Heuschnupfen

Definition

Definition_heuschnupfenDer Heuschnupfen, auch allergische Rhinitis genannt, ist ein Leiden der Nasenhöhle, das durch Pollenpartikel verursacht wird.
Um genauer zu sein, ist der Begriff allergische Rhinitis allgemeiner gefasst als der Heuschnupfen und kann durch mehrere, verschiedene Allergene ausgelöst werden. Man kann unter einer allergischen Rhinitis leiden, wenn man zum Beispiel auf Hausstaub allergisch ist.
Der Heuschnupfen ist eine bestimmte Form der allergischen Rhinitis, der durch Pollenpartikel ausgelöst wird. Der Heuschnupfen tritt je nach Pollenart, worauf man allergisch ist, nur während gewissen Teilen des Jahres auf.
Diese Pollen können von dem Bäumen (Birke, Haselbusch), von Gräsern (Heu, Spitzwegerich) oder von Kräutern (Brennnessel, Beifuss) kommen.
Zur Erinnerung: Die Pollen sind Samen, die der pflanzlichen Fortpflanzung dienen und hauptsächlich im Frühling und Sommer übertragen werden.
Daher tritt der Heuschnupfen hauptsächlich im Frühling und Sommer auf. Jede Pflanze hat einen anderen Zeitraum für die Bestäubung. Für die Birke z.B. sind die günstigsten Monate der März, April und Mai. Menschen, die ausschliesslich auf Birkenpollen allergisch sind, werden daher nur während diesen Monaten unter Heuschnupfen leiden.
Durch das Notieren der Zeiträume, in denen der Allergiker unter Heuschnupfen leidet, können die Bäume oder Gräser (Kräuter), auf die man sensibel reagiert, bestimmt werden. Zudem kann man, wenn dies möglich ist, im besten Fall die Exposition zu diesen Allergenen verhindern. Der Pollenkalender gibt klare Hinweise zur Zeit der Bestäubung der Bäume, Blumen und Gräser. Manchmal kommt es zu leichten Veränderungen, da die Entwicklung der Pflanzen vom Klima abhängig ist. Daher kann die Bestäubung nach einem milden Winter früher beginnen. Die Personen, die auf Birke allergisch sind, können bereits im Februar unter Heuschnupfen leiden!


Halten wir zudem fest, dass Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, von Natur aus schwächer und deshalb anfälliger für eine Grippe, Schnupfen oder Sinusitis sind. Auf Grund der ähnlichen Symptome ist es daher manchmal schwierig, eine genaue Diagnose zu stellen.

Epidemiologie

In den Industrieländern, ist fast jede fünfte Person betroffen – doppelt so viele wie vor 30 Jahren – und die Prävalenz nimmt stetig zu. Der Heuschnupfen oder die allergische Rhinitis ist also ein zunehmendes Leiden.

Europaweite, epidemiologische Studien zeigen, dass zwischen 10% und 25% der Menschen zwischen 15 und 50 Jahren unter einer allergischen Pollenrhinitis leiden (Heuschnupfen). Das bedeutet, dass in der Schweiz über eine Million Menschen und in Frankreich fast 10 Millionen Menschen betroffen sind. Es sind vor allem Menschen zwischen 15 und 40 Jahren, die von einer allergischen Rhinitis betroffen sind. Zudem beginnt die „allergische Geschichte“ am häufigsten während der Jugend, obwohl es möglich ist, in jedem Alter an einem Heuschnupfen zu erkranken. Sehr selten trifft es Menschen nach dem 40.Lebensjahr.

Die Häufigkeit von Heuschnupfen variiert je nach Region, Jahreszeit und Klimabedingungen.
Gewisse Quellen, insbesondere amerikanische, vermuten, dass etwa 30% der Menschen von Heuschnupfen betroffen sind.

In den USA vermutet man, dass 35 Millionen Amerikaner unter Heuschnupfen leiden. Dies entspricht etwas mehr als 10% der Bevölkerung [Quelle: webmd.com, April 2013].

