Prostatakrebs

Prostatakrebs ist selten bösartig. Nach einem Artikel, der am 10. Mai 2016 in der angesehenen amerikanischen Zeitschrift The Wall Street Journal veröffentlicht wurde, konnten im Jahr 2016 mehr als 99 % der Prostatakrebs-Erkrankungen geheilt werden. Mit anderen Worten, nur ein sehr geringer Teil der Patienten entwickelt eine aggressive und potentiell tödliche Form dieser Krebsart. Ein Grund dafür ist, dass sich die Tumoren im Bereich der Prostata häufig sehr langsam entwickeln und meistens harmlos bleiben. Die große Schwierigkeit für den Arzt besteht darin, zu erkennen, ob der Tumor einen medizinischen Eingriff, wie z. B. eine Operation, erforderlich macht oder nicht. Ausführlichere Informationen zu diesem Thema siehe unter Behandlungen unten


Bei der Bekämpfung von Prostatakrebs spielen Diagnose und Prävention eine entscheidende Rolle. Beides erfolgt immer durch einen Arzt, und der erste Schritt besteht üblicherweise in einer digital-rektalen Untersuchung (DRU) und manchmal in einer Bestimmung des PSA-Werts (Prostataspezifisches Antigen). Doch Vorsicht, der PSA-Test ist als Präventionsmethode bei gesunden Männern immer mehr umstritten. Eine im Jahr 2016 in der Fachzeitschrift Current Medical Research and Opinion veröffentliche Studie äußerte sich kritisch zur digital-rektalen Untersuchung (DRU). Nach den Aussagen der Wissenschaftler des Wake Forest Baptist Medical Center in den USA, die diese Studie durchführten, erweist sich die Bestimmung des PSA-Werts bei der Ermittlung dieser Krebsart im Vergleich zur digital-rektalen Untersuchung (DRU) als verlässlicher. Sie erläutern, dass der PSA-Test, wenn er von einem Arzt angeboten wird, der digital-rektalen Untersuchung (DRU) vorgezogen werden sollte.
Der Arzt kann die Diagnose durch eine Gewebeentnahme bestätigen. Ab 45 Jahren (bei erhöhtem Risiko ab 40 Jahren) sollte jeder Mann einmal jährlich seine Prostata von einem Arzt untersuchen lassen, denn je früher Prostatakrebs erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen.

Definition

Prostatakrebs ist eine Krankheit, welche sich an der männlichen Vorsteherdrüse (Prostata) entwickelt.

Genau wie bei anderen Krebsarten ist dies der Fall, wenn sich eine abnorme Proliferation von Zellen sich beginnt unkontrolliert zu vermehren, wodurch sich ein Tumor entwickelt.

Prostatakrebs ist eine bösartige Erkrankung, von der häufig Männer ab dem 50. Lebensjahr betroffen sind.

In den meisten Fällen (etwa 90%) entwickelt sich dieser Krebs nur langsam. Er braucht oft mehrere Jahre, um sich zu entwickeln, bevor er eventuell gefährlich wird (z.B. Bildung von Metastasen).

Prostatakrebs

Epidemiologie

Prostatakrebs ist eine Krankheit, die ausschließlich Männer betrifft. Sie tritt überwiegend ab dem 50. Lebensjahr auf. Es handelt sich um die häufigste Krebserkrankung bei Männern.

– In den allermeisten Fällen (etwa 90 %) schreitet dieser Krebs langsam fort, mit anderen Worten, er entwickelt sich oft über Jahre, bevor er eventuell gefährlich wird (z. B. durch Bildung von Metastasen).

