Erektile Dysfunktion

Definition

Ablauf der Erektion

Definition_erektile_dysfunktionNach sensorischer Stimulation (Sehen, Riechen, …) und in einem Kontext, welcher die sexuelle Erregung unterstützen könnte, füllt sich der Penis mit Blut. Dies nennt man eine Erektion. Das Erreichen und Aufrechterhalten (langfristig) einer Erektion während des Geschlechtsverkehrs kann manchmal mangelhaft sein und man spricht von Erektionsstörungen oder erektiler Dysfunktion.


Definition Erektile Dysfunktion – Erektionsstörungen

Die erektile Dysfunktion (Impotenz oder Erektionsstörung) ist die Unfähigkeit des Erreichens und / oder Aufrechterhaltens einer Erektion, der notwendigen Voraussetzung für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr.

Mit zunehmendem Alter kann erektile Dysfunktion häufiger vorkommen und Leben eines Paares stark durcheinander bringen. Daher ist es wichtig innerhalb der Paarbeziehung und mit einer Fachperson des Gesundheitswesens ernsthaft darüber zu sprechen, da es wirksame Behandlungen gibt.

Epidemiologie

Epidemiologie_erektile _dysfunktionSchätzungsweise 150 Millionen Männer weltweit sind von erektiler Dysfunktion betroffen. Diese bereits beeindruckene Zahl könnte sich in wenigen Jahren verdoppeln.
In der Schweiz schätzt man die Zahl der von erektiler Dysfunktion betroffenen Männer auf etwa 350.000.

In der Bevölkerunggruppe im Alter zwischen 40 und 70 Jahren ist die Inzidenz der erektilen Dysfunktion ca. 50%. Nach dem 70. Lebensjahr wird geschätzt, dass 70% der Männer an erektiler Dysfunktion leiden.
Dennoch bleibt es schwierig, genaue und verlässliche Statistiken zu erhalten, vor allem für junge Männer. Denn es ist doch ein gewisses Tabu-Thema und die jungen Männer könnten aus Gründen der„Männlichkeit“ sich ihre Erektionsprobleme nicht eingestehen und so werden sie sie auch Meinungsforscher nicht Preis geben.

Ursachen

Die wichtigsten Ursachen der erektilen Dysfunktion sind meist organische (Gefäss-, Nerven- oder Hormonerkrankungen, welche schliesslich die Nerven, Gefässe und den Schwellkörper des Penis erreichen) oder psychische Faktoren (Angst zum Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs, etc.).
Hier sind die häufigsten Ursachen der erektilen Dysfunktion:

– Hypertonie (Bluthochdruck)
– Verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen (erhöhter Cholesterinwert, kardiologische Probleme u.a.)

Depressionen, Angststörungen und andere psychische Erkrankungen
– Hormonelle Probleme ( Testosteronkonzentration und vorallem das Absinken des Testosterons im Blut, Schilddrüsen- Probleme, …)
Ursachen_erektile_dysfunktionDiabetes
– Erhöhter Konsum von Tabak, Alkohol oder Kaffee
Stress
– Probleme mit der Prostata (z.B. durch Krebs oder eine Operation)
– Neurologische Erkrankungen
– Alter
– Die Nebenwirkungen bestimmter Medikamente: Antidepressiva, Antihypertensiva (z.B. Beta-Blocker), Anxiolytika, Finasterid (Medikament, welches gegen Haarausfall bei Männern und bei  gewissen Prostatabeschwerden eingesetzt wird).
– Mangelnde Schlafqualität
– Ein qualitativ schlechter Schlaf, gemäss einer im Jahre 2009 in Sao Paulo (Brasilien) realisierten und vom Journal Folha de Sao Paulo am 11. November 2009 publizierten Studie, und Schlafstörungen können zu erektiler Dysfunktion führen.
– Andere unbekannte Ursachen (z.B. genetische)
Gicht könnte eine Ursache von Erektionsstörungen sind. Eine Studie, die im Juni 2014 am Eular Kongress (European League Against Rheumatism) in Paris vorgestellt wurde hat gezeigt, dass Männer, die von Gicht betroffen sind, oft auch unter Erektionsstörungen leiden.