In der Schweiz vermutet man 1,4 Millionen Menschen, die unter Heuschnupfen leiden [Quelle: SDA, November 2008]. Dies entspricht etwa 20% der Schweizer Bevölkerung, die unter einer Pollenallergie leidet(Heuschnupfen). Dieser Prozentsatz war 1901 nur 0,1% [Quelle: SDA, März 2010].

Es ist interessant festzuhalten, dass ein Fünftel der unter Heuschnupfen leidenden Patienten sehen, wie die Allergie mit der Zeit verschwindet oder sich zumindest stark abschwächt.

Ursachen

Der Heuschnupfen wird durch eine Pollenallergie verursacht. Allergien sind übermässige Abwehrreaktionen unseres Immunsystems auf bestimmte, harmlose Umweltstoffe.

Sobald der Pollen mit der Nasenschleimhaut in Kontakt getreten ist, wird die allergische Reaktion ausgelöst. Dies wird durch IgE, ein Immunglobulin des Immunsystems, vermittelt. Diese IgE erkennen die Pollenpartikel als pathogene Substanzen, obwohl dies nicht der Fall ist. Eine Kaskade von Reaktionen setzt sich via den Neurotransmitter der Allergie, dem Histamin, in Gang. Es kommt zu einer Entzündung der Schleimhäute (Nase und/oder Auge), Tränenfluss, Niesen und einem Schnupfen (starker nasaler Ausfluss).

Es braucht jedoch mehrere Kontakte zwischen dem Pollenpartikel und dem IgE. Daher kann es mehrere Jahre dauern, bevor eine Person gegenüber gewissen Pollentypen allergisch wird.

Halten wir zudem fest, dass bei 50 bis 90% der Menschen, die unter Heuschnupfen leiden, in der Familie bereits Allergien vorkommen (genetische Prädisposition).

Es gibt viele Substanzen, die allergisierend wirken. Sie finden auf der Internetseite von meteosuisse brauchbare Informationen bezüglich der Pollen und ihrem Auftreten während dem Jahr und der geografischen Situation: www.meteosuisse.ch oder konsultieren Sie die Pflanzen, die Heuschnupfen verursachen = Pollenkalender.
Fragen sie ebenfalls in Ihrer Apotheke für einen für ihre Region aktualisierten Pollenflugkalender.
Gemäss Georg Schäppi, Direktor der Vereinigung aha! (Bern, Schweiz), ist die Erhöhung der Anzahl Heuschnupfenfälle in den westlichen Staaten, eine Folge der Luftverschmutzung und einem Lebensstil, der eine übertriebene Hygiene fördert.

Lesen sie auch: Interview mit einem Arzt bezüglich Heuschnupfen (mit der« Hypothese der Hygiene“, Luftverschmutzung und Heuschnupfen)

Man vermutet, dass die Pollenkonzentration der Bäume (Birke,…) zwischen 5 und 10 Uhr morgens am Höchsten ist.

Risikopersonnen

Folgende Personen haben ein Risiko, an Heuschnupfen zu erkranken:
– Menschen, die im Westen leben.
– Menschen, bei denen mindestens ein Elternteil unter einer Allergie leiden (Heuschnupfen, Ekzem oder anderes).
– Menschen zwischen 15 und 40 Jahren.
– Menschen mit männlichem Geschlecht.

Menschen, die im Westen leben

Es ist nicht so sehr das Klima, das das Auftreten der saisonalen, allergischen Rhinitis fördert, sondern eher die westliche Lebensweise. Es scheint, als entwickle sich der Heuschnupfen stärker im Westen, weil die Jagd nach Mikroben durch eine Desinfektion und eine übermässige Hygiene, das Immunsystem schlussendlich reaktiver für harmlose Substanzen macht. Dies scheint paradox zu sein, stellt aber eine der Erklärungen für das exponentielle Wachstum der Heuschnupfenfälle dar. Die Luftverschmutzung könnte eine zweite Erklärung sein.

