Mumps

Definition

Definition_mumpsMumps ist eine Infektionskrankheit, die durch ein Virus verursacht wird, welches aus der gleichen Familie wie auch das Masernvirus stammt, nämlich die Familie Paramyxovirus.

Es können Menschen jeden Alters betroffen sein. Jedoch tritt die Krankheit überwiegend im Alter zwischen 5 und 10 Jahren auf. Daher werden Mumps als Kinderkrankheit eingestuft.

Manchmal trifft die Krankheit junge Erwachsene im Alter von 15 bis 30 Jahren, wo es viel schlimmere Konsequenzen hat, vor allem wenn es bei den jungen Männern eine Hodenentzündung gibt.

Bei Mumps handelt es sich um eine hochansteckende Krankheit, die genau wie bei Masern im näheren Umfeld (Brüder und Schwestern und vor allem Klassenkameraden) eine Epidemie verursachen kann. Die Übertragung des Virus erfolgt durch Speicheltropfen in der Luft. Die Ausbreitung dieser Krankheit ist allerdings meist mild (ohne grosse Konsequenzen).

Die Inkubationszeit dieser Krankheit ist etwa 3 Wochen. Anschliessend erscheinen die typischen Symptome von Mumps in Form von einer schmerzhaften Entzündung der Ohrspeicheldrüse, die sogenannte Parotis. Diese Drüse befindet sich unter den Ohren. Die folgenden Symptome sind für diese Kinderkrankheit ebenfalls charakteristisch: Fieber, Angina, Schwierigkeiten mit Kauen und Schlucken und trockenen Mund. Kopfschmerzen können ebenfalls auftreten.

Seltener sind bei den Knaben Schmerzen in den Hoden und bei den Mädchen Schmerzen in den Eierstöcken. Es ist ebenfalls möglich, dass Mumps Meningitis-ähnliche Symptome auslöst, wie z.B. die Nackenstarre. Die Heilung erfolgt innerhalb von etwa 7 bis 10 Tagen.

Epidemiologie

Die ganze Weltbevölkerung kann durch Mumps betroffen sein, insbesondere Kinder und junge Erwachsene. Dieses Leiden ist sehr ansteckend und tritt in den warmen Ländern während dem ganzen Jahr auf. In Ländern mit kaltem Klima, beobachtet man einen Inzidenzpeak im Frühling und im Winter. Wie bei der Grippe gibt es auch für Mumps epidemische Peaks. Diese treten alle 2 bis 5 Jahre auf.
Ohne Impfung treten jährlich etwa 0,1 bis 1% Mumpsfälle auf. Dies scheint wenig zu sein, aber absolut gesehen, bedeutet dies, dass 1‘000 von 100‘000 Menschen betroffen sind und zum Teil schwerwiegende Konsequenzen (Hodenentzündung, Meningitis, usw.) davon tragen, vor allem die Erwachsenen.
Die Anzahl Fälle von Mumps haben nach der Einführung der Impfung in den 60er Jahren drastisch abgenommen. In den USA z.B., erkrankten vor der Impfung mehr als 160‘000 Menschen an Mumps und es verstarben 50. Seit der Impfung fiel die Anzahl Kranken auf 7‘0000 und 0 Todesfälle zurück.
Die WHO hat für die Impfdeckung Zielwerte formuliert, damit die Infektionen dank der Impfung vermieden werden können. Diese Impfdeckung hemmt die Übertragung und Ausbreitung dieser Krankheit. Für Mumps wäre der Zielwert 90-92%. Mit den Anti-Impfbewegungen wird die optimale Impfdeckung nicht erreicht und die Anzahl Erkrankungen und Todesfälle haben wieder zugenommen. Dies ist umso alarmierender, weil Mumps vor allem Erwachsene trifft und die bereits erwähnten schwerwiegenden Konsequenzen auftreten können.

Ursachen

Ursachen_mumpsWie in der Definition beschrieben, wird eine Mumps-Infektion durch sogenannte Paramyxoviren verursacht.

Das Virus wird durch die Luft übertragen (durch die Inhalation von Speichel Tröpfchen, die von Patienten ausgestossen werden). Es kann sich auch über mit Speichel bedeckten Objekten verbreiten. Man kann ohne Wissen diese kontaminierten Objekte anfassen und sich infizieren, wenn man sich die Hände nicht pflichtbewusst wäscht, bevor man an den Mund oder die Nase fasst (dies sind die Haupteintrittspforten des Virus).

