Herpes Zoster

Definition

Herpes Zoster (Gürtelrose) ist eine virale Infektion, die durch eine Reaktivierung der Varizellen (Windpocken) verursacht wird.

Der Ausschlag tritt in der Regel vor allem im Bereich des Thorax auf. Dabei nimmt der Ausschlag die Form eines Gürtels an (Zona=Gürtel).

Es handelt sich hierbei um eine Krankheit, die vor allem ältere Menschen (ab dem 60. Lebensjahr) und Personen mit geschwächtem Immunsystem betrifft.

Bei Herpes Zoster handelt es sich um eine häufige Erkrankung. Ein Grund dafür ist, dass ein Großteil der Bevölkerung über Variezellen (Windpocken) verfügt. Eine Reaktivierung ist daher jederzeit möglich.

Wir weisen daraufhin, dass in bestimmten Fällen auch Kinder von Herpes Zoster betroffen sein können. Die Krankheit kann ohne eine vorherige Windpocken-Erkrankung erfolgen. Dadurch erhält das Kind eine Immunisierung gegen die Windpocken.

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Epidemiologie

– Deutschlandweit sind etwa 320.000 bis 400.000 Menschen von Herpes Zoster (Gürtelrose) betroffen.

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– In Frankreich sind mehr als 100.000 Fälle von Herpes Zoster bekannt. In den Vereinigten Staaten sind es circa 500.000. Es ist wichtig zu wissen, dass etwa 90% der Personen in der Kindheit an Windpocken erkrankt sind (dies ist Voraussetzung, um an Herpes Zoster zu erkranken). 20% der Erwachsenen erkranken zu einem späteren Zeitpunkt an Herpes Zoster.

– Etwa ein Drittel der Personen ab dem 60. Lebensjahr die an Herpes Zoster erkranken, leiden an Post-Zoster-Schmerzen. Hierbei handelt es sich um einen starken und unangenehmen Schmerz. Ab dem 70. Lebensjahr kann sich die Zahl auf 50% der Fälle erhöhen.

Ursachen

Herpes Zoster ist eine Krankheit, die durch ein DNA-Virus namens Varicella-Zoster (VZV) verursacht wird. Um an dieser Krankheit zu erkranken, muss der Patient in der Kindheit mit dem Windpocken-Erreger in Kontakt gekommen sein.

Es handelt sich hierbei um eine Reaktivierung des Windpocken-Virus. Das Virus wandert an den Nervenbahnen entlang, und bleibt in einem Inaktiven Modus.

Ursachen_herpes_zoster

Folgende Ursachen können für eine Reaktivierung mitverantwortlich sein:

Stress

– Starkes Sonnenlicht (am Strand, in den Bergen, etc.).

– Ernsthafte gesundheitliche Problem

– Eine Anfälligkeit des Immunsystems, vor allem bei Personen, die unter Erkrankungen des Immunsystems leiden (z.B. Aids).

Risikogruppen

Folgende Personen zählen zu den Risikogruppen einer Herpes-Zoster-Erkrankung:

– Personen die älter als 50 Jahre sind, gewisse Spezialisten vermuten, dass alle älteren Menschen über 85 Jahren, einmal in ihrem Leben unter Gürtelrose leiden werden. ;

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– Menschen mit einem anfälligen Immunsystem. In dieser Gruppe findet man z.B. HIV/Aids Patienten, Menschen mit einer Chemotherapie gegen Krebs und alle Menschen, die unter einer Immunkrankheit leiden;

– Menschen, die Medikamente wie Kortikosteroide oder Immunsuppressiva verwenden.

Bitte beachten Sie, dass für eine Erkrankung eine Infektion mit Variezellen (Windpocken) in der Kindheit notwendig ist.

Symptome

Wir unterscheiden insgesamt drei verschienden Phasen bei einer akuten Herpes Zoster:

Ansteckung

In der ersten Woche der Ansteckung geht eine direkt Ansteckungsgefahr durch den Patienten aus. Es handelt sich hierbei um die akute Phase der Krankheit (wenn die Bläschen auftreten).

