Bluthochdruck

Definition

Definition_bluthochdruckBluthochdruck (Hypertonie) ist ein zu hoher Druck in den Arterien. Dieser Druck ist im Alltag dann oft konstant zu hoch. Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine häufig auftretende und schwerwiegende Erkrankung, die zu ernsthaften Komplikationen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenprobleme u.a.) führen kann, wenn keine oder eine nicht adäquate Behandlung erfolgt.
Es besteht die systolische Hypertonie, bei der der maximale Druck auf den Arterien lastet, wenn das Herz (linke Herzkammer) das Blut in die Aorta treibt. Bei der diastolischen Hypertonie liegt ein niedriger Druck vor, wenn das Blut aus der Aorta zurückfliesst und das Herz erschlafft.


Bluthochdruck (Hypertonie) kann mit Hilfe eines automatischen Blutdruckmessgerätes gemessen werden

Ratschlag Nr. 1 – Versuchen Sie, sich ca. 5 Minuten vor der Blutdruckmessung zu entspannen. Ihr Blutdruck wird durch die Entspannung  eher dem realistischen bzw. tatsächlichen Wert entsprechen.

Ratschlag Nr. 2 – Die Blutdruckmessungen können zwar zu jeder Tageszeit erfolgen. Für den Vergleich oder eine Verlaufskontrolle sollten jeweils nur Messwerte der gleichen Tageszeit miteinander verglichen werden. Circadiane Schwankungen (Schwankungen im Verlauf des Tages) sind völlig normal. Dies hilft zur genaueren Analyse der Ergebnisse.

Hinweis: Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine Krankheit, die sich langsam und lautlos entwickelt. Dies macht diese Krankheit so gefährlich. Häufig treten überhaupt keine Symptome auf, obwohl der Druck bereits erhöht ist. Aus diesem Grund sollte jährlich, bei über 50jährigen alle 6 Monate, eine Blutdruckmessung erfolgen. Sie können diese Messung auch in Ihrer Apotheke durchführen lassen.

Epidemiologie

Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine globale Erkrankung, die sich immer weiter auf dem Vormarsch befindet. Die Zahlen sind erschütternd:

– Gemäss der Schweizerischen Gesellschaft für Kardiologie, weist 1 von 4 erwachsenen Personen in der Schweiz einen erhöhten Blutdruck auf. Der Bluthochdruck steigt mit dem Alter an: bei den Menschen zwischen 55 und 64 Jahren, haben 39% der Männer und 32% der Frauen bereits eine Bluthochdruck Diagnose erhalten. Zwischen 65 und 74 Jahren sind es 44% der Männer und 46% der Frauen und ab 75 Jahren, sogar 54% der Männer und 55% der Frauen (schweizweite Umfrage über die Gesundheit von 2007).

– In den Vereinigten Staaten sind etwa 60 Millionen Menschen und weltweit sogar über eine Milliarde Menschen von dieser Krankheit betroffen. Nach der Herausgabe einer neuen Hypertonie-Leitlinie (mit einem Hypertonie-Grenzwert ab 130/80 mmHg oder darüber, siehe auch Abschnitt Diagnose unten) durch die American Heart Association war 2017 fast die Hälfte der amerikanischen Bevölkerung (46 %) von Bluthochdruck betroffen, d. h. ungefähr 103 Millionen Amerikaner.

– Bluthochdruck (Hypertonie) war in den letzten Jahren für ungefähr 26% der Todesfälle in Deutschland verantwortlich. In Deutschland stellt diese Krankheit einen wichtigen Risikofaktor hinsichtlich vermeidbarer Todesfälle dar. Deutschland hat die höchste Hypertonie-Prävalenz in Europa!

– In Afrika leiden etwa 46% der Erwachsenen unter Bluthochdruck [Quelle: WHO, 7. April 2013]. Dieses Leiden ist fast für die Hälfte aller Todesfälle, die aufgrund von einem Hirnschlag oder Herzleiden geschehen, verantwortlich. Die meisten dieser Personen hatten keine Diagnose [Quelle: sda, 17. Mai 2012 und WHO].

