Läuse

Definition

Läuse sind harmlose Insekten (Parasiten) mit einer Grösse von ca. 2 bis 4 mm (Grösse eines Sesamkorns), deren Farbe der Haarfarbe oft sehr ähnlich ist. Läuse verursachen zwar einen starken Juckreiz und gelegentlich soziale Probleme (Schule), haben aber sonst in der Regel keine schwerwiegenden Auswirkungen auf die Gesundheit.


Definition_laeuse

Man muss wissen, dass Läuse sich an den Haaren und der Kopfhaut festkrallen und dass die Weibchen Eier legen, die so genannten Nissen. Diese sind von heller Farbe und ca. 1 mm gross.

Läuse ernähren sich vom Blut der Kopfhaut. Sie verursachen Juckreiz und auch rote Punkte, als Folge des injizierten Speichels während dem Stechen.

Die Gefahr einer Übertragung ist sehr hoch. Diese erfolgt von Kopf zu Kopf, vor allem bei spielenden Kindern und insbesondere im Sommer (zu Schulbeginn) und im Herbst.

Läuse sind kein Anzeichen für mangelnde Hygiene, ganz im Gegenteil, denn in der Regel bevorzugen sie trockenes, feines, sauberes und fettfreies Haar.
Kinderhaare erfüllen diese Bedingungen in vielen Fällen; daher sind Kinder auch am häufigsten betroffen.

Erwähnenswert ist auch, dass Läuse häufiger bei Mädchen vorkommen. Laut einer im Jahr 2009 im Iran durchgeführten Studie mit 850 Schülern, die in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift “Ca m’intéresse” erwähnt wird, liegt die Befallrate bei Mädchen bei 13.5%, bei Jungen hingegen nur bei 0.7%. Es sei die Länge der Haare, die eine Rolle spiele und nicht irgendein Geschlecht (auf hormonellem Niveau), das die Läuse beeinflusse. Andere Theorien vermuten, dass Mädchen häufiger von Läusen betroffen sind, weil ihre Spiele zu einem näheren Kopfkontakt führen als bei Knaben.

Ursachen

Läuse sind Parasiten oder Insekten. Sie verursachen Juckreiz, indem sie sich vom Blut der Kopfhaut ernähren.

Mehr über Läuse erfahren
– Eine Laus lebt 3 bis 4 Wochen. Der Reproduktionszyklus ist etwa 21 Tage. Anders gesagt: Mit 21 Tagen beginnt die Laus die Nissen zu bilden. Sie macht etwa 10 Nissen pro Tag. Aus diesen schlüpfen etwa nach 7 bis 10 Tagen Larven. Insgesamt bildet die Laus etwa 100 Nissen.
– Läuse sind fähig, etwa 1,5 bis 2 Tage ausserhalb ihres Milieus (Haare) zu überleben. Die grosse Mehrheit der Läuse wandert von einem Wirt zum anderen. Die Läuse, die man z.B. auf den Kleidern findet, sind meistens tot. Deshalb werden die früheren Empfehlungen, die Textilien bei 60°C zu waschen, nicht mehr befolgt. Es wäre eine wenig wirksame Massnahme. Lesen Sie auch unter Gute Ratschläge.
– Läuse lieben es, sich in warmen Zonen fortzupflanzen. Solche Orte sind Kopfhaare, insbesondere hinter den Ohren (gut kontrollierbare Zone) oder in den Schambeinhaaren (lesen Sie auch unter: Filzläuse).

Mehr über Nissen erfahren
– Theoretisch stellt eine Nisse die Hülle des leeren Eis dar, doch in der französischen Sprache und insbesondere in der amerikanischen Variante des Englischen bezeichnet der Begriff (französisch: „lente“ / englisch: „nits“) häufig ein Ei, das lebensfähig sein kann (aus dem eine Laus entstehen kann) oder nicht (theoretische Definition einer Nisse).
Eine Nisse ist weiß.
– Man geht davon aus, dass die überwiegende Mehrheit der Nissen (in diesem Fall potentiell lebensfähige Eier) das Erwachsenenstadium nicht erreicht, d. h. dass nur eine von fünf Nissen eine Laus hervorbringt.
Deshalb empfehlen manche Spezialisten, den Nissen nicht allzu viel Beachtung zu schenken, sondern sich allein auf die Läuse und ihre Beseitigung zu konzentrieren. Der Kanton Waadt (Schweiz) empfiehlt, gar nicht mehr nach Nissen, sondern nur nach Läusen zu suchen (und bei Auftreten von Nissen keine Behandlung vorzunehmen). Nur wenn Läuse zu finden sind, muss eine Behandlung eingeleitet werden.
– Die (lebensfähigen) Nissen sind in der Lage, 6 Tage außerhalb ihres Mediums zu überleben.

