Migräne

Definition

Die Migräne ist eine Krankheit, die durch starke, oft heftige und wiederholte Schmerzen im Kopf charakterisiert ist. Die Schmerzen sind meist pulsierend. Eine Migräne dauert wenige Stunden bis mehrere Tage (2 bis 3) an. Die Schmerzen treten meist nur auf einer Seite des Kopfes auf (im Gegensatz zu Spannungskopfschmerzen).

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Die Migräne ist ein Kopfschmerz: man zählt etwa 100 verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Die Migräne gehört mit dem Spannungskopfschmerz und Clusterkopfschmerzen zu den 3 wichtigsten Kopfschmerzarten.

Gewisse Arten von Migräne werden von sensorischen und insbesondere visuellen Symptomen begleitet, die den Patienten warnen, dass eine Migräne bevorsteht. Diese Symptome nennt man Aura. Die Aura kann zwischen 5 und 60 Minuten dauern, im Durchschnitt sind es aber 15 Minuten.

Man unterscheidet verschiedene Arten von Migräne, die durch verschiedene Symptome charakterisiert sind.

– Migräne mit oder ohne Aura

– Menstruations-Migräne, tritt 2 Tage vor dem Auftreten der Menstruation und 3 Tage nach deren Beendigung auf.

– Ophthalmische Migräne, assoziiert mit einer Lähmung des 3., 4. und 6. Hirnnerv. Es betrifft vor allem Kinder unter 12 Jahren, kann aber auch bei Erwachsenen auftreten. Seltene Art von Migräne.

– Familiäre hemiplegische Migräne, wenn es während der Aura zu motorischen Problemen kommt. Es ist eine seltene Form.

– Retinale Migräne mit einem momentanen Sehverlust. Es handelt sich um eine seltene Form.

– Status migraneosus mit Migräneattacken, die über eine lange Zeit andauern (bis zu 72 Stunden).

Epidemiologie

Die Migräne trifft beide Geschlechter. Die Frauen sind aber wahrscheinlich aufgrund von Hormonschwankungen im Zyklus häufiger betroffen, als die Männer. 18% der Frauen leiden unter Migräne. Bei den Männern sind es 8%.

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Halten wir fest, dass bei Kindern unter 12 Jahren das Verhältnis von Mädchen zu Jungen gleich ist. Ein Grund mehr, dass es eine hormonelle Beeinflussung gibt.

Menschen unter 40 Jahren sind speziell von Migräne betroffen. Gewisse Quellen sprechen vom kritischen Alter für Migräne von 30 bis 45 Jahren.

Man schätzt, dass 15 bis 20% der Migräne-Patienten unter einer Aura leiden. Andere Quellen sprechen von 1 von 3 Personen.

Ursachen

Ursachen_migraeneDie Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Man vermutet, dass gewisse genetische, hormonelle und neuro-vaskuläre Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Man weiss, dass Serotonin, ein Neurotransmitter, beim Auftreten der Migräne wichtig ist. Die Patienten haben ein zwei Mal höheres Risiko, eine Depression zu entwickeln: Serotonin spielt eine wichtige Rolle in der Entwicklung von psychischen Krankheiten, was das erhöhte Risiko erklärt.

Gewisse äussere Faktoren können einen Migräneanfall auslösen:

– Hormonelle Schwankungen bei den Frauen, insbesondere der Östrogene. Deshalb leiden viele Frauen während der Menstruation oder Schwangerschaft unter Migräne. Die Einnahme von Kontrazeptiva wie die Pille, kann in gewissen Fällen die Migräne lindern, vor allem bei einer Migräne mit Aura.

– Die Einnahme von gewissen Nahrungsmitteln wie Käse, Schokolade, Wein, usw. Die Ärzte vermuten, dass der Einfluss von Nahrungsmitteln relativ gering ist. Spezialisten empfehlen, Nahrungsmittel mit einem tiefen glykämischen Index zu konsumieren.