Der Patient überträgt jedoch nicht Herpes Zoster, sondern die Windpocken (Varizellen-Virus). Schwangere Frauen, die noch nie an den Windpocken erkrankt sind, sollten besonders vorsichtig sein und sich nicht Menschen mit Herpes Zoster (während der akuten Phase) nähern. Lesen Sie auch Komplikationen der Windpocken bei Schwangeren Frauen.

1.Prodromalphase – Vor dem Auftreten des Ausschlages

In der ersten Phase können folgende Symptome von Herpes Zoster auftreten:

– Schmerzen, Kribbeln, Brennender Schmerz der Neven (z.B. ein Nerv entlang des Thorax-Bereiches). Die Symptome treten in einer lokalisierten Region am Körper auf.

– Manchmal kann es zu leichtem Fieber und Magen-Darm-Symptomen kommen.

2. Akute Phase – Während des Ausschlages

Während der akuten Phase oder dem Hautausschlag werden folgende Symptome beobachtet:

– Nach etwa 2 bis 3 Tagen entwickeln sich kleine Bläschen auf einem roten Untergrund. Dieser Ausschlag bildet sich nur an bestimmten Körperstellen. Am Anfang handelt es sich um eine helle Flüssigkeit der Bläschen, die sich jedoch nach ein paar Tagen verdunkelt. Darauffolgend bilden die Bläschen eine Kruste und fallen schließlich ab. Bis dieser Zyklus abgeschlossen ist, können 2 bis 4 Wochen vergehen.

Der Ausschlag tritt in der Regel vor allem im Bereich des Thorax auf. Dabei nimmt der Ausschlag die Form eines Gürtels an (Zona bedeutet im altgriechischen Gürtel). Herpes Zoster kann ebenfalls auf der Stirn, den Wangen, dem Gesicht, den Ohren (Zoster oticus), oder um den Augenbereich (Ophthalmologie-Bereich) auftreten.

Die von der Gürtelrose am meisten betroffenen Zonen und Regionen, sind die Regionen am Thorax (53% der Fälle), zervikal (20%), Trigeminus (15%) und die lumbosakrale Region (11%). Bei schwer immundeprimierten Patienten, wie bei HIV/Aids Patienten, kann die betroffene Region diffus erscheinen.

– Starke Schmerzen, die manchmal unerträglich Schmerzen in der Region des Hautausschlages auftreten.

3. Post-Zoster-Neuralgie – Nach dem Ausschlag – Komplikationen Herpes Zoster

In manchen Fällen kann Herpes Zoster zu Komplikationen führen. Wir sprechen von einer Post-Zoster-Neuralgie oder Post-Zoster-Schmerz (Zoster=Gürtelrose). Bei dieser Neuralgie (Schmerzen im Bereich der Nerven) handelt es sich um eine ernsthafte Komplikation. Diese dauert mindestens 1 Monat oder mehrere Monate an. Die Komplikation stellt sich als problematisch bei älteren Menschen dar.

Nachfolgend finden Sie die typischen Symptome einer Post-Zoster-Neuralgie:

– Schmerzen, Brennen, Verbrennung in dem Bereich wo sich der Ausschlag befindet.

– Permanente Schmerzen

– Starkes Berührungsempfindlichkeit Diese Komplikationen der Krankheit können tägliches wie z.B. Schlafen oder Essen erschweren, und in einigen Fällen sogar zu Depressionen führen. Es ist anzumerken, dass bei einer rechtzeitigen Behandlung die Chancen einer Heilung der Krankheit ohne Komplikationen zu erreichen ist.

Allgemeiner Hinweis

Wir stellen in manchen Fällen fest, dass die Symptome bei Herpes Zoster manchmal mit denen einer gewöhnlichen Herpes-Erkrankung (andere virale Infektion) oder einer Appendizitis verwechselt werden können.

