Brustkrebs

Definition

Definition_brustkrebsBrustkrebs (Mammakarzinom) ist ein Tumor, der im Brustdüsengewebe auftritt und sich dort unkontrolliert weiter entwickelt. Es handelt sich um die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in der westlichen Welt, welche jedoch auch in seltenen Fällen Männer betreffen kann. Unter folgende Arten von Brustkrebs unterscheidet man:


– Duktales Karzinom: es handelt sich hierbei um die häufigste auftretende Art von Brustkrebs (Circa 80% der Fälle). Diese Krebsart hat seinen Ursprung in den Epithelzellen der Milchzellen.

– Lobuläre Karzinom: dieses Karzinom tritt wesentlich seltener auf, als das duktuale Karzinom (Circa 5 bis 10%).

– Entzündliches Karzinom: dies ist eine seltene Form Brustkrebs, welche den gesamten Brustbereich beeinflusst. Die Brust hat eine rötliche Verfärbung und ist geschwollen, genau wie bei einer Entzündung.

Epidemiologie

Häufigkeit von Brustkrebs bei Frauen und Männern

Epidemiologie_brustkrebsBrustkrebs kann ebenso bei Männern, wie auch bei Frauen auftreten: jedoch ist es bei Frauen viel häufiger (in den USA, mit einem Faktor Tausend, Tausend Mal mehr Frauen als Männer).
In den Weststaaten, ist der Brustkrebs eine der häufigsten Todesursachen der Frauen.

Brustkrebs im Vergleich mit anderen Krebsarten

Brustkrebs ist weltweit die zweithäufigste Krebsart (kann je nach Land variieren) und die am weitesten verbreitete bei den Frauen (fast 22% der neuen Krebsfälle).


Überlebensrate bei Brustkrebs

Die 5-Jahres-Überlebensrate ist weltweit 61%. In entwickelten Ländern wie z.B. der USA, sind es sogar 89% [Quelle: webmd.com, Oktober 2012].

Wenn der Krebs in einem frühen Stadium erkennt wird, ist die 5-Jahres-Überlebensrate fast 100% (Daten für die USA im Jahre 2014, Quelle: webmd.com).

Gemäss den amerikanischen Forschern, die sich im Juni 2014 über die 3D Mammografie geäussert haben, hilft diese neue Methode schlechte Diagnosen (positive wie negative) zu vermindern. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 97%, wenn der Krebs genügend früh erkannt wird und sich nicht weiter als die Brust ausgebreitet hat.

Häufigkeit in der Bevölkerung

In den USA wurde, ist oder wird eine von 8 Frauen von Brustkrebs betroffen sein. In anderen Ländern wie z.B. in Japan, ist das Verhältnis der betroffenen Frauen tiefer (die veränderten Ernährungsgewohnheiten oder genetische Ursachen könnten diesen Unterschied erklären).
– Gemäss der WHO (World Health Organisation) ist die Inzidenz, an Brustkrebs zu erkranken, zwischen 1960 und 1970 verzehnfacht worden. Jedoch beobachtet man seit den Jahren 2000 (jedenfalls in den westlichen Ländern), eine Stabilisierung der Anzahl Fälle. Es scheint, dass ein besseres Screening, aber auch eine Verminderung der hormonalen Substitutionstherapie, diese Verbesserung erklären könnten.

Anzahl Fälle von Brustkrebs (diagnostiziert und verstorben)

– Im Jahr 2011 wurden weltweit 1,5 Millionen diagnostizierte Fälle von Brustkrebs gezählt [Quelle: world breast cancer report 2012]. Laut WHO sterben jährlich 450’000 Personen an Brustkrebs.
– In den USA wurden 2012 (Schätzung) 226’870 Frauen und 2’150 Männer mit der Diagnose Brustkrebs gezählt.
– In der Schweiz sind jedes Jahr mehr als 5’300 Frauen von Brustkrebs betroffen.
– Anzahl Tote durch Brustkrebs in den USA im Jahre 2012 (Schätzung): 39’510 Frauen und 410 Männer [Quelle: webmd.com, Oktober 2012].

Durchschnittsalter der Diagnose

– In den USA ist das Durchschnittsalter, in dem die Diagnose von Brustkrebs gestellt wird, 61 Jahre.

