Studie: Paracetamol hilft nicht bei akutem Kreuzschmerz

Studie: Paracetamol hilft nicht bei akutem KreuzschmerzSYDNEYEgal, ob man das weltweit millionenfach verwendete Schmerzmittel Paracetamol schluckt oder nicht: Akuter Kreuzschmerz ist nach durchschnittlich 17 Tagen “wieder gut”. Das hat eine gross angelegte australische Studie ergeben, die am Donnerstag in der Fachzeitschrift “The Lancet” veröffentlicht wurde.
Hauptautor Christopher Williams vom George Institute for Global Health der Universität von Sydney fällte folgendes Urteil: “Einfache Analgetika, zum Beispiel Paracetamol, könnten beim Management von akuten Kreuzschmerzen nicht von primärer Bedeutung sein. Die Resultate deuten darauf hin, dass wir die Empfehlung für Paracetamol als Erstbehandlung überdenken sollten (…).”
Das Analgetikum ist weltweit im Gebrauch. In jüngerer Vergangenheit wurde es häufiger als Erstatz für die entzündungshemmenden nichtsteroidalen Antirheumatika eingesetzt, die starke Magen-Darm-Probleme als Nebenwirkung haben. Auf der anderen Seite gibt es besonders in der angelsächsischen Welt eine vergleichsweise grosse Häufigkeit an Zwischenfällen wegen Leberversagens nach Überdosierung von Paracetamol.


Bei Kopfschmerzen wirksam

Bei verschiedenen Schmerzzuständen, zum Beispiel Kopfschmerzen, ist der Effekt der Substanz belegt. Doch die neue Untersuchung mit 1652 Kreuzschmerz-Patienten mit einem Durchschnittsalter von 45 Jahren brachte negative Ergebnisse.

Jeweils ein Drittel der Studienteilnehmenden mit erheblichen Symptomen erhielten bis zu vier Wochen lang regelmässig vier Gramm Paracetamol, die gleiche Dosis nur für den akuten Bedarf oder ein Placebo. Es gab keinen Unterschied bis zum Ende der Schmerzsymptome: In den jeweils mit rund 540 Probanden gleich grossen Gruppen stellte sich unter Verwendung des Schmerzmittels durchschnittlich bis zum 17. Tag eine deutliche Besserung bis Ausheilung ein, unter Placebo nach 16. Tagen.

Wahrscheinlich, so die Autoren, wären andere Empfehlungen für Kreuzschmerzpatienten besser. Für eine Änderung der internationalen Empfehlungen für solche Personen müssten aber noch weitere Studien diese Ergebnisse erhärten.

Mehr: Rückenschmerzen, Kopfschmerzen

Quelle: SDA – 23.07.2014

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 09.08.2018 verändert.