Menschen, die mindestens einen Elternteil haben, der unter Allergien leidet (Heuschnupfen, Ekzeme, oder andere)

Für diese Menschen, präsentieren die Eltern ein sogenanntes «allergisches Terrain». Die Allergie kann vererbt sein. Halten wir fest, dass der Elternteil nicht unbedingt unter Heuschnupfen sondern einfach unter einer anderen Allergie leiden kann und diese genetische Prädisposition seinen Kindern übertragen kann. Die Kinder sind dadurch anfälliger und können ebenfalls eine Allergie entwickeln, in diesem Fall einen Heuschnupfen.

Menschen zwischen 15 und 40 Jahren

Die saisonale Allergie kann in jedem Alter auftreten. Meistens tritt sie jedoch in der Jugend auf und sehr selten ab 40 Jahren. Es gibt Allergiker, die über 40 Jahre alt sind: diese haben ihre allergische Geschichte jedoch meist viel früher begonnen. Die ganz kleinen Kinder können auch einen Heuschnupfen entwickeln: dies bleibt bisher sehr selten. Es scheint allerdings, dass dies wegen der zunehmenden Verschmutzung der Atmosphäre immer häufiger auftritt.

Menschen mit männlichem Geschlecht

Männer sind häufiger von einer saisonalen, allergischen Rhinitis betroffen.

Symptome

Falls die Symptome jedes Jahr während dem Frühling und dem Sommer auftreten, das heisst, wenn die Konzentration der Pollen in der Luft sehr hoch ist, handelt es sich ohne Zweifel um eine saisonale Allergie, das heisst Heuschnupfen. Wenn die Symptome jedoch das ganze Jahr über andauern, handelt es sich um eine perennierende Allergie, die zum Beispiel auf die Haustierhaltung von behaarten Tieren (Hunde, Katzen, etc.) zurückzuführen ist.

1. Symptome des Heuschnupfens

Die Symptome des Heuschnupfens sind sehr gut sichtbar. Im Allgemeinen erscheinen sie gleichzeitig, das heisst in der gleichen Zeitperiode (dies ist bei saisonalem Schnupfen nicht der Fall. Die Symptome zeigen da eine Tendenz, nacheinander aufzutreten):

Symptome_heuschnupfen– Die Nase ist verstopft und juckt sehr stark, der Ausfluss ist klar, wässrig und oft ausgiebig.
– Die Augen werden gereizt und rot, sie schwellen an und füllen sich mit Tränen: man spricht von einer Bindehautentzündung.- Niesen wird sehr häufig und tritt oft in Attacken auf.
– Der Hals ist entzündet und kann daher schmerzen.
–  Manchmal tritt Husten auf

Neben diesen Symptomen kann es auch zu einem Müdigkeitsgefühl und Kopfschmerzen kommen, die den Betroffenen noch kränker erscheinen lassen.
In den schlimmsten Fällen können Atemschwierigkeiten auftreten, ja sogar Anfälle von Asthma (suchen Sie umgehend einen Arzt auf).

Heuschnupfen kann die Entwicklung anderer allergischer Erkrankungen wie Asthma oder Ekzeme fördern.

Anmerkungen zu den Symptomen von Heuschnupfen:

– Halten wir fest, dass die Symptome proportional zur Pollenkonzentration zunehmen. An den Tagen mit viel Sonne und Wind sowie während der Blütezeit, treten die Symptome stärker auf. Im Gegensatz sind an regnerischen Tagen, die Symptome deutlich schwächer.
– Der Heuschnupfen und die Anfälligkeit für Pollenallergien verstärken sich im Laufe des Schulalters und erreichen während der Jugendzeit einen Höhepunkt.
– Im Durchschnitt treten die ersten Heuschnupfensymptome im Alter von 6 Jahren auf.
– Die Dauer der Heuschnupfensymptome variiert im Allgemeinen zwischen 6 bis 8 Wochen.

2. Unterschied zwischen Heuschnupfen und saisonalem Schnupfen

Hier sehen Sie die wichtigsten Unterschiede zwischen saisonalem Schnupfen und Heuschnupfen.

