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Pestwurz

Zusammenfassung

Heilpflanze, welche antiallergische und spasmolytische Effekte aufweist. Sie wird bei Heuschnupfen oder auch Bauchschmerzen eingesetzt. Im Verkauf ist sie hauptsächlich als gebrauchsfertiges Medikament erhältlich.


Name

Deutscher Name: Pestwurz, Rote Pestwurz, “Butterblatt”
Lateinischer Name: Petasites hybridus (L.) G.Gaertn., B.Mey. & Scherb., 1801
Englischer Name: Blatterdock
Französischer Name: pétasite, pétasite hybride, pétasite vulgaire
Italienischer Name: cavolaccio

Famillie

Asteraceae

Inhaltsstoffe

– Sesquiterpene
– Pyrrolizidinalkaloide
– Petasin
– Ätherische Öle
– Schleimstoffe
– Cholin
– Bitterstoffe


​Verwendete Pflanzenteile

– Unterirdische Pflanzenteile in getrocknetem Zustand (Wurzeln, Wurzelstöcke)

​Wirkung

Krampflösend, gegen Allergien wirkend

Anwendungsgebiete

Bauchschmerzen (Schmerzen mit Krämpfen), Allergie: allergische Rhinitis (Heuschnupfen), Migräne (präventiv), Spastische Obstipation, insbesondere bei Kindern (bei dieser Indikation 5 Tropfen Pestwurz-Urtinktur einnehmen).

Nebenwirkungen

Bitte lesen Sie beim Kauf eines Medikamentes die Packungsbeilage

Kontraindikationen

Schwangerschaft, Stillzeit,… bitte lesen Sie beim Kauf eines Medikamentes die Packungsbeilage.

Interaktionen

Keine bekannt

Präparate (galenische Formen)

– *Gebrauchsfertige Medikamente: Wie Tabletten, Dragees, Kapseln. Es gibt auch Präparate in Form von Tee, Urtinktur oder Umschlägen.

*Es ist ratsam nur gebrauchsfertige, industriell zubereitete Medikamente zu verwenden und sich nicht selbst ein Heilmittel aus Pestwurz- Wurzeln herzustellen, da es zu Problemen mit einem Inhaltsstoff der Pestwurz (Alkaloid des Pyrrolizidin- Typs) kommen kann. Dabei kann es zu schweren Leberschädigungen, Leberproblemen und Krebs kommen. Bei den gebrauchsfertigen Medikamenten wurden diese schädlichen Inhaltsstoffe alle herausgenommen.

Wo wächst die Pestwurz?

Die Pestwurz wächst in Europa, Asien und Nordamerika.
Die grosse Mehrheit der konsumierten Pestwurz stammt aus dem Sammeln der Pflanze in der Wildnis gewisser Osteuropäischer Länder. Die Pestwurz gedeiht vor allem in nährstoffreichen und feuchten Böden und bevorzugt einen halbschattigen Standort. Der Stängel der Pestwurz kann eine Wuchshöhe von bis zu 1 m erreichen.
Die Wurzeln der Pestwurz werden im Frühjahr oder im Herbst (in Europa im September oder im Oktober) geerntet.

​Bemerkungen

– Das Vergiftungsrisiko und die Toxizität der Pyrrolizidine, welche in der Pestwurz enthalten sind muss beachtet werden, vorallem wenn man sich selbst ein Heilmittel aus frischer Pestwurz zubereiten möchte. Vorzugsweise sollten nur durch zentrale Kontrollorgane (wie Swissmedic) kontrollierte Zubereitungen verwendet werden.

– Die alten Griechen setzten die Pestwurz gegen Asthma ein. Später, im Mittelalter, wurde sie in Form von Tee insbesondere gegen Husten und Harnwegsinfekte angewandt. Die deutsche Bezeichnung dieser Pflanze ist eine Anspielung auf die Pest. Im Mittelalter wurde sie insbesondere gegen die Pest eingesetzt, aber auch bei Fieber.

– Die Pestwurz ist vor allem bei Migräne angezeigt. Eine weitere bei diesem Leiden indizierte Pflanze ist das Mutterkraut (Feverfew).

– Der Huflattich (Tussilago farfara) ist mit der Pestwurz verwandt.

Quellen (Referenzen):
„Die Geheimnisse des Druiden“, von Claude Roggen, Verlag Edition du Bois Carré, 2016 – National Geographic.
Bilder: Creapharma.de/Fotolia.com

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 02.02.2018 verändert.