Blasenkrebs

Definition

Definition_blasenkrebsBei Blasenkrebs handelt es sich um eine Krebsart, bei der die Blasenzellen angegriffen werden. Die Blase ist ein Organ, welches sich im Beckenbereich befindet und zum Harntrakt dazugehört. Die Blase ist mit anderen Strukturen des Harnsystems (Niere, Harnleiter und der Harnröhre) verbunden.


Die häufigste Art von Blasenkrebs ist das Übergangszellkarzinom. Diese Art von Tumor betrifft das Übergangsgewebe. Anderen Formen von Blasenkrebs können sein:

– Plattenepithelkarzinom

– Adenokarzinom (Karzinom der Harnblasendrüsen)

– Kaposi-Sarkom

– kleinzelliges Karzinom

Epidemiologie

Bei Blasenkrebs handelt es sich um eine Krankheit, von der häufig ältere Menschen betroffen sind. In den USA tritt Blasenkrebs wesentlich häufiger bei Männern als bei Frauen auf. Wissenschaftler nehmen an, dass der Androgenrezeptor, welcher bei Männern aktiver ist, für die Entstehung der Krankheit verantwortlich ist.

Epidemiologie_blasenkrebs

Die häufigste Form von Blasenkrebs ist das Übergangszellkarzinom, welches etwa für 90% der Fälle verantwortlich ist. Die zweithäufigste Art ist das Plattenepithelkarzinom, welches etwa 8% ausmacht. Bei den restlichen 2% handelt es sich um eher seltene Arten von Blasenkrebs.

Ursachen

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Blasenkrebs (Blasenkarzinom) sind bis zum heutigen Tag noch nicht vollständig bekannt. Die Wissenschaftler nehmen an, dass genetische und umweltbedingte Faktoren eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielen.

Ursachen_blasenkrebs

Bei den genetischen Faktoren könnte eine Mutation eines Genes oder Onkogenes für die Entwicklung von Tumoren verantwortlich sein. Folgende Gene können mit der Entwicklung von Blasenkrebs in Verbindung stehen: FGFR3, HRAS, RB1 und TP53.

Neben den genetischen Faktoren zählt eine Exposition gegenüber karzinogenen Substanzen zu den Ursachen für eine Erkrankung an Blasenkrebs. Andere Ursachen für die Entstehung können sein:

– Rauchen

– Die Exposition gegenüber chemischen Karzinogenen wie beispielsweise Asbest, Lösungsmitteln, Pestiziden, Schwermetallen, etc.

– Die Exposition gegenüber ionisierender Strahlung.

– Exposition gegenüber bestimmten Medikamenten wie Cyclophosphamid, Medikamente für Diabetes und Phenacetin.

– Eine chronische Blasenreizung, die durch Blasensteine, Entzündungen, bakterielle Infektionen, Infektionen der Katheter, etc. Diese Faktoren können in der Regel für die Entstehung von Blasenkrebs verantwortlich sein.

Risikogruppen

Zu den prinzipiellen Risikogruppen von Blasenkrebs zählen:

– Ältere Menschen

– Männer

– Raucher. Hinweis: Passivrauchen kann ebenfalls ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Blasenkrebs darstellen.

– Menschen, die mit chemischen Karzinogenen Kontakt haben. Dazu zählen unter anderem Landwirte und Chemiker.

– Patienten, bei denen bereits eine Strahlen- oder Chemotherapie durchgeführt wurde.

– Menschen, die Medikamente gegen Diabetes nehmen. Dazu zählen unter anderem die Medikamente Pioglitazon, Metformin und Glimepirid.

– Patienten mit Blasenentzündungen.

– Patienten mit einer Bilharziose-Infektion.

– Menschen mit einer Vorgeschichte von Blasenkrebs in der Familie.

Symptome

Die typischen Symptome von Blasenkrebs sind:

– Blut im Urin. In der Regel ist der Urin rötlich gefärbt.