Typische
Anzeichen

Schnupfen (saisonal)

Heuschnupfen (allergische Rhinitis)

Auftreten der Symptome

Der Heuschnupfen und der saisonale Schnupfen kennzeichnen sich beide durch Symptome wie verstopfte Nase, laufende Nase, rote Augen, Müdigkeit und Kopfschmerzen aus.

Allerdings weist der saisonale Schnupfen Symptome auf, die schrittweise auftreten, d.h. zuerst Müdigkeit, dann eine triefende Nase,…

Der Heuschnupfen und der saisonale Schnupfen kennzeichnen sich beide durch Symptome wie verstopfte Nase, laufende Nase, rote Augen, Müdigkeit und Kopfschmerzen aus.

Bei einem Heuschnupfen treten die Symptome jedoch zusammen auf.

Dauer der Symptome

Die Dauer eines saisonalen Schnupfens beträgt im Allgemeinen 7 bis 10 Tage.


Die Dauer des Heuschnupfens kann so lange sein, wie man den Allergenen ausgesetzt ist, d.h. während unbestimmter Zeit.
Schleimfluss

Der saisonale Schnupfen kann einen gelblichen Schleimfluss zur Folge haben, insbesondere einige Tage nach Beginn des Schnupfens. Das ist ein Anzeichen einer Infektion.

Der Heuschnupfen verursacht im Allgemeinen einen klaren und sehr wässrigen Schleimfluss.
Niesen

Nicht sehr häufig.

Niesen ist ein typisches Symptom des Heuschnupfens, vor allem wenn man zwei oder drei Mal nacheinander niesen muss.
Jahreszeit

Der saisonale Schnupfen tritt häufiger in den Wintermonaten auf (November bis März).

Der Heuschnupfen tritt auf Grund der Blütenbestäubung häufiger im Frühling auf.
Auftreten von Fieber

Bei einem saisonalen Schnupfen kann Fieber auftreten.

Bei Heuschnupfen tritt im Allgemeinen kein Fieber auf.

Diagnose

Die Diagnose des Heuschnupfens basiert in erster Linie auf der Erfassung der sehr charakteristischen Symptome des Heuschnupfens anlässlich der Krankheitsgeschichte. Der Arzt kann, indem er den Beginn und das Ende der Symptome (Monat des Jahres) bestimmt, herausfinden, welche Allergene die saisonale, allergische Rhinitis auslösen. Es stimmt mit dem Moment der Bestäubung der Bäume oder Gräser überein.
Nachfolgend kann er seine Diagnose mit einem Hauttest bestätigen. Wenn dies nicht ausreicht, kann er eine Blutanalyse verlangen, um die Menge spezifisches IgE gegen die vermuteten Allergene zu dosieren.

Hauttest

Der Hauttest beinhaltet die subkutane Verabreichung eines oder mehrerer in Frage kommenden Allergene. Als Positivkontrolle wird der Arzt die Haut mit einer Histaminlösung stechen und als Negativkontrolle, greift er auf eine Natriumchloridlösung zurück. Diese zwei Testlösungen haben bekannte und genaue Konzentrationen. Es ist bedeutungsvoll, dass 4 Tage vor der Durchführung des Hauttests, die Einnahme aller Antihistaminika (Medikamente gegen Heuschnupfen) abgesetzt wird. Tatsächlich blockieren die Antihistaminika die allergische Reaktion und der Arzt wird keine Reaktion feststellen können.
Dieser Hauttest ist sehr schnell durchzuführen. Das Ablesen der Resultate geschieht bereits nach 15 Minuten. Allerdings ist der Test auch sehr empfindlich. So reagiert in einem Fünftel aller Fälle die Person auf den Test, entwickelt jedoch nach einem Kontakt mit den in Frage kommenden Allergenen, keine allergische Reaktion. Es wird daher empfohlen, die Bestimmung des spezifischen IgE im Blut durchzuführen.

