Aids

Definition

AIDS bedeutet Acquired Immunodeficiency Syndrome (erworbenes Immundefektsyndrom) und stellt die letzte Stufe der HIV-Infektion (HIV 1 und/oder 2) dar.


Übertragung HIV / AIDS

Vorbeugung AidsDer HIV-Virus wird durch Blut, Sperma (sowie der Samenflüssigkeit, die zu Beginn der Erektion erzeugt wird) übertragen. Ebenso zählen die Vaginalsekrete und Muttermilch (Übertragung von der Mutter auf das Neugeborene) zu den Infektionsmöglichkeiten.
Die meisten Ansteckungen des HIV-Virus (AIDS) erfolgt durch vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr (selten oral). Es ist zu beachten, dass Menschen, die an anderen sexuellen, übertragbaren Krankheiten (Syphilis, Herpes genitalis, Chlamydien, etc.) leiden, leichter den HIV-Virus verbreiten und selbst davon betroffen sind.

Schweizer Forscher haben im November 2013 gezeigt, dass die Übertragung des HIV Virus hauptsächlich durch nicht behandelte Personen geschieht (keine Einnahme von Medikamenten gegen HIV). Die Vorbeugung und frühe Abschirmung sind ebenfalls wichtig, um die Ausbreitung der Krankheit zu vermindern. Diese Studie untersuchte eine männliche homosexuelle Gemeinschaft.

Die Übertragung des HIV-Virus von der Mutter zum Kind kann während der Schwangerschaft auftreten. Insbesondere aber während der Geburt und Stillzeit. Bei Nichtbehandlung besteht ein Risiko von 25%, dass das Kind mit dem HI-Virus angesteckt wird (HIV-positiv). Im Fall einer Behandlung kann die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung auf ca. 1% gesenkt werden. Das Virus kann auch durch infizierte Spritzen und Nadeln oder durch Bluttransfusion übertragen werden, wobei das letztgenannte Risiko derzeit sehr gering ist, jedenfalls in den Industrieländern, da Blutbanken regelmäßig auf HIV-Antikörper untersucht werden.

Geschichte von Aids

Die humane Pandemie von Aids begann in Kinshasa, Hauptstadt der demokratischen Republik Kongo in den 1920er Jahren. Anschliessend breitete es sich mit vielen Mutationen weltweit aus. Dies hat eine Gruppe von internationalen Forschern im Oktober 2014 herausgefunden. Die Forscher vermuten, dass der gemeinsame Vorfahre von HIV wahrscheinlich ca. 1920 in Kinshasa entstand. Allerdings wurde der Virus zum ersten Mal erst 1981 identifiziert.

– HIV trat am 5. Juni 1981 in die Welt. An diesem Tag berichtete das Kontrollzentrum für Krankheiten in Atlanta, dass 5 junge homosexuelle Männer in Kalifornien an einer seltenen Lungenentzündung litten, die nur bei stark Immunsupprimierten auftrat. Diese 5 jungen Menschen starben an der Lungenentzündung.

– Ein Monat später wurde bei 26 homosexuellen Amerikanern ein seltener Hautkrebs diagnostiziert. Man sprach vom „cancer gay“. Die Krankheit wurde im folgenden Jahr als „erworbenes Immundefektsyndrom“ oder Aids benannt.

Dennoch bezweifelt eine von Forschern der University of Arizona im Oktober 2016 veröffentlichte Studie, dass es sich bei den in den 1980er Jahren in den USA beobachteten Fällen wirklich um die ersten handelte. Sie gehen davon aus, dass die erste Aids-Erkrankung bereits 1971 in New York auftrat, was sich durch Genanalysen belegen lässt. An der Westküste, insbesondere in San Francisco, sollen bereits 1976 Aids-Erkrankungen aufgetreten sein.

– 1983 isolierte eine französische Gruppe den Virus, der über das Blut, vaginale Sekretionen, Muttermilch oder Sperma übertragen wird. Es greift das Immunsystem an und macht den Körper gegenüber opportunistischen Infektionen wie Tuberkulose oder Lungenentzündung anfällig.