Ursachen

Die genauen Ursachen für Brustkrebs sind bis zum heutigen Tag noch nicht vollständig bekannt. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem die Genetik und Umweltfaktoren, welche für die Entwicklung von Brustkrebs verantwortlich sein können.

Wissenschaftler nehmen an, dass etwa 5 bis 10% der Brustkrebsfälle durch eine genetische Mutation, durch die Familie übertragen werden. Insbesondere die Gene BRCA1 und BRCA2 erhöhen das Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Eierstockkrebs. Auch das Alter spielt eine entscheidende Rolle für die Entwicklung. Ab dem 50. Lebensjahr sollten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden.

Nachfolgend finden Sie einige Risikofaktoren aufgelistet, welche für die Entstehung von Brustkrebs verantwortlich sein können:

– Weibliches Geschlecht;

– Exposition gegenüber ionisierender Strahlung im Alter von etwa 35 Jahren.

Übergewicht;

– Frühe Menarche (Alter der ersten Menstruation);

– Späte Menopause

– Auftreten der ersten Schwangerschaft nach dem 30. Lebensjahr;

– Nulliparität (Geburtslosigkeit);

– Hormonersatztherapie nach der Menopause durchführen;

– Regelmäßiger Alkoholkonsum, auch in niedrigen Mengen;

– Auftreten von früheren Brustkrebserkrankungen;

Risikogruppen

Von Brustkrebs können sowohl Frauen als Männer betroffen sein. Jedoch erkranken Frauen wesentlich häufiger an dieser Krankheit. Personen über 60 Jahre zählen zu den Hauptrisikogruppen für die Entstehung von Brustkrebs.

Risikogruppen_brustkrebsPatienten, bei denen Brustkrebs in der Familie aufgetreten ist (z.B. Mutter, Schwester oder Tochter) zählen ebenfalls zu den Risikogruppen. Weitere Risikogruppen sind Frauen, bei denen die Menopause spät auftritt, Patienten mit Hormonersatztherapie und Frauen mit einer Schwangerschaft im fortgeschrittenen Alter.

Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Risikogruppen von Brustkrebs aufgelistet:

– Weibliches Geschlecht;

– Höheres Alter;

– Brustkrebserkrankung in der Familie;

– Genetik (BRCA1 und BRCA2)

– Strahlenexposition im Brustbereich;

Übergewicht.

Es ist wichtig zu beachten, dass Brustkrebs eine Krankheit ist, welche von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig ist. Man spricht dabei von genetischen und umweltbedingten Faktoren. Wenn Sie zu den oben aufgeführten Risikogruppen zählen, sollten Sie regelmäßig einen Arzt konsultieren und entsprechende Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen.

Risikofaktoren

Laut Studienberichten wurde vor kurzem ein Bericht über die Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs veröffentlich. Laut dieser Studie sind die wichtigsten Risikofaktoren: Hormonersatzbehandlung, Übergewicht, Rauchen und Alkoholkonsum. Die Verringerung der Exposition gegenüber diesen Faktoren, reduziert das Risiko für die Entstehung der Krankheit deutlich.

Symptome

Bei Brustkrebs können einige Symptome auftreten. Bei einer rechtzeitigen Diagnose können die Heilungschancen von dieser Krankheit deutlich erhöht werden. Folgende Symptome können bei einer Brustkrebserkrankung auftreten:

– Knoten in der Brust oder eine Verdickung der Brust;

– Sekretion von Blut oder anderen Flüssigkeiten aus den Brustnippeln;

– Veränderung der Form oder Größe der Brust;

– Änderung der Hautfarbe der Brust,

– Rötung oder Verätzung der Brusthaut;

– Farbänderungen,

– Auftreten von einem oder mehreren Knoten im Achselbereich;

– Wärmegefühl, Rötung oder Schwellung im Brustbereich.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht gleich jeder Knoten im Brustkrebs automatisch eine Brustkrebserkrankung darstellt. Circa 4 von 5 Fällen werden als gutartige Tumore diagnostiziert. Jedoch ist es immer wichtig einen Arzt zu konsultieren, welcher die Diagnose stellt.

Die Symptome bei männlichem Brustkrebs ähneln sehr denen vom weiblichen Brustkrebs. Auch hier sollte immer ein Arzt konsultiert werden.