Symptome

Symptome_erektile_dysfunktionEin typisches Symptom einer Erektilen Dysfunktion ist die Unfähigkeit, eine Erektion des Penis zu erreichen oder diese für einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, damit Geschlechtsverkehr möglich wird.

Häufig haben Männer keine spontane Erektion mehr in den Morgenstunden. Man spricht von einer Erektilen Dysfunktion, wenn dieses Problem länger als 3 Monate anhält.

Für eine genaue Diagnose oder weitere Informationen über die Symptome dieser Krankheit konsultieren Sie Ihren Arzt oder einen Urologen (Facharzt für Urologie).


Wir reden von erektiler Dysfunktion (Erektionsstörungen), wenn diese Probleme während 3 oder mehr Monate andauern.

Diagnose

Die Diagnose ist für den Arzt nach einem Gespräch mit dem Patienten relativ einfach zu stellen.

Für den Arzt ist es wichtig die Ursache der erektilen Dysfunktion eindeutig zu identifizieren, um die adäquateste Therapie zu finden. Manchmal kann das alleinige Behandeln der Ursache zum Verschwinden der Erektionsstörungen führen.
Es kann auch nützlich sein eine Blutanalyse zu machen und zum Beispiel die Konzentration bestimmter Sexualhormone (z.B. Testosteron) zu bestimmen. Andere Tests können vom Arzt vorgeschlagen werden.
Für eine genaue Diagnose und mehr Informationen zu den Symptomen dieser Erkrankung, konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Ihren Urologen (Spezialist für die erektile Dysfunktion).

Komplikationen

Selbst gelegentlich auftretende erektile Dysfunktion kann Angst vor jedem Geschlechtsverkehr verursachen, eine (leichte) Depression, mangelndes Selbstvertrauen und Beeinträchtigung der Paarbeziehung.
Deshalb ist es wichtig und ratsam eine erektile Dysfunktion zu behandeln.

Erektile Dysfunktionen und kardiovaskuläre Risiken

Eine gesteigerte Häufigkeit von erektilen Pannen, selbst leichten, kann ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten und einen verfrühten Tod signalisieren. Dies folgt aus einer Studie, die im Februar 2013 erschienen ist. Das Risiko erhöht sich in Abhängigkeit des Schweregrades der Erektionsstörung.
„Die Resultate dieser Studie zeigen uns, dass Männer, die unter leichten, mittleren oder schweren Erektionsproblemen leiden, ohne abzuwarten einen Arzt konsultieren und auf eine kardiale Untersuchung drängen müssen“ unterstreicht Dr. Rob Grenfell, Verantwortlicher des australischen Institutes „Heart Foundation Cardiovascular Health“, der diese Studie umgesetzt hat.
„Das Risiko, kardiovaskuläre Krankheiten zu entwickeln und einen frühzeitigen Tod zu erleiden, steigt mit dem Schweregrad der erektilen Dysfunktion, sowohl bei Männern mit als auch ohne kardiovaskulären Vorgeschichten“, bekräftigt Emily Banks von der Australian National University.
„Wir haben in dieser Studie herausgefunden, dass eine Erektionsstörung mit einem grösseren Risiko für einen Herzinfarkt, eine Herzinsuffizienz, Gefässerkrankungen und elektrischen Problemen des Herzens verbunden sind“, präzisiert Emily Banks.
Die Erektionspanne ist also nicht in sich ein kardiovaskuläres Risiko, aber ein Anzeichen (Symptom) von möglichen kardiovaskulären Problemen. Der Arzt muss eine vollständige Untersuchung machen, um mögliche kardiale oder vaskuläre Erkrankungen zu finden.

Wann zum Artzt ?

Das Fehlen oder mangelnde morgendliche Erektionen (oder nächtliche) im Allgemeinenunter vielen Männern üblich, vorzeitige Ejakulation oder eine Erektion, welche nicht während der ganzen Dauer des Geschlechtsverkehrs anhält, sind mögliche Zeichen des Beginns einer erektilen Dysfunktion. In diesem Fall ist es ratsam einen Arzt zu konsultieren.

Es ist erwähnenswert, dass aus medizinischer Sicht eine erektile Dysfunktion ein Zeichen einer schweren kardiovaskulären Erkrankung, wie ein Herzinfarkt- Risiko, sein kann. Der Arzt wird so einen kompletten Check-up des Patienten verordnen, inklusive und speziell des Herzens und des Kreislaufs.

