Glaukom

Definition

Definition_glaukomBeim Glaukom handelt es sich um eine Erkrankung, bei der der Sehnerv beschädigt wird, wodurch es zum Verlust der Sehkraft kommt. Bluthochdruck kann in vielen Fällen die Ursache für die Entstehung dieser Krankheit sein. Es handelt sich beim Glaukom um die zweithäufigste Ursache für eine Erblindung.

Es existieren unterschiedliche Arten von Glaukomarten. Darunter zählen akutes Glaukom, chronisches Glaukom und sekundäres Glaukom.

Das Glaukom betrifft in der Regel Menschen ab dem 40. Lebensjahr. Es können auch jüngere Menschen und Kinder betroffen sein.

Frauen sind wesentlich häufiger von einem Glaukom betroffen als Männer. Jedoch verläuft diese Erkrankung bei Männern schwerwiegender.

Es existieren mehrere Behandlungen gegen Glaukom: Augentropfen, Laser, Chirurgie.

Epidemiologie

Epidemiologie_GlaukomIn Europa leiden ungefähr 9,5 Millionen Menschen unter dieser Krankheit. Das Glaukom ist für etwa 20% der Fälle von Blindheit in der europäischen Union verantwortlich.

In Brasilien leiden etwa 985’000 Menschen unter einem Glaukom.

Viele dieser Personen wissen nicht, dass sie unter dieser Krankheit leiden. Aus diesem Grund ist es wichtig, regelmäßig einen Augenarzt zu konsultieren.

Glaukom hat bei 7 Millionen Menschen zur Erblindung geführt. Aktuell leiden weltweit etwa 120 Millionen Menschen unter einem Glaukom.

Man geht davon aus, dass 1-2 % der über 40-Jährigen an Grünem Star leiden, während es bei den über 70-Jährigen etwa 10 % sind. Dazu müssen wir anmerken, dass die Hälfte dieser Personen von der Erkrankung betroffen ist, ohne es zu wissen.

Ursachen

Ursachen_glaukomDie Ursachen von einem Glaukom sind noch nicht vollständig bekannt, jedoch können einige Faktoren für die Entstehung verantwortlich sein:

– Vererbung (genetische Faktoren)

Diabetes

– Alter

Wie bereits im Abschnitt „Definition Glaukom“ beschrieben, wird diese Krankheit durch einen erhöhten Augeninnendruck verursacht. Dabei steigt das Kammerwasser im Augenbereich an und kann nicht entleert werden.

Es existieren unterschiedliche Arten von Glaukom, welche jedoch verschiedene Ursachen haben:

Akutes Glaukom

Ein akutes Glaukom erhöht den Augeninnendruck, da es zur Bildung von Kammerwasser kommt, welches nicht ordentlich abfließen kann. Sollte keine Behandlung erfolgen, kann es innerhalb von einigen Tagen zur Erblindung führen.

Chronisches Glaukom

Es handelt sich beim chronischen Glaukom um die häufigste Form von einem Glaukom. Es kommt dabei zur Behinderung vom Abfluss des Kammerwassers, wodurch der Augeninnendruck ansteigt. Diese Art von Glaukom verläuft über einen längeren Zeitraum asymptomatisch, weshalb die Krankheit erst spät diagnostiziert wird. Ein chronisches Glaukom wird erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt und kann irreversible Sehschäden verursachen. Es sollte jährlich eine Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt durchgeführt werden, um diese Art von Glaukom rechtzeitig zu diagnostizieren.

Angeborenes Glaukom

Diese Art von Glaukom tritt bei Kindern während der ersten Monate auf. Es handelt es sich bei um eine seltene Art von Glaukom. Es kommt dabei zu einer Steigerung des Augeninndruckes durch eine unzureichende Bildung des Kammerwinkels.

Sekundäres Glaukom

Ein sekundäres Glaukom entsteht durch eine okuläre Hypertension nach dem Auftreten von  Erkrankungen des Auges (z.B. bei einer Netzhautablösung, Thrombose der zentralen retinalen Vene, Tumoren, Verletzungen, etc.).

