Angststörung

Definition

Definition angststoerungAngststörung ist der Oberbegriff für eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen eine Person starke Angstreaktionen zeigt, obwohl es dafür keinen objektiven Grund gibt.


Obwohl eine gewisse Angst in jedem vorhanden ist, variiert die Intensität der Angst von einer Person zur anderen. Angst ist in erster Linie ein Instrument der Dringlichkeit, Aufmerksamkeit und ermöglicht es Menschen aus gefährlichen Situationen zu entkommen.

Angststörungen können ein Zeichen für die Pathologie des nervösen Ursprungs (Depression) sein. Es kann auch ein Symptom bei organischen Erkrankungen (Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen) sein.

Es bestehen viele Möglichkeiten, die Angststörungen mit Medikamenten zu behandeln. Für leichte Angststörungen können Naturheilmittel (Phytotherapie, Homöopathie) aureichend sein. In schweren Fällen sollten Beruhigungsmittel und Antidepressiva verwendet werden. Eine medizinische Überwachung ist notwendig.

Epidemiologie

Epidemiologie angststoerungLaut der amerikanischen Website Webmd.com, beeinflussen Angststörungen 18% der US-Bevölkerung. Wenn man die Anzahl der Anfragen für Beruhigungsmittel (Benzodiazepine) in Europa sieht, sind die Zahlen sehr ähnlich.
Angststörung ist die meist verbreitetste psychische Erkrankung. Da es unterschiedliche Formen von psychischen Erkrankungen (Depressionen, Schiziphrenie oder Angststörungen) gibt, ist es relativ schwer genaue statistische Zahlen zu erhalten.

Laut einer Anfang 2017 veröffentlichten Mitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg leiden in Deutschland ungefähr 15 % der Bevölkerung an Angststörungen oder Angstzuständen.

Ursachen

Angststörungen können durch schwere Ereignisse wie durch einen Unfall, einen Konflikt oder eine Verletzung entstehen.

Angststörung ist ein charakteristisches Symptom von depressiven Zuständen, Neurosen (Phobien, Obsessionen), Psychosen (Wahnvorstellungen, Schizophrenie).

Angststörungen können auch durch bestimmte Erkrankungen ausgelöst werden, wie z. B.: Herzbeschwerden oder -krankheiten (insbesondere Angina pectoris), Ateminsuffizienz (z. B. bei Asthma) oder Diabetes. Bei manchen Patienten können die Angstzustände z. B. bei starken körperlichen Anstrengungen, wie schnelles Gehen, Treppensteigen usw., auftreten.

Der Missbrauch von bestimmten Medikamenten kann der Auslöser für Angststörungen sein. Dies ist der Fall bei der Einnahme von Amphetaminen, Barbituraten oder Anxiolytika.

Bei der Entstehung von Angststörungen und Panikanfällen oder Angstzuständen könnte auch die Genetik eine Rolle spielen, was aus einer deutschen Studie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, die Anfang 2017 in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlicht wurde, hervorgeht. Varianten des Gens GLRB (Glycin-Rezeptor B) sollen bei bestimmten Personen der Auslöser von Angststörungen und Panikanfällen sein, so fassen die deutschen Wissenschaftler ihre Entdeckungen zusammen.

Risikopersonen

Menschen die am häufigsten unter Angststörungen leiden:
– Menschen mit starken Erschütterungen, Unfälle, Konflikten oder Versagensängsten.
– Bei Frauen besteht ein höheres Risiko, von Angststörungen betroffen zu sein, als bei Männern.
– Depressive Personen, neurotische Symptome oder Krankheiten wie z.B. Schizophrenie.
– Menschen die an kardiovaskulären Erkrankungen leiden (mit oder- ohne Infarkt)
– Personen mit Atemwegserkrankungen (Asthma)
– Personen die Medikamente wie z.B. Amphetamine einnehmen.
Medikamente wie Barbiturate oder Benzodiazepine können bei Missbrauch zu Angstanfällen führen.
– Personen, die viel Alkohol und Drogen konsumieren.
– Menschen, die im Alltag viel Stress erleben (Arbeit, Berufsleben).

Symptome 

Anxiete angststoerungAngststörungen können mehrere Symptome aufweisen, wie z. B. Nervosität, ein Ohnmachtsgefühl oder auch die vage Ahnung einer unmittelbar bevorstehenden Gefahr.
Angststörungen können auch in Form von körperlichen Anzeichen auftreten (Herzklopfen mit erhöhter Herzfrequenz, Schweißausbrüche oder verstärktes Schwitzen, Erstickungsanfälle, beschleunigtes Atmen mit Hyperventilation, Schwindelanfälle, Zittern, Übelkeit, Stimmverlust, Synkope).
Angesichts der Gefahr reagiert der von Angststörungen betroffene Mensch entweder mit irrationalem Aktionismus (Laufen in alle Richtungen) oder mit Versteinerung, Erstarrung.

Angina pectoris zeigt sich durch Angstzustände und Brustschmerzen, die bis in die Schultern und in den Rücken ausstrahlen können.

Der Begriff Angststörung wird zur Beschreibung der psychischen Probleme verwendet. Im Gegensatz dazu soll der Begriff Angstzustand zur Beschreibung somatischer Beschwerden dienen. In diesem Sinne weist ein Mensch, der von Herzbeschwerden betroffen ist, Angstzustände (Angina pectoris) auf.

Wann treten die ersten Symptome einer Angststörung auf?
Eine Angststörung kann während der Kindheit einsetzen und im Jugend- und Erwachsenenalter weiterbestehen. Sie kann aber auch erst im Erwachsenenalter auftreten.