– Weltweit sterben 9,4 Millionen Menschen durch kardiovaskuläre Erkrankungen wie einem Hirnschlag oder Herzinfarkt, basierend auf Bluthochdruck [Quelle: WHO, 8. April 2013].

– Man muss wissen, dass durch Bluthochdruck das Risiko ansteigt, auch an anderen gesundheitlichen Problemen zu erkranken (z.B. Niereninsuffizienz oder Erblindung).

In einer Aussage der WHO vom April 2013 steht, dass in Zukunft weltweit 1 von 3 Personen von Bluthochdruck betroffen sein werden, das bedeutet mehr als 2 Milliarden Menschen


Ursachen

Ursachen_bluthochdruckPrimäre Hypertonie
In 90% der Fällen von Bluthochdruck (Hypertonie) kann die Ursache nicht eindeutig geklärt werden. Aus diesem Grund spricht man auch von der primären oder essentiellen Hypertonie.
Allerdings können einige Faktoren die essentielle Hypertonie beeinflussen (z.B. fettreiche Ernährung, Genetik, Stress, Alter). Primäre Hypertonie entwickelt sich meistens mit zunehmendem Alter

Sekundäre Hypertonie
– In etwa 10 % der Fälle sind die Ursachen des Bluthochdrucks bekannt, und man spricht von sekundärer Hypertonie.
Diese Art von Bluthochdruck kann folgende Ursachen haben: Eine (hormonale) Störung im Renin-Angiotensin-System, Diabetes, Nierenbeschwerden, Hormonstörungen, Arteriosklerose, Schilddrüsenprobleme, Einnahme von Arzneimitteln, übermäßiger Alkohol- oder Drogenkonsum (manche Spezialisten ordnen solche Exzesse der primären Hypertonie zu) usw.

Risikogruppen

Risikogruppen_bluthochdruckIn jungen Jahren sind Männer häufiger von Bluthochdruck (Hypertonie) betroffen. Ab dem 65. Lebensjahr tritt diese Krankheit vermehrt bei Frauen auf.

Zu den Risikofaktoren gehören im Allgemeinen u.a.:

– Alter: Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko an Bluthochdruck (Hypertonie) zu erkranken

Druckabfall mit zunehmendem Alter
Der Blutdruck bei älteren Menschen beginnt allmählich etwa 14 Jahre oder mehr vor dem Tod zu sinken, so eine Studie, die am 4. Dezember 2017 in der wissenschaftlichen Zeitschrift Journal of the American Medical Association Internal Medicine (DOI: 10.1001/jamainternmed.2017.7023) veröffentlicht wurde. Es ist normal, dass der Blutdruck bei älteren Menschen abnimmt, aber er signalisiert das Ende des Lebens. Um zu diesen Schlussfolgerungen zu gelangen, untersuchten Forscher von UConn Health und der Faculty of Medicine an der University of Exeter, Großbritannien, die elektronischen Krankenakten von 46.634 britischen Bürgern, die im Alter von 60 Jahren oder darüber starben. Die große Stichprobengröße umfasste sowohl gesunde Menschen als auch Menschen mit Herzerkrankungen oder Demenz (z. B. Alzheimer). Der UConn Health -Gesundheitswissenschaftler George Kuchel, einer der Autoren der Studie, warnt in einer Studienmitteilung vor Fehlinterpretationen: “Ich wäre sehr besorgt, wenn jemand unseren Artikel so interpretieren würde, dass er vorschlägt, dass Bluthochdruck am Ende des Lebens nicht behandelt werden sollte oder dass diese Patienten ihre Medikamente gegen Bluthochdruck einstellen sollten.

