Diabetes Typ 2

Definition

Diabetes Typ 2 ist eine metabolische Krankheit, die sich durch Schwierigkeiten des menschlichen Körpers zur Benützung von Insulin kennzeichnet. Menschen, die von Diabetes Typ 2 betroffen sind, haben also eine schlechte Sensibilität für Insulin (Hormon, das dem Zucker den Eintritt in die Zelle ermöglicht). Manchmal kann auch eine Abwesenheit oder verminderte Produktion von Insulin in der Bauchspeicheldrüse vorliegen.
Diese zwei Faktoren können eine Hyperglykämie auslösen. Der Zucker bleibt im Blut und kann schlechter in die Zelle diffundieren.
Zucker ist ein essentieller Nährstoff, weil er die erste Energiequelle für den Körper ist. Vereinfacht gesagt: Insulin spielt die Rolle eines Schlüssels und öffnet dem Zucker, der sich im strömenden Blut befindet, die Türe, um ihn so zum Eintritt in die Zelle zu bewegen.
Diabetes Typ 2 nimmt stetig zu: die meiste Zeit wegen einer Übergewichtsepidemie, die durch eine schlechte Ernährung und einem steigenden Bewegungsmangel der Bevölkerung zunimmt.
Die Konsequenzen einer fehlenden Behandlung des Diabetes Typ 2 (die negativen Auswirkungen erscheinen meistens nach 10 bis 15 Jahren), sind vor allem eine Makroangiopathie mit einer Schädigung der Koronargefässe und eine mögliche Herzinsuffizienz. Ausserdem können Probleme mit den Nerven auftreten, was zu Sensibilitätsverlusten und Tiefenschmerzen führt. Dies ist vor allem in den Extremitäten der Fall (Fuss,…).
Es gibt keine Therapien, die die Ursache des Diabetes behandeln. Es ist aber möglich, ihm mit den oben genannten Therapien zu kontrollieren oder ihm vorzubeugen.

Definition_diabetes_typ_2

Epidemiologie Diabetes Typ 2

Die Inzidenz dieser Krankheit hat in den letzten Jahren beträchtlich zugenommen: stärker in den industrialisierten Ländern (USA), als in Schwellenländern (China) oder Entwicklungsländern.
Man muss wissen, dass Diabetes Typ 2 mehr als 90% der Diabetesfälle repräsentiert: der Diabetes Typ 1 ist sehr viel seltener.
– Weltweit schätzt man, dass 5% der Bevölkerung zwischen 20 und 79 Jahren unter Diabetes Typ 2 leiden.
– Ein Studie, die im Februar 2013 erschienen ist, vermutet sogar, dass etwa 12% (1 von 8) der amerikanischen Bevölkerung von Diabetes Typ 2 betroffen sind.
– In den USA ist im August 2014 in der medizinischen Zeitschrift «The Lancet» eine Studie publiziert worden, die folgendes gezeigt hat: etwa 40% der erwachsenen Bevölkerung, d.h. 2 von 5 Amerikanern, wird einen Diabetes Typ 2 entwickeln. Gewisse Gemeinschaften wie die Hispanier (Frauen und Männer) oder schwarze Frauen haben ein Risiko von über 50%, an Diabetes zu erkranken.

Ursachen Diabetes Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 kann durch genetische (erbliche) Faktoren hervorgerufen werden. In den meisten Fällen wird die Krankheit jedoch durch schlechte Gewohnheiten (Ernährung, Lebensstil) verursacht.

Ursachen_diabetes_typ_2Übergewicht oder Fettleibigkeit sind die Hauptursachen von Diabetes mellitus Typ 2

– Ungesunde Ernährung (Verzehr von Speisen mit hohem Fettgehalt oder süssen  Speisen, sowie der übermässige  Konsum von zuckerhaltigen Getränken oder anderen Limonaden.

– Mangel an Bewegung als wichtiger Risikofaktor

– Tabakkonsum (laut einer Schweizer Studie aus dem Jahr 2007 besteht bei Rauchern eine 44% höhere Wahrscheinlichkeit an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken als bei Nichtrauchern.