– 2. Oktober 1985: der amerikanische Schauspieler Rock Hudson stirbt an Aids. Andere Stars folgen wie z.B. Freddy Mercury (1991) oder der russische Tänzer Rudolf Noureev (1993).

– 1986: erstes Medikament, das Azidovudin (AZT), ein retroviraler Wirkstoff, der die Entwicklung des Virus hemmt, aber nicht eliminiert. Der Virus wird offiziell „humanes Immundefizienz-Virus“ oder HIV genannt.

– 1996 kommt die Tripeltherapie: die tödliche verlaufende Krankheit wurde zu einer chronischen Krankheit. Die USA führte ein Programm zur Bekämpfung von Aids ein (Onusida). Die Epidemie breitet sich in Afrika schnell aus und wird in Osteuropa, Indien und China immer schlimmer.

– 2002: Bildung der weltweiten Vereinigung zum Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria mit der Unterstützung von Bill Gates.

– 2003: Einführung eines Programmes durch George W. Bush, das in 5 Jahren 15 Milliarden Dollar gegen Aids einsetzte (Pepfar).

– 2006: Studien zeigen, dass die Beschneidung der nicht infizierten Männer das Risiko für eine Infektion fast halbierte. Es schützt aber Frauen nicht. Start von Kampagnen zur Beschneidung von Männern in Afrika.

– 2009: seit dem Auftreten diese Krankheit, starben 25 Millionen Menschen an Aids und 60 Millionen wurden kontaminiert. Seit 8 Jahren hat die Zahl der Infektionen um 17% abgenommen (Onusida).

– 2010: eine Studie hat gezeigt, dass ein Vaginalgel mit antiviralem Wirkstoff bei guter Anwendung das Risiko für eine HIV-Infektion der Frauen fast halbieren kann.

– 2011: eine klinische Studie zeigt, dass durch die schnellstmögliche Behandlung von HIV-positiven Menschen mit antiviralen Wirkstoffen, das Risiko für eine Übertragung des Virus auf HIV-negative Menschen auf praktisch Null fallen lässt.

Epidemiologie HIV / AIDS

Nachfolgend einige Statistiken zu HIV / AIDS:

– Für 2016 gab UNAIDS die Zahl der HIV-Infizierten mit 36,7 Millionen an, seitdem stieg sie aber weiter. 20,9 Millionen Betroffene weltweit haben mittlerweile Zugang zu einer wirksamen Behandlung.

Gemäss den Vereinten Nationen (UNAIDS), hat der HIV-Virus seit seiner Entdeckung 1980 bereits 35 Millionen Menschen getötet.

Epidemiologie von HIV/AIDS in Europa

Ende 2007 waren rund 800’000 Menschen in Europa mit dem HI-Virus infiziert. Die Zahl erhöhte sich innerhalb eines Jahres um 8%. (Quelle: SDA, 16. Oktober 2009)

Epidemiologie von HIV/AIDS in der Schweiz

Im Jahr 2016 wurde nach den Angaben des BaG (Bundesamt für Gesundheit) bei 542 Menschen eine HIV-Infektion festgestellt. Im Vergleich mit 2015 blieb die Anzahl im Jahr 2016 stabil.

Epidemiologie von HIV-Infektionen in der homosexuellen Männergemeinschaft

Statistiken zufolge waren von etwa 3’000 Infizierten im Jahr 2010 etwa 90% Männer. Etwa 81% der Infektionen kamen durch Geschlechtsverkehr mit Männern.

Epidemiologie von HIV in der homosexuellen Frauengemeinschaft

Homosexuelle Frauen sind in der Regel eher seltener von HIV / AIDS betroffen.

Epidemiologie zu HIV/Aids in Südafrika

Etwa 28% der weiblichen Jugendlichen und 4% der männlichen Jugendlichen sind gemäss der Statistiken, die durch den Gesundheitsminister von Südafrika, Aaron Motsoaledi, im März 2013 erhebt wurden, HIV-positiv. Gemäss den offiziellen Statistiken, leben 6 Millionen Menschen in einer Population von 50 Millionen Menschen in Südafrika mit dem HIV-Virus: Eine der höchsten Prozentsätze in der ganzen Welt.