Bestimmung des spezifischen IgE

Diese Bestimmung wird durch eine Blutentnahme gemacht. Man sucht die Anwesenheit von spezifischem IgE zu verschiedenen Allergenen. Tatsächlich bildet der Körper bei jedem Kontakt mit dem in Frage kommenden Allergen, spezifische Antikörper. Diese IgE unterscheiden sich von einem Allergen zum Anderen.
Die Diagnosestellung von Heuschnupfen ist wichtig, um sich dem Patienten anzunehmen, individualisierte Medikamente zu verabreichen und um sein Leben angenehmer zu gestalten: damit verhindert man das wiederholte Niesen und den Tränenfluss, was die störendsten Symptome sind.
Das Allergen zu suchen ist wichtig, weil man den allergischen Reaktionen durch das Einführen von verhindernden Massnahmen, vorbeugen kann. Ist das Verhindern nicht möglich, kann der Allergologe eine Desensibilisierung vorschlagen: eine Behandlung, die auf dem bereits bekannten Allergen, das die allergische Rhinitis (saisonal oder nicht) auslöst, basiert.

Komplikationen

Der Heuschnupfen ist an und für sich keine schwere Krankheit. Es ist eine Krankheit, die zunehmend beeinträchtigend ist. Im Alltag kann das Lenken von Fahrzeugen für starke Allergiker gefährlich werden, wenn man unter Niesattacken oder Tränenfluss leidet. Obwohl die Forschung antiallergische Medikamente entwickeln konnte, führen diese bei gewissen, anfälligeren Personen manchmal zu Müdigkeit. Die Vorsicht ist hier eine Bedingung.
Die wichtigsten Komplikationen, denen man bei Heuschnupfen begegnet, sind folgende:
– Veränderung der Müdigkeit, Schlafstörungen
– Veränderung der Lebensqualität
– Entwicklung von Allergien gegen andere Pollen oder Allergene (Tierhaare, Staub, Milben, Nahrungsmittel,…)
– Entwicklung einer chronischen Rhinitis
– Entwicklung eines allergischen Asthmas, das sich zu einem chronischen Asthma entwickeln kann
– Entwicklung eines gutartigen Tumors in den Nasenhöhlen (Nasenpolypen)

Veränderung der Müdigkeit, Schlafstörungen

Die Symptome des Heuschnupfens können so störend sein, dass sie einen gesunden und stärkenden Schlaf verhindern können. Der Allergiker ist sehr müde, kann jedoch nicht einschlafen oder verwacht wegen dem Niesen oder Juckreiz in Auge und Nase häufig.
Dieser Zustand kann ebenfalls die Lebensqualität im Allgemeinen vermindern.

Entwicklung von Allergien gegen andere Pollen oder Allergene

(Tierhaare, Staub, Milben, Nahrungsmittel,…)
In Folge einer Allergie, kann das Immunsystem die Tendenz haben, mit anderen Allergenen ebenfalls übermässig zu reagieren. Die Allergie entwickelt sich weiter und gewinnt an Boden. Auf Ebene der Nahrungsmittel zum Beispiel, kann man eine Kreuzallergie entwickeln.

Entwicklung einer chronischen Rhinitis

Normalerweise nur saisonal, kann eine Rhinitis chronisch werden und begrenzt sich nicht mehr nur auf eine bestimmte Zeit. Die Person leidet während dem ganzen Jahr unter allergischen Symptomen.

Entwicklung eines allergischen Asthmas zu einem chronischen Asthma

Die Entwicklung eines allergischen Asthmas ist die häufigste Komplikation bei Heuschnupfen, die 1 von 3 Allergikern betrifft. Die Betreuung eines allergischen Asthmas beruht auf der Verabreichung eines antiasthmatischen Medikamentes, das einen Bronchodilatator und/oder ein Kortison enthält, um die entzündlichen Herde zu beruhigen und die Atmung zu verbessern.

Nasenpolypen

Nasenpolypen beruhen auf der Erscheinung von gutartigen Tumoren in den Nasenhöhlen und/oder den Nasennebenhöhlen. Diese Polypen verengen die Nasenhöhle und führen zu einer Hypersekretion. Nasenpolypen werden mit auf Kortison basierenden Medikamenten behandelt oder chirurgisch entfernt.