Stress am Arbeitsplatz scheint Diabetes vor allem bei Frauen aufgrund von zwei Besonderheiten zu fördern: Einerseits eine Störung des endokrinen  Systems und des Immunsystems, was zu einer erhöhten Produktion von Hormonen wie Kortisol und Adrenalin führt; andererseits der veränderte Energieverbrauch und die Änderung des Essverhaltens, was vielleicht als Trost dienen soll.

– die Einnahme von Medikamenten, z.B. Statine oder gewisse Antihypertensiva.

Eine grosse finnische Studie, die im März 2015 in der europäischen Zeitschrift Diabetologia publiziert wurde hat gezeigt, dass das Risiko für Diabetes Typ 2 bei Patienten mit Statinen 2 Mal grösser war, als bei Menschen, die keine Statine einnahmen. Das Risiko war immer noch um 46% erhöht, nachdem man Korrekturfaktoren wie Übergewicht eingerechnet hatte (damit die Resultate nicht verfälscht wurden). Die Studie wurde mit mehr als 8700 finnischen, weissen Männern im Alter von 45 bis 73 Jahren durchgeführt. Gemäss den Forschern erhöhen die Statine die Insulinresistenz um 24% und vermindern die Insulinsekretion um 12%.

Wie Sie bereits erfahren haben, sind die oben genannten Faktoren oft miteinander verbunden, d.h. wenn wir schlechte Essgewohnheiten  haben und uns wenig bewegen, besteht eine natürliche Tendenz zur Gewichtszunahme, wodurch sich das Risiko einer Erkrankung von Diabetes mellitus Typ 2 deutlich erhöht. Diese schlechten Gewohnheiten können auch andere Krankheiten wie Bluthochdruck oder einen Überschuss von Cholesterin fördern. Fachpersonen sprechen vom metabolischen Syndrom, wenn die folgenden vier Krankheiten zusammen auftreten: Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhtes Cholesterin. Das metabolische Syndrom ist schädlich für die Gesundheit, weil sich das Risiko eines Schlaganfalles, Erblindung, Herzinfarkt oder einer Arteriosklerose erhöht. Der behandelnde Arzt wird die beste Therapie vorschlagen.

Risikogruppen Diabetes Typ 2

Risikogruppen_diabetes_typ_2Die genauen Ursachen von Diabetes Typ 2 sind noch nicht vollständig bekannt. Allerdings können gewisse Risikofaktoren und Risikogruppen definiert werden:

–          Adipöse Menschen: Die Fettzellen (Adipozyten) sind resistenter gegen Insulin. Das abdominale Fett erhöht insbesondere die Risiken, an Diabetes Typ 2 zu erkranken.
– Sesshafte Menschen: Bewegungsmangel kann Diabetes Typ 2 begünstigen.
– Menschen mit familiärer Vorgeschichte mit Diabetes Typ 2: Die Gene spielen eine wichtige Rolle in der Entwicklung dieser metabolischen Krankheit.
– Gewisse ethnische Gruppen wie die Hispanier, Schwarzen, Inder oder Asiaten haben ein erhöhtes Risiko an Diabetes zu erkranken.
– Das Alter: das Risiko ist ab einem Alter von 45 Jahren erhöht.
– Menschen, die von einem Prädiabetes betroffen sind: Es handelt sich um Menschen, die einen höheren Blutzuckerspiegel haben als der Durchschnitt, der aber (noch) kein Anzeichen für Diabetes ist.
– Schwangere Frauen: Lesen Sie darüber unter Gestationsdiabetes

