Akne

Definition

AcneAus medizinischer Sicht ist Akne eine aufgrund einer Entzündung der Talgdrüsenfollikel sehr häufig auftretende Hauterkrankung, die durch das Bakterium Propionibacterium acnes (Forscher haben das Gesamterbgut dieser Bakterie entdeckt, was zukünftig das Einsetzen vonnoch gezielteren Medikamenten ermöglichen wird) und/oder durch eine hormonelle Veränderung verursacht wird.


Acne definitionDie häufigste Form, die Acne juvenilis oder vulgaris, betrifft ungefähr 80% der Jugendlichen und heilt ab dem 19. Lebensjahr herum langsam wieder aus, in 90% der Fälle ohne Narben zu hinterlassen.

Bekannt ist, dass Bakterien eine zentrale Rolle spielen, eine antibakterielle Behandlung ist deshalb eine sehr wirksame Therapie (zum Beispiel Benzoylperoxid).

Die Heilung von Aknenarben ist ein langwieriger Prozess.

Eine Akne sollte auf die richtige Art und Weise behandelt werden, weil sie Narben hinterlassen und dadurch zu psychischen Problemen führen kann (Depression, Absonderung, Verlust des Selbstwertgefühls u.a.).

Talg
Der Talg, ein öliges Produkt, hat vor allem die Aufgabe, Kopf- und Körperhaare und die Haut vor dem Austrocknen zu bewahren. Eine übermäßige Talgproduktion, aber auch eine Anhäufung abgestorbener Zellen in der unmittelbaren Umgebung kann zu einer Verstopfung der Haarfollikel führen. Die Bildung dieser Pfropfen bewirkt ein Anschwellen der Follikelwände, die sich weiß verfärben können. Sie können sich auch öffnen und schwarz verfärben, dann spricht man von Mitessern. Wenn sie entzündet sind, können die Follikel auch eine rote Farbe annehmen.

Formen der Akne
Es gibt verschiedene Formen von Akne (Acne juvenilis, Acne rosacea, Acne cosmetica u.a.) und nur ein Dermatologe wird eine genaue Diagnose stellen und in der Folge eine gezielte Behandlung vorschlagen können, jedoch können Sie sich in jedem Fall in einer Apotheke bei zu möglichen Behandlungen beraten lassen.

Ursachen

Die Ursachen können je nach Form der Akne verschieden sein:

Die Acne juvenilis wird insbesondere durch hormonelle Störungen verursacht: Während der Pubertät kommt es zu einer erheblich verstärkten Talgproduktion, die den Zustand der Haut beeinflusst. Verantwortlich für diesen Talgüberschuss sind Androgene (männliche Sexualhormone, insbesondere Testosteron) und Oestrogene (weibliche Sexualhormone).

Man weiss auch, dass Akne juvenilis oder nicht-juvenilis vererbt werden kann. Wenn zum Beispiel beide Elternteile an Akne leiden, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 60%, dass das Kind ebenfalls von Akne betroffen ist.

Acne causeBei Auftreten anderer Formen von Akne und gelegentlich sogar bei der Acne juvenilis können zahlreiche Ursachen für deren Entstehung verantwortlich sein. Erheblichen Einfluss auf die Akne hat das Bakterium Propionibacterium acnes (eine für Akne verantworliche Bakterie) oder auch Stress, der die Entstehung von Akne insbesondere durch die damit verbundene erhöhte Talgproduktion begünstigen kann.

Darüber hinaus sollen sich Getreideprodukte mit hohem Zuckergehalt, aber auch Brot (vor allem Weißbrot), Chips und Schokolade nachteilig auf Akne auswirken. Bei Schokolade geht man davon aus, dass vor allem ihr manchmal hoher Zuckergehalt Akne begünstigt. Zucker erhöht den Insulinspiegel, was das Auftreten von Akne negativ beeinflussen kann.

– Ein weiterer Faktor ist die Einnahme bestimmter Medikamente, wie z. B. Kortikoide, Hormone (Androgene), Lithium oder Vitamin B12.

Symptome

Die Akne kann in verschiedenen Formen auftreten; in den meisten Fällen handelt es sich jedoch um auf der Haut auftretende Komedonen (Mitesser) oder kleine Pickel (rötlich oder weisslich), welche auf der Haut auftreten. In bestimmten, schwerwiegenden Fällen können dicke Knötchen oder kleine Geschwülste auftreten, in diesem Fall wird eine medikamentöse Behandlung zwingend, um eine mögliche Narbenbildung zu verhindern.

Acne symptomeDie Pickel treten vorwiegend im Bereich des Gesichtes, des Rückens oder des Dekolletés auf (dreieckige Form; von den Schultern an abwärts).