Symptome_blasenkrebs

– Schmerzen beim Urinieren (Dysurie).

– Häufiges Urinieren (Polyurie) .

– Häufiges Verlangen zum Urinieren, jedoch ohne Ergebnis.

– Schmerzen im Becken- und Rückenbereich.

Diese Symptome sind nicht spezifisch für diese Krankheit, aber sie stellen eine Veränderung der Harnwege dar. Sollten die oben aufgeführten Symptome auftreten, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren. Wir weisen darauf hin, dass eine frühzeitige Diagnose von Blasenkrebs die Heilungschancen dieser Krankheit deutlich steigern.

Diagnose

Die Diagnose von Blasenkrebs erfolgt zuerst durch die Krankheitsanamnese des Patienten, sowie der Analyse der vorhandenden Symptomen (Blut im Urin, Schmerzen beim Urinieren, usw.). Der behandelnde Arzt kann zur Diagnose von Blasenkrebs nachfolgende Untersuchungen anwenden:

– Zystoskopie: Der Arzt hat die Möglichkeit, mit Hilfe einer kleinen Kamera, die in die Harnröhre eingeführt wird, einen Einblick in die Blase zu bekommen und eine eventuelle Tumorerkrankung zu erkennen.


– Urinzytologie: es handelt sich um eine mikroskopische Untersuchung von Krebszellen im Urin.

– Bildgebendes Verfahren: diese Art ermöglicht ebenfalls eine Diagnose von Blasenkrebs. Es existiert eine Computertomographie (CT), Magnetresonanztherapie (MRT) oder Röntgenuntersuchung.

– Biopsie: diese kann während einer Zystoskopie erfolgen und beinhaltet die Entfernung eines Teils des Blasengewebes. Durch eine Biopsie kann die Art und das Stadium des Tumors festgestellt werden.

Abhängig vom Ergebnis der Biopsie, kann der Tumor in folgende Stadien unterteilt werden:

Stadium I In diesem Stadium dringt der Tumor nicht in andere zelluläre Strukturen der Blase ein. Man spricht in diesem Fall von Carcinoma in situ.
Stadium II Der Tumor ist in diesem Stadium bereits in andere Zellen der Blase eingedrungen, aber befindet sich noch im Bereich der Blase.
Stadium III Der Tumor verbreitet sich in diesem Stadium in der Blase und der Prostata (bei Männern)  oder der Gebärmutter (bei Frauen).
Stadium IV Der Tumor erreicht die Lymphknoten und bildet in anderen Körperregionen (z.B. Leber) Metastasen. Diese Stadium nennt man die Metastasierung.

Komplikationen

Blasenkrebs kann einige Komplikationen im Bereich der Harnwege, wie z.B. Schmerzen und verstärkter Harndrang, hervorrufen. Diese Komplikationen können den Patienten beeinträchtigen. Darüber hinaus können folgende andere Komplikationen verursacht werden:

Anämie durch den Blutverlust im Urin.

– Harninkontinenz (einschließlich nächtlichen Harnverlustes).

– Eine Änderung der Harnleiter, wie Hydronephrose (Schwellung der Harnleiter)

– Verengung der Harnröhre (Harnröhrenstriktur).

Einige schwerwiegende Komplikationen können sein:

– Die Ausbreitung von Metastasen in andere Organe, wie zum Beispiel in die Leber, Prostata (bei Männern), Gebärmutter (bei Frauen), in die Lunge und in die Knochen. In diesen Zellen bilden sich die Tumorzellen und verursachen eine neue Krebserkrankung.

– Blasenkrebs ist eine Krankheit, die in vielen Fällen erneut wieder auftreten kann. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige ärztliche Untersuchung besonders wichtig. Umso früher die Krankheit erkannt wird, desto besser sind auch die Heilungschancen dieser Krankheit.