Diagnose

Die Diagnose einer Erkrankung mit Herpes Zoster (Gürtelrose) ergibt sich durch die Anamnese (Krankheitsgeschichte) des Patienten. Sie kann ebenfalls durch die durch die charakteristischen Symptome gestellt werden. In einzelnen Fällen muss ein Erregernachweis erfolgen. Dies ist speziell der Fall, wenn die Symptome nicht eindeutig sind.

Labortests, die die Identifikation des Virus erlauben, sind das PCR, ELISA oder die Immunfluoreszenz.

Komplikationen

Die Komplikationen bei einer Herpes Zoster Erkrankung können sich als schwerwiegend darstellen. Besonders im Falle eines Herpes Zoster Ophthalmicus, da Risiken für die Hornhaut,- Netzhaut,- Nerven, etc. bestehen. In diesem Fall muss umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Herpes Zoster kann ebenfalls zu einer Post-Zoster-Neuralgie führen, welche starke Nervenschmerzen hervorruft. Es handelt sich hierbei um einen tief drückenden oder brennenden Schmerz.

Wann Zum Arzt

Wir empfehlen jeden Patienten umgehend einen Arzt bei Verdacht einer Herpes Zoster Erkrankung zu konsultieren.

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Es ist äußerst wichtig schnellstmöglich mit einer antiviralen Behandlung zu beginnen, um die maximale Wirkung zu erreichen.

Wenn Herpes Zoster den Augenbereich betrifft oder starke Schmerzen auftreten, handelt es sich um einen medizinischen Notfall.

Behandlung

Im Falle einer Erkrankung von Herpes Zoster, ist es äußerst wichtig schnellstmöglich mit der Behandlung zu beginnen. Am optimalsten ist die Behandlung bereits nach den ersten drei Tagen der ersten Anzeichen. Diese Maßnahme hilft dabei Komplikationen zu vermeiden, die häufig bei Personen über 50 Jahre auftreten.

Nachfolgend finden Sie alle Behandlungsformen, die vom behandelnden Arzt verordnet werden können. Diese Behandlungen sind wirksam gegen Herpes Zoster und die eventuell auftretenden Komplikationen (z.B. Post-Zoster-Neuralgie).

Behandlungen bei einer Erkrankung von Herpes Zoster

Behandlung_herpes_zoster– Gegen die Schmerzen, Antalgische Mittel wie z.B. Paracetamol, NSAIDs (Asperin, Ibuprofen,…), Schmerzmittel wie Morphinderivate.

– Um die Vermehrung der Viren zu verhindern und die Schmerzen zu lindern: aciclovir, valaciclovir, famciclovir, brivudin, etc.

– Zur Vermeidung von Schmerzen und Reduzierung der Dauer der Symptome: steroide.

– Eventuelle Antibiotika in topischer Form (Creme,…) um eine bakterielle Superinfektion zu verhindern.

Mögliche Behandlungsformen im Falle von Komplikationen (z.B. Post-Zoster-Neuralgie) bei Herpes Zoster

Die üblichen Medikamente sind in der Regel Anti-Schmerz-Mittel:

– Paracetamol oder NSAR (Ibuprofen, Asperin, etc.)

– Trizyklisches Antidepressivum (wie z.B. Amitriptylin)

– Lokalanästhetika (Medikamente oder Pflaster auf der Basis von Lidocain)

– Medikamente gegen Epilepsie (z.B. Gabapentin)

– Kortikosteroide (z.B. Prednison)

– Opiode (Codein, Morphin,…)

[Quelle der vorgeschlagenen Medikamente: übersetzt aus dem englischen von Xavier Gruffat aus der Gesundheitsseite “webmd.com”, 2007}

Heilpflanzen

Im Falle einer Erkrankung von Herpes Zoster, muss ein Arzt konsultiert werden. In der Regel erfolgt eine medikamentöse Behandlung (Virostatika). Heilpflanzen können jedoch dazu dienen die Schmerze zu lindern, die durch die Erkrankung entstehen.

Cayennepfeffer, welcher in Form von Creme oder einem Pflaster verwendet werden kann.

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Aloe Vera, welches als Gel eingesetzt wird,   um die Schmerzen zu lindern.