Mehr über Eier und Larven erfahren
– Die Eier (oder Puppen) sind die Strukturen, in denen sich die Larven („Babyläuse“) befinden. Bis eine Larve aus dem Ei schlüpft, dauert es 7 Tage.
Eine Larve braucht durchschnittlich 9 Tage, um eine erwachsene Laus zu werden.

Symptome

Symptome_laeuseLäuse oder, um genau zu sein, die Pedikulose, sind üblicherweise auf der Kopfhaut anzutreffen (Kopfläuse). Bei kleinen Kindern können sich Läuse manchmal in Augenbrauen und Wimpern entwickeln.

Im Allgemeinen verursachen Läuse einen starken Juckreiz. Gelegentlich kann man infolge dieses Juckreizes auch rote Herde beobachten, die zu Infektionen führen. Doch in bestimmten Fällen können Läuse auch ohne Juckreiz auftreten.

Läuse sind nur sehr schlecht zu erkennen, da sie sich in der Farbe häufig kaum vom Haar unterscheiden. Ihre Nissen hingegen sind von hellerer Farbe (siehe Foto) und daher leichter zu erkennen. Nissen sitzen im Allgemeinen in der Nähe der Haarwurzel.

Dort kleben sie relativ fest, und zwar auch noch nach dem Kämmen mit einem speziellen Läusekamm oder einer gründlichen Haarwäsche, wodurch sie leicht von Schuppen zu unterscheiden sind, die sich problemlos auskämmen lassen.

Um festzustellen, ob Sie oder Ihr Kind von Läusen befallen sind, benutzen Sie am besten einen feinen Kamm und kämmen das Haar bei sehr guter Beleuchtung aus.

Wenn Sie auch nur 1 Nisse finden, sollten Sie sofort mit der Behandlung beginnen, denn einmal geschlüpft kann diese Nisse (7 bis 10 Tage später) zahlreiche Läuse hervorbringen.

Wenn Sie sicher gehen wollen, dass es sich wirklich um einen Lausbefall handelt, sollten Sie sich (oder Ihr Kind) von einem Spezialisten untersuchen lassen. Sie können Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat fragen, da diese oft mehr Erfahrung haben.

Behandlung

Behandlung_laeuseIn der Apotheke gibt es Gele und Läuse-Shampoos auf Basis von Malathion, Dermethrin, Lindan oder Permethrin.

Die Anwendung dieser Produkte muss häufig nach einigen (zumeist 8 bis 10) Tagen wiederholt werden. Die Handelsnamen der jeweiligen Medikamente und genaue Dosierungshinweise erhalten Sie bei Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker.

Lassen Sie sich die korrekte Anwendung des empfohlenen Präparates erklären, damit das Produkt auch die Wirkung zeigt, die es kann.

Es gibt auch natürliche Wirkstoffe auf Basis von Kokosnuss- und Anisöl, die das Atmungssystem der Läuse verstopfen.

In einer Reportage des RTS (Schweizer Fernsehen der Suisse romande), die im Februar 2010 zum Thema Lausbefall in der Westschweiz ausgestrahlt wurde, erklärte ein Arzt aus dem Kanton Waadt, die wirksamsten Mittel zur Behandlung der Läuse seien Wirkstoffe auf Basis von Dimeticon (einem Öl, das auf die Läuse wie eine Art Klebstoff wirkt). Ein erhältliches Produkt auf Dimeticon-Basis ist z. B. Pedicul® Hermal.

Behandlungsempfehlung

In der Regel empfiehlt es sich, die Gele oder Shampoos möglichst nah an der Haarwurzel aufzutragen. Dann gründlich einzumassieren.

Nach erfolgter Behandlung müssen unbedingt die restlichen Nissen mit einem Spezialkamm (siehe Foto) oder anderen Mitteln (Fingernägel, Schere) entfernt werden. Wir empfehlen jedoch sehr die Anwendung eines Spezialkamms bei Lausbefall. Fragen Sie Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.