Südafrika trägt den Weltrekord in der anti-retroviralen Behandlung: diese kommt etwa 1,7 Millionen Patienten zugute.

In den USA vermutet die CDC (Centers for Disease Control and Prevention), dass die homosexuellen und bisxuellen Männer etwa 2% der Bevölkerung ausmachen. Diese Gruppe von Männern repräsentiert mehr als die Hälfte der von HIV/Aids betroffenen Menschen in den USA. Die Männer zwischen 13 und 24 Jahren sind insbesondere von HIV betroffen. Sie machen etwa 20% aller Neuinfektionen in den USA aus.

In den USA weiss 1 von 5 homosexuellen oder bisexuellen Männern nicht, dass er HIV-positiv ist. Ein homosexueller oder bisexueller Mann müsste alle 12 Monate einen HIV-Test machen. In gewissen Fällen müsste dies sogar alle 3 bis 6 Monate geschehen.

Ursachen

AIDS wird durch das Virus HIV1und HIV2 verursacht. Der Begriff HIV stammt aus dem englischen und bedeutet Human Immunodeficiency Virus (Humanes Immundefizienz Virus).

HIV ist ein Retrovirus (Abkürzung für: Reverse Transkriptase Viren), also ein RNA-Virus (Abkürzung: Ribonukleinsäure), dessen Erbinformation als RNA vorliegt und die als DNA in das Erbgut einer menschlichen Zelle eingebaut wird.

AIDS bzw. das HI-Virus wird durch Blut oder Sperma übertragen (siehe: Definition AIDS / HIV-Infektion). Beachten Sie aber auch, dass andere Geschlechtskrankheiten (es gibt etwa 30 davon) z.T. deutlich schneller übertragen werden als AIDS. Dies ist z.B. der Fall bei Hepatitis C, wogegen es auch keine Impfung gibt.

Risikogruppen

Zu den Risikogruppen gehören vor allem Drogenabhängige (aufgrund Mehrfachverwendung kontaminierter Nadeln) und Menschen mit sexuellen Beziehungen ohne Schutz (Kondom).

Besonders homosexuelle Männer sind äusserst häufig von HIV betroffen (40 Mal häufiger als Heterosexuelle). Der Gebrauch von Kondomen, sowie die Treue gegenüber dem Partner können helfen, diese Häufigkeit zu senken.

Homosexuelle Frauen stellen nach medizinischer Literatur keine Risikogruppe dar.

Symptome

Symptome der HIV-Infektion im Anfangsstadium

Manche Patienten entwickeln nach der Infektion tage- bis monatelang kein Symptom (asymptomatischer Verlauf). Die Mayo Clinic geht jedoch davon aus, dass die meisten HIV-infizierten Menschen ungefähr 1 bis 2 Monate nach der Infektion mononukleose- oder grippeähnliche Symptome aufweisen. Folgende Symptome sind im Anfangsstadium der Krankheit möglich:

– geschwollene Lymphknoten

Fieber


Müdigkeit

– Hautausschlag

– Muskelschmerzen

Halsschmerzen

Die Intensität dieser Symptome verringert sich nach ein paar Wochen. Andere Symptome können sich in der aufgeführten Reihenfolge manifestieren:

– Permanent angeschwollene Lymphknoten

– Orale Infektionen

– Entzündung des Zahnfleisches

Herpes labialis (Fieberbläschen)

– Genitalwarzen

– Ekzeme, Hautausschlag

– Gewichtsverlust

Latenzphase vor dem Ausbruch von AIDS:

– Nach dem eventuellen Auftreten erster Symptome einige Wochen nach der HIV-Infektion folgt eine Latenzphase der Krankheit, im Englischen spricht man von einer clinical latent infection. Diese Phase kann bis zu 8 oder 10 Jahre dauern, manche Quellen sprechen sogar von 14 Jahren. In bestimmten Fällen dauert sie nur 1 Jahr, doch in der Regel beträgt ihre Dauer 4 bis 8 Jahre. Von einem Menschen zum anderen sind große Unterschiede festzustellen. Während dieser Phase kann der Patient frei von Symptomen (asymptomatisch) sein oder Entzündungen der Lymphknoten aufweisen (siehe auch im Abschnitt Symptome unten).