– Geschlecht (es wird geschätzt, dass etwa 27% der Frauen von Bluthochdruck betroffen sind. Bei den Männern sind es ca. 21%)

– Herkunft

– Personen mit schlechten Ernährungsgewohnheiten (z.B. übermässiger Konsum von Salz)

– Alkohol: Ein zu hoher Konsum von Alkohol ist mit einem erhöhten Risiko dieser Krankheit verbunden, während moderater Alkoholkonsum sich auch positiv auswirken kann.

-Fettleibigkeit

– Personen, die viel sitzen: Wenig körperliche Aktivität erhöht das Risiko für die Entstehung dieser Krankheit.

– Frauen während der Wechseljahre (das Hormon Östrogen hat eine schützende Wirkung und wird während der Wechseljahre abgebaut, so dass ein erhöhter Blutdruck begünstigt wird).

– Menschen, die unter anderen Stoffwechselkrankheiten leiden.

Symptome

1. Symptome bei Bluthochdruck (Hypertonie)

Im Allgemeinen ist Bluthochdruck (Hypertonie) eine Krankheit, die nicht eindeutig identifizierbar ist und keine alarmierenden Symptome hat. Genau dies macht diese Krankheit so gefährlich. Viele Menschen leiden an Bluthochdruck und wissen gar nichts davon. Und solche, die bereits daran erkrankt sind, haben keine Symptome und fragen sich deshalb, weshalb sie überhaupt eine Therapie benötigen.

fatigue_bluthochdruckAus diesem Grund sollte der Blutdruck regelmässig z.B. in der Apotheke oder beim Arzt gemessen werden. Bei schweren Formen von Bluthochdruck (Hypertonie) können die Symptome leichter identifizierbar sein. Zu den Symptomen zählen dann u.a. Kopfschmerzen, Augenprobleme, Schwindel, Müdigkeit, Unruhe, Nasenbluten oder Herzklopfen.

Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker oder Arzt beraten, wenn Sie vermuten, an Bluthochdruck erkrankt zu sein. Bei den hier aufgeführten Symptomen handelt es sich um Basis-Symptome, die jedoch immer auch auf eine andere Krankheit hinweisen können!

2. Wann spricht man von Bluthochdruck (Hypertonie)?

In der Regel spricht man von Bluthochdruck (Hypertonie), wenn der diastolische Druck höher als 90 mmHg (= 90mm Quecksilber) und der systolische Wert höher als 140 mmHg (= 14mm Quecksilber) ist.

In der nachfolgenden Tabelle zeigen wir die Bluthochdruck-Werte auf, wobei die Werte für einen 20jährigen im Vergleich zu einem 70jährigen natürlich variieren.

Hinweis auf Bluthochdruck Systolisch Diastolisch
Normaler Blutdruck 120 – 130 80 – 85
Grenze zur Hypertonie 130 – 140 85 – 90
Leichte Hypertonie 140 – 150 90 – 100
Mittelschwere Hypertonie 160 – 170 100 – 110
Schwere Hypertonie höher als 170 höher als 110

Hierbei handelt es sich nur um Richtwerte. Sie sind auch abhängig von Ihrem Alter und von der bestehenden Situation. Diese Tabelle ist in keiner Weise dazu geeignet, eine Diagnose zu stellen. Lassen Sie sich unbedingt von Ihrem Apotheker oder Arzt beraten.

Unterhalb eines bestimmten Druckes, kann man auch von einer Hypotonie (zu tiefer Blutdruck) sprechen. Bei Fragen konsultieren Sie Ihren Apotheker oder Arzt.


Bluthochdruck und das Alter (mehr als 80 Jahre)

Gemäss den europäischen Empfehlungen vom Oktober 2013, spricht man bei den über 80-jährigen Menschen von Bluthochdruck, wenn der systolische Druck über 150 mmHg und der diastolische Druck über 85 mmHg ist. Eine Behandlung wird begonnen, wenn der systolische Druck höher als 160 mmHg beträgt. Es kann zwischen den Patienten immer Unterschiede geben, ihr Arzt kann Sie beraten.