Von Akne betroffene Körperstellen – Wo tritt Akne auf?
Die Pickel sind normalerweise im Gesicht, am Rücken, auf der Brust, am Hals, auf den Schultern oder auf dem Dekolleté zu finden. Diese Stellen weisen eine hohe Konzentration an Talgdrüsen auf.

Behandlung

Wichtiger Hinweis: Bei allen Behandlungsmethoden gegen Akne ist Geduld gefragt. Die ersten sichtbaren Behandlungserfolge zeigen sich oft erst nach einigen Wochen.

Bei oberflächlicher oder leichter Akne genügt eine lokale, externe Behandlung sowie eine gute Hygiene, um die Bakterienzahl zu reduzieren (jeweils morgens und abends die von Akne betroffenen Bereiche gründlich reinigen, bei sensibler Haut sollten Sie eine milde Seife oder ein speziell gegen Akne gerichtetes Reinigungspräparat verwenden).

Acne behandlungMan stellt fest, dass die Hygiene sehr wichtig ist, insbesondere die zwei Mal tägliche Anwendung einer milden Seife (in der Schweiz z.B. Lubex® und/oder Lubexyl®) oder Peeling-Produkte, die ein bis zwei mal pro Woche angewendet werden sollten (z.B. Normaderm® Gel).

Zur Behandlung der mittelschweren Acne vulgaris sind Medikamente mit Benzoylperoxid am wirksamsten. Dieser Wirkstoff erzielt eine erwiesene gute Wirkung und reduziert die Bildung von Komedonen sowie die Talgproduktion. Gleichzeitig wirkt er der Vermehrung der Aknebakterien entgegen.

Anmerkung: Wie der Name sagt, enthalten Medikamente mit Benzoylperoxid ein Peroxidderivat, mit Hilfe dessen man Haare und vor allem Textilien entfärben kann (Handtücher, Kleider). Seien Sie deshalb bei der Anwendung vorsichtig, damit Ihnen zusätzliche Textilreinigungskosten erspart bleiben! Beim Kauf eines Medikamentes, das diesen Wirkstoff enthält, lesen Sie bitte die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker um Rat.

Die Salicylsäure wird manchmal äusserlich gegen Akne eingesetzt.

Zur Behandlung von Akne kann ein weiterer Wirkstoff angewendet werden: Es handelt sich hierbei um Motretinid in Form einer Creme (es ist mit mindestens 6 bis 8 Behandlungswochen zu rechnen, bis eine sichtbare Wirkung eintritt). Dieser Wirkstoff ist insbesonders wirksam gegen Komedonen.

Im Falle einer schlimmeren Akne kann der Dermatologe, wenn er es für angemessen hält, ebenfalls lokale Antibiotika in Form einer Lösung verschreiben, zum Beispiel mit Clindamycin. Ein Dermatologe wird Ihnen ein geeignetes Arzneimittel verschreiben können. Clindamycin scheint einer der wirksamsten Wirkstoffe gegen Akne zu sein.

Hinweis: Die Kombination von Clindamycin und Benzoylperoxid erzielt bei gleichzeitiger Anwendung eine stärkere Wirkung. Im Falle von schlimmer Akne mit gleichzeitigem Auftreten von Fieber, Schmerzen, einschliesslich in den Gelenken, lokalen Hautverletzungen) wird dringendst ein Arztbesuch empfohlen. Ein Dermatologe kann Ihnen beispielsweise empfehlen, Antibiotika aus der Familie der Tetrazykline (Doxyzyklin, Minozyklin) oral einzunehmen oder topische Antibiotika sowie Derivate von Vitamin A als Salbe anzuwenden oder oral einzunehmen (Isotretinoin).

Achtung: Medikamente, die Isotretinoin enthalten, können zu Trockenheit im Bereich der Lippen und Augen sowie zu schwerwiegenden Missbildungen des Fötus bei schwangeren Frauen führen. Zudem kann es zu Stimmungsschwankungen (Antriebsschwierigkeiten) kommen. Deshalb sollte dieses Medikament nur bei schwerwiegender Akne oder infolge Resistenz gegen andere Behandlungsarten angewendet werden.

Hinweis für Frauen

Für einige Frauen hat die Einnahme der Antibabypille eine positive Wirkung auf Akne. Sie kann jedoch auch gegenteilig wirken. Reden Sie deshalb mit Ihrer Apothekerin oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder Arzt, um zusätzliche Informationen zu erhalten und eine geeignete Behandlung zu finden.