Diagnose

Diagnose_brustkrebsEine frühe Diagnose von Brustkrebs kann die Heilungschancen dieser Krankheit deutlich erhöhen. Es ist besonders wichtig, dass Patienten eine regelmäßige Selbst-Untersuchung zuhause durchführen, um eventuelle Veränderungen am Körper (z.B. Bildung eines Knoten) rechtzeitig zu bemerken. Bei einer Veränderung sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden. Dieser kann einige Untersuchungen durchführen, welche zur exakten Diagnose führen.

– Mammographie: die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung der Brust, welche die Früherkennung von Brustkrebs ermöglicht. Durch diese Diagnose lassen sich sehr kleine Läsionen im Brustbereich im Anfangsstadium darstellen. Bei einer Mammographie werden beide Brüste geröntgt.

Siehe auch:  3D Mammographie erhöht die erkennung von Brustkrebs erheblich

– Ultraschall: bei dieser Untersuchung wird die Brust mit Hilfe von Schallwellen untersucht, um Bilder von der Innenseite der Brust zu erzeugen.

– Magnetresonanztomographie (MRT): es handelt sich beim MRT um ein bildgebendes Verfahren vom Brustbereich. Zur Unterscheidung von Gewebearten, wird vor der Anwendung ein Kontrastmittel gespritzt.

– Biopsie: bei einer Biopsie handelt es sich um eine Gewebeentnahme des betroffenen Bereichs. Dadurch kann festgestellt werden, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt.

– Selbstprüfung: diese Diagnosemöglichkeit, wird direkt vom Patienten durchgeführt. Durch das regelmäßige Abtasten des Brustbereichs, können eventuelle Veränderungen frühzeitig erkannt werden, was die Heilungschancen deutliche erhöhen kann. Hinweis: es handelt sich bei der Selbstprüfung nicht um einen Diagnose-Ersatz. Ein Arzt sollte konsultiert werden, sowie Vorsorgeuntersuchungen sollten regelmäßig durchgeführt werden.

Wenn der behandelnde Arzt Brustkrebs diagnostiziert hat, können weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um das Stadium der Erkrankung zu bestimmen. Zu diesen Untersuchungen zählen:

– Bluttest

– Mammographie der anderen Brust;

– Röntgenuntersuchung;

– Magnetresonanztomographie

– Computertomographie

– Positronen-Emissions-Tomographie.

Brustkrebs wird in den Stadien 0 bis IV unterschieden.

Stadium 0: Der Tumor ist invasiv.

Stadium I: Der Tumor ist invasiv und hat weniger als 2 cm im Durchmesser. Die Lymphknoten sind nicht betroffen.

Stadium II: In diesem Stadium können bereits die Lymphknoten betroffen sein. Man unterscheidet dabei zwei Arten von Stadien:

Stadium IIa

– Die Größe des Tumors beträgt weniger als 2 cm und infiltriert die axillaren Lymphknoten;

– Der Tumor beträgt zwischen 2 und 5 cm, betrifft aber nicht den Achsellymphknoten;

– Es gibt keinen Nachweis von Tumor in der Brust, aber es entsteht die Bildung eines axillaren Lymphknoten Tumor.

Stadium IIb

G Der Tumor beträgt zwischen 2 und 5 cm und erreicht Achsellymphknoten

– Der Tumor ist größer als 5 cm, betrifft jedoch nicht die Achsellymphknoten.

Stadium III: In diesem Stadium ist der Tumor bereits im fortgeschrittenen Stadium. Man unterscheidet unter folgenden Stadien:

IIIa

Der Tumor ist noch kleiner als 5 cm, hat sich aber bereits an den Achsellymphknoten oder anderen benachbarten Strukturen ausgebreitet.

IIIb: Der Tumor infiltriert in diesem Stadium die Brustwand und verursacht die Entwicklung von Schwellungen, Geschwüre. Diese Form von Brustkrebs kann auch als entzündlicher Brustkrebs diagnostiziert werden. Er kann die oder sie können als entzündlichen Brustkrebs diagnostiziert werden. Er kann die Achsellymphknoten betreffen, muss aber nicht unbedingt auf andere Organe übergreifen.

Stadium IV: Der Krebs hat Metastasen gebildet und hat sich auf andere Organe wie z.B. die Leber, Niere, etc. ausgebreitet.

Komplikationen

Bei einer rechtzeitigen Diagnose besteht eine hohe Heilungschance von Brustkrebs.