Diagnose

Diagnose_bluthochdruckDie Diagnose von Bluthochdruck (Hypertonie) wird mit Hilfe eines Blutdruckmessgerätes (oder eines Stethoskopes) gestellt.

Die Messung erfolgt durch ein eine aufblasbare Manschette, welche am linken Oberarm auf Herzhöhe angebracht wird.

Eine einmalige Blutdruckmessung sagt jedoch noch nichts über Bluthochdruck (Hypertonie) aus, da dieser aus diversen Gründen (z.B. Sport, Kaffeegenuss) erhöht sein kann. Die Diagnose Bluthochdruck soll von einem Arzt gestellt werden, der dann anschliessend auch einen Vorschlag für eine Therapie macht.

Die Diagnose von Bluthochdruck muss auf mehreren Blutdruckmessungen basieren, z.B. durch die Messung des Blutdruckes am Morgen und am Abend während 7 Tagen.

Es ist von Vorteil, den Blutdruck am Oberarm statt am Handgelenk zu messen.

Es wird empfohlen, den Blutdruck in beiden Armen zu messen. Einen Unterschied von 15mmHg oder mehr zwischen den beiden Armen, könnte auf ein erhöhtes Risiko für gewisse kardiovaskuläre Erkrankungen hinweisen. Gemäss einer Studie im Jahr 2012, die in der medizinischen Zeitschrift Lancet publiziert wurde, ist das Risiko durch kardiovaskuläre Erkrankungen zu sterben bei Patienten mit einer Differenz des Blutdruckes zwischen beiden Armen von mehr als 15mmHG um 70% grösser, als bei Patienten mit kleinerer Differenz.

Empfehlungen der American Heart Association von 2017
In den USA wurde in der Leitlinie (auf Englisch Guideline) für die Behandlung von Bluthochdruck der Grenzwert abgesenkt. Bereits ab einem Wert von 130/80 mmHg oder mehr gilt ein Mensch als Bluthochdruck-Patient, anstatt erst ab einem Wert von 140/90 mmHg oder mehr. Das bedeutet, dass man bei einem systolischen Druck von 130 mmHg oder mehr und bei einem diastolischen Druck von 80 mmHg oder mehr von Bluthochdruck spricht. Es handelt sich hierbei um die erste offizielle Überarbeitung der Bluthochdruck-Diagnose seit 2003. Diese Leitlinie stammt von der American Heart Association, die dazu am 13. November 2017 in der Zeitschrift Hypertension (DOI: 10.1161/HYP.0000000000000065) anlässlich eines Kongresses, der in der Region Los Angeles stattfand, eine Studie veröffentlicht hat. Laut dieser neuen Leitlinie ist nahezu die Hälfte der amerikanischen erwachsenen Bevölkerung (46 %) von Bluthochdruck betroffen, d. h. ungefähr 103 Millionen Personen. Zuvor belief sich diese Zahl auf 32 % bzw. 72 Millionen Amerikanern.

Komplikationen

AVC_bluthochdruckBluthochdruck (Hypertonie) kann zu gefährlichen gesundheitlichen Komplikationen führen. Zu diesen zählen z.B.:

Schlaganfall, auch als Hirnschlag bekannt

Herzinfarkt (Myokardinfarkt)

Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

– Nierenprobleme (Niereninsuffizienz)

Komplikationen_bluthochdruck– Impotenz

– Sehprobleme

– Arteriosklerose

– u.a.

Es ist äusserst wichtig, diese Krankheit zu behandeln, auch wenn Sie nichts davon spüren!

Behandlung

Bei essentieller Hypertonie (siehe Abschnitt Ursachen) kann der Arzt insbesondere den Patienten zur Änderung seines Lebensstils auffordern oder Arzneimittel verschreiben. Bei sekundärer Hypertonie kann die Behandlung der Primärerkrankung oder die Beseitigung des betreffenden Problems zu einem Rückgang des Blutdrucks führen.