Bei bestimmten Frauen kann eine Überproduktion an männlichen Hormonen für Akne verantwortlich sein.

Durch die Einnahme einer Antibabypille mit Antiandrogenen (z.B. Cyproteronacetat), kann Akne bei bestimmten Frauen verringert werden. Diese Antibabypille wird nur verschrieben, um gleichzeitig die Heilung von Akne mit Schwangerschaftsverhütung zu kombinieren.

Die Verschreibung dieser Pille mit Antiandrogenen nur zur Schwangerschaftsverhütung ist nicht angezeigt.

Für weitere Informationen zu diesen auf Rezept im Handel erhältlichen Antibabypillen fragen Sie Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker bzw. Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt um Rat.

Heilpflanzen

Die folgenden Medizinalpflanzen haben sich zur Behandlung von Akne als wirksam erwiesen. Es handelt sich unserer Meinung nach mehr um eine Ergänzungsmassnahme als um eine Behandlung erster Wahl zu den Medikamenten. Wenden Sie bevorzugt als erste Therapiemassnahme die klassischen Medikamente an (zum Einnehmen und zum lokal Auftragen).

Acne piante– Kletten (Wurzel der Kletten), in Form von Tabletten oder Kräutertee einzunehmen


– Teebaum, vorzugsweise in Form von ätherischem Öl (Teebaumöl), Crèmen oder Salben anzuwenden

– Arganöl, in Form von Crèmen aufzutragen

– Nachtkerzenöl, vorzugsweise in Form von Tabletten einzunehmen. Das ätherische Öl von Lavendel, direkt auf die Pickel der Akne aufzutragen.

– Bei Akne hilft das dünne Auftragen von Kokosöl, insbesondere nach der Anwendung einer Creme oder eines chemischen Präparats, beispielsweise auf der Basis von Salicylsäure, die dazu neigen, die Haut auszutrocknen. Kokosöl weist aufgrund seines hohen Gehalts an Vitamin E und Laurinsäure antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften auf.

Ratschläge

– Für zahlreiche Jugendliche und gelegentlich sogar für Erwachsene können die psychologischen Folgen von Akne erheblich sein. Man weiss, dass Akne gerade in der Pubertät, wo man auf der Suche nach der eigenen Persönlichkeitsfindung ist und das Aussehen eine wichtige Rolle zu spielen beginnt, eine grosse psychische Belastung bedeuten kann. Aus diesem Grund ist eine konsequente Behandlung von Akne von Anfang an dringend empfohlen, um damit verbundene psychologische Probleme zu vermeiden. Es gibt viele Möglichkeiten, die Akne zu behandeln.

– Fragen Sie Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker bzw. Ihren Hautarzt oder Ihre Hautärztin um Rat. Die Apotheke als erste Anlaufstelle für Ihre Gesundheit kann Ihnen kostenlos Empfehlungen geben und Sie beraten, ob eine Therapie der Akne mit selbstgekauften, sehr wirksamen (!) Methoden behandelt werden kann, oder ob eine Konsultation bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt sinnvoll ist (insbesondere für sehr schwere Akne oder bakterielle Formen von Akne).

– Man sollte sich das Gesicht mit einer geeigneten Seife waschen (fragen Sie Ihren Apotheker um Rat). Die Seife sollte mild und speziell gegen Akne sein.


– Es ist wichtig, dass man das Gesicht nicht mit den Händen oder Objekten (z.B. Handy) berührt. Das Gesicht sollte so sauber wie möglich bleiben.

– Es ist wichtig, für sich selbst zu wissen, weshalb genau Akne entstehen kann oder begünstigt wird (Stress, Ernährung u.a.). Eine auf sich persönlich zugeschnittene Behandlungsart bedingt ein striktes Management zwischen Medikamenten und Hygienemassnahmen.

– Die schwarzen Punkte (Mitesser) oder Pickel nicht durchstechen, ausdrücken oder entfernen, weil dies eine Entzündung verschlimmern kann. Dies ist häufig einfacher gesagt als getan, im gegenteiligen Fall umgehend ein Desinfektionsmittel auftragen oder milde Seife anwenden (z.B. Marseille-Seife).

– An feuchten oder Orten, wo viel geraucht wird (z.B. Disco, Bars) scheinen sich die für Akne verantwortlichen Bakterien auf der Haut schneller zu entwickeln. Dies ist ebenfalls der Fall beim Ausüben von Sport, wenn die Feuchtigkeit infolge von Schweiss entsteht. Es wird ebenfalls empfohlen, sich danach gründlich das Gesicht zu waschen (mit einer milden Seife oder eines Reinigungsgels), um eine Vermehrung der Aknebakterien zu vermeiden. In der Apotheke sind verschiedene Produkte erhältlich.