– Die Einnahme von Alkohol oder Tabak, in gewissen Fällen auch Koffein (kann auch eine positive Wirkung haben)

– Schlafstörungen, zu viel Schlaf oder Änderungen im Schlafverhalten (z.B. Verschiebung der Schlafzeiten, Nachtarbeit,…)

– Physische Faktoren wie intensive Bewegung

– Dehydrierung (Wassermangel), trinken Sie mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag

– Die Einnahme von gewissen Medikamenten, insbesondere von Hormonen ( z.B. in der Menopause oder zur Verhütung)

– Licht (gemäss einer Studie im Jahre 2010, verschlimmert das Licht die Migräne, lesen Sie auch unter Aktualitäten)

– Depression (es gibt in der medizinischen Gesellschaft eine Kontroverse. Gewisse denken, dass die Migräne eine Depression fördert, andere das Gegenteil. Man weiss allerdings, dass es zwischen diesen 2 Krankheiten eine starke Verbindung gibt)

– Stress

– Abrupte Temperaturwechsel und Veränderungen des Luftdruckes. Man muss festhalten, dass die Ursachen der Migräne eine Kombination aus internen (genetisch, hormonell) wie auch externen (Stress, Müdigkeit) Faktoren ist.

Interessante Bemerkungen :

Wissenschaftliche Ursprünge der Migräne

– Der Ursprung, pharmakologisch gesehen, ist nicht vollständig geklärt. Man vermutet allerdings, dass die Migräneattacke durch eine Freisetzung von Entzündungsmediatoren in den Extremitäten der Schmerzbahnen geschieht (nozizeptive afferente Bahnen mit den Substanzen P, NO, …) oder es zu einer Veränderung der Gehirndurchblutung kommt (Quelle: Atlas der Pharmakologie, 2. Ausgabe, Lüllmann & Co bei Médecine-Science Flammarion)

– Eine Studie, die 2014 in England erschienen ist hat gezeigt, dass die Synapsen von Migränepatienten eine „Hypererregbarkeit“ gegenüber Neurotransmittern zeigen. Neue Medikamente könnten also diese Neurotransmitter blockieren und die Zukunft der Migränetherapie verbessern.

Risikogruppen

Die wichtigsten Risikopersonen sind die Frauen. Man kann ebenfalls festhalten, dass schwangere Frauen, Menschen über 40 Jahre und Individuen mit Migräne in der Familie, öfters von Migräne betroffen sind.

Symptome

Symptome_migraeneDie Symptome können abhängig von der Art der Migräne verschieden sein. Ein Symptom, das in den meisten Fällen auftritt, sind intensive, pulsierende Schmerzen, die normalerweise nur in einer Kopfhälfte auftreten.

Die Schmerzen im Kopf beginnen meistens sehr schwach und werden mit der Zeit intensiver.

Eine Migräneattacke wird oft von Übelkeit und Erbrechen, sowie einer Licht- und Lärmsensibilität begleitet. Eine Migräneattacke kann bis zu 72 Stunden andauern.

Bei einem von drei Patienten wird die Migräne von einer Aura begleitet: man spricht von einer Migräne mit Aura. Eine Aura charakterisiert sich durch Sehstörungen, Ameisenlaufen, sowie Expressionsschwierigkeiten. Sie kann zwischen 5 und 60 Minuten dauern, mit einer Durchschnittsdauer von 15 Minuten.

Die Migräne führt normalerweise zu keinen schweren Komplikationen.