Die Inbukationszeit (von dem Moment der Ansteckung bis zum Anzeichen der ersten Symptome) beträgt etwa 17 bis 21 Tage.

Die Ansteckungsgefahr besteht 5 Tage vor, und bis zu 8 Tage nach den ersten Symptomen. Daher kann das Virus auch ohne zu wissen an andere übertragen werden.

Da es sich um ein sehr ansteckendes Virus handelt, ist es empfehlenswert sich impfen zu lassen. Hier wird der Kombinationsimpfstoff MBR verwendet, welcher gegen Rötteln, Masern und Mumps immunisiert.

Nach der Impfung ist von einer lebenslangen Immunität auszugehen. Nur in seltenen Fällen kann eine Zweitinfektion auftreten.

Risikogruppen

Alle Menschen, die noch nicht immunisiert sind (oft Kinder zwischen 5 und 10 Jahren). Im Alter von 4 Monaten, sind die Säuglinge durch die mütterlichen Antikörper nicht mehr geschützt und sind sehr anfällig für Krankheiten. Die Mumps-Impfung kann zu diesem Zeitpunkt bereits gemacht werden, obwohl sie erst im Alter von 12 Monaten empfohlen wird. Eine Auffrischimpfung wird im Alter von 15 oder 24 Monaten gemacht, damit die Deckung optimal ist. Zudem wird die Impfung bei allen kleinen Kindern (unter 12 Monaten) empfohlen, wenn man sich in einer epidemischen Periode befindet oder gewisse Reisen unternehmen will (Situation abwägen, wie wenn man dem Risiko ausgesetzt ist).
Gesundheitspersonal. Mumps ist, wie wir in der Definition gelesen haben, eine Krankheit, die direkt oder indirekt durch die Luftwege sehr ansteckend ist (Husten, Niesen, mit Speichel überzogene Gegenstände). Alle Menschen, die diese Krankheit noch nicht hatten oder nicht geimpft sind, sind Risikopersonen.
Die Impfung wurde in den 60er Jahren eingeführt. Alle Menschen, die vor 1963 geboren wurden, konnten bereits mit dem Virus in Kontakt getreten sein und Antikörper gebildet haben. Alle Menschen, die hingegen nach der Einführung der Impfung geboren sind und nicht geimpft wurden, können die Krankheit entwickeln und sind einem erhöhten Risiko mit allen möglichen Komplikationen ausgesetzt.
Es ist möglich, dass man die Krankheit während dem ganzen Jahr erwischen kann. Normalerweise erkrankt man aber vor allem im Winter und in gewissen Gesellschaften, wie z.B. in der Schule. Das Virus bleibt in den Tropfen als Suspension in der Luft. Man infiziert sich vor allem in geschlossenen Umfeldern wie z.B. in Läden, am Arbeitsplatz, in der Schule, usw.

Symptome

Symptome_mumpsNach der Virusübertragung beträgt die Inbukationszeit 17 bis 21 Tage. Nachdem sich das Virus vermehrt hat, tritt es in den Blutkreislauf ein und erreicht als ersten Ort die Ohrspeicheldrüse, wodurch die charakeristischen Symptome der Krankheit auftreten.

Die typischen Symptome sind:

Erkältungssymptome

– Appetitlosigkeit

Fieber

– Schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse

– Häufige Kopfschmerzen

Die Intensität der Symptome ist bei Erwachsenen viel höher. Zudem können sehr schwere Komplikationen auftreten, wenn das Virus andere Körperpartien wie Hoden, Eierstöcke oder das Nervensystem befällt und so eine Hodenentzündung, Eierstockentzündung oder Hirnhautentzündung auslöst.

Bei beiden Geschlechtern kann das Virus ebenfalls die Bauchspeicheldrüse befallen und eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen.
Um zu verhindern, dass man unnötigerweise an Mumps erkrankt, vor allem als Erwachsenener, sollte man sich impfen lassen. Zudem hilft die Impfung die Grösse des Infektionsherdes zu vermindern und das Risiko einer Übertragung zu schmälern. Schwere Komplikationen wie Sterilität, Taubheit oder der Tod können auftreten.