Behandlung

Man kann 3 Arten von Behandlungen des Heuschnupfens unterscheiden:

1. Medikamente gegen den Heuschnupfen

Behandlung_heuschnupfenEs gibt Medikamente, mit deren Hilfe man die Symptome von Heuschnupfen pflegen und vermindern kann, die aber nicht die Ursache bekämpfen (die Überempfindlichkeit auf Pollen).
Der bekannteste Arzneistoff und sicherlich der Wirksamste, der in den Apotheken frei verkäuflich ist, ist Cetirizin (in der Schweiz *Zyrtec® und *Generika, in Frankreich z.B. *Reactine®).
Es gibt auch ein anderes modernes und wirksames Antihistaminika: Loratadin (in der Schweiz *Claritine®).
Desloratadin (in der Schweiz rezeptpflichtig, z.B.: *Aerius® und Generika) werden ebenfalls in der Behandlung des Heuschnupfens und der Allergien eingesetzt.
Man kann auch Nasensprays anwenden (*Otrivin®), als Gefässverenger, um die Nase zu befreien oder auch Augentropfen, bei gleichzeitig auftretender Bindehautentzündung.
Der Arzneistoff Cromoglicinsäure scheint eine vorbeugende Wirkung gegen Heuschnupfen zu erzielen. Er ist erhältlich in Form von Augentropfen oder als Nasenspray.
Der Arzt kann Ihnen auch Medikamente in Form von Nasensprays empfehlen, welche Kortikoide enthalten oder in schlimmeren Fällen eine Behandlung mit oral einzunehmenden Kortisontabletten.
In der Schweiz gibt es zurzeit einen auf Triamcinolonacetonid basierenden Nasenspray (Nasacort Allergo®), der frei verkäuflich ist (Liste C). Die maximale Wirkung tritt nach 3 bis 4 Tagen ein.

In der Schweiz wird ab 2013 ein neues Medikament auf Basis von Ectoin (verkauft unter dem Namen Triofan® Heuschnupfen) die bestehenden Medikamente gegen Heuschnupfen ergänzen. Ectoin wirkt entzündungshemmend, stabilisiert Membranen, schützt die Zellen und befeuchtet sie. Dieses Medikament muss mehrmals täglich angewendet werden.
Für die Markennamen, die Dosierung oder für andere Medikamente oder Arzneistoffe (Antileukotriene), wenden Sie sich zur Beratung an Ihren Arzt oder Apotheker.

Fexofenadin (Telfast), innerlich einzunehmen, scheint besonders wirksam bei der Behandlung von Heuschnupfen zu sein: mit einer guten Wirksamkeit und wenig Nebenwirkungen.

Zusammenfassung von Medikamenten, die gegen den Heuschnupfen angewendet werden

Tabletten gegen Heuschnupfen
Wirkstoff
(Arzneistoff)
Dosierung (en) Beispiele von *Medikament(en) in der Schweiz

Cetirizin (HCl)

10 mg

Cetirizin (HCl) à 10mgà Zyrtec® (Original), Cerzin Mepha® (Generika), Cetallerg® (Generika), Cetirizin Teva® (Generika),…

Bemerkungen:
– Konsumieren Sie keinen Alkohol zusammen mit diesen Medikamenten
– Cetirizin kann Müdigkeit hervorrufen, Achtung beim Lenken von Fahrzeugen

Loratidin

10 mg

Claritine® (Original), Claritine Pollen® (Original), Lora Mepha® (Generika), Lorado Pollen® (Generika),…

Tropfen gegen Heuschnupfen 

Wirkstoff
(Arzneistoff)
Dosierung (en) Beispiele von *Medikament(en) in der Schweiz

Cetirizin (HCl)

10 mg

Zyrtec® (Original), Cetallerg® (Generika)à Tobin® (Generika),…

Nasenspray gegen Heuschnupfen

Wirkstoff
(Arzneistoff)
Dosierung (en) Beispiele von *Medikament(en) in der Schweiz
Xylometazolin

Otrivin® Schnupfen (Original), Nasben 0,1% (Generika), Xylo-Mepha® (Generika),…
Azelastin Otrivin® Heuschnupfen

*Achtung: die oben genannten Medikamente oder Wirkstoffe sind für die Gesamtheit der bestehenden Arzneimittel nicht repräsentativ, es handelt sich in jedem Fall um eine unvollständige Liste, die nur als unverbindlicher Anhaltspunkt zur Orientierung gilt. Für die Medikamente lesen Sie bitte die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt und Apotheker um Rat.