Eine schwerwiegende Komplikation von Brustkrebs besteht darin, dass sich der Krebs auf andere Organe ausbreiten kann. Dadurch können sich Tumorzellen in anderen Körperregionen wie beispielsweise der Lunge, Niere, Leber, Gehirn und den Knochen entwickeln. Die Hyperkalzämie ist eine der größten Komplikationen bei Brustkrebs. Es handelt sich dabei um eine Stoffwechselkomplikation, bei der Kalzium im Blut auftritt. Beim Patienten treten unter anderem Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Kopfschmerzen, Polyurie (Harndrang), sowie die Austrocknung des Körpers auf. Sollte diese Komplikation unbehandelt bleiben, kann es zu Verwirrtheitszustand des Patienten kommen, was im schlimmsten Fall zum Koma führen kann.

Die Bildung von Hirnmetastasen gehört auch zu den Komplikationen von Brustkrebs und tritt bei etwa 5,9% der Fälle auf. In diesem Fall entwickelt sich ein erhöhter Hirndruck, welcher mit Kopfschmerzen verbunden ist.

Die leptomeningeale Metastasen (betreffen die Hirnhaut), sind eine Komplikation, welche häufig beim lobulären Karzinom auftreten und überwiegend Kopfschmerzen verursachen. Darüber hinaus kann es zu Diplopie (Doppelsehen), Schwerhörigkeit und Schwächegefühl der Gliedmaßen kommen.

Behandlung

Die Behandlung von Brustkrebs wird ganz abhängig von der Größe und dem Stadium des Tumors bestimmt. Folgende Behandlungen können zum Einsatz kommen:

Chirurgie

Die chirurgischen Verfahren bei Brustkrebs sind:

Lumpektomie: Bei dieser Chirurgie wird ein Teil des Tumors und des umliegenden Gewebes entfernt. Es handelt sich um eine Chirurgie, die sich vor allem bei kleinen Tumoren eignet.

Teilweise Mastektomie und Quadrantektomie: Bei diesem Eingriff wird das umliegende Gewebe entfernt. Darüber hinaus wird bei der Quadrantektomie ¼ der Brust entfernt.

– Totale Mastektomie: Dieser Eingriff beinhaltet die gesamte Entfernung des Brustgewebes einschließlich der Tumormasse.

– Entfernung der Lymphknoten: Brustkrebs kann sich in manchen Fällen auch auf die Lymphknoten ausbreiten. Der behandelnde Arzt kann entscheiden, ob einer oder mehrere Achsellymphknoten chirurgisch entfernt werden müssen. Dies ist manchmal notwendig, um ein Übergreifen des Krebses auf andere Organe zu verhindern.

Die chirurgischen Eingriffe können Komplikationen wie beispielsweise Blutungen und Infektionen hervorrufen.

Im Falle einer vollständigen Brustentfernung, besteht die Möglichkeit für Frauen nach der Chirurgie mit dem Wiederaufbau der Brust zu beginnen. Dazu zählen die Rekonstruktion mit Synthetischen Implantaten oder mit dem eigenen Gewebe.

Strahlentherapie

Bei der Strahlentherapie werden hochenergetische Strahlen verwendet, um die Krebszellen abzutöten. Diese Behandlung wird oftmals nach einem chirurgischen Eingriff angewendet. Dadurch soll erreicht werden, dass eventuelle noch vorhandende Krebszellen abgetötet werden.

Die Ärzte verwenden immer öfter genetische Tests, um den Grad der Aggressivität des Tumors zu bestimmen. Gewisse Tests können bis zu 70 Gene bestimmen und ermöglichen so die Wahl der besten Behandlung. Nach einem chirurgischen Eingriff kann der Arzt einen genetischen Test durchführen, um zu wissen, ob er noch eine Chemotherapie machen muss oder nicht.

Chemotherapie und Medikamente

Bei der Chemotherapie werden Medikamente verwendet, welche die Tumorzellenabtöten. Wenn eine hohe Chance auf ein erneutes Auftreten eines Tumors besteht, kann der behandelnde Arzt beispielsweise nach einer Chirurgie eine Chemotherapie empfehlen.

In manchen Fällen werden vor einem chirurgischen Eingriff Medikamente verabreicht. Diese Prozedur nennt sich neoadjuvante Chemotherapie. Das Ziel ist es, die Tumormasse zu verkleinern, um eine chirurgische Entfernung zu erleichtern.