Behandlung

Bis vor kurzer Zeit (1998) bestand die einzig wirksame Behandlung der erektilen Dysfunktion in der Chirurgie (Prothese im Penis).

Behandlung_erektile_dysfunktionDerzeit ist eine orale Therapie (Medikamente schlucken) der erektilen Dysfunktion möglich, was ein großer Vorteil für den Patienten ist.In der Schweiz gibt es derzeit (unserer Meinung nach) drei wichtige Medikamente gegen erektile Dysfunktion. Diese Medikamente gehören zur Klasse der Phosphodiesterase-5-Inhibitoren, die als Vasodilatatoren wirken. Diese Moleküle (oder Wirkstoffe) sind die Folgenden:

Wirkung von Viagra®:

Die Wirkung von Viagra®: Viagra ® bewirkt eine Erektion bei einer sexuellen Stimulation innerhalb von 20 bis 40 Minuten nach Einnahme. Die Wirkung von Viagra ® kann 3 bis 4 Stunden andauern. Vermeiden Sie den Konsum von Alkohol während der Einnahme von Viagra.
Weiter sollten keine koronaren Vasodilatatoren (Medikamente aus Nitraten, wie beispielsweise im Falle von Angina pectoris verwendet wird) angewendet werden.
In der Schweiz gibt es auch Sildenafil Pfizer® (Original-generika early entry).

Wirkung von Levitra®

Wirkung: Levitra® kann eine Erektion nach mindestens 30 bis 45 Minuten nach Absorption hervorrufen, dabei ist eine sexuelle Stimulation zum Auslösen der Erektion notwendig. Die Wirkung dauert 4 bis 5 Stunden, dies bedeutet, dass der Geschlechtsverkehr (in der Regel einmal) bis ein paar Stunden nach der Einnahme geplant werden kann. Ein Vorteil gegenüber Sildenafil ist, dass dieses Molekül bereits bei sehr niedriger Dosierung wirkt und eine selektivere Wirkung aufweist.

Levitra sublingual

Seit Juli 2011 gibt es (jedenfalls in der Schweiz) Levitra ®-oro: dies ist eine sublingual Tablette (im Mund zergehen lassen) mit Minzgeschmack.

Wirkung von Cialis®

Cialis® kann eine Erektion mindestens 30 bis 60 Minuten nach der Absorption hervorrufen, dabei ist zur Erektionsauslösung eine sexuelle Stimulation notwendig. Die Wirkung hält 24 bis 36 Stunden, dies bedeutet, dass der Geschlechtsverkehr (in der Regel einmal) mehrere Stunden nach der Einnahme, wenn es zu einer sexuellen Stimulation kommt, geplant werden kann. Dies erlaubt ein entspannteres Sexualleben, weil der Geschlechtsverkehr mehrere Stunden nach der Einnahme des Medikamentes stattfinden kann.

Hinweise

– Diese Medikamente sind verschreibungspflichtig und erfordern eine vorangehende Diagnose durch einen Arzt (um eventuelle Herz-Kreislauf-Erkrankungen auszuschliessen).
– Kaufen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit diese Medikamente nicht im Internet. Es besteht die grosse Gefahr, dass es sich um gefälschte Medikamente handelt, die zu gesundheitlichen Schäden führen können. Dies belegen internationale Studien immer wieder.
Gemäss Untersuchungen der Behörden enthalten weit über 50% der beschlagnahmten Medikamente nicht jenen Wirkstoff, welcher auf der Packung steht, zum Teil ist sogar nur Milchzucker (Lactose) darin enthalten (dann war es ein teurer “Spass” für den Besteller). Bei nicht wenigen Produkten werden auch immer wieder gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe entdeckt. Bevor Sie also eine Online-Bestellung tätigen, empfehlen wir Ihnen die Lektüre dieser Artikel:
– Deutschland: http://www.abda.de/423.html oder
– Schweiz: http://www.stop-piracy.ch/de/home/h1.shtm

Fragen Sie Ihren Apotheker nach einer diskreten Ausführung des Rezeptes für ein Medikament gegen erektile Dysfunktion. Viele Apotheken bieten nach einer entsprechenden Beratung vor Ort auch einen Nachversand per Post oder einen diskreten Hauslieferdienst in der Region an.