– Nach dieser Latenzphase kann die eigentliche AIDS-Erkrankung auftreten.

Symptome bei AIDS

Es gibt zahlreiche AIDS-Symptome, die auch im Abschnitt Komplikationen erläutert werden.

Nachfolgend können folgende Symptome bei einer AIDS-Infektion auftreten:

– Infektion durch Pneumocystis carinii, die eine Lungenentzündung verursachen kann (Symptome: Husten, hohes Fieber, schlechter Allgemeinzustand u.a.).


– Gewichtsverlust

Durchfall

– Schwächegefühl (Müdigkeit)

– Flecken auf der Haut (Kaposi-Sarkom)

– Scherpilzflechte der Nägel

– Allgemeine Pilzerkrankungen

Tuberkulose

Meningitis


– Infektiöse Läsionen im Augenbereich: Herpes, Zytomegalievirus (CMV)

Viele AIDS-Patienten erkranken leichter an Infektionskrankheiten, da das Immunsystem sehr geschwächt ist. Es besteht zudem ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Tumoren (Krebs), was durch klinische Studien belegt wurde (siehe auch: Komplikationen AIDS / HIV-Infektion).

Chronische Schmerzen bei HIV-infizierten Menschen
Alle HIV-infizierten Menschen sollten auf chronische Schmerzen untersucht werden, da zwischen 39 und 85 % aller HIV-Infizierten davon betroffen sind. Diese Empfehlungen stammen aus einem Bericht, der von der amerikanischen Institution HIV Medicine Association unter dem Titel HIVMA Guidelines verfasst und am 14. September 2017 im Wissenschaftsmagazin Clinical Infectious Diseases veröffentlicht wurde. Dieser Bericht erläutert, dass HIV-positive Menschen, die an chronischen Schmerzen leiden, mit einem multidisziplinären Ansatz, der nicht-medikamentöse Therapieformen, wie z. B. Yoga oder Physiotherapie umfasst, behandelt werden sollten. Die Einnahme von Opioidanalgetika als erste Behandlungslinie sollte immer vermieden werden. Bei der Hälfte der HIV-infizierten Menschen, die von chronischen Schmerzen betroffen sind, äußert sich dieses Leiden in Form von neuropathischen Schmerzen (Nervenschmerzen).

Diagnose

Bei Verdacht auf eine HIV-Infektion (z.B. nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder Nutzung einer verunreinigten Nadel) wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Bei dieser Untersuchung werden Antikörper gegen das Virus gesucht.

Dieser Test soll frühestens 3 Monate nach der angeblichen Kontamination erfolgen. Direkt nach einer Infektion ist der HIV-Test noch negativ. In der Regel dauert es 6 bis 12 Wochen. In einigen Fällen sogar bis zu 6 Monaten. Doch neue Testverfahren ermöglichen insbesondere das Erkennen eines Proteins, das direkt nach der HIV-Infektion im Körper gebildet wird. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt über die neuesten Diagnoseverfahren und wirksamsten Früherkennungstests auf dem Markt beraten.

Um AIDS zu diagnostizieren (siehe: Symptome AIDS), um den Unterschied zwischen AIDS und einer HIV-Infektion zu verstehen), wird der Arzt durch die Blutuntersuchung die Anzahl CD-4-Zellen im Blut messen. Wird ein bestimmter Grenzwert unterschritten, spricht man von AIDS.

Komplikationen

Wie bereits im Abschnitt „Symptome AIDS“ beschrieben, kann bei einer Erkrankung mit AIDS eine grosse Anzahl von Komplikationen auftreten.

