Parkinson-Krankheit

Definition

Definition_parkinson_krankheitDie Parkinson-Krankheit wurde erstmals vom englischen Arzt James Parkinson im Jahre 1817 entdeckt. Die Krankheit ist charakterisiert durch eine neurodegenerative Erkrankung (welchet sich auf das Zentralnervensystem auswirkt). In der Regel betrifft die Krankheit Menschen ab dem 50. Lebensjahr.

Die Ursache dieser Krankheit ist bisher noch nicht bekannt (idiopathisch). Die Entwicklung ist mit dem Verlust von Neuronen (Nervenzellen, die Informationen im Nervensystem übertragen), welche den Neurotransmitter Dopamin produzieren verbunden. Dieser Verlust tritt vor allem in einer Hirnregion namens „Substantia nigra“ auf. Die mangelhafte Produktion von anderen Neurotransmittern wie Serotonin, Noradrenalin und Acetylcholin sind mit dem Ausbruch der Krankheit assoziiert wurden.

Epidemiologie

Studien aus den USA zeigen, dass die Krankheit eine Prävalenz von etwa 160 Personen pro 100.000 Einwohner hat.

Deutschlandweit sind etwa 250.000 bis 400.000 Menschen von der Parkinson-Krankheit betroffen.

In Brasilien wird davon ausgegangen, dass etwa 250.000 Menschen an Parkinson leiden.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO), leiden insgesamt 1% der Weltbevölkerung über 65 Jahre an der Parkinson-Krankheit. Dies ist eine Prävalenz von 150 bis 200 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Nach Angaben der UNO gibt es etwa 4 Millionen Menschen weltweit, die von der Parkinson-Krankheit betroffen sind. Mit steigender Lebenserwartung und Alterung der Bewohner wird geschätzt, dass sich diese Zahl bis 2040 verdoppeln wird.

Ursachen

Bei der Parkinson-Krankheit handelt es sich um eine Krankheit, die nicht übertragbar ist. Ihre Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Viele Patienten, die an dieser Krankheit leiden, werden als idiopathischer-Parkinson-Krankheit beschrieben. Die Ursache für den Ausbruch der Krankheit, ist ein Mangel an Dopamin im Gehirn. Durch die Parkinson-Erkrankung kommt es zu einem Absterben der sogenannten Substantia nigra Nervenzellen.

Ursachen_parkinson_krankheit

Risikogruppen

Die Parkinson-Krankheit betrifft vor allem die ältere Bevölkerung über 65 Jahre. Es ist jedoch kein Unterschied in der Inzidenz und Prävalenz des Geschlechts oder des sozioökonomischen Status zu erkennen. Es wird geschätzt, dass sich die Prävalenz der kaukasischen Bevölkerung 120-180 Fälle pro 100.000 Einwohner beläuft.

Symptome

Die Parkinson-Krankheit betrifft den Bewegungsapparat, was zu motorischen Störungen führt. Darüber hinaus existieren noch andere nicht-motorische-Symptome, die mit Störungen des autonomen Nervensystems, neurologischen und kognitiven Problemen, sensorischen Problemen und Schlafstörungen verbunden sind.

Motor-Dysfunktion

Die häufigsten motorischen-Symptome sind Tremor, Rigor, Bradykinese (abnorme Langsamkeit) und posturale Instabilität. Andere Symptome sind Laufschwierigkeiten, Stottern, Dystonie (Auftreten von zeitweiser Muskelanspannung), Müdigkeit, Speichelfluss, Akathisie (Unruhe), Hypomimie (reduzierte Mimik), sowie andere Symptome.

Nicht-motorische-Störungen

Die nicht-motorischen-Symptome werden oftmals bei der Diagnose oder Behandlung übersehen. Zu den Symptomen zählen u.a. kognitive Dysfunktion, emotionale Störungen, Depressionen, Angstzustände, Riechstörungen, Schlafstörungen und Teilnahmelosigkeit. Das Auftreten von Demenz bei Patienten mit Parkinson, ist bis zu 6-mal höher, als wie bei der allgemeinen Bevölkerung und die Prävalenz liegt bei 10-50%. Zu den Symptomen des autonomen Nervensystems gehören u.a. Miktionsstörungen, seborrhoische Dermatitis, übermäßiger Speichelfluss, verändertes sexuelles Verhalten und orthostatische Hypotonie. Magen-Darm-Symptome sind: Verstopfung und reduzierte Magenmotilität. Andere Symptome sind Augenoberflächen-Reizung, visuelle Halluzination, Verlust der visuellen-räumlichen Wahrnehmung.