Die Chemotherapie wird auch bei Patienten angewendet, bei denen Metastasen in anderen Körperregionen aufgetreten sind.


– Anti-Hormontherapie: Diese Behandlung wird mit Medikamenten angewendet, um durch Blockierung der Hormonbildung die Weiterentwicklung der Krebszellen zu verhindern. Diese Behandlungsform wird über einen Zeitraum von mehreren Jahren durchgeführt.

Die Chemotherapie kann viele Nebenwirkungen hervorrufen. Darunter zählen unter anderem Haarausfall, Gewichtsverlust, verringerte Immunität, Veränderung der Blutzellen, Müdigkeit, Magen-Darm-Probleme, etc.

Es gibt derzeit Studien über neue Medikamente gegen Brustkrebs, welche weniger Nebenwirkungen hervorrufen sollen. Es wurden Untersuchungen mit Medikamenten durchgeführt, die ein erneutes Auftreten von Brustkrebs verhindern sollen.

Heilpflanzen

Zum jetzigen Zeitpunkt existieren noch keine Heilpflanzen zur alternativen Behandlung von Brustkrebs. Forscher testen derzeit eine Heilpflanze namens Euphorbia tirucalli. Diese Heilpflanze verfügt über eine Substanz, welche AM10 genannt wird, und eine positive Wirkung gegen Brustkrebs gezeigt hat. Studien haben bewiesen, dass sie eine zytotoxische Wirkung gegenüber Tumorzellen hat.

Soja wirkt präventiv gegen Brustkrebs bei Frauen, die zuvor noch nicht an diesem Leiden erkrankt sind. Es senkt auch das Risiko von Rezidiven bei Frauen, die bereits betroffen waren.

Soja, das viele Isoflavone enthält, muss idealerweise als Nahrungsmittel wie Bio Tofu oder Tempeh eingenommen werden. Vermeiden Sie Kapseln oder andere Nahrungsergänzungsmittel, die nicht dieselbe Wirkung haben.

Eine chinesische Studie hat gezeigt, dass Frauen, die bereits einmal an Brustkrebs erkrankt sind, durch die tägliche Einnahme von 11 Gramm Sojaproteinen die Mortalität und das Risiko für Rezidiven um 30% senken konnten.

Ratschläge

– Brustkrebs ist heilbar. Wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird, sind die Heilungschancen hoch. Es ist immer wichtig eine Selbst-Prüfung durchzuführen und regelmäßig einen Arzt zu konsultieren. Als Untersuchung kann eine Mammographie durchgeführt werden.

– Es wichtig darauf hinzuweisen, dass die Selbstprüfung kein Ersatz für die klinische Untersuchung ist. Selbst wenn keine auffälligen Veränderungen im Brustbereich erkannt werden, sollte nicht auf die regelmäßige ärztliche Untersuchung verzichtet werden.

– Brustkrebs ist nicht ausschließlich eine weibliche Erkrankung. Auch wenn diese Krankheit nicht oft bei Männern auftritt, ist sie trotzdem ernst zu nehmen. Dies gilt besonders bei Männern ab dem 35. Lebensjahr. Das Hauptsymptom ist das Auftreten eines schmerzlosen Knoten im Brustbereich.

– Die Diagnose Brustkrebs stellt zunächst einen großen Schock dar. Konsultieren Sie aus diesem Grund Hilfszentren, wo Sie mehr über die Krankheit erfahren können und sich mit anderen Patienten auszutauschen können. Darüber hinaus ist die Unterstützung der Familie und Freunden besonders wichtig.

Normalerweise ist die Behandlung von Brustkrebs mit vielen Nebenwirkungen verbunden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über diese unangenehmen Effekte. Es können darüber hinaus alternative Behandlungen erfolgen, um die Angst und die Nervosität gegenüber der Krankheit zu legen. Folgende Arten können ausgeführt werden:

– Leichte körperliche Übungen wie z.B. Schwimmen, Laufen und Yoga.

– Entspannungsübungen

– Techniken zur Stressreduzierung wie beispielsweise Muskelentspannung, Schreiben, Poesie, Theater, Musik und Selbsthilfegruppen.