Eine der schwerwiegendsten Komplikationen besteht durch eine grössere Sensibilität gegenüber Infektionskrankheiten (z.B. Viren, Bakterien, Pilze) und Krebs aufgrund der geschwächten Immunabwehr, da zu wenig Lymphozyten vorhanden sind. Üblicherweise stirbt man nicht an AIDS, sondern an Infektionskrankheiten oder Tumoren, welche den Organismus schwächen.

AIDS und Krebs

Seit der Einführung der sogenannten hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) im Jahr 1996, haben sich Krebserkrankungen zur führenden Todesursache bei HIV-Patienten entwickelt. Bei diesen Patienten ist das Krebsrisiko 2 bis 3 Mal grösser, als das der allgemeinen Bevölkerung (Quelle: SDA Schweiz, Oktober 2009). Um dieses Risiko zu verringern, ist es wichtig, so lange wie möglich, so viele CD4-Zellen (Lymphozyten) wie möglich zu erhalten.

Bei weiteren Fragen lassen Sie sich von einem Apotheker oder Arzt beraten. Es gibt auch spezialisierte Zentren in gewissen Spitälern, welche infektiologische Sprechstunden anbieten.

AIDS und Myokardinfarkt

AIDS und MyokardinfarktHIV-Positive und AIDS-Kranke haben ein höheres Risiko, an einem Myokardinfarkt (Herzanfall) zu sterben, als der Rest der Bevölkerung. Das ergab eine US-Studie, die im Mai 2012 in der Fachzeitschrift Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht wurde. Laut Einschätzung der Forscher muss auf der Grundlage dieser Ergebnisse “dieses potenzielle Risiko bei HIV-Patienten berücksichtigt werden”.

Wann zum Arzt?

Infizierte Menschen (HIV-positiv und/oder AIDS) müssen regelmässig einen Arzt konsultieren, da die Behandlung sehr komplex ist und nur ein in Infektiologie spezialiserter Arzt über die geeigneten Massnahmen entscheiden kann. Diese finden sich normalerweise in Zentrumkrankenhäusern, jedoch nicht in kleineren Krankenhäusern auf dem Land.

Wir empfehlen einen Arzt aufzusuchen und einen Bluttest durchführen zu lassen, wenn der geringste Verdacht einer Kontamination z.B. durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder einer kontaminierten Nadel besteht. Der Test kostet zwischen 20-30 Euro. Bedenken Sie auch, dass Sie Ihnen nahestehende Personen anstecken können, falls Sie selber nichts von Ihrer Infektion wissen. Eine Anzeige wegen fahrlässiger Tötung wäre möglich.

Ebenfalls sollten Partner oder verheiratete Menschen einen HIV-Test durchführen lassen, bevor auf die Nutzung eines Kondoms verzichtet wird.

Behandlung

Folgende Arzneimittel werden bei AIDS hauptsächlich eingesetzt:

– Nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren. Diese Arzneimittel hemmen ein Protein, das dem HI-Virus die Vermehrung (Kopie) ermöglicht, in diesem Fall die reverse Transkriptase. Zu dieser Arzneimittelfamilie können folgende Moleküle gezählt werden: Efavirenz, Etravirin oder Nevirapin.

 Nukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren. Auch diese Arzneimittel hemmen ein Protein, das dem HI-Virus die Vermehrung (Kopie) ermöglicht, es handelt sich ebenfalls um die reverse Transkriptase. Zu dieser Arzneimittelfamilie können folgende Moleküle gezählt werden: Abacavir sowie die Kombination von Emtricitabin und Tenofovir (Truvada®) oder von Lamivudin und Zidovudin (Combivir®).

– Proteaseinhibitoren. Auch diese Arzneimittel hemmen ein Protein, das dem HI-Virus die Vermehrung (Kopie) ermöglicht, in diesem Fall die Protease. Zu dieser Arzneimittelfamilie können folgende Moleküle gezählt werden: Atazanavir, Darunavir, Fosamprenavir und Ritonavir.