Eine am 14. September 2016 in der Zeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie hat nachgewiesen, dass bei einer frühzeitigen Diagnose von Prostatakrebs mit einem PSA-Wert über dem Normalwert zu 99 % eine Lebenserwartung von mindestens 10 Jahren gewährleistet ist. Die Studie umfasste mehr als 82’000 Männer im Alter zwischen 50 und 69 Jahren, die sich im Vereinigten Königreich einem PSA-Test unterzogen haben. Die Forscher konzentrierten sich auf Männer mit Prostatakrebs im Anfangsstadium, bei denen sich die Erkrankung noch kaum ausgebreitet hatte und auf die Prostata beschränkt blieb. Unter diesen Männern, die von einer solchen Anfangsform der Krebsart betroffen waren, erklärten sich 1’643 damit einverstanden, nach dem Zufallsprinzip entweder operiert zu werden, eine Strahlentherapie oder überhaupt keine Behandlung zu erhalten, Letzteres allerdings unter engmaschiger Überwachung. In diesem Fall musste sich der Patient alle drei bis sechs Monate einer Blutuntersuchung unterziehen. Nur wenn Anzeichen für eine Verschlimmerung der Erkrankung vorhanden waren, erhielt er eine ärztliche Beratung und ein Arzneimittel.
Diese Studie zeigte 10 Jahre später, dass zwischen den Patienten, die operiert worden waren, eine Strahlentherapie oder gar keine Behandlung erhalten hatten, kaum ein Unterschied feststellbar war: Die Überlebensrate von 99 % blieb unverändert oder nahezu unverändert. Zwar erlebten diejenigen Personen von den 1’643 beobachteten Patienten, die sich der engmaschigen Überwachung ohne Behandlung unterzogen hatten, häufiger eine Verschlimmerung des Krebses, d. h. 112 gegenüber 46 von den operierten oder mit Strahlentherapie behandelten Personen. Doch die Operation und die Strahlentherapie brachten mehr Nebenwirkungen mit sich (z. B. Inkontinenz, Erektionsstörungen).
Der leitende Autor dieser Studie, Dr. Freddie Hamdy von der University of Oxford geht davon aus, dass es keinen ernstzunehmenden Beweis dafür gibt, dass die frühzeitige Behandlung der Erkrankung einen Unterschied bewirkt. Tatsächlich ist es derzeit sehr schwierig, im Voraus zu erkennen, welcher Patient, der z. B. einen auffälligen PSA-Wert hat, eine schwere Form der Erkrankung entwickeln wird. Deshalb fragen sich die Forscher aus Oxford, ob im Frühstadium der Erkrankung nicht jegliche Behandlung (Operation, Strahlentherapie) unterlassen werden sollte.

Ursachen

Prostatakrebs ist eine nicht übertragbare Krankheit. Bis zum heutigen Zeitpunkt sind die genauen Ursachen für die Entstehung dieser Krebsart noch nicht bekannt.

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eine Mischung aus genetischen, hormonellen, Essgewohnheiten, sowie Umweltbedingungen die Krankheit auslösen können. Wissenschaftler glauben, dass die Familiengeschichte (z.B. eine Krebserkrankung im Familienkreis) ebenfalls entscheidend ist.

Das männliche Hormon Testosteron spielt eine aktive Rolle bei der Entstehung von Prostatakrebs. Wenn dieses Hormon nicht produziert wird, kann auch ein Prostatakrebs verursacht werden.

Eine ungesunde Ernährung (z.B. fettige Speisen) können die Entstehung von Prostatakrebs fördern. Studien haben gezeigt, dass fettarme Speisen das Risiko einer Erkrankung an Prostatakrebs deutlichen senken.

Gemäss amerikanischen Forschern der Universität von Kalifornien könnte Prostatakrebs eine sexuell übertragbare Krankheit sein: die Ursache ist eine häufige und stillschweigende Infektionskrankheit, die beim Geschlechtsverkehr übertragen wird: die Trichomonasen. Diese Theorie ist durch die wissenschaftliche Gemeinschaft noch nicht bestätigt und es braucht noch weitere Forschungsarbeiten.

Risikogruppen

Risikogruppen_prostatakrebsProstatakrebs ist eine Krankheit, die bei Männern häufig ab dem 50. Lebensjahr auftritt. Etwa 75% der Fälle betrifft Männer ab dem 65. Lebensjahr.