Vorbeugung

Vorbeugung_brustkrebsEinige Vorbeugungen können das Auftreten von Brustkrebs verhindern:

– Vermeiden Sie Übergewicht, da dieses das Risiko für die Entstehung von Brustkrebs deutlich erhöht;

– Achten Sie auf eine gesunde Ernährung. Essen Sie ausreichend Obst und Gemüse. Viele Gemüse enthalten Stoffe, welche Schäden an der DNA reduzieren können. Vermeiden Sie außerdem den übermäßigen Konsum von zu fetthaltigen Speisen und schnelle Zucker (weil diese die Rate von Insulin erhöhen können, was wiederum die Krebszellen ernährt).

– Eine bewegungsarme Lebensweise sollte vermieden werden. Sport und körperliche Aktivitäten helfen dem Körper dabei Giftstoffe auf dem Körper zu entfernen, welche die Zellen im Körper schädigen können und zu einer Krebserkrankung führen können.

– Vermeiden Sie den übermäßigen Konsum von Alkohol, da dieser oft mit der Entstehung einer Krebserkrankung in Verbindung gebracht wird;

– Eine Hormonersatztherapie kann das Risiko für eine Brustkrebserkrankung deutlich erhöhen. Wenn Sie bereits einen Fall von Brustkrebs in der Familie hatten, sollten Sie regelmäßig einen Arzt konsultieren und entsprechende Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen.

Vermeiden Sie das Rauchen, da sich dadurch das Risiko von Brustkrebs erhöht.

Präventive Mastektomie

Mastektomie bei Frauen mit sehr hohem Risiko für Brustkrebs

Gemäss einer amerikanischen Studie, die im Mai 2014 erschienen ist, entscheiden sich 70% der Frauen, bei denen eine Brust von Brustkrebs befallen ist für eine doppelte Mastektomie. Dies obwohl das Risiko, dass die zweite Brust ebenfalls an Krebs erkrankt, sehr gering ist. “Es ist die Angst vor dem Wiederauftreten von Krebs, die die Frauen dazu bewegt, eine prophylaktische Mastektomie zu machen. Dies ist absurd, weil das Entfernen der gesunden Brust das Risiko für das Auftreten von Krebs in der betroffenen Brust nicht senkt” erklärt Dr.Sarah Hawely, Professorin der inneren Medizin im Krebszentrum der Universität von Michigan. Sie ist die Hauptautorin dieser Studie.

– Frauen, die ein hohes Brustkrebsrisiko haben, können sich für eine Entfernung der Brüste, der so genannten präventiven Mastektomie, entscheiden. Der berühmte Hollywood Star Angelina Jolie, hat im Mai 2013 in der “New York Times” bekannt gegeben, dass sie eine Mastektomie beider Brüste mit präventivem Ziel durchführen liess. Mehrere Frauen der Familie Jolie sind an Brustkrebs gestorben, wie zuletzt ihre Tante im Mai 2013.

Die Mastektomie ist eine Rekonstruktionschirurgie und nicht eine ästhetische Chirurgie. Die Techniken sind verschieden. Bei einer Mastektomie verliert man durch das Entfernen des Brustgewebes die Sensibilität der Brüste. Bei einer ästhetischen Chirurgie entfernt man die Brustdrüse nicht, fügt aber eine Prothese dazu.
Die Mastektomie kann zu gewissen Komplikationen führen (gemäss einer holländischen Studie, mussten 35% der Frauen, die beide Brüste durch eine Mastektomie entfernt haben, in den 5 Jahren nach der OP nochmals operiert werden). Bevor man eine solche Operation in Erwägung zieht, ist es daher wichtig, mit dem Arzt zu sprechen. Die Mastektomie muss für Frauen mit einem sehr hohen Brustkrebsrisiko reserviert bleiben, wie z.B. bei Angelina Jolie, die gemäss ihrer Mitteilung ein Risiko für eine Brustkrebsentwicklung von 87% hatte. Nach dieser Operation fiel das Risiko auf 2% zurück [Quelle: France 5, “C dans l’air”, 27.mai 2013].
Die vorbeugende Entfernung der Eierstöcke ist eine andere denkbare Option.

Am 24. März 2015 kündigte Angelina Jolie in der online Version der New York Times an, dass sie sich anfangs März 2015 die Eierstöcke und Eileiter entfernen liess, um das Risiko für eine Krebsentwicklung zu vermindern. Vor der Entfernung der Eierstöcke war das Krebsrisiko für Angelina Jolie, die das BRCA1 Gen trägt, um 50% erhöht. Nach der Chirurgie schätzen die Onkologen die Verminderung des Risikos um etwa 80 bis 90% oder sogar noch mehr (Quelle: CBSnews.com, konsultiert am 25.März 2015).