Diagnose

Diagnose_parkinson_krankheitDie erste Diagnose der Parkinson-Krankheit ist nicht einfach zu stellen. Der Patient muss über einen längeren Zeitraum vom behandelnden Arzt beobachtet werden. Dies sollte vorzugweise durch einen Neurologen erfolgen. Nach der Diagnose kann entschieden werden, ob die Krankheit durch unbekannte Ursachen oder sekundär durch andere Ursachen, wie pharmakologisches Parkinson (Phenothiazine, Lithium, Haloperidol, Flunarizin, Cinnarizin, etc.) verursacht wird.
Die Diagnose erfolgt durch die Anamnese (Gespräch zwischen Arzt und Patient), zusammen mit einem neurologischen Examen.

Zur Diagnose von Parkinson, kann ein Levodopa-Test (L-Dopa-Test) vorgenommen werden. Der Patient erhält eine definierte Menge L-Dopa. Tritt eine Besserung der Symptome auf, so deutet dies auf eine Erkrankung von der Parkinson-Krankheit hin.

Um andere Erkrankungen auszuschließen, kann eine Computertomografie (CT) oder eine Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) erfolgen.

Als Nuklearmedizinische Untersuchung kann ein PET (Positronen-Emissions-Computertomographie) durchgeführt werden. Durch diese Untersuchung kann eine verminderte Ausschüttung von Dopamin im Gehirn indirekt sichtbar gemacht werden.

Darüber hinaus kann eine Untersuchung mit SPECT (Single-Photonen-Emissions-Computertomographie) erfolgen. Diese Methode ermöglicht es, Stoffwechsel unterschiedlicher Organe bildlich zu zeigen.

Komplikationen

Die Parkinson-Krankheit führt zu einer Verschlechterung der Bewegungsfreiheit des Patienten. Es können kognitive und psychische Komplikationen wie z.B. Schlafstörrungen, Depressionen, Angstzustände, emotionale Störungen, etc. auftreten. Darüber hinaus kann der Einsatz von Medikamenten wie z.B. Levodopa, motorische Fluktuationen und Dyskinesien, sowie andere unerwünschte Begleiterscheinungen verursachen, wodurch der therapeutische Nutzen verloren geht. Oropharyngeale Dysfunktion ist auch eine Komplikation, die mit der Krankheit assoziiert wird. Durch diese Komplikation kann es zur Reduzierung der Aspiration, Pneumonie und Schluckbeschwerden kommen, was schließlich zum Tod führen kann. Andere Komplikationen sind Dysfunktion und damit verbundene Infektion der Harnwege, Erkrankung der Atemwege, Hautschäden und Verletzungen durch Stürze.

Behandlung

Die verfügbaren Behandlungen gegen die Parkinson-Krankheit, sind gezielt auf die Symptome der Krankheit gerichtet, da keine pharmakologische oder chirurgische Behandlung die Progression der Erkrankung verhindert. Die Krankheit entwickelt sich langsam und die Symptome können teilweise erst nach Jahren auftreten. Die Standardbehandlung der Parkinson-Krankheit erfolgt mit Levodopa. Durch die Anwendung erhöht sich der Dopamin-Spiegel im Striatum des Gehirns. Die Verwendung von neuroprotektiven verlangsamt das Fortschreiten der Krankheit. Selegilin ist eines der Medikamente, welches zur Behandlung der Parkinson-Krankheit verwendet wird.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit sind die Monoaminoxidase-Inhibitoren (MAO), die dafür sorgen, dass der Abbau von Dopamin verlangsamt wird. Wenn Patienten MAO-Hemmer verwenden, ist darauf zu achten, dass einige Medikamente wie z.B. Serptonin-Wiederaufnahmehemmer (Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin), Trizyklische und Tetrazyklische Antidepressiva (Maproptilina, Imipramin), Pethidin, Opioide, Dextromethorphan und Tryptophan nicht verwendet werden. Die Vereinigung von Levodopa mit peripherem Decarboxylase-Hemmer (Carbidopa und Benserazid) verringert die Häufigkeit von Übelkeit Erbrechen. Darüber hinaus wird Übergang von Levadopa in das Gehirn erleichtert.

Neben den oben genannten Medikamenten, können zur Behandlung Dopmamin-Agonisten wie Bromocriptin, Pergolid und Pramipexol verwendet werden. Es ist darauf zu achten, dass die Behandlung mit Dopamin-Agonisten nicht abrupt abgesetzt wird.