Symptome Diabetes Typ 2

Symptome_diabetes_typ_2Die Symptome des Diabetes Typ 2 sind ohne eine Blutzuckeranalyse (Messung des Zuckerspiegels) leider selten feststellbar, was die Wichtigkeit eines regelmässigen Check-up‘s bei Ihrem Arzt oder Apotheker unterstreicht. Dies wird vor allem bei übergewichtigen Menschen empfohlen, da das Risiko, einen Diabetes Typ 2 zu entwickeln, bei ihnen erhöht ist.
Halten wir fest, dass in gewissen Fällen die Anzeichen oder Symptome des Diabetes Typ 2 sichtbar sein können. Diese wären:
– erheblicher Durst: die erhöhte Zuckerkonzentration im Blut führt zu einem Austreten von Flüssigkeit aus der Zelle in das Blut (durch Osmose). Dies hat ein Durstgefühl zur Folge.
– häufiger Harndrang: gleicher Grund wie beim erheblichen Durst. Die Flüssigkeit tritt durch Osmose aus der Zelle aus, geht in die Blutzirkulation und wird anschliessend renal ausgeschieden. Die Person muss also häufig Wasserlassen.
– Hunger: Die Zellen erhalten weniger oder keine Glukose (bleibt im Blut). Sie werden an das Gehirn ein Signal senden, dass der Körper Hunger hat.
– Gewichtsverlust: weil der Körper weniger oder keine Glukose verbraucht, werden die Reserven des Körpers, vor allem die Fettzellen, zur Verfügung gestellt. Es folgt ein Gewichtsverlust.
Müdigkeit: wie beim Hunger oder Gewichtsverlust: die Zellen haben weniger Glukose und lösen im Körper ein allgemeines Müdigkeitsgefühl aus.
– Abnahme der Sehkraft: fortgeschrittenes Stadium von Diabetes
– eine unscharfe Sicht und das Risiko, andere Sehbeschwerden zu entwickeln: Glaukom, Katarakt.
– Probleme bei der Narbenbildung und Wundheilung.
– Hautprobleme (trockene Haut) und Probleme der Schleimhäute (Gingivitis). Die Haut wird trockener aufgrund einer schlechten Blutzirkulation. Das Zahnfleisch kann ebenfalls betroffen sein und es besteht das Risiko, eine Gingivitis zu entwickeln.
– Eine Erhöhung der Anzahl Infektionen. Der Diabetes macht den Körper anfälliger für infektiöse Mikroorganismen.
– das Auftreten von dunklen Zonen auf der Haut, man spricht von einer Acanthosis nigricans.
Erektionsstörungen bei Männern: eine schlechte Blutzirkulation erklärt dieses Problem.
Vaginalmykosen bei den Frauen: der Diabetes erhöht das Risiko.
– ein Sensibilitätsverlust, insbesondere an den Füssen.
Weil die Folgen einer fehlenden Behandlung nach 10 bis 15 Jahren sehr schlimm sein können, muss bei jeglichen Anzeichen von Diabetes ein sofortiger Arztbesuch folgen. Spätfolgen sind eine Makroangiopathie (betrifft die Venen oder Arterien) mit kardialen Komplikationen wie einer Herzinsuffizienz, aber auch Gangräne oder Augenprobleme.

Diagnose Diabetes Typ 2

Die Diagnose von Diabetes Typ 2 basiert hauptsächlich auf der Messung des Blutzuckerspiegels sowie dem glykolisierten Hämoglobin.

Diagnose_diabetes_typ_2– Messung des Blutzuckers nüchtern (oder nach dem Essen): Blutproben werden entnommen und der Blutzuckerspiegel in mmol/l (in Deutschland: mg/dl) gemessen.

Erhöhte, nüchterne Blutzuckerspiegel (nüchtern = morgens, mind. 8 Stunden nichts gegessen), ab 7 mmol/l weisen auf einen Diabetes bzw. eine Hyperglykämie hin. Zwischen 5.6-6.9 mmol/l spricht man von Prädiabetes und unter 5.6 mmol/l wird der Spiegel als normal betrachtet.

– Test des glykolisierten Hämoglobins (HbA1c): dieser Test misst den Anteil Hämoglobin, der an Zucker gebunden ist. Je höher der Blutzuckerspiegel ist, desto grösser ist der Prozentsatz an glykolisiertem Hämoglobin. Wenn der Wert über 6.5% steigt (Durchschnitt aus zwei Messungen), leidet der Patient an Diabetes. Ein Resultat zwischen 5.4 und 6.5% zeigt einen Prädiabetes an.

