Arthrose

Definition

Die Arthrose ist ein nicht-entzündliches, degeneratives Gelenkleiden, das den Knorpel betrifft. Diese Knorpel nutzen sich ab und es treten Schmerzen auf. Definition_arthrose In einem fortgeschrittenen Stadium, dünnt sich die Oberfläche des Gelenkknorpels aus. Oft folgt eine Proliferation der Knochen unter dem Knorpel.
Die Arthrose tritt im Allgemeinen im Knie (man spricht von Gonarthrose), in den Hüften (Coxarthrose) oder in den Fingern (digitale Polyarthrose) auf. Sie kann aber in allen Gelenken, wie auch vertebral (Spondylarthrose) auftreten.
Es handelt sich um eine Krankheit, die man nicht heilen kann. Dank gewissen Behandlungsmethoden, kann man das Fortschreiten der Krankheit stark verlangsamen und die Symptome mildern. Man spricht von einer symptomatischen Behandlung.
Die Arthrose hat einen mechanischen Ursprung: daher nimmt der Schmerz bei Bewegung zu. Im Gegensatz dazu, sind die Schmerzen bei Ruhigstellung abgeschwächt.


Epidemiologie

Die Arthrose ist die häufigste gelenkbetreffende Krankheit.
– Weltweit vermutet man 250 Millionen Menschen, die unter einer Kniearthrose leiden.
– In den USA leiden 27 Millionen Menschen unter Arthrose.
– In der Schweiz sind fast 900‘000 Menschen von Arthrose betroffen [sda, September 2010].
– Im Vereinigten Königreich leiden 8 Millionen Menschen unter Arthrose.
Die ersten Symptome der Arthrose erscheinen meistens im Alter von 40 bis 50 Jahren, ab 60 Jahren wird die Krankheit noch häufiger.
Wie die meisten rheumatischen Erkrankungen, betrifft die Arthrose mehr Frauen als Männer. Vor dem 45. Lebensjahr sind die Männer jedoch häufiger betroffen.

Weltweit sind 9,6 % der Männer und 18 % der Frauen nach Vollendung des 60. Lebensjahres von Arthrose betroffen.

Ursachen

Ursachen_arthroseDa nicht nur eine alleinige Ursache für die Arthrose verantwortlich ist, hier einige Ursachen oder Risikofaktoren, die eine Arthrose begünstigen können:

–  Das Alter, dieser Faktor scheint eine sehr wichtige Rolle in der Entwicklung einer Arthrose zu spielen. Für zahlreiche Personen beginnen Arthroseprobleme ab 55 Jahren.
–  Ein genetisches Problem (genetische Ursache)
–  Eine übermässige Belastung der Gelenke, insbesondere durch Wettkampfsport, intensives Training (Fussball, Tennis, Ski,…) oder körperlich belastende Arbeit.
Epidemiologie_arthrose–  Übergewicht (starke Überbeanspruchung der Gelenke infolge des Gewichts).
–  Eine Verletzung
–  Eine Operation (zum Beispiel eine Knieoperation)
–  Eine Entzündung (Entzündungskrankheit zum Beispiel im Kniebereich)
–  Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes
–  Gicht
hiver_neige_arthroseBemerkung: Das Klima (Feuchtigkeit, Druck, Temperatur) kann die Schmerzen einer Arthrose (positiv oder negativ) begünstigen, ist aber im Allgemeinen nicht eine direkte Ursache dieser Erkrankung.

Risikogruppen

Personen, die unter einem höheren Risiko leiden, an Arthrose zu erkranken:
–          Menschen über 60 Jahren. Die ersten Symptome können bereits im Alter von 40 bis 50 Jahren auftreten.
–          Übergewichtige Personen: Das Risiko, an einer Arthrose der Hüfte oder der Knie zu erkranken, ist erhöht. Tatsächlich erhöht das Körpergewicht das Risiko beträchtlich.
–          Sportler. Vor allem gewisse Wettkampfsportler wie z.B. die Fussballer.