Unterschiede zwischen der Migräne und Kopfschmerzen

Gemäss der internationalen Gesellschaft für Kopfschmerzen, spricht man von einer Migräne (im Gegensatz zu klassischen Kopfschmerzen oder Spannungskopfschmerzen) wenn:

A. bereits mindestens 5 Migräneattacken aufgetreten sind, die den Kriterien B, C und D entsprechen

B. die Dauer der Migräneattacke zwischen 4 und 72 Stunden gedauert hat

C. der „Kopfschmerz“ (Migräne) mindestens 2 Merkmale hat:

– unilaterale Lokalisierung (eine Seite des Kopfes)

– pulsierende Schmerzen („es klopft im Kopf“)

– mittlere bis starke Intensität (verhindert oder erschwert tägliche Aufgaben), für den Migräne Patienten einschränkend

– Verschlimmerung der Migräne durch tägliche Aufgaben wie z.B. Treppensteigen

D. Mindestens 1 weiteres Symptom :

– Übelkeit und/oder Erbrechen

– grosse Sensibilität gegenüber Licht und Lärm

Wenn Sie Zweifel haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Komplikationen

Man weiss, dass Frauen die unter Migräne mit Aura leiden, aufhören sollten zu rauchen, um das Risiko für einen Schlaganfall zu vermindern. Dies sagt auch die American Heart Association (AHA) in einer Mitteilung vom Februar 2014.

Diagnose

Die genaue Diagnosestellung der Migräne ist oft schwierig, da es keine direkten Tests wie z.B. eine genetische Untersuchung oder Blutanalyse gibt. Eine lange und ernsthafte Diskussion mit dem Arzt über die Erfahrungen des Patienten, hilft eine Diagnose aufzustellen.

Normalerweise basiert die Diagnostik auf einer klinischen Untersuchung mit physischen und neurologischen Tests. Es kann auch gewisse zusätzliche Untersuchungen beinhalten, wie eine Tomografie, Magnetresonanz und /oder eine Lumbalpunktion.

Behandlung

Die Behandlung der Migräne variiert je nach Art der Migräne. Man unterscheidet die therapeutische von der präventiven Behandlung.

Es gibt zwei Behandlungsformen bei Migräne:

A. Behandlung einer Migräne-Attacke

1. Erste Option im Fall einer Migräne-Attacke:
Analgetika (Schmerzmittel)
– Acetylsalicylsäure (ASS) 500-1000mg in Tablettenform oder Sachet (Pulver)
– Ibuprofen: 200-600mg in Tablettenform
– Paracetamol: 500-1000mg als Tabletten oder Zäpfchen

Antiemetika (und ev. zusätzlich eines der oben verschriebenen Schmerzmittels)
– Domperidon (als Tabletten oder Zäpfchen)
– Metoclopramid (eine Studie aus dem Jahr 2004 belegt, dass dieses Medikament eine positive Wirkung bei der Behandlung einer Migräne hat)

2. Zweite Behandlungsmöglichkeit:
Wenn eine Attacke mittlerer Stärke mit leichter Übelkeit auftritt:
– Triptane (in Tablettenform)
Bei schwerer Migräne
– Triptane subukutan (Injektion), nasal oder rektal bei starken Attacken und frühem Erbrechen. Kontraindiziert bei Herzinsuffizienz.
– Aspirin® 500-1000mg intravaskulär
B. Medikamentöse Behandlung zur Vorbeugung von Migräne-Attacken
Die unten aufgeführten Medikamente müssen von einem Arzt verschrieben werden. Nehmen Sie diese Medikamente nicht unkontrolliert ein. Hier finden Sie eine Auflistung von Medikamenten, die bei Migräne wirksam sind:

1. Betablocker: Z.B. Propranolol
2. Calciumantagonisten: Z.B. Flunarizin
3. Antidepressiva: Z.B. Amitriptylin
4. 5-HT-Serotoninrezeptorantagonisten: Z.B. Pizotifen, Methysergid

Wenn die Medikamente keine Wirkung zeigen, sollte die Behandlung nicht fortgeführt werden, da der Zustand sich verschlimmern kann und Nebenwirkungen auftreten können.

Neben der medikamentösen Behandlung gibt es als weitere Therapiemöglichkeit die Akupunktur. Im Gegensatz zur medikamentösen Behandlung entstehen bei der Akupunktur so gut wie keine Nebenwirkungen.

