Morbus Crohn

Definition

Morbus Crohn ist eine Chronische-entzündliche-Darmerkrankung (CED), die im gesamten Verdauungstrakt (Speiseröhre bis After) auftreten kann. Am häufigsten tritt sie am Ileum (Endes des Dünndarms) auf.

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Morbus Crohn kann in jedem Alter auftreten. Am häufigsten tritt sie bei Jugendlichen und Personen über 60 Jahre auf. Die meisten Patienten entwickeln die Krankheit vor dem 35-Lebensjahr. Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen von der Krankheit.

Die Krankheit tritt in Schüben auf, und verursacht Entzündungen an den Darmwänden. Zu den Symptomen zählen Blutungen und Bauchschmerzen. Bei Patienten ist es möglich sowohl gesunde als auch entzündete Segmente zu finden.

Bevor eine Diagnose gestellt wird, sollte von dem behandelnden Arzt ausreichende Untersuchungen vorgenommen werden, um eine Entzündung des Darms durch andere Krankheiten auszuschließen.

Epidemiologie

Das Auftreten dieser Krankheit, kann bei unbekannter Herkunft eine Auswirkung von 3 bis 6 Personen bei ca. 100.000 Personen haben.

Morbus-Crohn tritt in verschiedenen Teilen des Verdauungstraktes, mit folgenden Frequenzen auf:

– Bei 35% der Patienten liegt zuerst eine Entzündung des Dünndarms vor.

– Etwa 20% der Patienten haben eine Entzündung am Dickdarm.

– Ca. 45% der Patienten leiden an einer Entzündung des Dickdarm- und Krummdarm.

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Ursachen

Bis zum heutigen Tag ist die genaue Ursache für die Entstehung von Morbus Crohn nicht bekannt. Eine Fehlfunktion des Immunsystems spielt einen Faktor.

Verschiedene Studien haben ebenfalls belegt, dass diverse Umweltfaktoren eine Rolle bei der Entstehung von Morbus Crohn spielen.

Forscher haben inzwischen entdeckt, dass Erbfaktoren existieren, die für den Ausbruch der Krankheit verantwortlich gemacht werden können.

Rauchen kann einer der Gründe für das Auftreten der Krankheit sein, und die Ursache für entzündliche Ausbrüche sein.

Morbus Crohn und die Verhütungspille

Eine grosse Studie mit mehr als 230’000 Frauen, die im März 2015 publiziert wurde hat gezeigt, dass die Einnahme der Verhütungspille während mindestens 5 Jahren das Risiko für die Entwicklung von Morbus Crohn verdreifacht. Dr. Hamed Khalili, der Gastroenterologe des Massachusetts General Hospital in Boston hat diese Studie durchgeführt. Er beobachtete mit seiner Gruppe, dass sich die Anzahl Menschen mit Morbus Crohn in den letzten 50 Jahren um den Faktor 2 bis 3 erhöht hat; d.h. seit der fast generalisierten Verwendung der Verhütungspille bei den Frauen in Westeuropa.

Allerdings hält Dr. Khalili fest, dass die Verhütungspille höchstwahrscheinlich nicht die direkte Ursache ist, aber dass die Entwicklung dieser Krankheit auf wichtige Art und Weise von der genetischen Erbmasse abhängt. Anders gesagt, die Verhütungspille könnte ein auslösender Faktor sein, aber nicht die Ursache der Krankheit. Bei einer Frau mit Morbus Crohn Fällen in der Familie, wird die Einnahme der Verhütungspille abgeraten.

Die Studie wurde in der spezialisierten Zeitschrift Gut publiziert.

Symptome

Morbus Crohn ist eine Krankheit, welche den Verdauungstrakt angreift und dort Entzündungen hervorruft. Folgende Symptome können auftreten:

– Chronischer Durchfall, welcher manchmal mit Blut auftritt

Bauchschmerzen, wegen Darmkoliken

Fieber

– Appetitlosigkeit

– Gewichtsverlust

Anämie

Die Symptome können mehrere Tage oder sogar Wochen anhalten, und können in unregelmäßigen Abständen verschwinden oder erneut auftreten. Die Intensität, Schwere und Häufigkeit der Symptome sind nicht genau vorherzusagen. Jedoch können schwere Ausbrüche schwerwiegende Auswirkungen auf den Darmtrakt haben, wodurch es zu einer Dehydratation kommen kann, die mit starken Schmerzen und Blutverlust verbunden ist.

Die Krankheit kann gewisse Zonen des Verdauungstraktes mehrmals angreifen und dort Entzündungen hervorrufen. Wenn ein betroffener Teil durch eine Operation entfernt wurde, kann die Erkrankung an einer anderen Stelle erneut auftreten.

Morbus Crohn tritt in der Regel nur bei Jugendlichen oder bei Menschen über 60 Jahren auf. In manchen Fällen kann sie auch Kinder betreffen, und folgende Symptome hervorrufen:

– Wachstumsverzögerung

– Eine Entzündung der Gelenke

– Asthenie

Fieber

Diagnose

Um Morbus Crohn zu diagnostizieren, wird vom behandelnden Arzt eine klinische Untersuchung, biologisches Examen (nicht-krankheits-spezifisch), sowie eine Darm-Radiographie durchgeführt.