Entry- oder Fusionsinhibitoren. Diese Arzneimittel blockieren das Virus in bestimmten Zellen. Zu dieser Arzneimittelfamilie können folgende Moleküle gezählt werden: Enfuvirtid und Maraviroc.

Integrase-Inhibitoren. Diese Arzneimittel hemmen oder blockieren die Integrase, ein Enzym, das vom Virus benutzt wird, um sein genetisches Material in spezifische Zellen einzuführen. Zu dieser Arzneimittelfamilie können folgende Moleküle gezählt werden: Raltegravir.

Gute Ratschläge

Die regelmässige und richtige Einnahme der Medikamente (sog. Compliance) ist äusserst wichtig.

Leider haben die Medikamente gegen AIDS viele Nebenwirkungen, was die regelmässige Einnahme beeinträchtigen kann. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt oder Apotheker darüber, um zu erfahren, wie Komplikationen am besten zu vermeiden sind. Nur eine konsequente Einnahme kann helfen, den Krankheitsverlauf möglichst zu verlangsamen.

Vorbeugung

– Verwenden Sie immer Kondome, es sei denn Sie befinden sich in einer stabilen Beziehung mit einer Person, der Sie vertrauen und ein HIV-Test wurde (von beiden Partnern!) gemacht. Lassen Sie sich im Zweifelsfall das Resultat zeigen.

Vorbeugung Aids– Vermeidung von Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern (Promiskuität).
– In Entwicklungsländern sollte möglichst jede medizinische Versorgung, die mit Blut oder dem Einsatz von Spritzen zusammenhängt, vermieden werden. Insbesondere gefährlich kann es sein, wenn Sie Blut benötigen. Wenn möglich, sollte die Behandlung erst zu Hause stattfinden.

– In Alltagssituationen sollte man vermeiden, Rasierklingen oder Zahnbürsten gemeinsam zu benutzen.

– Teilen Sie niemals Spritzen oder Nadeln mit anderen Menschen. Gefährlich wird es insbesondere dann, wenn eine Nadel direkt nach dem Gebrauch durch einen HIV-Infizierten wieder benutzt wird. Wenn die Nadel beide Male für eine intravenöse Applikation gebraucht wird, steigt das Risiko massiv an.

– Eine Verletzung durch eine Nadel, welche z.B. am Boden gefunden wurde, kann zwar grossen psychischen Stress auslösen, hat aber noch nie zu einer Infektion geführt. Falls es zu dieser Situation kommen sollte, melden Sie sich unverzüglich (jede Stunde zählt!) in einem grossen Zentrum-Krankenhaus, um zu eruieren, ob eine Notfalltherapie (sog. Post-Expositions-Prophylaxe; PEP) begonnen werden muss. Dies beeinhaltet eine sehr hoch dosierte Arzneimitteltherapie mit Virostatika während mehreren Wochen mit z.T. erheblichen Nebenwirkungen.

– Die männliche homosexuelle (und bisexuelle) Gemeinschaft repräsentiert etwa 2% der Bevölkerung. Sie ist insbesondere von HIV/Aids betroffen. In den USA stammen mehr als die Hälfte der Neuinfektionen mit HIV aus der Gruppe der homosexuellen Männer. Wenn Sie zu dieser Risikogruppe gehören, sollten Sie die Ratschläge der Gesundheitsbehörden Ihres Landes befolgen.

Diese Männer müssen sich alle 12 Monate testen lassen (gemäss dem Centers for Disease Control and Prevention CDC). Um die Übertragung von HIV einzudämmen, empfiehlt die CDC, weniger Sexualpartner zu haben, kein Oralsex ohne Schutz, Kondome verwenden und eventuell vorbeugende Medikamente einzunehmen (PrEP: Pre-exposure Prophylaxis oder Prä-Expositions-Prophylaxe. Das Medikament heisst Truvada).

Wie übersetzt man ​AIDS in andere Sprachen ?
  • Englisch: aids

  • Französisch: sida

  • Italienisch: Aids

  • Portugiesisch: Aids

  • Spanisch: sida

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 08.10.2018 verändert.