Symptome

Die Arthrose charakterisiert sich durch Schmerzen in den Gelenken, die bei beginnender Bewegung zunehmen. Die Schmerzen können abends und am nächsten Tag verstärkt sein. Diese Symptome sind z.B. für die Knie- oder Hüftarthrose typisch. Oft nimmt das Gelenk durch die Bildung einer Schwellung an Volumen zu. Die Symptome vermindern sich meistens bei Ruhe. Das Gelenk kann zudem steifer werden.
Morgens nach dem Aufwachen, sind die Gelenke oft steif und werden mit etwas Bewegung flexibler. Bei Bewegungen können die Gelenke ein knackendes Geräusch von sich geben. Dies ist allerdings nicht schlimm und sollte Sie nicht daran hindern, sich zu bewegen.

arthrose_infographie_Symptome

Hüftarthrose

Ein besonderes Symptom der Hüftarthrose sind Schmerzen nach dem Autofahren, Treppensteigen oder Arbeiten im Haushalt. Die Schmerzen können sogar bis in die Knie ausstrahlen.

Fingerarthrose

Die Arthrose der Finger charakterisiert sich durch Schmerzen beim Arbeiten mit den Fingern (z.B. einen Flaschendeckel abschrauben,…).

Nackenarthrose

Arthrose im Nacken kann zu Kopfschmerzen führen. Ebenfalls kann es zu Nervenschmerzen in den Armen kommen.

Arthrose kann im Gegensatz zu einer rheumatoiden Polyarthritis, ein einzelnes Gelenk betreffen, vor allem in Folge einer Verletzung.
Die Arthrose ist eine Krankheit, die sich durch Schübe oder durch Krisen weiterentwickelt, was sich durch die Zerstörung von Knorpel bemerkbar macht und sich im Allgemeinen über mehrere Jahre weiterentwickelt. Deshalb spricht man von einer chronischen Krankheit.

Diagnose 

Um eine Arthrose zu diagnostizieren, verwendet der Arzt (Allgemeinarzt oder Rheumatologe) meistens einen ausführlichen Fragebogen in einem Beratungsgespräch, um die Symptome zu identifizieren und andere Krankheiten auszuschliessen. Er wird auch eine Anamnese durchführen. In gewissen Fällen kann der Arzt auch eine Radiografie (Röntgenstrahlen) und vertiefte Untersuchungen anordnen.

Behandlung 

Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten, um die Arthrose zu behandeln.
Bevor eine Behandlung eingeleitet wird, vor allem eine medikamentöse, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen.
Man weiss, dass Änderungen des Lebensstils, wie vermehrte Bewegung oder Gewichtsabnahme, sehr wirksame Methoden für die Therapie der Arthrose sind. Je nach Schub oder Krise einer Arthrose, muss sich die Person ausruhen.

Wichtigste Therapiemöglichkeiten für die Behandlung der Arthrose:

–  Physische Behandlung (Physiotherapie [in Frankreich: Kinesiologie], Osteopathie, Ergotherapie…)

–  Medikamentöse Behandlungen (Schmerzbehandlung und Wiederaufbau des Knorpels, siehe unten)

–  Orthopädische Hilfe (Prothese)

–  Operation (Prothese)

Medikamentöse Behandlungen im Fall von Arthrose: Gegen Schmerzen:

– Bei Paracetamol liegt die empfohlene Dosis für einen Erwachsenen bei täglicher Einnahme bei 4 g pro Tag. (Paracetamol wirkt etwa 4 Stunden lang und ist folglich alle 4 Stunden einzunehmen, z. B. um 8 Uhr, um 12 Uhr, um 16 Uhr usw.). Bei Menschen mit Leberbeschwerden ist es kontraindiziert. Paracetamol hat keinen oder nur einen geringen entzündungshemmenden Effekt, soll aber bei Arthrose schmerzstillend und fiebersenkend wirken. Für manche Ärzte stellt es die Behandlungsmethode der ersten Wahl dar. Die Wirksamkeit von Paracetamol bei Arthrose wird jedoch in Frage gestellt (siehe unten).