Behandlung

Die Behandlung von Blasenkrebs ist abhängig von der Art des Tumors, dem Stadium der Erkrankung und den Merkmalen des Patienten, wie beispielsweise das Alter, Geschlecht und der allgemeine Gesundheitszustand. Der behandelnde Arzt kann drei unterschiedliche Behandlungen anwenden.


Chirurgie

Die Chirurgie kann zum Einsatz kommen, um die Tumormasse im betroffenen Bereich zu entfernen.

Sollte der Tumor die gesamte Blase betreffen, so kann der behandelnde Arzt eine komplette Entfernung der Blase sowie benachbarter Lymphknoten in Betracht ziehen. Bei Männern kann es zur Entfernung der Prostata kommen und bei Frauen zu Entnahme der Gebärmutter und der Eierstöcke kommen.

Behandlung_blasenkrebs

Nach diesem chirurgischen Eingriff, hat der behandelnde Arzt die Möglichkeit, eine künstliche Blase oder einen künstlichen Ausgang zu erstellen.

Chemotherapie

Bei der Chemotherapie handelt es sich um eine medikamentöse Behandlung. Diese Behandlungsform erfolgt häufig in Kombination mit einer Chirurgie und einer Strahlentherapie, um den Behandlungserfolg zu erhöhen. Nachfolgende Medikamente können zur Behandlung von Blasenkrebs verwendet werden: Gemcitabin, Cisplatin, Doxorubicin, Methotrexat, Vincaalkaloide, etc.

Chemotherapie_blasenkrebs

Eine andere Behandlungsform besteht in der Verwendung von biologischen Agenzien zur Behandlung von Blasenkrebs. Unter anderem kann Bacillus Calmette-Guerin (BCG) zum Einsatz kommen, welches bewirkt, dass das Immunsystem des Patienten, die Krebszellen zerstört. Darüber hinaus stimulieren die alfa-2b Interferone das Immunsystem des Patienten.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wird zur Abtötung der Tumorzellen angewendet. In der Regel erfolgt die Anwendung der Strahlentherapie vor und nach einem chirurgischen Eingriff. In vielen Fällen erfolgt eine Kombinationstherapie, die in Form einer Chirurgie, Chemotherapie und Strahlentherapie durchgeführt wird. Eine Studie der Universität von Leeds aus dem Jahre 2008 zeigte, dass eine Strahlentherapie  für die Behandlung von Blasenkrebs genauso effektiv wie die Chirurgie ist.

Heilpflanzen

Zum jetzigen Zeitpunkt existierten noch keine etablierten Heilpflanzen zur alternativen Behandlung von Blasenkrebs. Es existieren jedoch Studien, bei denen nachgewiesen wurde, dass Brunnenkresse, Brokkoli, Blumenkohl und Kohl die Entstehung von Blasenkrebs verhindern können.

Darüber hinaus können Heilpflanzen die Symptome und Nebenwirkungen (gastrointestinale Problemen wie Erbrechen und Durchfall) bei einer Chemo- und Strahlentherapie lindern. Folgende Heilpflanzen können verwendet werden:

valeriane_blasenkrebsBaldrian: zur Verbesserung der Schlafqualität.

Heidelbeere: zur Linderung von Leber- und Magen-Darm-Symptomen.

tisane_camomille_blasenkrebsKamille: wird als Beruhigungsmittel und zur Bekämpfung von Schlaflosigkeit angewendet.

Melisse: gegen Magen-Darm-Symptome.

fenouil_blasenkrebsFenchel: gegen Magenschmerzen.

Es existieren noch weitere Heilpflanzen gegen Blasenkrebs. Konsultieren Sie einen Arzt, um mehr über die Behandlung mit Heilpflanzen gegen Blasenkrebs zu erfahren.

