Angstanfälle

Definition

Definition-AngstanfälleDie Angst bzw. Panik sind Gefühle, die schwierig zu definieren und etwas diffus sind. In der gängigen Sprache spricht man bereits von Angst und Panik, wenn man gestresst oder vom Geschehen überfordert ist. In der Realität hingegen, ist die Angstattacke als Zustand pathologischer Angst beschrieben, die den Patienten blockiert und die unerwartet und plötzlich auftritt.


Tatsächlich sind Stress und Angst normale Gefühle, wenn man sie mit einem Ereignis in Verbindung bringen kann: reichlich Arbeit (beruflich oder schulisch), Prüfungen, vor Publikum sprechen oder schwierige Monatsenden. In diesen erklärbaren Fällen, kann man von „guter Angst“ sprechen, so wie man auch von „gutem Stress“ spricht, der den Menschen weiterbringen kann. Bei einer Angstattacke, gibt es keine rationale Erklärung. Es ist alles eine Frage des Massstabes und des Stadiums. Wie auch bei Schmerzen kann eine gewisse Ängstlichkeit in Ordnung sein. Für andere hingegen wäre sie untragbar. Die Toleranzgrenze gegenüber Ängstlichkeit ist überschritten. Wenn der Stress oder die Angst unüberwindbar sind, werden sie pathologisch.

Bei diesen Angstanfällen müssen die Patienten stark leiden, sei dies während der Attacke aber auch anschliessend. Der Patient ist blockiert und unfähig, seine täglichen und normalen Aufgaben zu erledigen.

Wenn sich die Angstanfälle wiederholen,  spricht man von Panikstörungen.

Es gibt mehrere Arten von Angst, wie z.B. die Phobie, Panikstörungen oder die generalisierte Angst.

Die Phobie unterscheidet sich von Panikattacken durch die Tatsache, dass die Ursache der Phobie bekannt ist: man hat systematisch Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie), Spinnen (Arachnophobie) oder vor Menschenmengen (Agoraphobie). Bei Angstanfällen hingegen, gibt es keine konkreten Ursachen.

Ursachen

Ursachen-AngstanfälleEs scheint so, dass die Angststörungen durch mehrere Faktoren verursacht werden; man spricht von multifaktoriellen Komponenten. Bereits untersucht sind die genetischen, biologischen und die Umweltursachen.

Die genetischen Ursachen

Es scheint so, dass Menschen, bei denen ein Familienmitglied unter Panikattacken leidet, sensibler sind, als wenn kein Gen bestimmt werden konnte. Man könnte denken, dass es Einflüsse aus der Umgebung gibt, da man schnell von unserem Umfeld beeinflusst wird. Untersuchungen an Zwillingen, die nicht zusammen aufgewachsen sind, haben jedoch gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit an Angststörungen zu leiden, bei beiden erhöht war.

Umwelteinflüsse

Umwelteinflüsse sind Alkoholkonsum, Kokain oder andere Substanzen, die eine starke Euphorie auslösen, auf die eine grosse Depression folgt.

Umwelteinflüsse bestimmen ebenfalls schwierige Situationen (lange Arbeitslosigkeit, Trauer, Scheidung, schwere Krankheit, grosser Stress). Wenn die Situationen untragbar und unüberbrückbar werden und über längere Zeit bestehen bleiben, wird die Person schwer betroffen und kann unter mehr oder weniger schweren Angstanfällen leiden.

Traumatisierende Ereignisse können ebenfalls Angstanfälle auslösen, wie z.B. Scheidungen, Misshandlung, usw.

Biologische Ursachen

Es scheint so, als gebe es Anomalien in der Übertragung von Neurotransmittern, sowie auch abnorme Hormonspiegel (Cortisol) bei Patienten, die unter Angstanfällen leiden. Man vermutet, dass Hormone wie Serotonin und Katecholamine eine Rolle spielen. Es ist möglich, dass eine Ernährung, die wenig Vorläufer dieser Katecholamine enthält, eine Ursache für Angstanfälle sein könnte. Ein Vorläufer von Serotonin und der Katecholamine ist Tyrosin (enthalten in Mandeln, Avocado, Bananen,…

Bezüglich der Hormone: das Risiko für einen Angstanfall ist z.B. bei Schwangeren erhöht, da bei Ihnen eine grosse hormonelle Veränderung vorliegt.