Die Familiengeschichte spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Prostatakrebs. Männer, bei denen beispielsweise der Vater oder Bruder bereits an Prostatakrebs erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko an dieser Krankheit zu erkranken.

Zu den anderen Risikofaktoren zählen außerdem erhöhte männliche Sexualhormone (z.B. durch die Nutzung von Steroiden). Bei Rauchern besteht auch die Gefahr einer Entstehung von Prostatakrebs, durch das inhalieren des Rauches einer Zigarette.

Eine ungesunde Ernährung (z.B. übermäßiger Zufuhr von Fetten, sowie nicht ausreichendem Konsum von Früchten und Gemüsen) können ebenfalls Grund für die Entstehung der Krankheit sein. Es ist ebenfalls darauf zu achten sich regelmäßig zu bewegen, da eine bewegungsarme Lebensweise eine genetische und zelluläre Veränderung verursachen kann, was zur Entwicklung von Tumoren führen kann.

Laut einer Studie, die im Februar 2011 veröffentlicht wurde, waren Männer mit einer frühzeitigen Glatzenbildung doppelt so häufig von Prostatakrebs betroffen, als Männer ohne Glatze. Haarausausfall kann ein Signal darstellen, ab dem 40. Lebensjahr eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung vornehmen zu lassen.

Männer, bei denen der Zeigefinger der rechten Hand kleiner ist als der Ringfinger, haben eine 33% höhere Wahrscheinlichkeit an Prostatakrebs zu erkranken, als bei Männern, bei denen der Zeigefinger größer ist. Siehe auch „Symptome und Diagnose Prostatakrebs“.

Männer, die unter Trichomonase leiden (eine sexuell übertragbare Krankheit). Gemäss amerikanischen Forschern könnte dies die Entstehung von Prostatakrebs fördern.


Symptome

Symptome_prostatakrebsProstatakrebs tritt häufig schleichend auf, d. h. im Anfangsstadium ist kein Symptom erkennbar, doch genau in dieser Phase hat eine Behandlung die besten Erfolgschancen. Diese letzte Aussage wurde allerdings durch eine Studie der University of Oxford, die im September 2016 veröffentlicht wurde, in Frage gestellt, wie wir unter Epidemiologie (oben) erläutert haben. Diese Studie hat gezeigt, dass bei Prostatakrebs eine Lebenserwartung von 10 Jahren oder mehr sowohl bei Patienten, die sich einer Operation oder einer Strahlentherapie unterzogen haben als auch bei Patienten, die nicht behandelt wurden, zu 99 % gewährleistet war. Mit anderen Worten, die englischen Forscher fragen sich, ob Fälle von frühzeitig erkanntem Prostatakrebs weiterhin behandelt werden sollen, da die Überlebensrate ohne Behandlung identisch ist.

Im fortgeschrittenen Stadium kann sich der Prostatakrebs im Körper verbreiten und andere Symptome wie Knochenschmerzen (meist in der Wirbelsäule, des Beckens, oder den Rippen), Harn- oder Stuhlinkontinenz, Schmerzen beim Wasserlassen, Blut im Urin oder Sperma, Erektionsstörungen, Niereninsuffizienz, Gewichtsverlust und generalisierten Infektionen (im späteren Stadium) hervorrufen.

Diagnose

Die Diagnose von Prostatakrebs kann durch folgende Untersuchungen erfolgen.