Zur Behandlung einer essentiellen Hypertonie ist der erste Schritt die Veränderung des Lebensstils:

– Reduzierung des Tabakkonsums, körperliche Aktivitäten (Sport, Spazieren u.a.), Salzkonsum reduzieren.

Abgesehen davon, wird der Arzt für jeden Patienten, abhängig von seinem Alter, Geschlecht und den Risikofaktoren, einen Blutdruckwert definieren, den der Patient erreichen sollte (sei es für den systolischen oder den diastolischen Druck). Die Änderungen des Lebensstils und/oder die medikamentöse Therapie haben zum Ziel, diese Blutdruckwerte zu erreichen. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die richtige Einnahme der Medikamente und eine regelmässige Kontrolle des Blutdruckes.

Wenn die Veränderung des Lebensstils eine unzureichende Wirkung zeigt, kommen verschiedene Medikamente in Frage. Nachfolgend finden Sie häufig verwendete Medikamente zur Blutdruckbehandlung, welche in verschiedene Klassen unterteilt werden (es handelt sich dabei ausschliesslich um verschreibungspflichtige Medikamente):

1. ACE-Hemmer / AT2-Rezeptor-Antagonisten:

Behandlung_bluthochdruckDiese Medikamente greifen im Renin-Angiotensin-Aldosteron-System ein. ACE-Hemmer blockieren die Umwandlung von Angiotensin I zu Angiotensin II, die AT2-Rezeptor-Antagonisten blockieren die Wirkung von Angiotensin II. Letzteres ist ein Hormon, welches verantwortlich für die Erhöhung des Blutdruckes ist. Bitte beachten Sie, dass ACE-Hemmer Husten als Nebenwirkung verursachen kann. Dies ist der Grund, weshalb immer öfter die AT2-Rezeptor-Antagonisten verschrieben werden. Der Vorteil der ACE-Hemmer ist allerdings, dass sie schon sehr lange im Einsatz sind und daher viele Daten und Studien vorhanden sind und auf der anderen Seite sind sie viel billiger als die AT2-Rezeptor-Antagonisten. So können effektiv Gesundheitskosten gespart werden.

2. Kalziumantagonisten

Diese Klasse von Medikamenten wirkt als Antagonist auf Kalzium, welches zu einer erhöhten Spannung der Blutgefässe führt. Mit Hilfe von Kalziumantagonisten werden die glatten Muskeln entspannt und senken den Blutdruck. Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme dieser Medikamente auftreten: Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Verstopfung sowie Schwellungen an den Knöcheln.

3. Diuretika

Dieses Medikament wird in verschiedene Arten unterteilt: Thiaziddiuretika, Schleifen- und Kaliumsparende Diuretika. Bereits eine kleine Dosis senkt den Blutdruck. Ab einer bestimmten Dosis wird die Reduzierung der Kochsalzausscheidung erreicht. Häufig werden Thiaziddiuretika bei Bluthochdruck verschrieben.

4. Betablocker

Betablocker wirken sich auf den Sympathikus aus. Dieses System ist in der Regel verantwortlich für die Reaktion auf Stress und körperliche Aktivitäten. Durch die Einnahme dieser Medikamente wird erreicht, dass diese Reaktionen verhindert werden, die in der Regel zu einem Anstieg des Bluthochdruckes führen.

Wichtige Information zu den Betablockern: Unterbrechen Sie nie eine Behandlung mit Betablockern abrupt, da das Risiko von Angstzuständen, Herzrhythmusstörungen, Zittern und Schwitzen besteht. Konsultieren Sie Ihren Apotheker oder Arzt, wenn Sie Fragen über die Behandlung und Diagnose haben.

Durch das Kombinieren von mehreren Wirkstoffen, die oben unter Punkt 1 bis 4 aufgeführt sind. Man kann z.B. ein Diuretikum mit einem Betablocker vereinigen, usw.

Durch die kombinierten Therapien werden in der Blutdrucksenkung oft bessere Resultate erzielt. Vor allem wenn der Wert deutlich oberhalb dem gewünschten therapeutischen Zielwert liegt.