Menschen mit einem Risiko für Angstanfälle

Menschen mit einem Risiko für Angstanfälle sind:

Menschen mit einem Risiko für Angstanfälle– Menschen, bei denen in der Familie Angstanfälle aufgetreten sind (Vererbung)
– Menschen, die unter einer oder mehreren Angststörungen leiden
– Frauen (biologischer Faktor)
– Abhängige Menschen (Alkohol, Drogen, Medikamente)
– Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen
– Gestresste, überbordende oder in schwierigen Situationen lebende Menschen (Umweltfaktoren)
– Menschen mit einem Trauma, Misshandlungen, usw. (Umweltfaktoren)

Menschen, bei denen in der Familie Angstanfälle aufgetreten sind (Vererbung)

Obwohl kein Gen für Angstanfälle bestimmt werden konnte, scheint es so, dass Menschen mit Angstanfälllen in der Familie ein grösseres Risiko haben, ebenfalls solche zu entwickeln.

Menschen, die unter einer oder mehreren Angststörungen leiden


Angststörungen ähneln sich bezüglich der Symptome und der auslösenden Faktoren. Wenn ein Mensch unter einer Angststörung wie einer Phobie, einer Depression oder Zwangsstörung leidet, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Angstanfall erhöht.

Frauen (biologischer Faktor)

Es leiden mehr Frauen unter Angstanfällen als Männer. Dies wird durch den hormonellen Unterschied erklärt. Einer der Risikofaktoren für Angstanfälle ist eine Hormonstörung (z.B. Cortisol). Das Risiko ist im fruchtbaren Teil des Zyklus der Frau erhöht.

Menschen (Alkohol, Drogen, Medikamente)

Psychostimulierende Substanzen können für Menschen mit Angstanfällen ein Ausweg sein. Es ist aber auch ein Teufelskreis, da nach der euphorischen Periode, die diese Substanzen auslösen, oft eine depressive folgt. Der Konsum erzeugt eine Abhängigkeit, aus der man schwer wieder rauskommt.

Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen

Die Symptome der kardiovaskulären Erkrankungen sind sehr ähnlich wie dieser der Angstanfälle. Das Herzklopfen oder die Schmerzen und der Druck auf der Brust anlässlich einer Angina pectoris, treten bei Angstanfällen ebenfalls auf. Alle charakteristischen Symptome treten auf (Zittern, Schweiss, Todesangst). Die Ärzte müssen daher bei Angstanfällen immer schauen, ob es ein zugrundeliegendes kardiales Problem gibt.

Gestresste, überbordende oder in schwierigen Situationen lebende Menschen (Umweltfaktoren)

Stress in Situationen der Überbeanspruchung (Arbeit, Familie, Scheidung, Todesfall, usw.) ist ein Auslöser von Angstanfällen. Man kann sich nicht mehr kontrollieren, die Angst und Ängstlichkeit reisst einem weg.

Symptome

Angstanfälle zeichnen sich durch ihr episodisches Auftreten, ihre Intensität und ihr unerwartetes Auftreten auf. Sie sind in der Zeit genau definiert und dauern zwischen wenigen Minuten bis eine halbe Stunde. Die Intensität ist davon abhängig, wie stark der Patient das Gefühl eines bevorstehenden Todes hat.


Symptome-Angstanfälle– Herzklopfen
Bluthochdruck
– Druck auf der Brust, Engegefühl
– Intensive Angst, Schrecken sehen
– Todesangst (die Panikattacke gleicht stark einem Herzinfarkt)
– Atemprobleme
– Ersticken

– Verlust der Selbstkontrolle (vor allem mental, Angst vor dem Verlust der Kontrolle

– Zittern

– Schwitzen, ausgiebiges Schwitzen

– Schüttelfrost

– Hitzewallungen

– Ohnmacht

– Übelkeit

Wenn der Patient über eine lange Zeit Angstanfälle hat (mehrere Monate), spricht man von Panikstörungen.

Nach dem Erleben einer Panikattacke, zeichnet die Intensität der Symptome den Patienten und lässt ihn vor Orten, wo die Panikattacke auftrat oder vor Aktivitäten, die er zu diesem Zeitpunkt unternahm, fliehen. Sein Gefühl lässt ihn an bestimmte Gerüche und erlebte Gefühle erinnern. Er will dies natürlicherweise vermeiden und kann über eine sehr lange Zeit (bis zu mehreren Jahren) diesen Gegebenheiten aus dem Weg gehen.

Diagnostik Angstanfälle- Wie soll man Angstanfälle diagnostizieren?