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Wir stellen außerdem fest, dass Umschläge aus Lehm zur Behandlung von Herpes Zoster dienen. Probieren Sie es selbst aus: natürliche Medikamente gegen Herpes Zoster.

Ätherische Öle zur Pflege der Gürtelrose

Verdünnen Sie in einem Suppenlöffel Alkohol bei 45 Grad Celsius, 5 Tropfen von folgenden ätherischen Ölen: Zitrone, Zypresse, Basilikum, Geranium, Lavendel, Rosmarin, Salbei und Thymian. Tränken Sie mit dieser Mischung eine Kompresse und tragen Sie sie 3x täglich während 10 Minuten auf die Bläschen auf.

Bemerkung: diese Behandlung sollte bei Schmerzbeginn sofort gestartet werden: Schmerzen und Fieber verschwinden so normalerweise innerhalb von 24 Stunden. Führen Sie die Behandlung nach der Heilung einige Tage fort, um einen Rückfall zu vermeiden.

Ratschläge

Ratschlaege_herpes_zosterEs ist äußerst wichtig beim Verdacht auf Herpes Zoster, eine Behandlung zu beginnen und schnellstmöglich einen Arzt zu konsultieren.  Je früher mit der Behandlung begonnen wird, umso besser sind die Chancen einer Heilung ohne das Auftreten von gravierenden Komplikationen.

– Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte. Dies kann mit dem Konsum von Vitamin C erfolgen.

– Vermeiden Sie Stress. Dies ist nämlich einer der Auslöser für Herpes Zoster. Zur Vorbeugung können Anti-Stress-Kurse durchgeführt werden. Diese können zur Stressreduzierung beitragen, und somit eine Entwicklung von Herpes Zoster verhindern.

– Wenn Sie an Herpes zoster leiden, sollten Sie unbedingt jeglichen Kontakt mit Schwangeren Frauen oder immungeschwächten Personen vermeiden, die nicht an den Windpocken erkrankt waren. Die Windpocken können zur Missbildung des Fötus und im Allgemeinen zu gesundheitlichen Problemen führen.

– Beim Auftreten vom starken Juckreiz (z.B. während einer akuten Phase von Herpes Zoster), welcher Schlafstörungen hervorruft, kann ein H1-Antihistaminika verwendet werden. Dieses ist frei erhältlich in der Apotheke und kann als Ergänzung zur traditionellen Behandlung eingenommen werden.

Vorbeugung

Impfung Herpes Zoster

Ein Mittel zur Prävention von Herpes zoster ist die Impfung, die vorbeugende Einnahme von Aciclovir oder Immuntherapien.

Stand der Impfung weltweit

– In den USA wird die Herpes zoster Impfung durch die Behörden stark empfohlen, wenn man älter als 60 Jahre alt ist.

– In Frankreich und in der Schweiz wird die Impfung nicht speziell empfohlen. Die Impfung heisst Zostavax®. Um genauer zu sein, befindet sich die Herpes zoster Impfung in der Schweiz nicht auf dem Impfplan (Status September 2013). Die Gesundheitsbehörden haben beschlossen, dass der Nutzen für die öffentliche Gesundheit begrenzt ist. Sie informieren ebenfalls, dass die Impfung gegen Windpocken (Varilrix®) nicht gegen Herpes zoster wirkt, da die virale Konzentration für die Zoster Prävention ungenügend ist.

– In England wurde eine grosse Impfkampagne durchgeführt, bei der sich die über 70-Jährigen gegen Herpes zoster impfen lassen konnten.

Informationen über die Impfung

Eine grosse Studie, die «Shingles Prevention Study», wurde mit 957 Personen durchgeführt, die unter Herpes zoster litten. Sie zeigte, dass durch die Impfung eine Verminderung der typischen Schmerzen um 62% und der postherpetischen Neuralgien um 67% erreicht werden konnten.

Wie übersetzt man ​Herpes Zoster in andere Sprachen ?

 

Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 24.06.2014 verändert.

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