Zweifel an der Wirksamkeit von Paracetamol bei Arthrose
Nach einer umfassenden Metaanalyse (eine Studie über Studien), die im März 2016 in der britischen Medizinfachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde und sich auf die Analyse der Daten von mehr als 58’000 Arthrose-Patienten beruft, hat sich Paracetamol als unwirksam im klinischen Sinn des Wortes erwiesen, was die Linderung der Schmerzen oder die Stabilisierung der Körperfunktionen bei Patienten mit Knie- oder Hüftarthrose anbelangt.
In einer Pressemitteilung raten die Forscher vom Einsatz von Paracetamol zur Schmerzbekämpfung bei Arthrose ab. Nach den Ergebnissen dieses Forschungsprojekts ist Diclofenac mit einer Tagesdosis von 150 mg bei kurzfristiger Anwendung das wirksamste Arzneimittel zur Schmerzlinderung. Von einer langfristigen Einnahme von Diclofenac sowie von sonstigen nicht-steroidalen Entzündungshemmern (NSAID) raten Ärzte im Allgemeinen ab, weil sich dadurch das Risiko von Herzerkrankungen (z. B. Herzinfarkt), eines Schlaganfalls oder eines Geschwürs erhöht.


–  Kortison und dessen Derivate: wenn die Schmerzen zu stark sind und dennoch eine Entzündung auftritt, verschreibt der Arzt hin und wieder Kortison oder eines dessen Derivate. Kortison wird häufig eingespritzt, aber eine Tabletteneinname ist ebenfalls möglich.

–  Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Dexibuprofen oder Diclofenac.

In Form von Tabletten einzunehmen, als Patch (zum Beispiel Patch mit Diclofenac) oder Salbe (zum Beispiel Salbe mit Ibuprofen) anzuwenden.

Die oben genannten Wirkstoffe bekämpfen nicht die Ursache, helfen jedoch durch Schmerzlinderung, die Lebensqualität des Patienten zu erhöhen (insbesondere bei einer Arthrosenkrise oder einem Arthrosenschub), jedoch Vorsicht geboten vor Nebenwirkungen bei längerem Gebrauch, mehr als 3 Monate, wie Magen-Darmschmerzen oder Nierenproblemen.

Zum Wiederaufbau des Knorpelgewebes und zur Bekämpfung der Schmerzen:

–  Chondroitinsulfat (Regeneration des Knorpelgewebes, zum Beispiel gewonnen aus der Grünlippmuschel, dieser Wirkstoff sollte während mindestens 3 Monaten eingenommen werden und die ersten Wirkungen treten im Allgemeinen erst nach 1 Monat auf. Gemäss Spezialisten tritt eine positive effiziente Wirkung auf die Ursache der Arthrose erst nach 3-jähriger Behandlung ein (im Allgemeinen dauert die Behandlung 6 Monate pro Jahr, 3 Monate Behandlung, 3 Monate Pause, dann 3 Monate Behandlung und schliesslich 3 Monate Pause). In Form von Tabletten oder Pulver einzunehmen.

Dieses Medikament scheint vorallem gegen die Arthrose der Finger effizient zu wirken.

– Eine neue Studie, welche in der Schweiz erschien, diesmal jedoch in Genf im September 2011, hat gezeigt, dass das Chondroitinsulfat bei Arthrose der Finger effizient ist. Gemäss dieser Studie werden die Schmerzen der Arthrose

– Patienten und die Morgensteifigkeit verringert.

Glucosamin, noch wirksamer bei Kombination mit Chondroitinsulfat. In Form von Tabletten einzunehmen.

