basistherapie zu ergänzen. Lesen Sie: Heilpflanzen.

– Nehmen Sie ein warmes Bad (ausgenommen herzkranke Patienten).

– Tragen Sie bequeme Schuhe, die an Ihren Fuss angepasst sind.

– Kontrollieren Sie Ihr Gewicht. Ein Übermass an Gewicht wirkt sich negativ auf die Gelenke aus.

– Bei einer Entzündung (Schmerzen, Rötung) in einem oder mehreren Gelenken, sollten Sie es während 12 bis 24 Stunden ausruhen lassen.

Wie übersetzt man ​Arthritis in andere Sprachen ?
  • Englisch: arthritis

  • Französisch: arthrite

  • Italienisch: artrite

  • Portugiesisch: artrite

  • Spanisch: artritis

Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 20.03.2015 verändert.

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