Homöopathie

Eine homöopathischen Behandlung soll die Symptome von Blasenkrebs lindern. Durch die Behandlung können eine ganze Reihe von Symptomen und Nebenwirkungen verursacht werden. Folgende homöopathische Mittel können zur alternativen Behandlung zum Einsatz kommen:

Homeopathie_blasenkrebs

– Iodum

– Phosphor

– Calendula

– Traumeel S

Die Behandlung erfolgt abhängig von den vorhandenden Symptomen des Patienten. Konsultieren Sie einen Arzt oder Homöopathen, welcher über die beste alternative Behandlung entscheiden kann.

Ratschläge

Nachfolgend sind einige Ratschläge gegen Blasenkrebs aufgelistet. Diese sollen bei der Behandlung und der Handhabung mit der Erkrankung behilflich sein.

Ratschlaege_blasenkrebs

– Bei einer frühen Diagnose von Blasenkrebs besteht eine erhöhte Heilungschance. Das Auftreten von Blut im Urin sollte bereits ein Warnsignal darstellen. Wenn ein verdächtiges Symptom auftritt  sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden, um eine umfangreiche Untersuchung durchzuführen.

-Wenn die Diagnose Blasenkrebs gestellt wurde, sollten die Anweisungen des medizinischen Personals unbedingt befolgt werden. Es ist äußerst wichtig, dass die Behandlung, wie zum Beispiel die Chemo- oder Strahlentherapie, regelmäßig erfolgt. Sollten Nebenwirkungen wie beispielsweise Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, etc. auftreten, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Dieser wird Ihnen Medikamente gegen die Nebenwirkungen verabreichen.

– Sprechen Sie mit Ihrer Familie und Freunden über die Krankheit. Es ist wichtig eine gute Lebensqualität aufrechtzuerhalten. Eine ausgewogene Ernährung (reich an Obst und Gemüse), körperliche Bewegung und die Reduzierung von Stress helfen bei der Heilung der Krankheit.

– Ändern Sie einige Lebensgewohnheiten. Während der Behandlung sollten Sie unbedingt auf den Konsum von Alkohol und Tabak verzichten. Rauchen und Alkohol können die Behandlung beeinflussen und somit die Wirkung der Chemotherapie reduzieren.

– Wenn der Blasenkrebs geheilt wurde, sollten Sie regelmäßig Nachfolgeuntersuchungen durchführen lassen. Bei Blasenkrebs handelt es sich um eine Erkrankung, die häufig erneut wieder auftritt. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige Untersuchung wichtig, um eventuelle Veränderungen in der Blase festzustellen.

Vorbeugung

Einige vorbeugende Massnahmen können das Risiko für die Entstehung von Blasenkrebs vermindern. Jedoch weisen wir darauf hin, dass die nachfolgenden Hilfsmittel keine Garantie für die Nichtentstehung von Blasenkrebs darstellen:

Vorbeugung_blasenkrebs

– Vermeiden Sie das Rauchen. Der Rauch setzt mehrere Giftstoffe in der Blutbahn frei, welche sich reizend auf die Zellen der Blase auswirken.

– Sollten Sie direkt mit Pestiziden, chemischen Lösungsmitteln oder Schwermetallen arbeiten, sollten Sie auf eine umfangreiche Schutzausrüstung achten. Bei den oben aufgeführten Mitteln handelt es sich um Karzinogene, welche die Chance für das Auftreten von Blasenkrebs deutlich steigern können.

– Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich. Im Idealfall sollten Sie bis zu 2 Liter Wasser pro Tag trinken. Dies verhindert die Bildung von Blasensteinen, welche ein Risikofaktor für die Entstehung von Blasenkrebs sind. Darüber hinaus hilft Flüssigkeit dabei, Giftstoffe im Urin zu verdünnen.

– Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung. Die Einnahme von Obst und Gemüse versorgt den Körper mit den benötigten Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien.

– Üben Sie Sport aus. Körperliche Aktivitäten helfen dabei, dass der Körper giftige Stoffe in den Zellen beseitigt.

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 15.12.2017 verändert.