Andere Behandlungen

– Es existieren noch andere Behandlungen bei einer erektilen Dysfunktion. Dazu zählen psychologische Behandlungen, Implantate (Chirurgie) oder auch Medikamente, die direkt in den Penis injiziert werden.

– Diese Behandlungen können bei Patienten angewendet werden, die nicht auf die üblichen Therapien (z.B. Viagra®) ansprechen.

Heilpflanzen

Die ersten natürlichen Behandlungen stammen aus der traditionellen chinesischen Medizin oder aus Afrika. Es sind oft sehr alte Therapien.
Wenn Sie an Pflanzen denken, sprechen wir oft von aphrodisierenden Pflanzen oder Medikamenten. Jedoch haben diese Medikamente eher einen Einfluss auf das Verlangen als auf die Erektion selbst (im Gegensatz zu den Medikamenten, welche unter Behandlung erwähnt wurden) und ihre Wirkung konnte selten wissenschaftlich bewiesen werden. Ginseng scheint allerdings eine Ausnahme der Regel zu sein. Eine Studie, die Ende 2012 publiziert wurde, hat eine Wirksamkeit dieser Pflanze bei leichter bis mässiger erektiler Dysfunktion gezeigt (weitere Informationen über Ginseng).

Aber hier einige Pflanzen, welche in diesem Fall möglicherweise aphrodisierend wirken:

zingieris_ryzoma_erektile_dysfunktion> Ingwer, welches in Form von Tabletten, Kapseln oder Saft eingenommen werden kann.

 

maca_erektile_dysfunktion> Maca, als Tablette oder Pulver erhältlich.

 

 

gingko_erektile_dysfunktion> Ginkgo (Fächerblattbaum), welcher den Blutfluss im Penis begünstigen und die glatte Muskulatur entspannen kann.

 

ginseng_erektile_dysfunktion> Ginseng, als Tee oder als Kapseln einzunehmen (Achtung: Kann Wechselwirkungen mit MAO-Hemmern, einer Antidepressiva-Klasse, verursachen).

Ratschläge

erectil– Versuchen Sie Ihre Probleme in der Paarbeziehung zu diskutieren. Manchmal gibt es ein Beziehungsproblem und daher könnte eine Paartherapie sehr hilfreich sein. Das Vertrauen innerhalb der Beziehung spielt bei der Therapie der erektilen Dysfunktion eine zentrale Rolle.
Sie sollten wissen, dass mit dem Alter, wie in der Statistiken zeigen, das Problem der erektilen Dysfunktion sehr verbreitet ist und sie sich also nicht zu schämen brauchen, weil Sie bei weitem nicht das einzig betroffene Paar sind.
Diskutieren mit Ihrem Arzt darüber. Er kann Sie am besten beraten. Wirksame Behandlungen existieren!

– Versuchen Sie Stress abzubauen und genügend zu schlafen.

– Treiben Sie ausserdem ausreichend Sport, da dadurch die Durchblutung gefördert wird. In diesem Fall hat die Zirkulation des Blutes eine günstige Wirkung auf die Pathologie des Penis.

erektile_dysfunktion_ratschlaege– Vermeiden Sie den Kauf von Medikamenten gegen Erektionsstörung im Internet. Auf zahlreichen Plattformen wird die berühmte blaue Pille, Viagra®, vom Pharma-Unternehmen Pfizer angeboten. Die Einnahme dieses Medikamentes – falls via Internet bestellt – kann nutzlos und darüber hinaus auch gefährlich für die Gesundheit sein. Würden Sie ein Schinken-Ei-Sandwich essen, das Ihnen jemand gibt, der am Strassenrand im Dreck sitzt? Genau dies tun Sie bei einem Kauf von Medikamenten über Internet: Sie können nicht wissen, woher das Medikament kommt und wer es in welchem Land hergestellt hat. Zudem können eine Reihe von Nebenwirkungen auftreten. Vor der Behandlung sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden; bei Nebenwirkungen können Sie Ihren Apotheker oder Arzt um Rat fragen.

Wie übersetzt man ​Erektile Dysfunktion in andere Sprachen ?

 

Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 20.03.2015 verändert.

Themen