Ab 45 Jahren (vorher bei Risikopersonen wie z.B. bei adipösen Menschen), sollten die Patienten regelmässig ihren Blutzuckerspiegel überwachen und einen jährlichen Check-up durchführen.

Komplikationen Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 2 ist eine Krankheit, die zu schweren Folgen für die Gesundheit führen kann. Insbesondere bei Personen, die nicht richtig behandelt werden oder ignorieren, dass sie an dieser metabolischen Krankheit leiden. Der Anteil an Diabetiker, die nicht wissen, dass sie an Diabetes Typ 2 erkrankt sind, betrifft in den USA ein Drittel.

Wenn der Diabetes nicht richtig behandelt wird (Hyperglykämie), kann man folgende Komplikationen beobachten (lesen Sie auch Symptome Diabetes Typ 2, weil die Verbindung zwischen Symptomen und Komplikationen nicht immer ganz klar ist):

– kardiovaskuläres System: Gefässe und Mikrogefässe sind betroffen. Komplikationen können sein: Herzinsuffizienz, Herzinfarkt, Arteriosklerose, CVI, Bluthochdruck. Gemäss der «American Heart Association (amerikanische Herzgemeinschaft)», hat ein Diabetiker ein 2fach erhöhtes Risiko, einen CVI zu erleiden und sogar ein 4fach erhöhtes Risiko für Herzinfarkte gegenüber Nicht-Diabetikern.

– Neuropathie: eine Erkrankung des Nervensystems, vor allem der Nerven. Im Fall von Diabetes sind im Allgemeinen die peripheren Nerven betroffen. Schmerzen und Ameisenlaufen werden beobachtet. Andere Nerven können ebenfalls betroffen sein: z.B. im Verdauungssystem, was zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung führen kann.

Komplikationen_diabetes_typ_2– «Diabetischer Fuss»: in diesem Fall erreicht eine ungenügende Menge Blut den Fuss. Es folgt ein erhöhtes Risiko, eine Infektion zu entwickeln, was zu einer Nekrose und in gewissen Fällen sogar zu einer Amputation (Fuss oder Teile des Fusses) führen kann.

– Nierenprobleme: viele Diabetiker können Nierenprobleme entwickeln. In gewissen Fällen kann eine Niereninsuffizienz entstehen: es handelt sich um ein schwerwiegendes Leiden, das eine Dialyse zur Folge haben kann.

– Sehprobleme wie die Retinopathie. Es handelt sich um eine schwere Erkrankung der Retina, die zur Erblindung führen kann.

– Erhöhung des Infektionsrisikos: vor allem im Mund (Zähne und Zahnfleisch, Risiko einer Gingivitis) und der Haut. Der Patient mit einem Diabetes Typ 2 ist anfälliger und damit weniger resistent gegen Infektionen.

– Osteoporose: Diabetes Typ 2 kann die Knochendichte beeinträchtigen. Vor allem bei Frauen, ist der Diabetes ein Risikofaktor für eine Osteoporose.

– Hörprobleme: Diabetes kann zu Verletzungen im Hörsystem führen und sogar zur Taubheit führen.

Alzheimer: obwohl der Ursprung noch unbekannt ist, erhöht Diabetes das Risiko, die Krankheit Alzheimer zu entwickeln.

Metabolisches Syndrom

Ärzte beobachten im Zusammenhang mit Diabetes oft ein metabolisches Syndrom (Diabetes ist Teil dieses Syndroms).
Dieses Syndrom beinhaltet Diabetes (oft Typ2), aber auch Adipositas, Bluthochdruck oder ein erhöhter Cholesterinspiegel.
Dieses Syndrom ist für die Gesundheit der Patienten gefährlich und erhöht das Risiko, einen CVI, eine Erblindung, Herzinfarkt oder eine Arteriosklerose zu erleiden. Der Arzt kann Ihnen bezüglich des metabolischen Syndroms mehr Informationen geben und eine für Sie individualisierte Therapie verordnen.