Vor der Durchführung der oben genannten Examen, erfolgt die Anamnese (Krankheitsgeschichte) des Patienten, um folgende Beschwerden und Symptome zu untersuchen:

– Repetitive Krämpfe und Bauchschmerzen, die mit Durchfall verbunden sind;

– Läsionen im Analbereich;

– Das Auftreten ähnlicher Fälle in der Familie;

– Vereinzelte oder komplette Entzündungen der Gelenke, Augen oder der Haut.

Bei der ersten klinischen Untersuchung wird der Bauch abgetastet, wobei eine Belastung oder Masse in der Regel im rechten Unterbauch gezeigt wird.

Als nächster Schritt wird eine biologische Untersuchung (Bluttest) durchgeführt, um die Anzeichen einer Entzündung zu suchen und zu bestätigen. Sollte eine Entzündung vorliegen, zeigt die biologische Untersuchung einen Anstieg der Anzahl weißer Blutkörperchen, sowie eine Verringerung von Albumin oder einer Anämie.

Nach der biologischen Untersuchung erfolgt eine Darmspiegelung, um den Zustand des Dickdarms zu untersuchen. Wenn nur der Dünndarm betroffen ist (in den meisten Fällen) wird eine normale Darmspiegelung durchgeführt. Es können ebenfalls Röntgen-Untersuchungen zum Einsatz kommen, bei denen ein Kontrastmittel verwendet wird, um die Diagnose von Morbus Crohn zu stellen.

Komplikationen

Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine Entzündung des Verdauungstraktes. Zu den häufigsten Komplikationen zählen ein Darmverschluss und das Auftreten von Abszessen- und Darm-Fisteln.

Im Prinzip sind die Organe bei einer gesunden Person gut abgegrenzt. Bei einer Morbus-Crohn-Erkrankung, können Fisteln im Darmbereich auftreten, was eine Verbindung des Darms mit anderen Organen bedeutet. Eine Fistelbildung kann zur Bildung von Abszessen führen, welche operativ entfernt werden müssen. Ebenfalls kann es zu einer Bildung an der perianalen Region kommen, wodurch Schmerzen beim Stuhlgang auftreten.

Es können rektale Blutungen auftreten. Wenn die Krankheit den Dickdarm betrifft, kann sich das Risiko von einer Erkrankung von Darmkrebs deutlich erhöhen.

Obwohl Morbus Crohn dafür sorgt, dass sich die Lebensqualität des Patienten verringert, so ist dies nur der Fall, wenn die Krankheit akut auftritt. Es handelt sich hierbei um Nebenwirkungen der Krankheit wie z.B. eine Krebserkrankung in der Region des Verdauungstraktes.

Während einer Krise kann es zu Entzündungen in anderen Teilen des Körpers kommen:

– Eine Entzündung des Augenbereichs

– Entzündung der Gelenke

– Soor (Ulcerationen der Mundschleimhaut)

– Erythema nodosum (Entzündung der Haut an den Armen und Beinen)

Wenn keine akute Krise besteht, kann es zu entzündlichen Komplikationen kommen. Diese können folgendermaßen sein:

– Uveitis (Entzündung des Auges)

– Sakroiliitis (Entzündung des Kreuzbein-Darmbeingelenks)

– Eine Entzündung der Gallenwege

Wir stellen fest, dass die Krankheit durch Störung einiger Organe zu Komplikationen führen kann:

– Nierenregion (Harnwegsinfektion, Nierensteine)

– Verdauungstrakt (im Fall einer schlechten Resorption von Nahrung und das Vorhandensein von Gallensteinen

Behandlung

Die Behandlung von Morbus Crohn zielt in erster Linie darauf ab, die Symptome (Durchfall, Krämpfe, Bauchschmerzen) zu lindern und die Entzündung zu verringern. Der behandelnde Arzt kann in diesem Fall Derivate und Kortikosteroide von Salazosulfapiridina verschreiben. Um eventuelle Komplikationen zu vermeiden, kann auch Antibiotika verabreicht werden.

Sollte dies nicht ausreichend sein, so kann ebenfalls ein Immunsuppressivum zum Einsatz kommen.

Im Falle von Komplikationen wie Blutungen, Fisteln, einem Darmverschluss und bei mäßigem Erfolg der medikamentösen Behandlung, kann eine Operation durchgeführt werden.

Zur Reduzierung der Symptome können folgende Medikamente verwendet werden:

– Antidiarrhoika wie Loperamid, um die Bauchschmerzen zu lindern.

– Anticholinergika, zur Reduzierung von Bauchkrämpfen und Linderung der Schmerzen.

– Codein und Opium-Tinktur, um die Schmerzen zu reduzieren und einer Anti-Durchfall-Wirkung.

– Zusammensetzung von Methylcellulose und Psyllium, die den Stuhl härten und bei der Prävention Anal-Irritationen helfen.

