Mundgeruch

Definition

Definition_mundgeruchDer Mundgeruch, auch Halitose genannt, wird definiert durch einen schlechten Geschmack im Mund oder anders gesagt irgendein schlechter, unangenehmer Geruch während der Atmung.

Er verursacht einen unangenehmen Geruch, der in den meisten Fällen durch die Anwesenheit bestimmter Bakterien entsteht (z.B. anaerobe Bakterien), die sich auf den Papillen der Zunge befinden.

Dieses Problem betrifft nicht nur den Betroffenen selbst, sondern natürlich auch die Mitmenschen aus der Umgebung, was das Problem umso wichtiger macht.

In den meisten Fällen ist es ein triviales Problem, aber in einigen Fällen kann es auch mit einer Krankheit (z.B. chronische Sinusitis), verbunden sein.

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Der schlechte Geruch und seine Geschichte (in den letzten Jahrhunderten)

Es ist interessant, dass Mundgeruch schon immer seit jeher ein Problem darstellte.
In Italien wurde der schlechte Atem mittels der Petersilie behandelt (auch heute noch ist diese Pflanze bei Mundgeruch indiziert) und im Irak waren es eher die Gewürznelken. In Europa und bis Anfang 18tes Jahrhundert bestand die Haupttherapie im Gurgeln mit Lösungen auf Urinbasis

Epidemiologie

Ungefähr ein Drittel bis zu einer Hälfte der Bevölkerung leidet manchmal unter Halitose (Mundgeruch) und eine von zwanzig Personen hat der Mundgeruch chronischen Charakter [Quelle: Schweizerische Zahnärztegesellschaft, Juli 2011]

Männer und Personen mit einem Alter über 20 Jahre sind öfter von Mundgeruch betroffen, als die Frauen und Personen unter 20 Jahren.

Halten wir auch fest, dass mit dem Alter tendenziell mehr Menschen an Mundgeruch leiden.

Ursachen

Mögliche Gründe des schlechten Atems sind in 85 – 90% der Fälle die Bakterien im Mund und auf der Zungenoberfläche.

Das was das nähere Umfeld als unangenehmen Geruch wahrnimmt sind flüchtige Schwefelverbindungen, welche während Zersetzungsprozessen entstehen.

Gewisse Faktoren können schlechten Atem begünstigen, wie:

–  eine schlechte Mundhygiene (sehr gewichtiger Grund), hauptsächlich bei Personen, welche keine Zahnseide benutzen (so verbleiben die Bakterien in den Zahnzwischenräumen).

Ursachen_mundgeruch–  ein hoher Tabak-, Kaffee– oder Alkoholkonsum.

–  das Konsumieren stark riechender Nahrungsmittel, wie Knoblauch, Zwiebel, Sardellen, Käse, Wurstwaren etc.

– Ein trockener Mund, z.B. nach dem Aufwachen oder nach dem Rauchen, kann eine Ansammlung von toten Zellen verursachen. Diese können wiederum zu einem schlechten Atem führen.

– Entzündung des Zahnfleisches (Gingivitis) und besonders Erkrankungen des HNO- Bereiches

–  Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis)

–  Schmutziger Zahnersatz

–  Eine mit einer Schicht bedeckte Zunge

–  Unzureichende zahnärztliche Behandlung (z.B. Abszess)

–  Karies

–  Säure durch gastroösophagealem Reflux (aufsteigende Säure)

–  Stress ( Dehydrierung) und Ängstlichkeit

–  Diabetes

–  Übergewicht und Fettleibigkeit

–  Menstruationszyklus

–  Niereninsuffizienz

–  Leberprobleme : Hepatitis, Zirrhose, Leberinsuffizienz, …

–  Gewisse Krebserkrankungen

–  Metabolische Beschwerden

–  Lungeninfektionen

Alles was zu einer Reduktion der Speichelproduktion und somit zu einem trockenen Mund beiträgt, führt zu schlechtem Mundgeruch. Wie zum Beispiel:

–  das ausschliessliche Atmen durch den Mund

–  die Einnahme gewisser Medikamente

–  das Fasten

–  das Schlucken wenig zerkauter Nahrung (je weniger gekaut wird, desto weniger Speichel wird gebildet)

–  das Altern des Körpers (mit dem Alter)

–  Halsinfektionen und Infektionen der Mandeln oder der Stirn- und Nasennebenhöhlen (vor allem chronische Sinusitis), zum Beispiel in Form eines Pilzbefalls (Soor) oder auch eine Angina. Dies können Sie weiter unten nachlesen.

–  das Sprechen über längere Zeit

Bemerkung: wenn wir morgens erwachen und uns schlechter Atem plagt, dann aus dem Grund, dass unser Körper in der Nacht weniger Speichel produziert.

Symptome

Die Anzeichen für schlechten Atem liegen auf der Hand: Vor allem für die Person aus der Umgebung, die unter diesem Übel leiden.

– Die Luft, die aus dem Mund oder der Nase kommt, hat einen schlechten Geruch.

– Es besteht ein anhaltender schlechter Geschmack im Mund.

–  Menschen, mit denen man spricht, neigen dazu, sich zu distanzieren.

– Zahnfleischbluten ist ein Zeichen einer Zahnfleischerkrankung und führt auch zu einem schlechten Atem.