Diagnose

Die übliche Diagose bei Mumps erfolgt normalerweise durch die Identifizierung der Symptome der Krankheit. Es kann auch durch die Bestimmung der spezifischen Antikörper im Serum bestätigt werden. Diese Methode kann z.B. mit ELISA durchgeführt werden.

Komplikationen

Das Auftreten von Komplikationen wird folgendermassen erklärt: normalerweise dringt das Virus durch den Mund oder die Nase (Luftwege) in den Körper ein. Es vermehrt sich und tritt in den Blutkreislauf ein. Das Virus kann sich anschliessend in verschiedenen Körperregionen ausbreiten, vor allem in den Ohrspeicheldrüsen. Durch das Erreichen von anderen Körperteilen (Hoden, Nervensystem) treten die schweren Komplikationen auf.

Etwa 30 bis 40% der Mumps-Infektionen verlaufen asymptomatisch. Jedoch kann es in seltenen Fällen auch zu folgenden Komplikationen kommen:

Meningitis (Hirnhautentzündung): Diese tritt normalerweise 4 bis 10 Tage nach der Ohrspeicheldrüsenentzündug auf.

– Orchitis (Entzündung des Hoden):Oftmal entsteht die Orchitis als Begleitsymptom einer anderen Infektion wie z.B. bei Mumps oder Windpocken. Die Symptome sind hohes Fieber und eine Schwellung der Hoden. In normalen Fällen geht die Entzündung nach 10 Tagen wieder weg. In schweren Fällen kann es zur Unfruchtbarkeit kommen.

– Eierstockentzündung bei den Frauen. Wie bei der Hodenentzündung, kann es zur Sterilität kommen.

– Pankreatits (Bauchspeicheldrüsenentzündung): Diese Art von Komplikation kommt nur sehr selten vor. Die typischen Symptome sind Bauchschmerzen, Erbrechen, Verstopfung und Fieber.

– Teratogen: Gefahr von Missbildungen des Fötus, bei Schwangeren die nicht immunisiert sind.

– Während der Schwangerschaft und vor allem während dem ersten Trimester, kann es durch Mumps zu einem ungewollten Schwangerschaftsabbruch kommen. Gemäss den Spezialisten gibt es aber keine Beweise dafür, dass Mumps während der Schwangerschaft zu Missbildungen des Fötus führt.

Frauen, die schwanger werden möchten, sollten sich zuvor gegen Mumps impfen lassen, wenn sie es nicht bereits sind oder bereits erkrankt sind. Anschliessend sollte man nach der ersten Impfung 3 Monate mit der Konzeption warten, da es sich bei der Mumps-Impfung um einen Lebend-Impfstoff handelt. Ist es hingegen eine Auffrischimpfung, dh. die Frau hat bereits eine erste Impfung erhalten, reicht ein Abstand von einem Monat bis zur Konzeption.

Behandlung

Behandlung_mumpsEs gibt keine Behandlung gegen Mumps. Normalerweise löst die Krankheit unangenehme bis sogar sehr unangenehme Symptome aus (vor allem bei Erwachsenen).

Medikamente und Pflegemaßnahmen bei einer Mumps-Infektion:

– Bettruhe

– Antipyretika (Medikamente zur Fiebersenkung, wie z.B. Paracetamol)

– Antientzündlich- und schmerzlindernde Medikamente (falls notwendig)

Die Behandlung mit antipyretischen Medikamenten ist essentiel für junge Kinder, deren Fieber 38,5 ° C überschreitet, da die Gefahr von Krampfanfällen besteht.

Man kann eine mögliche Atrophie der Hoden bei einer Hodenentzündung weder behandeln noch kann man ihr vorbeugen. Die Hodenentzündung ist sehr schmerzhaft und es werden starke Schmerzmittel verschrieben.
Wenn es zu einer Bauchspeichelentzündung kommt, werden folgende Medikamente verschrieben: Antiemetika (gegen Erbrechen) und Schmerzmittel.
Bei einer Meningitis ist die Ruhe sehr wichtig, zudem braucht es eine Einnahme von Schmerzmitteln und Entzündungshemmern.

Weil die Krankheit hochansteckend ist, sollte der Patient während 3 Wochen zu Hause bleiben (vor allem nicht in die Schule gehen).