Pigmentglaukom

Diese Form von Glaukom kommt bei jungen Erwachsenen vor und entsteht durch die Ablagerung von Pigmentgranulaten in der Augenkammer. Dadurch wird der Abfluss des Kammerwassers gestört, weshalb es zu einer Erhöhung des Augeninnendruckes kommen kann.

Risikogruppen

Wie bereits bei „Ursachen Glaukom“ aufgeführt, zählen zu den Risikogruppen von Glaukom:

– Menschen, die einen Fall von Glaukom in der Familie haben (vererbt).

Risikogruppen_Glaukom– Diabetiker

– Personen, die älter als 40 Jahre sind.

– Frauen in den 50er Jahren (akute Glaukom).

– Personen, die eine Augenverletzung erlitten haben.

– Menschen mit einem erhöhten Augeninnendruck. Wir weisen jedoch darauf hin, dass bei einem erhöhten Augeninnendruck nicht automatisch eine Glaukom-Erkrankung auftritt.

Symptome

Es können unterschiedliche Symptome bei einer Glaukom-Erkrankung auftreten. Nachfolgend finden Sie einige dieser Symptome aufgelistet:

Symptome akutes

– Starker Augenschmerz, welcher sich auf den gesamten Kopfbereich auswirkt.

– In manchen Fällen Kopfschmerzen.

– Gerötete Augen

– Erweiterte Pupillen

– Verhärteter Augenapfel

Symptome chronisches

Beim chronischen Glaukom handelt es sich um eine heimtückische Krankheit, welche anfangs ohne charakteristischen Symptome (asymptomatisch) verläuft.

Darauffolgend kommt es zur Einschränkung des peripheren Sehvermögens.

Diagnose

Die Diagnose vom Glaukom wird ausschließlich von einem Augenarzt gestellt, wobei mit Hilfe eines Tonometers der Augeninnendruck gemessen wird.

Eine weitere Möglichkeit zur Diagnose ist die Gesichtsfelduntersuchung (Perimetrie). Bei dieser Untersuchung wird das Gesichtsfeld analysiert, um festzustellen, ob es zu einer Einschränkung des Sehvermögens gekommen ist.

Diagnose_GlaukomBei der Pachymetrie wird die Hornhautdicke gemessen. Dies ist besonders wichtig, um eine eventuelle Fehlmessung aufgrund einer zu dünnen oder dicken Hornhaut auszuschließen.

In der Regel zählt auch ein Sehtest zur Diagnosemöglichkeit, um ein Glaukom zu diagnostizieren.

Es ist wichtig, dass diese Untersuchungen ab dem 40. Lebensjahr jährlich wiederholt werden. Wir weisen darauf hin, dass ein chronisches Glaukom asymptomatisch verläuft, wodurch in vielen Fällen erst spät eine Diagnose gestellt werden kann.

Sollten häufig Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auftreten, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Dies ist wichtig, um ein mögliches akutes Glaukom zu behandeln.

Komplikationen

Wenn ein Glaukom nicht behandelt wird, kann jede Art dieser Erkrankung (akute, chronische order sekundäre) zur Erblindung führen. Beim akuten Glaukom kann die Erblindung innerhalb weniger Tage auftreten. Bei Patienten mit einem unbehandelten chronischen Glaukom, kann es nach 10 Jahren zur Erblindung kommen.

Hinweis: der Verlust der Sehkraft durch ein Glaukom ist irreversibel.

Es ist wichtig zu wissen, dass Glaukome eine der Hauptursachen für die Erblindung in der westlichen Welt sind.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Komplikationen_glaukomEs ist immer zu empfehlen, bei einer Glaukom-Erkrankung einen Augenarzt zu konsultieren.