– Digital-rektale Untersuchung (DRU): Sie muss durch einen Arzt erfolgen, der Arzt ertastet im Rektum (Mastdarm) des Patienten die Prostata (eine Drüse) und beurteilt anhand seiner Erfahrung, ob er eine Veränderung der Drüse in Bezug auf die Form (Unregelmäßigkeit) oder die Größe wahrnimmt. Es muss darauf hingewiesen werden, dass die digital-rektale Untersuchung (DRU) weniger aufschlussreich ist als die Bestimmung des PSA-Wertes, doch andererseits kommt es vor, dass Patienten einen normalen PSA-Wert aufweisen und trotzdem von Prostatakrebs betroffen sind. Die Bestimmung des PSA-Wertes liefert in manchen Fällen Hinweise, ist aber für eine verlässliche Diagnose nicht ausreichend.
Wie wir in der Zusammenfassung am Anfang dieses Kapitels erwähnt haben, hat sich eine im Jahr 2016 in der Zeitschrift Current Medical Research and Opinion veröffentlichte Studie kritisch zur digital-rektalen Untersuchung (DRU) geäußert. Laut den Aussagen der Wissenschaftler des Wake Forest Baptist Medical Center in den USA, die diese Studie durchführten, erweist sich die Bestimmung des PSA-Werts bei der Ermittlung dieser Krebsart im Vergleich zur digital-rektalen Untersuchung (DRU) als verlässlicher. Sie erläutern, dass der PSA-Test, wenn er von einem Arzt angeboten wird, der digital-rektalen Untersuchung (DRU) vorgezogen werden sollte.

PSA: der PSA-Test misst im Blut die Konzentration des Proteins oder Antigens PSA (Prostat Specific Antigen = prostataspezifisches Antigen). Wenn die Konzentration von PSA im Blut einen gewissen Grenzwert übersteigt, kann der Arzt einen Prostatakrebs vermuten und andere diagnostische Tests veranlassen: z.B. eine Biopsie oder rektales Abtasten, um die Diagnose zu bestätigen. Der Test bleibt aber relativ unspezifisch und kann zu Kontroversen führen (lesen Sie nachfolgend).


Diagnose_prostatakrebs

Kontroverse und Richtlinien zur Verwendung des PSA-Tests

Im Oktober 2011 wurde in den USA durch die Arbeitsgruppe für Prävention (UPSTF) eine Studie veröffentlicht, die die Anwendung des PSA-Tests bei gesunden Männern nicht empfiehlt. Der Test rette keine Leben und führe zu unnötigen Behandlungen.

Gemäss der UPSTF ist der Nutzen des PSA-Tests (wenn es einen gibt), nach 10 Jahren sehr gering (aus epidemiologischer Sicht).

Die wissenschaftlichen Gründe für die Kritik am PSA-Test sind folgende:

– Eine grosse Mehrheit der Männer, sogar Träger von kanzerogenen Zellen, werden von diesem Krebs nie betroffen sein, da er sich sehr langsam entwickelt. Selbst bei Patienten, die unter einem aggressiven Tumor der Prostata leiden, scheint der Test die Überlebensrate nicht zu erhöhen. Bis jetzt gibt es keine Hinweise darauf, dass ein früherer Behandlungsstart des Krebses mit Metastasen zu einem Vorteil führt.
Wie wir oben (vor allem in den Abschnitten Epidemiologie und Symptome) erläutert haben, hat eine Studie der University of Oxford, die im September 2016 veröffentlicht wurde, gezeigt, dass bei Prostatakrebs eine Lebenserwartung von 10 Jahren oder mehr sowohl bei Patienten, die sich einer Operation oder einer Strahlentherapie unterzogen haben als auch bei Patienten, die nicht behandelt wurden, zu 99 % gewährleistet war. Mit anderen Worten, die englischen Forscher fragen sich, ob Fälle von frühzeitig erkanntem Prostatakrebs weiterhin behandelt werden sollen, da die Überlebensrate ohne Behandlung nahezu identisch ist.

– Die Ergebnisse des PSA-Tests führten dazu, dass sich 1 Million Männer einer Operation der Prostata und/oder einer Strahlentherapie unterzogen haben. Von diesen Patienten starben mindestens 5‘000 nach der Operation und zwischen 10‘000 und 70‘000 Patienten erlitten schwere Komplikationen.