Um die Entzündung zu verringern, sind Derivate wie Sulfasalazin, Mesalazin, Olsalazin und Balsalazida angegeben. Diese Medikamente wirken sich auf die Entzündung aus und kontrollieren die Symptome der Krankheit (speziell die vom Dickdarm), sind aber im Falle einer akuten Krise nicht wirksam.

Kortikosteroide sind effizient gegen Durchfall, Fieber und Bauchschmerzen. Die Verabreichung erfolgt oral in hoher Dosis, um die Entzündung zu kontrollieren. Die Dosen werden wie üblich bei einer Behandlung mit Steroiden von Zeitpunkt zu Zeitpunkt reduziert. Das Medikament welches verschrieben wird nennt sich Prednison. Die Behandlung mit Steroiden über einen längeren Zeitraum kann zu Nebenwirkungen führen. Sollte dies der Fall sein, kann ein neues Steroid namens Budesonig verwendet werden, welches über weniger Nebenwirkungen verfügt.

Morbus Crohn entwickelt sich schubweise. Sollten die Beschwerden zu stark werden, kann eine Einweisung ins Krankenhaus erfolgen, wo der Patient intravenös Steroide erhält. Der Patient kann eine ernste rektale Blutung erleiden, die eine Bluttransfusion rechtfertigt. Ein großer Blutverlust kann zu einer Anämie führen. Im Falle einer Anämie sollte eine zusätzliche Behandlung mit Eisen erfolgen.

Der Einsatz von Immunsuppressiva (Azathioprin und Mercaptopurin) kann erfolgen, wenn die oben aufgeführten Medikamente keine ausschlaggebende Wirkung auf die Krankheit hat. Die o.g. Medikamente wirken sich auf das Immunsystem aus und bewirken ein verbessertes Wohlbefinden des Patienten. Es dauert jedoch zwei bis vier Monate, bis die Medikamente ihre erste Wirkung bewirken. Darüber hinaus können schwere Nebenwirkungen wie z.B. Allergien auftreten. Folgendes muss in regelmäßigen Abständen geprüft werden:

– Anzahl der Pankreasenzyme

– Die Rate der weißen Blutkörperchen.

Im Falle einer Unverträglichkeit von Kortikosteroide, Azathioprin oder Mercaptopurin können andere immunmodulierende Medikamente wie Methotrexat und Infliximab verwendet werden.

Behandlungen mit Antibiotika werden häufig eingesetzt, um bakterielle Komplikationen zu behandeln. In der Regel verschreibt der behandelnde Arzt Metronidazol, um Abszesse oder Fisteln zu behandeln, und Durchfall und Darmkrämpfe zu lindern. Metronidazol kann bei längerer Anwendungsdauer jedoch zu Nebenwirkungen führen. Es existieren jedoch Alternativen zur Behandlung mit Antibiotika wie z.B. Ciprofloxacin oder Levofloxacin.

Klassische Chirurgie

Die Chirurgie kann verwendet werden, wenn andere Behandlungen fehlgeschlagen sind oder bei Komplikationen, insbesondere bei einem Darmverschluss,  Abszessen oder Fisteln. Die Chirurgie besteht aus einer Ablation eines Teils des Verdauungssystems und insbesondere des Darmes. Fragen Sie Ihren Arzt für weitere Informationen um Rat.

Halten wir fest, dass die Beschneidung von Teilen des Verdauungstraktes die Krankheit nicht daran hindert, andere Stellen zu befallen. Die Chirurgie verbessert also den Zustand des Patienten und vermindert die Symptome. Eine zweite Intervention ist jedoch häufig notwendig.

Transplantation von Stammzellen (in Englisch: peripheral stem cell transplantation for severe Crohn’s disease)

Seit einigen Jahren und in sehr fortgeschrittenen Fällen von Morbus Crohn, insbesondere wenn die Medikamente nicht wirksam sind, gibt es vor allem in Europa und Nordamerika eine chirurgische Methode, die Blutstammzellen transplantiert.

Man entfernt beim Patienten Blutstammzellen aus dem Knochenmark. Anschliessend werden diese Zellen mit Medikamenten in hoher Dosis behandelt, um „gereinigt“ zu werden, und wieder in den Körper implantiert. Die Idee ist es, auf das Immunsystem zu wirken.

Ratschläge

– Ärzte empfehlen, dass Patienten vor bzw. nach einer Operation eine Diät als Ergänzung durchführen. Sollte bei Kindern eine Okklusion oder Darmfisteln auftreten, ist diese Methode hilfreich, um das Wachstum aufrecht zu halten. Im Falle einer Malabsorption von Lebensmitteln bei Erwachsenen, kann eine parenterale Ernährung erfolgen.

– Weil die Verhütungspille ein auslösender Faktor dieser Krankheit sein könnte, sollte eine Frau mit Morbus Crohn Fällen in der Familie eher keine Pille einnehmen und auf eine andere Art verhüten.

Wie übersetzt man ​Morbus Crohn in andere Sprachen ?

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 18.05.2015 verändert.

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