Die Ärzte haben oft Richtlinien (Algorithmus), die ihnen helfen, die Ziele zu erreichen.

Heilpflanzen Bluthochdruck

Knoblauch verfügt über eine besondere Wirkung bei der Senkung des Bluthochdruckes. Auch wenn es sich um eine wirkungsvolle Methode handelt, sollte Knoblauch auf keinen Fall die medikamentöse Behandlung ersetzen!

Heilpflanzen_bluthochdruckOlivenblätter werden auch in einigen Fällen zur Behandlung empfohlen. Die Einnahme sollte in Form von Kapseln erfolgen. Die wissenschaftliche Wirkung dieser Pflanze ist noch nicht vollständig erwiesen. Es sollte genau wie bei der Behandlung mit Knoblauch darauf geachtet werden, dass die klassische medikamentöse Behandlung in jedem Fall im Vordergrund steht.

– Rübe.

Schwarztee. Gemäss einer australischen Studie vom Jahr 2012, senkt das 3 Mal tägliche Trinken einer Tasse Schwarztee den Blutdruck zwischen 2 und 3 mmHg. Die Studie wurde durch die Universität in Perth (Australien) mit 96 Teilnehmern durchgeführt, die regelmässig Schwarztee trinken. Die Flavonoide, die man in grossen Mengen im Schwarztee findet, könnten für diese hypotensive Wirkung verantwortlich sein.

 

 

 

Ratschläge

Nachfolgend finden Sie einige Ratschläge zur Reduzierung des Risikos, an Bluthochdruck (Hypertonie) zu erkranken:

– Reduzieren Sie Ihren Salzkonsum. Salz fördert Bluthochdruck und hat eine Osmose zur Folge. Die Wasseraufnahme steigt in den Gefässen, wodurch sich der Blutdruck erhöht.

– Eine Gewichtsreduktion ist ebenso wichtig wie eine abwechslungsreiche Ernährung, die reich an Ballaststoffen (Obst, Gemüse) ist.

Der Einfluss der Ernährung, um den Blutdruck zu senken, ist Gegenstand von aktuellen Studien. Im Englischen spricht man vom DASH Konzept (Dietary Approach to stop hypertension) oder auf Deutsch (freie Übersetzung) vom diätetischen Ansatz, um den Bluthochdruck zu stoppen. Entdecken Sie nachfolgend Nahrungsmittel und Getränke, die man bei Bluthochdruck konsumieren kann und lesen Sie unsere Zusammenfassung: Heilpflanzen bei Bluthochdruck (die Rübe ist besonders interessant).

– Betreiben sie ausreichend körperliche Bewegung. Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen und Radfahren sind sehr vorteilhaft zur Verringerung von Bluthochdruck (Hypertonie).

– Vermeidung von Stress: Zuviel Stress kann den Bluthochdruck erhöhen. Besonders auf den systolischen Druck trifft dies zu.

– Konsumieren Sie viel Laktose-Produkte, da diese reich an Kalzium sind. Dieser Mineralstoff hat eine nützliche Wirkung bei der Regulierung des Bluthochdruckes.

– Reduzierung des Alkohol- und Tabakkonsums.

– Kontrolle anderer Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Cholesterin.

– Die Einnahme von Kalium ist für die Senkung des Blutdruckes wirksam. Für die genaue Dosierung, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat fragen.

– Essen Sie zwei Stücke dunkle Schokolade pro Tag (aber nicht mehr!). Dies kann eine Senkung des Blutdruckes ermöglichen.

– In der Regel müssen Medikamente gegen Bluthochdruck lebenslang und ohne Unterbruch eingenommen werden. Konsultieren Sie Ihren Apotheker oder Arzt, wenn es um Fragen zur Medikamenteneinnahme geht.

– Die Akupunktur kann helfen, den Blutdruck zu senken. Diese Methode ist allerdings umstritten. Wenn die Akupunktur jedoch professionell ausgeübt wird, sind die Risiken gering, und es besteht keine Gefahr, diese Methode auszuprobieren. Verzichten Sie aber nicht auf die Einnahme Ihrer verordneten Medikamente.