– Gemäss der UPSTF leiden schätzungsweise etwa 200‘000 bis 300‘000 Männer nach dem Eingriff an Impotenz, Urininkontinenz oder gar beidem. Diese Komplikationen und die hohe Anzahl von Betroffenen, hat den Erfinder des Tests, Dr. Richard Ablin, dazu gebracht, ihn als Desaster der öffentlichen Gesundheit zu benennen.

Anders gesagt hat diese Studie gezeigt, dass zu viele unnötige Behandlungen von Prostatakrebs durchgeführt wurden. Diese Studien weisen interessante epidemiologische Daten auf. Sie zeigen, dass von 1000 Patienten mit einem positiven PSA-Test, nur eine einzige Person dank dieses Testes nicht an Prostatakrebs sterben musste, dass 1 Mann aufgrund der Krebsbehandlung ein Blutgerinnsel im Bein oder in der Lunge entwickelte, dass 2 Männer aufgrund der Behandlung einen Herzinfarkt erlitten und 40 Männer wegen der Therapie unter erektiler Dysfunktion oder Miktionsschwierigkeiten (Inkontinenz des Urins) litten.
Im Mai 2013, haben die amerikanischen Urologen eine differenzierte Stellungnahme bezogen. Man sollte bei Risikogruppen einen PSA-Test durchführen, bei gesunden Menschen hingegen erst nach Absprache mit dem Patienten. Dies ist eine individualisierte Vision der Medizin.
Im Detail bedeutet dies für die Risikogruppen (Schwarze, Krebsfälle in der Familie), die Durchführung eines jährlichen PSA-Tests zwischen 40 und 69 Jahren.
Bei gesunden Personen (die nicht in einer Risikogruppe sind), empfehlen die amerikanischen Urologen ein Gespräch mit dem Arzt, um von Fall zu Fall zu entscheiden, ob der Test zwischen 55 und 69 Jahren jährlich durchgeführt werden sollte.
Vor dem 40. (Risikogruppen) bzw. 55.Lebensjahr (gesunde Menschen) sowie ab dem Alter von 70 Jahren, wird der PSA-Test nicht mehr empfohlen (ausser auf ärztlichen Wunsch).

– Messung der Größe der Finger

Männer, bei denen der rechte Zeigefinger kleiner ist als der Ringfinger, haben ein 33% höheres Risiko an Prostatakrebs zu erkranken, als bei Männern, wo der Zeigefinger größer ist. In der Regel ist bei Menschen der Zeigefinger größer als der Ringfinger.

Die Frage ist, ob es einen Zusammenhang zwischen der Größe der Finger und dem Prostatakrebs gibt. Die Länger der Finger entwickelt sich bereits während der Schwangerschaft. Wenn der männliche Fötus mit wenig Testosteron in Verbindung kommt, entwickelt sich ein größerer Zeigefinger, was zu einem Schutz vor Prostatakrebs führen kann.

News: Protein sagt Bösartigkeit von Prostatakrebs voraus

Komplikationen

Sollte keine Behandlung bei einer Prostatakrebs Erkrankung erfolgen, können sich Metastasen in anderen Körperteilen bilden und sich dort vermehren. Dort vermehrt sich der Krebs und verwandelt sich in Tumormassen. In diesem Fall können Symptome wie Knochenschmerzen, eine Anämie oder Gewichtsverlust auftreten.

Darüber hinaus kann es zu Komplikationen wie Erektile Dysfunction und Inkontinenz, sowie der Schädigung anderer Organe kommen. Oft handelt es sich um Nebenwirkungen der Krebsbehandlung (Chirurgie, Bestrahlung).

Behandlung

Zunächst möchten wir betonen, dass die Behandlung von Prostatakrebs ausschließlich durch einen Arzt erfolgen darf (vorzugsweise durch einen Urologen oder Onkologen). Sie sollten immer die Empfehlungen Ihres Arztes befolgen. Auf dieser Seite finden Sie lediglich ein paar Hinweise.