Diagnostik Angstanfälle- Wie soll man Angstanfälle diagnostizieren?Die Diagnostik eines Angstanfalles wird beim Arzt durchgeführt. Der Arzt macht eine vollständige Anamnese. Durch das Fragenstellen an den Patienten, durchforstet er die ganze medizinische Geschichte, um Risikofaktoren zu finden. Die Bestimmung von Risikofaktoren kann zur Diagnostik von Angstanfälllen helfen und zur Verschreibung der angemessenen Medikamente führen.
Es ist sehr wichtig, dass der Arzt die Bestimmung der Risikofaktoren vornimmt, um andere Ursachen auszuschliessen. Der Arzt sollte auf keinen Fall kardiovaskuläre Probleme übersehen, da dies lebensgefährlich sein kann. Die Symptome von Angstanfällen und kardiovaskulären Beschwerden sind sehr ähnlich. Wenn der Arzt nur entspannende Arzneimittel gegen die Ängstlichkeit gibt und der Mensch in Wirklichkeit unter kardiovaskulären Beschwerden leidet, ist dies ein schwerer Berufsfehler.

Die Diagnose der Angstanfälle wird oft in Notaufnahmen gestellt. Die charakteristischen Symptome sind sehr intensiv, brutal und gleichen stark kardialen Komplikationen (   Herzklopfen, Brustschmerzen, Druck, Todesangst, usw.). Der Patient glaubt oft an einem Herzinfarkt zu leiden und geht ins Spital. Diese Reaktion ist nicht schlecht, da man bei Angstanfälllen immer kardiale Probleme ausschliessen sollte. Herzfunktionstests und Untersuchungen der peripheren Blutgefässe sind wichtig, um den Patienten richtig zu behandeln.

Die Diagnose kann bei einem Psychiater präzisiert werden.

Komplikationen, Risiken und Gefahren von Angstanfällen

Angstanfälle treten episodisch auf und sind zeitlich begrenzt. Sie dauern nur einige Minuten bis eine halbe Stunde. Während diesen sich wiederholenden und nicht behandelten Episoden, kann es beim Patienten Panikstörungen auslösen; sehen Sie unter Depressionen.

Die Komplikationen können eine Depression, Abhängigkeit (Alkohol, Sucht, usw.), Verdauungsprobleme oder kardiale Erkrankungen sein.

Komplikationen, Risiken und Gefahren von AngstanfällenDie Depression
Angstanfälle können Menschen für Depressionen besonders anfällig machen. Normalerweise weist ein Patient mit Angstanfällen auch andere ähnliche Beschwerden auf (Phobie, Depression). Ein Angstproblem kann das Auftreten von anderen Beschwerden beschleunigen Dies erklärt sich durch ihren nahen Ursprung.

Abhängigkeit (Alkohol, Drogen, usw.)
Die Drogensucht ist eine extreme Form der Flucht bei Angstanfällen. Man sollte sie aber nicht unterschätzen. Diese Sucht gibt dem Patienten ein Gefühl von Stärke, die Angst vor dem Tod oder vor dem Verlust der Kontrolle haben. Menschen, die wenig Selbstvertrauen haben, können im Alkohol und in den Drogen Zuflucht suchen. Diese Abhängigkeit führt zu einem Teufelskreis.

Kardiale Erkrankungen

Angstanfälle setzen das kardiovaskuläre System einer schweren Prüfung aus. Man spürt die Angst, einen grossen Druck in der Brust und manchmal sogar asthmatische Anfälle. Es ist alles miteinander verbunden; es kann auch Bluthochdruck auftreten. Andere kardiovaskuläre Komplikationen können Rhythmusstörungen, Angina pectoris, Herzinfarkt, usw. sein.

Halten wir fest, dass die Symptome der Angstanfälle sehr ähnlich deren eines Herzinfarktes sind: Brustschmerzen, Zittern, Schweiss, Herzklopfen, usw. Bei einer Kontrolle einer Panikattacke muss der Arzt zudem sicher sein, dass es sich in Wirklichkeit nicht um eine kardiovaskuläre Erkrankung handelt, die diesen Brustschmerz verursacht (ist bei Angina pectoris oft der Fall).

Verdauungsprobleme

Aufgrund von Stress und Angstanfällen, ist das Verdauungssystem oft betroffen. Es kann zu Komplikationen wie Durchfall oder Unverträglichkeiten kommen. Ängstliche Menschen leiden oft unter dem Colon irritabile.