– Der Konsum von Omega-3 Fettsäuren kann bei der Senkung des Blutdruckes beitragen. Wenn sie jedoch in einer zu hohen Dosis eingenommen werden, kann es das Risiko von Blutungen erhöhen. Fragen Sie Ihren Apotheker und lassen Sie sich beraten.

– Ubichinon-10 (Coenzym Q10) wird ebenfalls bei Bluthochdruck empfohlen. Es fehlen aber immer noch Studien, die die Langzeitwirkung beweisen.

– Führen Sie Alternativen wie Yoga oder Qi Gong ein, da diese sich ebenfalls positiv auf den Bluthochdruck (Hypertonie) auswirken, indem Stress abgebaut werden kann.

Kaffee  lässt den Blutdruck kurzzeitig ansteigen, kann ihn langfristig aber sogar senken.

Laut einer im April 2012 veröffentlichten Schweizer Studie des Teams von Murielle Bochud vom CHUV Lausanne (Schweiz) soll eine Tasse Kaffee pro Tag den Blutdruck bei manchen Menschen um bis zu 9 mmHg senken. Dies gilt jedoch nur für Nichtraucher. Auf genetischem Niveau vernebelt der Rauch den schützenden Effekt von Kaffee.

Wenn man sich stark den Sonnenstrahlen aussetzt, insbesondere den UVA-Strahlen, kann der Blutdruck gesenkt werden. Dies zeigt eine britische Studie, die im Januar 2014 im „Journal of Investigate Dermatology“ erschienen ist. Stickstoffmonooxid (NO) und seine Metaboliten, die in der Haut vorkommen, werden durch UVA verändert und sind so für die Wirkung verantwortlich. Man könnte sagen, dass die Sonne den Übergang von NO und seinen Metaboliten von der Haut in Richtung Blutbahn fördert. NO ist in der Haut in grösseren Mengen gespeichert

Vor dieser Studie wusste man bereits, dass der Blutdruck der Bewohner von Ländern, die vom Äquator entfernt sind, im Winter höher ist als im Sommer. Natürlich kann die starke Aussetzung an der Sonne auch zu Hautkrebs führen. Die britischen Forscher der Universität von Southampton und Edinburg, die an dieser Studie mitgemacht haben, halten folgendes fest: wenn man sich nie der Sonne aussetzt, steigt das Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten (Schlaganfall, Herzinfarkt) aufgrund eines Ansteigens des Blutdruckes.

Vorbeugung

Sie können einige Punkte beachten, um das Risiko der Entwicklung von Bluthochdruck (Hypertonie) zu verringern. Zur Vorbeugung von Bluthochdruck sind u.a. möglich:

– Reduktion des Körpergewichtes durch eine ausgeglichene und gesunde Ernährung. Hierbei kann ein Ernährungsberater hinzugezogen werden.

– Ersetzen Sie tierische Fette durch pflanzliche Öle

– Ballaststoffaufnahme erhöhen

– Konsumieren sie nicht zu viel Salz

– Alkoholkonsum reduzieren

– Treiben Sie 3 mal pro Woche Sport

– Gewöhnen Sie sich das Rauchen ab.


– Vermeidung von Stress

– Nehmen Sie keine Medikamente zu sich, die den Blutdruck erhöhen.

News:
– Studie: Sonnenlicht Kann Bluthochdruck Lindern

Referenzen (Quellen):
WHO, Mayo Clinic, American Heart Association, Hypertension (DOI: 10.1161/HYP.0000000000000065)

Wie übersetzt man ​Bluthochdruck in andere Sprachen ?
  • Englisch: high blood pressure
  • Französisch: hypertension
  • Italienisch: ipertensione
  • Portugiesisch: hipertensão
  • Spanisch: tensión demasiado alta
Das könnte Sie auch interessieren
Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 02.11.2018 verändert.