2. Hyposensibilisierung – Vorbeugung von Heuschnupfen

Eine mögliche Therapie zur Vorbeugung von Heuschnupfen ist die Desensibilisierung (oder Hyposensibilisierung) gegenüber Pollen. Der Körper beginnt, sich an die Allergien zu gewöhnen und gelangt zum Punkt, an dem er nicht mehr darauf reagiert. Die geschätzte Dauer dieser Methode der Desensibilisierung beträgt im Allgemeinen 3 bis 5 Jahre und beinhaltet mehr als 200 Injektionen, die beim Arzt vorgenommen werden müssen (allerdings gibt es neue Behandlungsmethoden, bei denen nur 3 Injektionen nötig sind. Mehr Informationen finden Sie unter den letzten Aktualitäten). Diese Lösung wird nur ins Auge gefasst, wenn das Unbehagen sehr stark und langandauernd ist (mehrere Wochen).


Vorbeugung_Heuschnupfen
Es ist also unnötig eine Desensibilisierung zu machen, wenn der Heuschnupfen nur einige Tage pro Jahr dauert. Zudem sollte man wissen, dass die Erfolgsrate der Desensibilisierung 85% ist (gewisse Quellen sprechen von einer Erfolgsrate um die 70% oder weniger und kritische Wissenschaftler vermuten sogar, dass die Desensibilisierung nicht funktioniert oder dass noch niemand ihre Wirksamkeit seriös belegt hat).
Sprechen Sie mit ihrem Arzt, er kann Ihnen weitere Informationen zukommen lassen.

Der Nutzen der Desensibilisierung wird durch gewisse Ärzte in Frage gestellt. Sie meinen, dass die Wirksamkeit wissenschaftlich nie bewiesen wurde und es nicht nützlich sei.

3. Alternativen

citron_heuschnupfen–  Es gibt auch natürliche Ergänzungen für die Behandlung von Heuschnupfen: z.B. Vitamin C, das eine oxidationshemmende Wirkung auf die Zellen der Atemwege ausübt (3x täglich 1 Gramm Vitamin C, während der Dauer der Symptome von Heuschnupfen). Zudem auch Vitamin B5, das abschwellend wirkt oder Omega-3-Fettsäuren, die in Fischfett enthalten sind und die Halsentzündungen lindern.
Auch wenn die modernen Medikamente wirksamer sind, haben diese nahrungsergänzenden Mittel eine lindernde Wirkung während den kritischen Momenten.
– Abhängig von Ihrem Glauben, können Sie es auch mit der Homöopathie versuchen. Es gibt verschiedene Hausmittel, fragen Sie Ihren Apotheker um Rat.
Siehe auch natürliche, auf Pflanzen basieren​de Behandlungen (Pestwurz,…)

Heilpflanzen

Die folgenden Heilpflanzen können zur Pflege von Heuschnupfen eine positive Wirkung erzielen:

petasite_heuschnupfenDie Pestwurz (Petasites hybridus), in Form von Tabletten einzunehmen [haben die gleiche Wirksamkeit wie Cetirizin-Medikamente]

ortie_heuschnupfenDie Blätter der Brennessel, in Form von Kräutertee einzunehmen, zur Vermeidung von Niesattacken, verstopfter Nase und Juckreiz [gemässigte Wirksamkeit].

camomille_recutita_heuschnupfenDie echte Kamille, in Form von Kräutertee einzunehmen, diese Pflanze lindert nasale Entzündungen [gemässigte Wirksamkeit].