Außerdem muss man wissen, dass sich Ärzte in Bezug auf die Behandlung von Prostatakrebs immer noch nicht einig sind. Ob Operation oder Strahlentherapie die wirksamsten Behandlungsmethoden sind, bleibt auch für Mediziner weiterhin ungeklärt. Die Studie der University of Oxford vom September 2016, die weiter oben in diesem Kapitel mehrmals erwähnt wurde (siehe die Abschnitte Epidemiologie, Symptome oder Diagnose) plädiert ebenfalls dafür, eine Behandlung durch Operation oder Strahlentherapie in den Frühphasen oder Anfangsstadien des Prostatakrebses zu unterlassen.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der prinzipiellen Behandlungsformen gegen Prostatakrebs aufgelistet:

Chirurgie

Bei einem chirurgischen Eingriff wie beispielsweise einer Prostatektomie, werden die Prostata, die Samenblasen und die Lymphknoten entfernt. Diese Behandlung wird im fortgeschrittenen Stadium angewendet, jedoch nicht wenn der Krebs bereits Metastasen gestreut hat. Die häufigsten Komplikationen der Prostatektomie sind Harninkontinenz und Erektionsstörungen.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist eine häufig verwendete Technik. Speziell während einer generalisierten malignen (Metastasen in unterschiedlichen Organen). Eines der möglichen Probleme der Strahlentherapie ist der Mangel an Spezifität und irreversible Schäden, sowie das Auftreten von Nebenwirkungen an anderen Organen wie beispielsweise der Blase oder dem Mastdarm.

Eine Alternative ist die interne Bestrahlung, welche auch unter dem Namen Brachytherapie bekannt ist. Der behandelnde Arzt führt eine Nadel in die Prostata mit einem Radioisotop ein, wodurch aus kurzer Distanz die betroffene Stelle bestrahlt werden kann. Diese Behandlungsform ist noch bis zum heutigen Tag sehr komplex. Im Allgemeinen wird die interne Bestrahlung angewendet, wenn der Krebs noch sehr klein ist und sich nur auf die Prostata beschränkt.

Hormontherapie

– Hormonersatztherapie (Medikamente): die weiblichen Hormone wie Diethylstilbestrol (heutzutage kaum noch verwendet), Antiandrogenen (Flutamid, Cyproteronacetat, Bicalutamid, Nilutamid, etc.), Medikamente, welche die Wirkung von Antiandrogenen blockieren (Ketoconazol), sowie Medikamente, die die Freisetzung von Gonadotropine hemmen, werden zur Behandlung von Prostatakrebs verwendet. Es ist auch möglich Luteinisierungshormone, Goserelin, Leuprorelin oder Triptorelin zu verabreichen. Diese Behandlungen können die Bildung von Testosteron unterbrechen.

In der Regel erfolgt die Therapie in einem frühen Stadium von Prostatakrebs. Es handelt sich hierbei um eine Art Vorbeugung, wodurch die Größe der Prostata reduziert werden soll.

Man beobachtet im Allgemeinen viele Nebenwirkungen, insbesondere sexuelle (Impotenz).

Ultraschall

Eine noch wenig eingesetzte Methode, ist der Einsatz von hochfrequentem Ultraschall. Diese auf die kanzerogenen Stellen fokussierten Strahlen, „brennen“ den Tumor mit hoher Hitze ab und zerstören ihn dank einer anal eingeführten Sonde. Diese Methode kann gezielt auf Krebszellen, aber auch auf die ganze Prostata ausgerichtet werden.
Gemäss gewissen medizinischen Quellen, sind Nebenwirkungen wie sexuelle Probleme und Urininkontinenz seltener, wenn man Ultraschall gezielt auf Krebszellen richtet, als bei anderen klassischen Therapien (Chirurgie, Bestrahlung). In mehreren Ländern befindet sich diese Methode noch in einem Versuchsstadium.

Andere Techniken

Andere Techniken, die manchmal vorgeschlagen werden (oft als Experiment), sind z.B. die Kryotherapie (Zerstörung der Zellen durch Kälte) oder die dynamische Phototherapie durch Laser (VTP auf Englisch).