Frauen mit familiären Vorgeschichten von Brust- oder Eierstockkrebs oder Frauen, die das BRCA1-Gen (z.B. Angelina Jolie) oder BRCA2-Gen tragen, können die Empfehlung erhalten, die gesunde Brust ebenfalls prophylaktisch zu entfernen. Gemäss den Forschern dieser Gruppe sind dies jedoch nur etwa 10% der diagnostizierten Brustkrebsfälle. Die anderen haben ein geringes Risiko, dass die zweite Brust ebenfalls an Krebs erkrankt. Diese wissenschaftliche Arbeit hat gezeigt, dass unter den Frauen, die eine doppelte Mastektomie vorgenommen haben, fast 70% keine familären Vorfälle hatten und für die Mutation BRCA1 und BRCA2 negativ getestet wurden. Diese Studie wurde im “Journal of the American Medical Association (JAMA) publiziert.

– Längeres Stillen reduziert das Risiko für die Entstehung von Brustkrebs. Bei Frauen, die länger als 1 Jahr gestillt haben, besteht ein geringeres Risiko.

Die Durchführung von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen ist besonders wichtig. Wenn Sie etwas Ungewöhnliches an Ihrem Körper erkennen sollten (beispielsweise einen Knoten in der Brust), sollten Sie umgehend einen Arzt konsultieren.

– Frauen, die regelmässig Nahrung auf Basis von Soja einnehmen, haben ein geringeres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Das geht aus einer japanischen Studie hervor, die im März 2008 publiziert wurde. Frauen, die einen erhöhten Genistein-Spiegel haben, ein Isoflavon aus Soja, sind gegenüber Frauen mit einem tiefen Spiegel einem geringeren Brustkrebsrisiko ausgesetzt. Diese Studie wurde vom nationalen Krebszentrum in Tokyo durchgeführt.

Das Brustkrebsrisiko war bei Frauen mit dem hohen Genistein-Spiegel 3 Mal geringer, als bei Frauen mit einem niedrigen Spiegel. Zum Beispiel erklärt die Studie, dass die Frauen mit dem hohen Genistein-Spiegel, durchschnittlich täglich 100g Tofu oder 50g „Nattō“ konsumierten.

Die Studie hat aber ebenfalls gezeigt, dass eine übermässige Einnahme von Genistein, insbesondere als Nahrungsergänzungsmittel, das Risiko für Brustkrebs erhöhen kann (rufen wir uns in Erinnerung, dass Soja, vor allem in Form einer Nahrungsergänzung, bei diagnostiziertem Brustkrebs kontraindiziert ist).

– Die 1-2x wöchentliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren, die von einem fettigen Fisch wie Lachs, Thon oder Sardinen kommen, kann das Risiko für Brustkrebs senken. Gemäss einer chinesischen Studie, die im Juni 2013 im „British Medical Journal“ erschienen ist, kann die wöchentliche Einnahme von 1 bis 2 Portionen fettigem Fisch (reich an Omega-3), das Brustkrebsrisiko um bis zu 14% senken.
Omega-3 sind Fettsäuren, die essentiell für die Entwicklung und die gute Funktion des menschlichen Körpers sind. Es gibt 4 verschiedene, die man durch Ihre Initialen kennt: EPA, DHA und DPA, die man vor allem im fettigen Fisch findet (Lachs, Thon, Makrele, Hering, Sardine oder Sardelle) und ALA, das in pflanzlichen Ölen (Nuss, Rapsöl, Soja, Leinen) vorkommt und in geringem Masse im Fleisch, in Milchprodukten und in Eiern.
In der durch chinesische Forscher im «British Medical Journal” publizierten Studie wird berichtet, dass nur die Omega-3-Fettsäuren mit marinem Ursprung mit einer Reduktion des Brustkrebsrisikos verbunden sind. Die anderen Omega-3-Fettsäuren haben keine signifikante Wirkung gezeigt.