Eine symptomatische Behandlung kann mit unterschiedlichen Medikamenten wie Anticholinergika (Bieriden, Trihexyphenidyl), Inhibitoren der Catechol-O-Methytransferase (Entacapon, Tolcapon) und freisetzenden Dopamin (Amantadin) durchgeführt werden. Neben der medikamentösen Behandlung ist eine Operation eine alternative Option. Diese kann in Form einer tiefen Hirnstimulation (tHs) erfolgen. In Zukunft soll eine Stammzellen-Therapie erfolgen, die darauf zielt, verlorene Neuronen wiedeherzustellen.

Die aktuellen Behandlungsformen sind Effizienz zur Linderung der Symptome der Parkinson-Krankheit. Daher verbessert sich die Lebensqualität der Patienten, was ein angenehmeres Leben bedeutet.

Heilpflanzen

Heilpflanzen_parkinson_krankheitHeilpflanzen können als Alternative zur schulmedizinischen Behandlung dienen. Studien zeigen, dass Ginkgo biloba eine antioxidative Wirkung hat, was ein verlangsamtes Fortschreiten der Krankheit bewirkt. Andere natürliche Antioxidantien welche untersucht werden, sind Trauben-Extrakte (Regrapex-R ®), grüner Tee, Flavonoide in Kakao und Schokolade und Ginseng. Es ist von hoher Wichtigkeit, dass der behandelnde Arzt immer über andere Behandlungsformen in Kenntnis gesetzt wird.

Homöopathie

Die Homöopathie zählt nicht zu den Standard-Therapien bei einer Parkinson-Erkrankung. Der Homöopath kann jedoch von Patient zu Patient entscheiden, welche Mittel verwendet werden können. Einige der verwendeten Mittel sind Gelsemium 6 DH, 5 Tropfen, 3-mal täglich.

Homoeopathie_parkinson_krankheit

Rhus Tox 30 CH, 5 Tropfen, 3-mal täglich, Cuprum metallicum 6 CH, 5 Tropfen, 2-mal täglich. Suphuricum acidum 15 DH, 3 Tropfen, 1-mal täglich und Aranea diadema 12 DH, 5 tropfen täglich.

Ratschläge

Einige Ratschläge sind so konzipiert, um das Leben des Patienten mit der Parkinson-Erkrankung zu erleichtern:

1. – Verwenden Sie für die Rasur einen elektrischen Rasierer. Vermeiden Sie die Nutzung scharfer Klingen.

2. – Sorgen Sie für eine ausreichende Beleuchtung im Schlafzimmer, Badezimmer, Küche und im Flur. Dadurch soll verhindert werden, dass der Patient ins stolpern gerät – besonders nach dem Aufstehen oder Mangel an Schlaf.

3. – Halten Sie die Räumlichkeiten von Hindernissen frei. Vermeiden Sie kleine Teppiche, da diese Ausrutscher und Stürze verursachen können. Wenn der Patient über Koordinationsschwierigkeiten verfügt, sollten fragile Möbel und Gläser vermieden werden. Diese erweisen sich als gefährlich, wenn der Patient das Gleichgewicht verliert und stürzt.

4. – Trinken Sie Flüssigkeiten mit Hilfe von Strohhalmen, welche die Gesichtsmuskeln stärken.

5. – Benutzen Sie Papier oder Plastikbecher, da diese einen Glasbruch beim herunterfallen vermeiden.

Es existieren Vereinigungen, die spezialisiert sind in die Fürsorge des Patienten mit Parkinson-Krankheit und Unternehmen, die mit speziellen Materialien die Versorgung der Patienten vornehmen können.

Vorbeugung

Die Parkinson-Krankheit ist idiopathisch und bis zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht bekannt, welches die spezifischen Ursachen für die Entstehung der Krankheit sind, weshalb eine Prävention der Krankheit nicht erfolgen kann. Einige Studien deuten darauf hin, dass der Einsatz von Antioxidantien wie Vitamin C und Vitamin E, oxidativen Stress verhindert, und bei der Neuron-Degeneration helfen kann.

Darüber hinaus zeigt die klinische Praxis, dass durch den Einsatz von Selegilin zu Beginn der Krankheit das Fortschreiten der Krankheit verhindern kann. Es ist wichtig, dass sich der behandelnde Arzt bewusst über die Krankheit ist, bevor ein Medikament zur Behandlung verschrieben wird.

Wie übersetzt man ​Parkinson-Krankheit in andere Sprachen ?

 

Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 20.03.2015 verändert.

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