Soziale Probleme

Mundgeruch kann zu einem echten sozialen Problem werden, sei es nun im Berufsleben ( stellen Sie sich einen Verkäufer oder einen Immobilienhändler mit starkem Mundgeruch vor, seine Kunden werden sich von ihm fern halten) oder auch privat (für die oder den Partner des Betroffenen kann dies auch zu Problemen im Liebesleben führen).

Diagnose – Analyse

Man weiss, dass es im Handel bereits verschiedene Geräte gibt, welche schlechten Mundgeruch entdecken können, wie elektronische Nasen oder Detektoren gewisser flüchtiger Substanzen. Doch um ehrlich zu sein ist nichts vergleichbar mit dem Geruchssinn des Menschen.

Behandlung

Behandlung_mundgeruchAls erste Massnahme schlechten Mundgeruch zu therapieren, raten wir zu einer exzellenten Mundhygiene (sich gut die Zähne putzen und mit Zahnseide die Zahnzwischenräume reinigen,…) und zum regelmässigen Abbürsten der Zunge (bevorzugter Aufenthaltsort von Bakterien, 60% der in der Mundhöhle vorhandenen Bakterien befinden sich auf der Zunge) mit etwas Zahnpasta.
Eine gute Mundhygiene erlaubt gemäss einer Studie den Mundgeruch um 50% zu reduzieren.
–  Als Therapie können sie mit Chlorhexidin- Lösung (z.B. Chlorhexamed®) oder mit Meridol® Halitose gurgeln.

– Bei Problemen mit chronisch trockenem Mund, kann der Arzt oder Zahnarzt möglicherweise künstlichen Speichel oder speichelstimulierende Medikamente verschreiben. Man weiss, dass ein trockener Mund eine häufige Ursache von schlechtem Atem ist.

Naturprodukte die das Problem lindern können:

menthe_poivree_mundgeruch– Mint-Kaugummi oder ein zuckerfreies Bonbon
– Kaugummis oder Chlorophyll-Bonbons, die in der Apotheke erhältlich sind
– Fenchelsamen oder frische Petersilie kauen
– Um einen trockenen Mund zu vermeiden, ist es ratsam viel Wasser zu trinken

Bemerkungen zur Therapie des Mundgeruchs

– In manchen Fällen (5 bis 8%) kann der Mundgeruch auch eine Folge (Symptom) einer anderen Erkrankung sein, wie bei Verdauungsproblemen, Sinusitis, Halsschmerzen oder Diabetes. In diesen Fällen sollte ein Arzt konsultiert werden, welcher die jeweils zugrunde liegende Krankheit abklärt und therapiert.

– Bei Zahn- und Zahnfleischproblemen (Gingivitis, Karies,…) konsultieren sie selbstverständlich ihren Zahnarzt. Sie lösen das Problem des Mundgeruchs, indem Sie ihr Zahnproblem beseitigen (falls die Ursache ihres Mundgeruchs tatsächlich bei den Zähnen und dem Zahnfleisch liegt).

Heilpflanzen

Phytotherapie Mundgeruch

Folgende Heilpflanzen können bei der Behandlung von Mundgeruch wirksam sein

menthe_mundgeruch> Pfefferminze (Minze)

the_vert_mundgeruch> Grüner Tee

anis-etoile_mundgeruch> Sternanis (Hülle der Sternanis-Samen kauen)

caryophili_mundgeruch> Nelken (Nelken kauen)

fenouil_mundgeruch> Fenchel (Samen der Fenchel zerkauen)

Hausmittel

Pfefferminz-Dekokt

Um Mundgeruch zu behandeln, können Sie auch mit Natriumbicarbonat gurgeln.

Ratschläge

– Eine vernünftige Mundhygiene ist wichtig. Sie sollten mindestens 2 mal täglich die Zähne und Zunge putzen (es gibt spezielle Bürsten für die Zunge in der Apotheke); zudem wird die Anwendung von Zahnseide empfohlen.

Es wird ebenfalls empfohlen, sich nach dem Essen die Zähne zu putzen.

– Vermeiden Sie zu viel Kaffee, Alkohol oder Tabak. Schränken Sie auch die Einnahme von Nahrungsmitteln mit starkem Geschmack, wie z.B. Knoblauch, ein. Wenn Sie diese trotzdem einnehmen, sollten Sie anschliessend einen Pfefferminz Kaugummi kauen; dies fördert die Speichelproduktion, was gegen den schlechten Atem hilft.

boire_mundgeruch– Nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich und gurgeln sie regelmässig mit Mundwasser. Sie können auch einen zuckerfreien Kaugummi kauen, damit genügend Speichel gebildet werden kann (Kaugummi regt die Speichelbildung an).

– Zögern Sie nicht, gewisse Planzen bzw. Teil davon gegen schlechten Atem zu benutzen. Ein guter Tipp ist das Kauen von Früchten von Sternanis.

– Essen Sie ballaststoffreiche Lebensmittel (z.B. Salat)

– Gurgeln Sie abends bevor Sie sich schlafen legen

– Wenn Sie ein Gebiss oder eine Zahnprothese (z.B. Brücken) tragen, sollten Sie die Zähne regelmässig putzen.

Wie übersetzt man ​Mundgeruch in andere Sprachen ?
Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 20.03.2015 verändert.

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