Um die Nissen restlos zu entfernen, können Sie die Haare mit Essigwasser spülen (1 Esslöffel Essig auf eine Schüssel Wasser).

Allerdings sind gewisse Gesundheitsbehörden wie z.B. im Kanton Waadt (Schweiz) der Meinung, dass man die Nissen nicht mehr eliminieren muss. Dies sei verschwendete Zeit, da sich nur eine von fünf Nissen zu einer Laus weiterentwickelt. Es müssen nur die Läuse eliminiert werden.

Wie sucht man Läuse?

Um Läuse zu suchen und zu wissen, ob man welche hat, geht man folgendermassen vor:
Haare nicht nässen, die Schultern mit einem hellen Tuch (Handtuch) abdecken, 3 bis 5 Suppenlöffel einer beliebigen Haarspülung auftragen (erlaubt die Trennung der Laus vom Haar) und nicht ausspülen. Anschliessend entwirrt man die Haare zuerst mit einer normalen Bürste und kämmt systematisch jede Haarsträhne, von der Kopfhaut bis zur Haarspitze, mit dem Lauskamm durch. Streifen Sie den Lauskamm nach jeder Haarsträhne auf dem hellen Tuch ab, um zu sehen, ob Läuse vorhanden sind. Am Schluss können Sie die Haare auswaschen [Quelle: sanimedia.ch, offizielle Seite des Kantons Waadt].
Diese Lauskontrolle muss nach der zweiten Behandlung (normalerweise 8 bis 10 Tage nach der ersten Behandlung) während 1 Monat wöchentlich durchgeführt werden. Wenn Sie keine Läuse finden, ist die Behandlung beendet. Ansonsten müssen Sie einen neuen Behandlungszyklus starten. Man muss die Läuse bei allen Familienmitgliedern suchen.
Dieselben Behörden stellen zudem fest, dass nasse Haare die Übertragung der Läuse fördern könnten. Sie empfehlen, dass man die Haare beim Auftragen eines Anti-Laus-Shampoos nicht nässt.

Bemerkungen

– Bei den “klassischen” oder “chemischen” Behandlungen kommt es genau wie bei Antibiotika immer öfter zu Resistenzen. Malathion ist besonders davon betroffen (laut Februar-Ausgabe der Zeitschrift “Ca m’intéresse” zeigte sich in 64% der Fälle eine Resistenz gegenüber Malathion). Das macht die Bekämpfung von Läusen immer schwieriger und ist auch der Grund dafür, dass natürliche Behandlungsverfahren manchmal besser wirken.

– Es gibt aber auch präventive Behandlungen (auf Basis von chemischen Molekülen, Kokosnussöl, Weidenextrakt u.a.) für Sie und Ihr Kind. Fragen Sie dazu Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker!

Heilpflanzen

saule_blanc_LaeuseShampoos mit Weidenrindenextrakt können zur Behandlung und auch zur Vorbeugung von Lausbefall eingesetzt werden. Dabei handelt es sich eher um eine natürliche Alternative als um eine medikamentöse Behandlung erster Wahl.

Lavande_laeuse–  Zwei Tropfen ätherisches Lavendelöl auf die Hände und damit durch die Haare fahren. Diese Prozedur mehrere Tage in Folge wiederholen. Angeblich wirksam gegen Läuse und auch zur Vorbeugung geeignet.

Sonstige Mittel

Auch neutrales Henna wirkt vorbeugend gegen Läuse. Laut einer Leserin von Creapharma.ch handelt es sich dabei um ein sehr wirksames Mittel.

Hausmittel

Ölgemisch gegen Kopfläuse

Ratschläge

– Alle Personen, die in Kontakt mit Betroffenen stehen, sollten gründlich untersucht werden. Bei Lausbefall schnellstens behandeln.

– Schützen Sie die Personen in deren Umgebung eventuell durch präventive (vorbeugende) Behandlungen.

– Um Nissen besser erkennen zu können, können Sie (in der Schweiz) in der Apotheke ein Produkt namens Neon Nets® kaufen. Dieses Spray färbt die Nissen rosa und macht sie so besser sichtbar.