Heilungschancen bei Prostatakrebs

Wenn der Krebs nur die Prostata betrifft, oder noch keine Metastasen an andere Organe verstreut hat, sind die Heilungschancen hoch.

Heilpflanzen

Heilpflanzen_prostatakrebs– Eine Studie hat ergeben, dass Substanzen die im grünen Tee gefunden werden, die Entwicklung von Prostatakrebs verlangsamen können. Die Studie wurde mit 26 Männern im Alter von 41 bis 72 Jahren durchgeführt, bei denen Prostatakrebs diagnostiziert wurde. Sie haben Kapseln erhalten, welche Komponente vom grünen Tee wie z.B. Polyphenole enthielt. Bei diesen Patienten wurden niedrigere Tumormarker festgestellt.

tomate_prostatakrebs– Andere Forschungen haben gezeigt, dass Lycopin (Carotinoid-Farbstoff), welcher Häufig in Tomaten vorkommt, eine wirksame Wirkung gegen Prostatakrebs hat. Darüber hinaus besteht eine Wirkung gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs und Lungenkrebs.

Vor jeder Behandlung sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden, um mehr über die Medikamente bzw. Heilpflanzen sowie deren Wirkung zu erfahren.

Ratschläge

– Bei Prostatakrebs handelt es sich um eine Erkrankung, die häufig bei Männern ab dem 50. Lebensjahr auftritt. Bei früher Erkennung besteht eine hohe Heilungschance. Es wird für Männer ab 40 Jahren empfohlen regelmäßig einen Arzt zu konsultieren, um notwendige Vorsorgeuntersuchung durchzuführen.

– Selbst wenn keine direkten Symptome vorhanden sind, sollte eine Arzt regelmäßig konsultiert werden.

Vorbeugung

Einige der folgenden Maßnahmen können zur Vorbeugung von Prostatakrebs dienen:

– Achten Sie auf eine gesunde Ernährung, die reich an Ballaststoffen, Früchten und Gemüse ist;

– Vermeiden Sie das Rauchen;

– Meiden Sie Kontakt mit giftigen Substanzen wie Pestiziden und Schadstoffen;

– Trinken Sie nicht übermäßig alkoholische Getränke;

– Achten Sie auf genügend Bewegung

– Kontrollieren Sie die Fettaufnahme;

– Vermeiden Sie Stress

Diese Verhaltensweisen bieten gleichzeitig weitere Vorteile für Ihren Körper, um z.B. genetische Krankheiten wie Krebs vorzubeugen.

– Die tägliche Einnahme von 200 µg Selen mit der Ernährung oder als Nahrungsergänzung hätte einen wichtigen Effekt in der Prävention von Prostatakrebs. Gewisse Studien sprechen von einer Risikoverminderung von 63%.

– Die Männer sollten nicht zu viele Milchprodukte konsumieren. Eine europäische Studie mit über 10’000 Männern hat gezeigt, dass die tägliche Einnahme von mehr als 35g Milchprodukten (= eine Tasse Milch) das Risiko für Prostatakrebs um 32% erhöhte (im Vergleich mit Männern, die weniger konsumierten). Bei Männern, die täglich mehr als 2 Tassen Milch tranken, erhöhte sich das Risiko um 60%.

Achtung: Ergänzungsmittel mit Calcium erhöhen das Krebsrisiko ebenfalls. Bei Männern, die mehr als 400mg Calcium pro Tag einnahmen, erhöhte sich das Risiko für Prostatakrebs um 51%.

– Eine übermässige Einnahme von Vitamin E erhöht das Risiko für Prostatakrebs um 68%.

Quellen: The Wall Street JournalU.S. Preventive Services Task Force (USPSTF)

Wie übersetzt man Prostatakrebs in andere Sprachen ?
Das könnte Sie auch interessieren
Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 15.02.2017 verändert.

Themen