Risiken bei der Verwendung von bestimmten Medikamenten gegen Migräne
Der übermässige Gebrauch von Analgetika (z.B. Aspirin, Ibuprofen) kann eine Migräne oder Kopfschmerzen hervorrufen. Falls diese Symptome bei Ihnen auftreten, sollten Sie einen Arzt konsultieren, um eine Lösung für dieses Problem zu finden. Die Angaben auf dieser Seite ersetzen in keiner Weise die Beratung durch Ihren Apotheken oder eine Konsultation bei Ihrem Arzt. Nehmen Sie diese Medikamente nicht ohne eine Beratung durch eine Fachperson ein.

Heilpflanzen

Die unten aufgeführten Heilpflanzen haben eine Wirksamkeit bei der Behandlung von Migräne gezeigt. Jedoch sollten diese Heilmittel nicht als erste Wahl für die Behandlung erfolgen, sondern eher als Alternative bzw. Ergänzung zur medikamentösen Behandlung.

cafe_migraene– Kaffee zeigt eine positive Wirkung bei Migräne

– Minze (Mentha piperita), welche als Tee oder ätherisches Öl verwendet werden kann

– Mutterkraut, in Form von Kapseln oder als Tee

– Römische Kamille als Tee oder ätherisches Öl

Rosmarin, z.B. als ätherisches Öl. Insbesondere gegen Kopfschmerzen wirksam.

Hausmittel

Mutterkrauttee

Ratschläge

Ratschlaege_migraeneTreiben Sie regelmässig Sport in moderater Intensität: Eine Studie in der Türkei hat nachgewiesen, dass Sport eine prophylaktische Wirkung bei Migräne-Attacken hat. Aus wissenschaftlicher Sicht wird angenommen, dass durch sportliche Tätigkeiten wie z.B. Laufen, Fussball oder Tennis sich die Häufigkeit von Kopfschmerzen  verringern kann.

Kennen Sie die Ursachen und Faktoren für die Auslöser einer Migräne? Legen Sie sich einen Kalender/Notizbuch (Migräne- bzw. Kopferschmerztagebuch) zu. Dort können Sie sich folgende Notizen machen:

– Wie oft treten die Schmerzen auf?
– Wie lange halten die Schmerzen an?
– Nehmen diese bei körperlicher Tätigkeit zu?
– Wann treten die Beschwerden auf?
– In welchen Stresssituation entstehen sie?
Vermeiden Sie ausserdem den übermässigen Genuss von zu fettreichen Nahrungsmitteln. Der Genuss von Tabak- und Alkohol sollte ebenfalls kontrolliert werden.

Vermeiden Sie zu hohen Koffeinkonsum (mehr als 3 Tassen pro Tag) oder Medikamente auf der Basis von Koffein. Eine oder zwei Tassen Kaffee pro Tag sind am optimalsten.

Vermeiden Sie die übermässige Einnahme von Triptanen und Ergotaminen, da diese Mittel die Migräne oder Kopfschmerzen verstärken können.

Nehmen Sie Medikamente zur Vorbeugung von Migräne ein. In einigen Fällen kann die hochdosierte Einnahme von Vitamin B2 (Riboflavin) eine vorbeugende Wirkung gegen Migräne haben. Andere nicht-medikamentöse Behandlungen wie z.B. Akupunktur oder Yoga können sich ebenfalls positiv auswirken.

Tragen Sie im Winter eine Mütze oder einen Hut, da durch Kälte ebenfalls eine Migräne verursacht werden kann.

Nehmen Sie Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel oder mit der Nahrung ein. Die Frauen sollten 270mg und die Männer 300mg Magnesium pro Tag konsumieren. Das Magnesium kann bei gewissen Patienten die Häufigkeit der Migräneattacken reduzieren.

Trinken Sie regelmässig und insbesondere viel Wasser: eine Dehydrierung kann eine Ursache für Migräne sein.

Wie übersetzt man ​Migräne in andere Sprachen ?
  • Portugiesisch: enxaqueca

  • Spanisch: migraña

Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 20.03.2015 verändert.

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