–  Hyaluronsäure, ein Medikament, das die Gelenkflüssigkeit erhöht, in Form einer Injektion in das Gelenk.

Alternative – Natürliche Heilmittel im Fall von Arthrose:

–  Auf Pflanzen basierende Medikamente wie die Afrikanische Teufelskralle, bestimmte Spurenelemente wie Kupfer (gegen Schmerzen) oder auch Zink und Omega-3-Fettsäuren.

Heilpflanzen 

Bestimmte Heilpflanzen haben sich in der Schmerzbehandlung bzw. Schmerzlinderung bei Arthrose als wirksam erwiesen, dies gilt besonders für die Teufelskralle. (Die Wirksamkeit dieser Pflanze scheint durch klinische Studien belegt zu sein.) Auch die Esche kann erfolgreich eingesetzt werden, ebenso wie die Kurkuma (in Form von Kapseln).

– Afrikanische Teufelskralle, im Allgemeinen in Form von Tabletten einzunehmen. [sehr wirksam!]


– Hagebutte, in Form von Pulver oder Kapseln einzunehmen.

– Arnika, generell in topischer Form anzuwenden (Gel, Salbe, Pommade,…)

Consoude_arthrose– Beinwell, in Form von Gel anzuwenden

– Weide, im Allgemeinen in Form von Tabletten, Kapseln,… einzunehmen

– Cayennepfeffer, generell in Form von Salbe oder Kompresse anzuwenden.

– Esche, im Allgemeinen in Form von Kapseln einzunehmen.

Curcuma als Kapsel eingenommen (500mg 2x täglich), ergänzt mit 4 Gramm Fischöl

Hausmittel 

Johannisbeer-Blätter–Tee

Schachtelhalm-Pulver

Leinenumschlag 

Ratschläge 

Velo_arthrose–  Bewegung (Laufen, Sport), jedoch nicht übermässig (keine zu schweren Lasten heben) und Sportarten vermeiden, die schlecht für die Gelenke sind, wie zum Beispiel Fussball oder Squash (vor allem im Kniebereich). Wenn Sie noch Energie haben und der Schmerz auszuhalten ist, bleibt Bewegung (oder Sport) eines der besten ’’Medikamente’’ zur Linderung von Arthrose. Das Ziel ist, die Muskeln zu stärken, weil eine starke Muskulatur zur Unterstützung des angeschlagenen Gelenks und zum Schutz vor einer Überbelastung dient.

perte_de_poids_arthrose– Halten Sie Ihr Gewicht oder versuchen Sie, abzunehmen. Übergewicht kann die Gelenke schwächen und die Arthrose verschlimmern.

–  Wenden Sie Behandlungen mit Glucosamin an, noch wirksamer bei Kombination mit Chondroitinsulfat.

– Nehmen Sie heiße Bäder bei einer Temperatur zwischen 37 und 40°C.
Darüber hinaus können Schwefelbäder rheumatische Schmerzen, die bei Arthrose auftreten, lindern.

–  Tragen sie bequeme und an Ihren Fuss angepasste Schuhe.

–  Bei Arthrosekrisen oder Arthroseschüben vermeiden Sie es, zu viel zu laufen oder sich zu viel zu bewegen, wenn Sie viel laufen müssen, ist die Verwendung eines Stockes zu empfehlen.

– Die Akupunktur könnte gegen die Schmerzen wirksam sein. Vor allem bei einer Kniearthrose.

– Gemäss einer Studie, die im Juni 2014 in der Zeitschrift « Arthritis Care and Research » erschienen ist, kann das Marschieren den Zustand der Arthrose verbessern. Die Forscher vermuten, dass jeder zurückgelegte Kilometer die Symptome der Arthrose um 16 bis 18% verbessert, insbesondere durch die Verbesserung der Mobilität.

Wie übersetzt man Arthrose in andere Sprachen ?
  • Portugiesisch: artrose
  • Spanisch: Artrosis
Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 27.06.2016 verändert.

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