– Die Art der Ernährung als verantwortlicher Faktor von Akne ist umstritten. Einige sind der Meinung, dass diese keinen Einfluss hat (v.a. viele Hautärzte) im Gegensatz zu anderen, die eine ursächliche Verbindung darin sehen (z.B. Schokolade, fettige Speisen u.a.). Sie können für sich persönlich den Ernährungseinfluss auf Ihre Haut beobachten und Ihnen ein eigenes Bild über dieses Thema verschaffen.

– Für Frauen: Vermeiden Sie, zu viel Make-Up oder sehr fettige Crèmen aufzutragen, weil dies die Poren verstopfen und Akne verschlimmern kann. Neben Akne kann es zu unangenehmen Hautreizungen kommen.

– Als Grossmutterrezept zur Behandlung oder Vorbeugung von Akne scheinen Kräutertees mit Echinacea, Mariendistel oder Pfefferminze wirksam zu sein. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass unserer Meinung nach die Wirksamkeit solcher pflanzlicher Behandlungsmethoden noch nicht erwiesen ist. Kletten (als Tabletten einzunehmen) gehören ebenfalls zu den Pflanzenarten, die eine fördernde Wirkung auf Akne ausüben sollen.

– Sich der Sonne aussetzen verbessert vorübergehend den Zustand von Akne: Die Sonne wirkt entzündungshemmend und trocknet die Haut aus. Die Akne kann jedoch in der Folge erneut verschlimmert auftreten, weil die Pickel unter der Haut ‚zurückgehalten’ wurden und erneut verstärkt erscheinen. Man nennt dies ’Ping-Pong Effekt’. Eine gemässigte Sonneneinstrahlung ist deshalb vorzuziehen. Auch trotz Akne soll aber auf einen ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden, um Hautkrebs zu verhindern; auch mit Sonnencrème kann eine Bräunung der Haut erreicht werden – es braucht nur mehr Zeit!

– Typischerweise kann die Haut während dem Sommer oder Winter (z.B. Skifahrer) viel geringer von Akne befallen sein. In der Folge jedoch (Herbst oder Frühling) besteht häufig das Risiko, dass die Akne wieder auftritt, gelegentlich sogar in einem verstärktem Ausmass. Sprechen Sie mit Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker darüber und fragen Sie nach einer Sonnencrème mit hohem Sonnenschutzfaktor.

Acne Ratschläge– In keiner Studie wurde wirklich erwiesen, dass Tabak (Zigarettenrauchen) eine negative Wirkung auf Akne ausübt. Man weiss jedoch, dass der Tabak die Haut schneller altern lässt, die Zähne gelb verfärben kann und das Auftreten von Krebs bei Rauchern um ein Vielfaches erhöht ist.

Stress (Arbeit, Prüfungen u.a.) und Müdigkeit können die Entwicklung von Akne begünstigen, vor allem von Komedonen. Dieser Mechanismus entsteht infolge einer erhöhten Talgproduktion.

– Gemäss einer schottischen Studie, die Ende 2013 durch die Zeitschrift Marine Drugs publiziert wurde, kann sich die Einnahme von Algen und Lachs im Kampf gegen Akne positiv auswirken. Die Wissenschaftler haben entdeckt, dass die Fettsäuren Omega-3 EPA und Omega-6 DGLA, die man in marinen Lebensmitteln findet, eine entzündungshemmende Wirkung haben und so gegen die Akne auslösenden Bakterien (Propionibacterium acnes) wirken können. Die Autoren dieser Studie bestätigen, dass es möglich ist, Algen und Lachs zu essen. Man könne die Fettsäuren aber auch direkt auf die Haut auftragen. Wissenschaftler arbeiten an der Erforschung neuer Produkte auf Basis von Fettsäuren.

– Glycolsäure, eine Säure aus dem Zuckerrohr, wird manchmal bei Akne eingesetzt, um die toten Zellen zu entfernen. Man findet sie oft in Peelings, um die Haut zu reinigen.

– Zink könnte gegen Akne nützlich sein (Verminderung der Entzündung und Förderung der Narbenbildung).

– Sie können auch nach jeder körperlichen Betätigung duschen.

Referenzen (Quellen):
Mehrere wissenschaftliche Studien (im Beitrag oben angegeben), Mayo Clinic (mehrere Werke)

Wie übersetzt man ​Akne in andere Sprachen ?
  • Englisch: acne
  • Französisch: acné
  • Italienisch: acne
  • Portugiesisch: acne
  • Spanisch: acné
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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 09.10.2018 verändert.