Für weitere Informationen über die pflanzliche Medizin, häufig als Ergänzung zu anderen Behandlungen angewendet, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Gemäss einer Kundin einer Genfer Apotheke (Schweiz), kann die Einnahme des Medikamentes Gelomyrtol (Medikament auf Basis von Pflanzen wie Eukalyptus) bei Heuschnupfen helfen: das ist vielleicht einen Versuch wert!
Ätherische Öle können ebenfalls helfen, dem Auftreten eines Heuschnupfens vorzubeugen oder die allseits bekannten Symptome abzuschwächen. Das ätherische Öl von Estragon ist sehr wirksam, um dem Auftreten einer saisonalen, allergischen Rhinitis vorzubeugen. Bevor die allergischen Symptome auftreten, während der Exposition gegenüber den allergisierenden Pollen, muss man einen Tropfen ätherisches Öl des Estragons auf einer Placebotablette oder ein bisschen Honig einnehmen. Dies wird 3 Mal täglich wiederholt.

Ratschläge

Ratschlaege_heuschnupfen– Vermeiden Sie es, nach draussen zu gehen, wenn die Luft voller Pollen ist (vor allem im Frühling und anfangs Sommer).

– Nutzen Sie zum Spazieren die Zeit während oder nach dem Regen, da die Konzentration von Pollen in der Luft in diesen Momenten tiefer ist.

– Tragen Sie während den Blühphasen immer Sonnenbrillen (um eine Konjunktivitis zu vermeiden).

– Reinigen Sie Ihre Wohnung mindestens 1 Mal wöchentlich mit feuchten Tüchern.

– Schlafen Sie mit geschlossenen Fenstern um zu verhindern, dass die Pollen ins Zimmer gelangen (vor allem in der Morgendämmerung).

– Wählen Sie für die Ferien Regionen aus, in denen weniger Pollen vorkommen wie z.B. in den Bergen oder am Meer.

– Entfernen Sie bei Ihnen Teppiche und Vorhänge (wenn möglich!), da diese Pollen, Staub und Haare besonders gut anziehen.

– Wenn Sie Auto fahren, sollten Sie aufpassen! In der Tat kann die Allergie selber oder gewisse antiallergische Medikamente müde machen. Wenn die Müdigkeit zu stark ist, sollten Sie das Autofahren sein lassen!

– Waschen Sie mindestens 1 Mal wöchentlich die Bettlaken und Kissenbezüge, weil die Pollen sich dort einfach festsetzen können.

– Waschen Sie sich häufig die Haare (vor allem wenn sie lang sind), um alle Spuren von Pollen zu beseitigen. Die Haare haben die Tendenz, viele Pollen zu absorbieren. Versuchen Sie, Ihre Haare kurz vor dem Schlafengehen zu waschen.

– Verhindern Sie den Kontakt mit Tieren, die behaart sind (sie können Pollen übertragen).

– Lesen Sie ebenfalls auf unserer Internetseite die Spezialseite über den Pollenflugkalender. Sie finden in der Apotheke ebenfalls verschiedene Prospekte, so genannte Pollenflugkalender.

– Kontaktieren Sie Ihren Arzt wenn Fieber, Kopfschmerzen oder gelber bzw. grüner, nasaler Ausfluss auftritt (sind wahrscheinlich Symptome einer Sinusitis) oder wenn Sie Atembeschwerden haben (es könnte sich um eine Asthmaattacke handeln).

– Benutzen Sie Nastücher nur 1 Mal

– Spülen Sie Ihre Nase mit Salzwasser.

– Im Auto sollten Sie die Lüftung abstellen (inkl. Klimaanlage) oder einen Pollenfilter installieren.

– Vermeiden Sie es, die Wäsche draussen aufzuhängen, da sich Pollen anhaften.

– Richten Sie in Ihrer Wohnung für die Heizung und das Belüftungssystem einen Partikelfilter (HEPA) ein. Wechseln Sie den Filter regelmässig (z.B. 1 Mal pro Monat).

– Gehen Sie eventuell mit einer Pollenmaske nach draussen, vor allem wenn Sie sich in einer Umgebung mit vielen Pollen aufhalten.

Wie übersetzt man ​Heuschnupfen in andere Sprachen ?
  • Portugiesisch: febre-dos-fenos
  • Spanisch: fiebre del heno
Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 14.04.2016 verändert.

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