Behandlung Diabetes Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 Behandlung

A. Die erste Massnahme die im Fall einer Erkrankung von Diabetes mellitus Typ 2 erfolgen sollte, ist die Umstellung des Lebensstils. Dazu gehören eine gesunde Ernährung und die Ausübung von körperlicher Bewegung (Sport, Spazierengehen, etc.) Diese Massnahmen sind laut einer US-Studie äusserst wirkungsvoll, vor allem bei übergewichtigen Menschen.

  1. Sollte die erste Massnahme nicht zum gewünschten Ziel führen, kann die orale medikamentöse Behandlung erfolgen. Mit der Zustimmung des behandelnden Arztes können blutzuckersenkende Medikamente (siehe unten die verschiedenen Klassen) oder in schlimmeren Fällen die Einnahme von Insulin erfolgen.

Orale Antidiabetika: Medikamente die im Allgemeinen zur Behandlung von Diabetes Typ 2 (in Form von Tabletten) verwendet werden.

1. Sulfonylharnstoffe (z.B. Glibenclamid), mögliche Behandlung bei älteren Menschen und nicht-adipösen Personen.

2. Biguanide (z.B. Metformin), mögliche Behandlung bei übergewichtigen Menschen.

Metformin wird in der Behandlung von Diabetes Typ 2 verwendet. Die Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegt und es wird gut vertragen. Metformin hemmt die Glukoneogenese in der Leber, d.h. die Bildung von Glukagon.

3. Glitazone (z.B. Rosiglitazon)

4. Alpha-Glucosidase-Inhibitoren (z.B. Acarbose)

5. GLP-1-Analoga (z.B. Exenatid, Liraglutid). Diese Medikamente, die in den Jahren 2010 auf den Markt gekommen sind, können manchmal eine Gewichtsabnahme unterstützen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

6. Die DPP-4-Hemmer. Es handelt sich um eine neue Klasse von Medikamenten, die in den 2010er Jahren erschienen sind. Ein Beispiel ist das Alogliptin, das in der Schweiz seit 2013 erhältlich ist.

7. Hemmer des SGLT2 (Hemmer des Natrium-Glukose Kotransporters Typ2). In diese Klasse zählt man folgende Moleküle: Dapagliflozin, Canagliflozin oder Empagliflozin. Diese Wirkstoffklasse führt zu einer Verminderung der Glukoseabsorption und einer erhöhten Ausscheidung von Zucker über den Urin.

Das Ziel der Behandlung des Diabetes Typ 2 ist es, den nüchternen Blutzuckerwert unter 6.1 mmol/l zu bringen (halten wir fest, dass die Empfehlungen bezüglich des Blutzuckerspiegels von einem Land zum anderen, bzw. von einem Jahr zum anderen ändern können. Diese Werte sind unverbindlich: nur Ihr Arzt bestimmt Ihren persönlichen Zielwert).
Die bariatrische Chirurgie kann eine interessante Option für Patienten sein, die unter Adipositas leiden und einen BMI von über 35 haben. Diese Operation sollte bei Risikopatienten nicht durchgeführt werden.

Für schwangere Frauen ist es wichtig, mit Ihrem Arzt zu sprechen und die Behandlung während der Schwangerschaft anzupassen.
Der Arzt kann auch Medikamente verschreiben, um den arteriellen Blutdruck und das Cholesterin zu kontrollieren: auch wenn diese zwei Parameter noch nicht stark erhöht sind (das Ziel ist ein präventiver Effekt).

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Heilpflanzen Diabetes Typ 2

Heilpflanzen_diabetes_typ_2Wir glauben, dass es keine wirklichen wirksamen Heilpflanzen gegen Diabetes mellitus Typ 2 existieren, die eine klassische medikamentöse Behandlung ersetzen könnten.

Teezubereitungen auf der Basis von grünem Tee sollen den Blutzucker bei Diabetes mellitus Typ 2 stabilisieren. Daneben können Präparate wie Zimtrinde oder Bittermelone verwendet werden. Allerdings gilt auch bei diesen Produkten, dass sie nur Ergänzungstherapie und durch eine medizinisch ausgebildete Fachperson (Apotheker, Arzt) empfohlen werden.

Andere Pflanzen, die manchmal als ergänzende Behandlung zur klassischen Therapie empfohlen werden, kann der Ginseng oder Fenchel sein.