Diagnose

Diagnose angststoerungDer behandelne Arzt wird ein ausführliches Arzt-Patienten Gespräch führen, um herauszufinden, woher die Ängste kommen.
Wenn die Ängste durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgelöst werden, wird der Patient an einen Spezialisten weitergeleitet, wo ein Elektrokardiogramm durchgeführt wird.
Bei Atemwegserkrankungen, wird der Arzt die Kapazität der Atmung des Patienten mittels eines Peak-flow-meter untersuchen.

Komplikationen

Komplikationen angststoerungAngststörungen können sich zu einer Depression wandeln, die durch die gleichen Ängste begleitet werden.
Eine sehr ängstliche Person kann versuchen, die Symptome durch Missbrauch von diversen Substanzen (Alkohol, Tabak, Drogen, Medikamente) zu beseitigen. Diese Substanzen verleihen den Eindruck des Wohlbefindens wegen seiner entspannenden Wirkung. Doch leider führt der Missbrauch zu Abhänhigkeit und einer Verstärkung der Angst.

Eine starkes Gefühl der Angststörungen, die nicht behandelt wird, kann bis zum Suizid des Patienten führen.

Wann Zum Arzt?

Wenn die Angst das tägliche Leben bestimmt, empfehlen wir Ihnen Ihren Hausarzt oder einen Psychiater zu konsultieren.


Behandlung

Behandlung angststoerungZur Behandlung einer Angststörung stehen hauptsächlich 2 Therapieformen zur Verfügung, Arzneimittel und Psychotherapie.
Arzneimittel
– Im Falle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wird der Arzt Nitroglycerintabletten oder Spray verschreiben.
– Im Falle von Asthmaproblemen, muss der Patient mit Anti-Asthmatikern (Bronchodilatatoren oder Kortikosteroide inhalieren, um die Bronchien zu beruhigen.
Sollte es sich um ein psychisches Problem der Angststörungen handeln, gibt es eine ganze Reihe von Medikamenten wie z.B. Naturheilmittel oder Beruhigungsmittel (Benzodiazepine) und Antidepressiva. Achtung: Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine sollten nicht mehr als einem Monat eingenommen werden. Bei den meisten Patienten kann nach zwei bis drei Monaten nach Beginn der Behandlung mit Benzodiazepine eine schwere Sucht auftreten.

Unter den Antidepressiva wird Buspiron häufig gegen Angststörungen eingesetzt. Die Wirkung zeigt sich allerdings erst mehrere Wochen nach Behandlungsbeginn.

Psychotherapie
Die Psychotherapie ist eine Methode, die sich in der Bekämpfung von Angststörungen häufig als wirksam erweist, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie.
Psychotherapie bietet die Möglichkeit, an der Ursache zu arbeiten, was die medikamentöse Therapie normalerweise nicht zulässt. Der Patient arbeitet zusammen mit seinem Therapeuten (z. B. mit einem Psychiater) an seiner Vergangenheit, um seine psychischen Störungen oder Defizite zu heilen. Um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen, sind mehrere Sitzungen erforderlich.

Naturheilmittel sind ohne ärztliche Verschreibung erhältlich, können aber nur bei schwachen Angststörungen angewendet werden.
Bei leichten Fällen von Angststörungen, kann der Arzt Beruhigungsmittel (fast immer Benzodiazepine), oder Beta-Blocker verschreiben.
In sehr schweren Fällen sollte der behandelne Arzt den Patienten zu einem Psychiater überweisen.

Heilpflanzen

Die unten aufgeführten Medikamente, sind nur für schwache Formen von Angststörungen geeignet. Sie sind ohne ärtliche Verschreibung erhältlich.
Dieses sind im Allgemeinen Medikamente, die beruhigen und und die Stimmung stimulieren.
Kawa angststoerungKava Kava in Form von Kapseln oder Tabletten
– Die Passionsblume in Form von Kapseln
Baldrian in Form von Kapseln oder Tablettenn
Lavendel in Form von Kapseln oder Infusionen
Hopfen in Kapseln oder Tabletten

Hausmittel

​- Baldrian Tee 

Ratschläge

Eine Person mit Angststörungen wird sich nicht alleine heilen. Zögern Sie nicht einen Arzt oder Psychologen aufzusuchen, wenn Sie merken das Sie mit der Situation nicht alleine zurecht kommen.

Fall die schwache Form von Angststörungen mit Hilfe von Naturheilmitteln behandelt werden kann, ist wichtig den Patient über die Grenzen dieser Medikamente aufzuklären und sich bei Notwendigkeit an einen Psychiater wenden.

– Bemühen Sie sich um eine Einschränkung Ihres Alkoholkonsums und stellen Sie, so weit möglich, das Rauchen ein. Denn hierbei handelt es sich um zwei Faktoren, die Angststörungen begünstigen.

– Sorgen Sie für einen guten Schlaf. Ein erholsamer Schlaf erhöht tatsächlich die Entspannung und verringert Stress (eine Ursache für Angststörungen).

– Ernähren Sie sich gesund.

Referenzen (Quellen):
Webmd.com, Mayo Clinic
Bildnachweis: Fotolia.com, Creapharma.ch

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Studie: Bindungshormon Oxytocin hilft auch bei Ängsten

Wie übersetzt man ​​Angststörungen in andere Sprachen ?
  • Englisch: anxiety
  • Französisch: anxiété
  • Italienisch: ansia
  • Portugiesisch: ansiedade
  • Spanisch: ansiedad
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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 09.10.2018 verändert.