Impfung gegen

Es exisitiert ein Kombinationsimpfstoff MMR (gegen Mumps, Masern und Rötteln). Dieser ist für alle geeignet, die noch nicht gegen diese Krankheiten immunisiert sind. Für weitere Informationen sollten Sie Ihren Arzt konsultieren.

diagnose_mumps

Alternative Behandlung Mumps

Im Falle einer Mumpserkrankung, sind folgende alternative Methoden zu empfehlen:

– Schluckbeschwerden können mit einer Rachenspülung (Kamille– oder Salbeitee) behandelt werden.

– Warme Ölverbände um den Hals bzw. Quark-Hals-Wickel.

Ratschläge

– Wegen der hohen Ansteckungsgefahr darf der Patient das Haus nicht verlassen und sollte keinen Kontakt zu Menschen haben, die nicht gegen Mumps geimpft oder diese Krankheit bereits hatten.

– Prävention von der Umgebung (Familie, Schule,…)

– Bei einer Hodenentzündung oder Fieber ist strikte Bettruhe notwendig.

Was sollte man tun, wenn man nie geimpft wurde und die Krankheit nie hatte?
Die Impfung und die Krankheit verursachen eine lebenslange Immunität gegen Mumps. Das Immunsystem, das mit den Antigenen in Kontakt war, kann die Antikörper gegen Mumps herstellen. Alle Menschen, die vor 1963 geboren wurden, müssen die Impfung nicht mehr nachholen, da sie die Krankheit sicher bereits hatten. Es wird aber allen Menschen, die nach 1964 geboren wurden, empfohlen, sich zu impfen, falls dies als Kind nicht bereits geschehen ist (normalerweise wurden 2 Impfdosen vor dem zweiten Lebensjahr verabreicht).
Was sollte man tun, wenn das Impfschema nicht eingehalten wurde?
Wenn nur eine statt zwei Dosen verabreicht wurden, wird empfohlen, die fehlende Dosis schnellstmöglich nachzuholen. Es zählt jede Dosis, d.h. man muss nicht zwei Dosen nachholen, eine einzelne reicht aus.
Was sollte man tun, wenn man bereits Masern hatte, aber kein Mumps und keine Röteln. Kann man die kombinierte Impfung trotzdem machen lassen?
Die Impfung kann durchgeführt werden, da sie vor den Krankheiten schützt, die man noch nicht hatte (in diesem Fall Mumps und Röteln). Die Antikörper, die gegen Masern bereits vorliegen, werden die Antigene der Masern einfach zerstören.

Vorbeugung

– Die Prävention besteht vor allem in der Impfung (kombinierte Impfung Masern-Mumps-Röteln MMR).
Das Ziel der Impfung ist es zu vermeiden, dass man als Erwachsener an Mumps erkrankt. Diese Krankheit ist für Erwachsene viel schmerzhafter als für Kinder. Zudem ist das Risiko für schwerwiegende Komplikationen viel grösser, wie z.B. für eine Hinhautentzündung oder eine Hodenentzündung. Die Frauen können ebenfalls unter schweren Komplikationen leiden, die die Eierstöcke betreffen. Mumps kann sogar zu Sterilität führen und es gab auch Todesfälle aufgrund von Mumps.
Wenn das Impfschema fertig gestellt wurde (2 Dosen), ist der Schutz zwischen 75-90%. Man vermutet, dass zwei Wochen nach der ersten Impfung bereits ein Schutz besteht (immunisiert). Natürlich braucht es beide Dosen, um einen optimalen Schutz zu gewährleisten.
Die WHO hat für die Infektionskrankheiten, die dank der Impfung vermeidbar wären, Ziele formuliert. Bezüglich Mumps möchte die WHO eine weltweite Impfdeckung von 90-92%. Dieser Zielwert ist notwendig, um die Kette der Übertragung des Virus zu unterbrechen.

– Eine andere wichtige Präventionsmassnahme ist es, das Virus zu verdrängen. Dieser hochansteckenden Krankheit muss man ausweichen. Man sollte es vermeiden, in geschlossenen Räumen mit Patienten zu sein, wenn man nicht geimpft ist oder die Krankheit noch nie hatte. Dies ist vor allem bei schwangeren Frauen wichtig.
Die hygienischen Massnahmen wie das sorgfältige Waschen der eventuell kontaminierten Hände, Oberflächen und Objekten (z.B. Spielzeug), helfen ebenfalls.

Wie übersetzt man ​Mumps in andere Sprachen ?
  • Portugiesisch: caxumba

  • Spanisch: paperas

 

Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 20.03.2015 verändert.

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