Gewisse Pflanzen scheinen allerdings interessante Wirkungen zur Prävention von Diabetes Typ 2 zu haben, wie z.B. Kaffee. Mehrere Studien, insbesondere der Universität von Harvard (2004 und 2014) haben eine Verbindung zwischen dem Kaffeekonsum und Diabetes Typ 2 gezeigt. Je mehr eine Person Kaffee konsumiert, desto geringer wird sein Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

Ratschläge Diabetes Typ 2

Der Diabetes Typ 2 ist eine komplexe Krankheit, die viel Pflege und Beobachtung erfordert. Einige Ratschläge können sehr hilfreich sein, um den Blutzucker zu stabilisieren und zu kontrollieren:
Bei einem Diabetes, ist ein gesunder Lebensstil sehr wichtig:

– In erster Linie ist es wichtig, den Blutzucker regelmässig zu messen. Ihr Arzt kann Sie diesbezüglich beraten.

Ratschlaege_diabetes_typ_2– Übernehmen Sie eine gesunde Ernährung (reich an grünem Gemüse, 2 Früchte pro Tag, langsame Zucker,…), vermeiden Sie grosse Mengen an Soda, bevorzugen Sie Reis oder Teigwaren (langsame Zucker) und essen Sie nur zu den Hauptmahlzeiten, d.h. kein Knabbern zwischendurch. Vermeiden Sie zu grosse Mengen rotes Fleisch. Vor allem rotes Fleisch, das als Wurst angeboten wird oder Hot Dog.

– Halten Sie sich in Bewegung (Sport, Marschieren,…).

– Die oben aufgeführten Punkte (gesunde Ernährung und Bewegung) müssten Ihnen helfen, Gewicht zu verlieren. In der Tat hat dies oft einen positiven Einfluss auf den Diabetes, indem der Blutzuckerspiegel stabilisiert wird. Die Fettzellen sind oft resistenter gegen Insulin (das den Eintritt von Zucker in die Zelle gewährleistet).

– Waschen Sie sich regelmässig die Füsse. Kontrollieren Sie ebenfalls durch regelmässige Beobachtung der Füsse gut, ob Sie keine Verletzungen haben. Wenn der Diabetes nicht gut behandelt wird, kann es am Fuss zu schweren Komplikationen kommen: die Durchblutung in den Kapillaren wird schlecht und die Heilung der Wunden dadurch beeinträchtigt. Der Fuss spielt ein bisschen die Rolle eines Kontrollturms.

– Man muss leider festhalten, dass der Diabetiker in den Füssen oft eine schlechtere Sensibilität hat als ein Nicht-Diabetiker. Daher ist es sehr wichtig, die Füsse regelmässig zu kontrollieren, auch wenn keine Schmerzen vorhanden sind. Sind auffällige Verletzungen am Fuss vorhanden, sollten Sie direkt ihren Arzt kontaktieren.

– Schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein. Der Alkohol kann einen verhängnisvollen Einfluss auf den Diabetes haben.

– Achten Sie auf alle Anzeichen einer Hypoglykämie. Diese können folgendes beinhalten: Schweiss, Zittern, Hunger, Angst, Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Reizbarkeit, Bleichheit der Haut, Schwäche oder Beschleunigung des Herzrhythmus. Eine Hypoglykämie kann die Konsequenz einer schlecht angepassten Behandlung sein.

– Seien Sie vor einer Hypoglykämie auf der Hut, da diese Störung jederzeit auftreten kann, z.B. während dem Autofahren oder wenn Sie ein Baufahrzeug bedienen. Bevor Sie solche Aktivitäten ausführen, sollten Sie immer den Blutzuckerspiegel messen und sich vergewissern, dass er genügend hoch ist.

– Um einer Hypoglykämie vorzubeugen und sie zu behandeln, sollten Sie immer ein gezuckertes Getränk oder Nahrungsmittel mitführen. Wenn Sie eine Hypoglykämie erleiden, sollten Sie sich ausruhen und nach 15 Minuten erneut den Blutzucker messen.