Wenn folgende Symptome auftreten, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden:

– Starke Augenschmerzen

– Sehstörungen

Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen

Behandlungen

1. Behandlung akutes Glaukom

Ein akutes Glaukom muss äußerst dringend behandelt werden. Folgende Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung:

– Injektionen von Procain.

– Instillationen von Pilocarpin (Augentropfen), etwa alle 15 Minuten.

– Verabreichung von Acetazolamid. Es handelt sich dabei um ein Medikament, welches den Augendruck senken kann.

– Wenn diese Behandlungen innerhalb von 3 Tagen keinen Erfolg zeigen, ist ein chirurgischer Eingriff nötig.

2. Behandlung chronisches Glaukom

Behandlung_glaukomNach der Diagnose eines chronischen Glaukoms, kann der behandelnde Arzt die folgenden Augentropfen verschreiben:

* Prostaglandinderivate: Diese Augentropfen erhöhen den Abfluss des Kammerwassers, welches sich im Augenbereich ansammelt. Wirkstoffe sind z.B. Bimatoprost und Latanoprost.

*Betablocker: Diese Moleküle reduzieren die Produktion von Kammerwasser. Folgende Betablocker können verwendet werden: Timolol, Betaxolol, Metipranolol.

*Alpha-Agonisten: Reduzieren die Bildung von Kammerwasser. Folgende Alpha-Agonisten können verwendet werden: Apraclonidin und Brimonidin.

*Cholinergika: Werden zur Reduzierung des Kammerwassers verwendet: Pilocarpin und Carbachol.

Die Einnahme von oral verabreichten Medikamenten wird nötig, wenn die oben aufgeführten Augentropfen keine Wirkung zeigen. In diesem Fall werden am häufigsten Carboanhydrase-Inhibitoren verwendet.

Ein chirurgischer Eingriff erfolgt, um künstliche Abflusswege zu schaffen und damit den Augeninnendruck des Patienten zu reduzieren. Folgende Techniken stehen zur Verfügung:

– Operation

– Lasertherapie

3. Behandlung angeborenes Glaukom

Wie wir bereits bei den „Ursachen Glaukom“ lesen konnten, tritt diese Art von Glaukom bei Kindern in den ersten Lebensmonaten auf.

Ratschläge

– Es wird angenommen, dass viele Patienten nicht rechtzeitig Medikamente gegen ein Glaukom einnehmen, da ein chronisches Glaukom in vielen Fällen erst spät Symptome hervorruft. Es handelt sich beim Glaukom um eine Krankheit, welche sich langsam entwickelt. In manchen Fällen werden die Augentropfen nicht regelmäßig verwendet, was sich negativ auf die Erkrankung ausüben kann, da bei einer falschen Behandlung, irreversible Schäden (Blindheit) auftreten können. Um weitere Informationen zu erhalten, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Um Antworten zu Medikamenten zu erhalten, kann auch ein Apotheker konsultiert werden.

– Führen Sie regelmäßig körperliche Aktivitäten durch. Es gibt Beweise dafür, dass regelmäßige körperliche Aktivitäten in einigen Fällen von Glaukom den Augeninnendruck reduzieren kann.

– Konsultieren Sie regelmäßig einen Augenarzt.

– Vermeiden Sie den Gebrauch von Kortikosteroiden.

Vorbeugung

– Wann Sie einen Augenarzt konsultieren sollten: Personen älter als 40 Jahre, Diabetiker, Menschen mit einer Vorgeschichte von Glaukom in der Familie

– Vermeiden Sie den Konsum von Tabak und Kaffee, da diese Substanzen zu einer Hypertonie (Bluthochdruck) führen können.

– Kontrolle des Bluthochdrucks (Hypertonie), damit dieser kein Glaukom verursacht.

– Achten Sie auf einen gesunden Lebenstill: reduzieren Sie Stress, ernähren Sie sich gesund und schlafen Sie ausreichend!

Wie übersetzt man Glaukom in andere Sprachen ?
  • Portugiesisch: glaucoma
  • Spanisch: glaucoma
Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 27.06.2016 verändert.

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