– Es empfiehlt sich sehr, die Nissen an den Tagen 1, 5, 9 und 13 (ab Beginn der Behandlung) mit einem feinen Spezialkamm aus den nassen Haaren zu entfernen. Nehmen Sie sich dafür Zeit (jeweils 30 Minuten) [Quelle: Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts in Berlin].
Allerdings sind gewisse Gesundheitsbehörden, wie z.B. im Kanton Waadt (Schweiz) der Meinung, dass man die Nissen nicht mehr eliminieren muss. Dies sei verschwendete Zeit, da sich nur eine von fünf Nissen zu einer Laus weiterentwickelt. Es müssen nur die Läuse eliminiert werden.
Um die Läuse zu suchen und zu wissen, ob man welche hat, geht man folgendermassen vor:
Haare nicht nässen, die Schultern mit einem hellen Tuch (Handtuch) abdecken, 3 bis 5 Suppenlöffel einer beliebigen Haarspülung auftragen (erlaubt die Trennung der Laus vom Haar) und nicht ausspülen. Anschliessend entwirrt man die Haare zuerst mit einer normalen Bürste und kämmt systematisch jede Haarsträhne, von der Kopfhaut bis zur Haarspitze, mit dem Lauskamm durch. Streifen Sie den Lauskamm nach jeder Haarsträhne auf dem hellen Tuch ab, um zu sehen, ob Läuse vorhanden sind. Am Schluss können Sie die Haare auswaschen [Quelle: sanimedia.ch, offizielle Seite des Kantons Waadt].

Dieselben Behörden stellen zudem fest, dass nasse Haare die Übertragung der Läuse fördern könnten. Sie empfehlen, dass man die Haare beim Auftragen eines Anti-Laus-Shampoos nicht nässt.

Ratschlaege_laeuse– Alle Textilien (Kleidung, Bettlaken, Handtücher, Stofftiere usw.), mit denen das Kind Kontakt hatte, sollten bei einer Temperatur von über 60°C gewaschen werden. Wenn Sie etwas nicht waschen können, stecken Sie die Textilien (oder Stofftiere) 10 Tage lang in eine Plastiktüte, um die Läuse auszuhungern. Schneller geht es, wenn Sie die Plastiktüte 24 Stunden lang in den Gefrierschrank legen. Auch das tötet die Läuse ab.

– Um die Nissen zu entfernen, können Sie Essigwasser benutzen und die Haare damit auswaschen. Auch unverdünnter Essig ist geeignet. Der Essig löst den Panzer der Nissen sehr wirkungsvoll auf. Um die Nissen zu entfernen, können Sie Essigwasser benutzen und die Haare damit auswaschen.

– Wenn Ihr Kind Läuse hat: Schicken Sie es nicht zur Schule, informieren Sie jedoch Lehrer und Schule, damit die entsprechenden Präventivmassnahmen an der Schule getroffen werden können. Ein Lausbefall ist keine Erfahrung, die das Kind erleben sollte, wie das teilweise bei Kinderkrankheiten von einigen Personen postuliert wird.

– Legen Sie Kämme und Bürsten nach einer Anwendung 10 Minuten lang in heisses Seifenwasser.

– Vermeiden Sie den Kontakt mit Mützen, Handtüchern usw. eines mit Läusen befallenen Kindes

– Haare nicht mit dem Fön trocknen, falls Sie ein chemisches Produkt angewendet haben; die erhöhte Temperatur kann den Wirkstoff inaktivieren!

– Eine der wirksamsten Behandlungen, aber auch die radikalste, besteht darin, die Haare abzuschneiden. Falls das möglich ist, ist es die beste Massnahme!

– Die Behandlung der Läuse kann langandauernd und kompliziert sein. Weil die Kinder oft zusammen spielen, können die Eltern und Ärzte viele Wochen damit verbringen, die Läuse zu eliminieren. Ein anderes Kind oder ein Erwachsener, der Träger der Läuse ist, kann die Kinder neu kontaminieren. Beim Widerauftreten der Läuse sollte man versuchen herauszufinden, woher die mögliche Kontamination kommt. Es handelt sich immer um einen menschlichen Überträger, Tiere (inkl. Haustiere) können keine Läuse vermitteln. Seien Sie geduldig und starten Sie eine Umfrage, wenn ihr Kind während mehreren Monaten, trotz richtiger Be              handlung, unter Läusen leidet.

– Shampoos auf Basis von Weidenrindenextrakt können zur Vorbeugung, aber auch zur Entfernung der Läuse eingesetzt werden.

Wie übersetzt man Läuse in andere Sprachen ?
  • Englisch: louse
  • Französisch: poux
  • Italienisch: pidocchi
  • Portugiesisch: piolho
  • Spanisch: piojo
Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 13.10.2016 verändert.

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