– Achten Sie sich auf Anzeichen einer Hyperglykämie, das heisst einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels (normalerweise, wenn die Einnahme der Medikamente vergessen wird). Die Symptome der Hyperglykämie (Diabetes) können folgende sein: häufiger Harndrang, Müdigkeit, unscharfe Sicht, erhöhtes Durstgefühl, Übelkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten.

– Machen Sie regelmässig einen Test für das Erkennen von Sehschwierigkeiten (eine mögliche Komplikation des Diabetes).

– Seien Sie mit den Impfungen immer aktuell. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) kann das Immunsystem schwächen und Sie für Infektionen anfälliger machen.

– Pflegen Sie ihr Zahnfleisch und die Gesundheit im Mund- und Zahnbereich.

– Kontrollieren Sie Ihren Cholesterinspiegel, wie auch den arteriellen Blutdruck.

– Hören Sie auf zu Rauchen: übermässiger Tabakkonsum erhöht die Inzidenz und das Risiko für Komplikationen des Diabetes.

– Bekommen Sie Ihren Stress, vor allem mit Hilfe von Entspannungsmethoden, in den Griff. Der Stress kann sich für Diabetiker ungünstig auswirken.

Diabetes ist eine schwerwiegende Krankheit, die viel Disziplin des Patienten erfordert. Als Konsequenz sollten Sie daher eine positive Haltung gegenüber der Krankheit einnehmen und die medizinischen Empfehlungen befolgen.

Vorbeugung Diabetes Typ 2

Im Gegensatz zum Diabetes Typ 1, kann man in gewissem Masse dem Typ 2 vorbeugen. Es handelt sich grundsätzlich um Massnahmen, die darauf zielen, den Lebensstil zu verbessern und gesündere Angewohnheiten zu haben. Nachfolgend einige Ratschläge zur Vorbeugung:

– Achten Sie auf eine gesunde Ernährung. Vermeiden Sie Süssigkeiten, Soda und Fette im Übermass. Bevorzugen Sie Früchte und Gemüse. Schränken Sie den Konsum an rotem Fleisch ein, vor allem in Form von Wurstwaren, usw.

– Die tägliche Einnahme von Joghurt könnte das Diabetesrisiko Typ 2 um 18% vermindern. Dies folgt aus einer grossen amerikanischen Studie, die auf Daten von mehr als 100‘000 Amerikanern basiert. Sie wurde im November 2014 in der Zeitschrift „BMC Medicine“ publiziert. Für die Forscher könnte die tägliche Einnahme von Joghurt ein wichtiger Beitrag für eine gesunde und ausgewogene Ernährung sein. Die Konsumation anderer Milchprodukte wie Milch oder Käse haben diesbezüglich keine Wirkung gezeigt. Diese Studie wurde unter der Leitung von Dr. Frank Hu der Harvard School of Public Health in Boston (USA) durchgeführt. Mehr Informationen

– Essen Sie mehr Ballaststoffe. Sie helfen das Gewicht zu kontrollieren. Man weiss, dass Adipositas einen ungünstigen Einfluss auf Diabetes hat. Vermeiden Sie Wunderdiäten, da diese auf lange Sicht oft mehr schaden als helfen.

– Führen sie regelmässig Übungen durch. Dies ermöglicht den Blutzuckerspiegel auf einem normalen Niveau zu halten und die Sensibilität des Insulins zu erhöhen. Es ist vorteilhaft für die Therapie und Prävention des Diabetes.

– Wenn Sie unter Diabetes mellitus Typ 2 leiden, ist es empfehlenswert, eher ganze Früchte als Säfte zu konsumieren. Dies gemäss einer amerikanischen Studie der Harvard Medical School, die im August 2013 erschienen ist. Es wird auch empfohlen, die täglich eingenommenen Früchte regelmässig abzuwechseln, z.B. jeden Tag mehrere verschiedene Früchte wie Bananen, Äpfel, Birnen, Trauben, usw. zu essen. Fragen Sie für weitere Informationen und persönliche Ratschläge Ihren Ernährungsberater oder Arzt um Rat.

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 18.05.2015 verändert.

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