Behandlungen

Die Behandlung eines Angstanfalles geschieht vor allem, um einen nächsten Rückfall zu verhindern. Die Angstanfälle treten unerwartet auf. Wenn man noch nie einen Angstanfall hatte weiss man nicht, ob man später einmal darunter leiden wird. Es ist nicht dasselbe, wie für Menschen, die bereits darunter gelitten haben. Die Intensität und Brutalität der Angstanfälle hinterlassen beim Opfer ein unauslöschliches Gefühl.

Die Behandlung der Angstanfälle geschieht schrittweise. Man beginnt mit Anxiolytika (Medikamente gegen die Ängstlichkeit).

Wenn dies nicht ausreicht, kann der Arzt Antidepressiva verschreiben. Diese sind normalerweise wirksam, da die Menschen mit Angstanfällen oft sehr ängstlich oder sogar depressiv sind.

Die Medikamente erlauben es, die Intensität der Krisen zu vermindern und ebenfalls den Patienten zu beruhigen, damit es keine Rückfälle gibt.

Der Arzt kann eine psychiatrische Begleitbehandlung verordnen.

Behandlungen-AngstanfälleAnxiolytika
Von den anxiolytischen Medikamenten werden oft Benzodiazepine verschrieben. Diese sind sehr wirksam, führen aber über längere Zeit leider zu einer Abhängigkeit.
Die Leitsubstanzen der Benzodiazepine sind Diazepam, Bromazepam oder Alprazolam.
Antidepressiva
Die am häufigsten verwendeten Antidepressiva sind die SSRI (selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer). Die wichtigsten Moleküle dieser Familie sind vor allem Fluoxetin und Citalopram.
In erster Linie ist es wichtig, dass die Person mit den Angstanfällen sich selber nicht unterschätzt. Sie ist nicht verrückt. Der Patient muss verstehen, dass eine medikamentöse Behandlung oder psychotherapeutische Begleitung da ist, um ihn zu beruhigen, zu entspannen und zu vermeiden, wieder unter einem Angstanfall zu leiden.
Das Herz schlägt schneller, zu schnell. Man hat Herzschmerzen, starke Brustschmerzen, die den Herzmuskel bedrängen. Zudem hat man Atemschwierigkeiten.

Wenn man Angst hat, von den Benzodiazepinen abhängig zu werden, kann man es auch mit milderen Mitteln versuchen, wie z.B. mit Homöopathie, Bachblüten oder Spagyrik.

In der Homöopathie empfiehlt man Gelsemium; Ignatia kann ebenfalls helfen. Man nimmt sie ab einer Potenz von CH9 ein, wenn man eine mentale Erkrankung behandelt.

Bei den Bachblüten ist das Heilmittel Rescue normalerweise sehr wirksam.

Es ist aber davon abzuraten, eine medikamentöse Behandlung abrupt zu beenden (Benzodiazepine, Antidepressiva, auch wenn man sich besser fühlt. Ein abrupter Stopp der Medikation kann die Angstanfälle wieder auftreten lassen und dies sogar noch viel stärker als vorher. Es wird daher empfohlen, mit dem behandelnden Arzt zu sprechen und eine Entwöhnung zu machen: eine langsam abbauende Medikation.

Gute Ratschläge zur Vorbeugung von Angstanfällen

Man kann Angstanfällen nicht wirklich vorbeugen, da diese unerwartet und sehr intensiv auftreten. Sie kündigen sich nicht an, treten überraschend auf und schmerzen, insbesondere im Herzen durch Druck in der Brust. Man kann sich nicht vor allem schützen, aber man kann versuchen zu vermeiden, dass man wieder einen Angstanfall erleidet, wenn man bereits Opfer war.

Aber der Widerspruch stösst den Patienten geradezu an, wieder einen Angstanfall zu erleiden, wenn man an den Ort oder an die Details der Angstanfälle denkt. Man muss deshalb davon loskommen und eine gewisse Distanz gegenüber diesem Lebensabschnitt einnehmen. Eine Psychotherapie kann notwendig sein, wenn die Person mit einem Angstanfall dies nicht überwinden kann und während mehreren Jahren mit diesem Angstgefühl leben muss.

Wie übersetzt man Angstanfälle in andere Sprachen ?
  • Englisch: –

  • Französisch: –

  • Italienisch:  –

  • Portugiesisch: –

  • Spanisch: –

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 15.12.2017 verändert.