– Nachtarbeit bei Frauen, wichtiger Risikofaktor
Eine französische Studie, die im Juni 2012 durch das Inserm (institut national de la santé et la recherche médical) publiziert wurde, hat gezeigt, dass Nachtarbeit bei den Frauen das Risiko für Brustkrebs um 30% erhöht.
Gemäss den Forschern stört die Nachtarbeit die normale Funktion der biologischen Uhr, was bei den Frauen das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, erhöht. Der zirkadiane Rhythmus steuert den Wechsel zwischen Wach- und Schlafphasen und hat noch viele andere biologische Aufgaben.
Die Studie (mit einer Auswahl von Nachtarbeitern im westlich-zentralen Frankreich durchgeführt) zeigt, dass das Brustkrebsrisiko mit Nachtarbeit verbunden ist und den gleichen Stellenwert hat wie andere bekannte Risikofaktoren (genetische Mutationen, hormonale Behandlungen oder fortgeschrittenes Alter bei der ersten Schwangerschaft).
Diese Studie hat ebenfalls gezeigt, dass das Risiko insbesondere bei Frauen erhöht ist, die während mehr als 4 Jahren die ganze Nacht oder im Wechsel von Nacht- und Tagschichten gearbeitet haben. Das Risiko ist noch stärker erhöht, wenn die Frauen vor der ersten Schwangerschaft mit Nachtarbeit begonnen haben, nämlich 50 statt 30%.

TomatensaftEine amerikanische Studie, die anfangs 2014 erschienen ist hat gezeigt, dass eine Ernährung mit vielen Tomaten (täglich mindestens 25mg Lycopin, ein Inhaltsstoff der Tomate) das Risiko für Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen senkt. Dies geschieht durch die Senkung der Adiponektin Konzentration. Dieses Hormon steht im Zusammenhang mit einer Verminderung des Brustkrebsrisikos, wie bereits mehrere Studien zuvor gezeigt haben. Diese amerikanische Studie wurde vom Ohio State University Comprehensive Cancer Center in den USA durchgeführt. Sie schloss 70 postmenopausale Frauen ein, die alle ein erhöhtes Krebsrisiko aufwiesen (z.B. aufgrund von Vorfällen in der Familie oder Übergewicht).

Mediterrane Diät mit Olivenöl zur Brustkrebsprävention
Gemäss einer spanischen Studie (PREDIMED genannt), die im September 2015 in der Zeitschrift JAMA Internal Medicine publiziert wurde, hatten Frauen, die eine mediterrane Diät befolgten und jeden Tag ergänzend 4 Suppenlöffel kaltgepresstes Olivenöl konsumierten, ein 62% tieferes Brustkrebsrisiko als Frauen mit einer mediterranen Diät mit wenig Fett oder die mit Nüssen ergänzt wurde.

Diese Studie wurde mit mehr als 4‘000 Frauen zwischen 60 und 80 Jahren durchgeführt, die während 5 Jahren begleitet wurden. Ein Teil der Gruppe musste eine mediterrane Diät befolgen, die täglich mit einer Einnahme von Nüssen ergänzt wurde.  Die andere Gruppe musste ergänzend täglich 4 Suppenlöffel Olivenöl einnehmen. Die dritte Gruppe machte nur eine mediterrane Diät, ohne ergänzende Nahrungsmittel, aber mit sehr fettarmen (low-fat diet) Speisen. Bei den 4‘000 Teilnehmern, die während 5 Jahren beobachtet wurden, entwickelten 35 Brustkrebs.

Die Teilnehmer, die zusätzlich Nüsse einnahmen, hatten statistisch keine signifikante Reduktion des Brustkrebsrisikos. Die Schlussfolgerung war, dass nur die ergänzende Einnahme von Olivenöl das Brustkrebsrisiko signifikant senken konnte.

Die Forscher sind der Meinung, dass die Antioxidantien, die man in gewichtigen Mengen im kaltgepressten Olivenöl findet, der Grund für die Wirkung gegen Krebs sind. Die Antioxidantien erlauben es, die Krebszellen zu töten und damit das Tumorwachstum zu stoppen.

In einem Artikel, der auf der Seite der Harvard Medical School publiziert wurde hat der Wissenschaftler Daniel Pendick geschrieben, dass die Resultate dieser Studie mit einer grösseren Teilnehmerzahl bestätigt werden müssen. Die Menge von 35 Fällen ist statistisch nicht signifikant, um eine definitive Schlussfolgerung zu ziehen.

Wie übersetzt man ​Brustkrebs in andere Sprachen ?
Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 17.02.2016 verändert.

Themen