Darmkrebs

Definition

Definition_darmkrebsBei Darmkrebs handelt es sich um eine schwerwiegende Erkrankung des Verdauungstraktes. Es kommt dabei zur Tumorbildung im Bereich des Kolons (Dickdarm) und dem Rektum (Dünndarm). In vielen Fällen handelt es sich um einen gutartigen Tumor. Allerdings kann es auch zur Bildung eines bösartigen Tumors kommen.
Die häufigste Art von Darmkrebs stellt das Adenokarzinom dar. Andere Arten sind Lymphome Plattenepithelkarzinome.


Epidemiologie

Darmkrebs stellt eine der häufigsten Krebserkrankungen in der Welt dar. In den entwickelten Ländern handelt es sich um die dritthäufigste Krebserkrankung.

– Es handelt sich um die häufigste Krebsart in Europa. Jedes Jahr sind ungefähr 430.000 Neuerkrankungen und über 200.000 Todesfälle zu verzeichnen. Nach einer Mitteilung der Organisation United European Gastroenterology (UEG), die im Oktober 2017 veröffentlicht wurde, verursacht Darmkrebs in Europa 215.000 Todesfälle pro Jahr. Laut derselben Mitteilung haben vor kurzem durchgeführte Forschungen gezeigt, dass 3 von 10 Darmkrebsdiagnosen Menschen unter 55 Jahren betreffen.

– Auch die USA sind von dieser Krebsart stark betroffen, was vermutlich mit dem vermehrten Vorkommen von Adipositas sowie mit ungünstigen Ernährungsgewohnheiten, wie z. B. der Verzehr von Hamburgern und zuckerhaltigen Getränken usw., zusammenhängt. In diesem Land mit über 300 Millionen Einwohnern werden pro Jahr ungefähr 100’000 Darmkrebserkrankungen und 50’000 darauf zurückzuführende Todesfälle verzeichnet. Die Anzahl der Männer, die an dieser Krankheit sterben, ist etwas höher als die Anzahl der Frauen. Wenn man die Zahlen zur europäischen Bevölkerung in Relation setzt, sind die USA weniger betroffen als Europa.

Am häufigsten tritt die Krankheit bei Menschen ab dem 50. Lebensjahr auf.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung von Darmkrebs sind bis zum heutigen Zeitpunkt noch recht unbekannt. Wie bei anderen Krebsarten spielt auch hierbei die Genetik eine wichtige Rolle für die Entstehung. Bestimmte genetische Mutationen können auf dem erblichen Wege übertragen werden. Nachfolgend finden Sie einige weitere Ursachen für die Entstehung für die Entstehung von Darmkrebs aufgelistet:

– Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP): es handelt sich hierbei um eine äußerst seltene Krankheit, die durch die Entwicklung multipler Polypen (Aggregate von präkanzerösen Zellen in der Form wie der eines Pilzes) verursacht wird. Wenn diese Erkrankung unbehandelt bleibt, erhöht sich das Risiko für die Entwicklung von Krebs.

– Hereditäres non-polypöses kolorektales Karzinom (HNPCC): man spricht hierbei von einer erblich bedingten Darmkrebsform. Durch diese Form besteht ein erhöhtes Risiko für die Erkrankung an Darmkrebs. Dies gilt auch Menschen unter 50 Jahren.

– Menschen, bei denen bereits ein Fall von Darmkrebs in der Familie aufgetreten ist, besteht ein erhöhtes Risiko für die Entstehung dieser Krankheit.

– Die Essgewohnheiten spielen auch eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs. Eine Ernährung mit hohem Fettgehalt und großem Fleischkonsum, ist ebenfalls ein entscheidender Faktor.

Fleisch und Krebs
Am 26. Oktober 2015 hat das internationale Krebsforschungszentrum (IARC) der WHO die Kanzerogenität von rotem und transformiertem Fleisch kommuniziert.

  • Das IARC hat den Konsum von rotem Fleisch für den Mann als möglicherweise kanzerogen eingestuft. Diese Verbindung (rotes Fleisch und Krebsrisiko) wurde hauptsächlich für Dickdarmkrebs beobachtet. Aber es wurden auch andere Assoziationen gemacht, wie z.B. mit Pankreaskrebs oder Prostatakrebs. Rotes Fleisch bedeutet alles Fleisch von Muskelgewebe von Säugetieren wie Rindern, Kälbern, Schweinen, Lämmern, Schafen, Pferden und Ziegen.
  • Die Spezialisten vom IARC haben auch transformiertes Fleisch als kanzerogen für den Mann eingestuft. Dies basiert auf genügend Hinweisen, dass dieses Dickdarmkrebs auslösen kann.

Transformiertes Fleisch bedeutet Fleisch, das durch Einsalzen, Reifung, Fermentation, Räuchern oder anderen Prozessen verändert wurde, um den Geschmack oder die Haltbarkeit zu verändern. Das meiste transformierte Fleisch stammt vom Schwein oder Rind, kann aber auch von anderem rotem Fleisch, Geflügel, Innereien oder aus Abfallprodukten wie Blut stammen.

Risikogruppen

Bei Darmkrebs handelt es sich um eine Erkrankung des Verdauungstraktes, welche Männer und Frauen gleichermaßen betreffen. Es existieren jedoch einige Risikogruppen, welche besonders anfällig für die Entstehung dieser Krankheit sein können:

– Menschen ab dem 50. Lebensjahr. Bei dieser Risikogruppe wird häufig Krebs des Kolon und Rektum diagnostiziert;

– Personen, bei denen es bereits zu einer Darmkrebs-Erkrankung in der Familie gekommen ist;

– Menschen, die Diäten mit wenig Ballaststoffen und mit fettigem und rohem Fleisch durchführen;

Übergewicht und Bewegungsmangel;

Einige Faktoren wie beispielsweise Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkohol- und Tabakkonsum, entzündliche Darmerkrankungen wie chronische Kolitis und Morbus Krohn können Auslöser für die Entstehung von Darmkrebs sein.

Es ist wichtig zu beachten, dass wenn ein oder mehrere Risikofaktoren vorliegen, es nicht unbedingt zu einer Krebserkrankung kommen muss. Darmkrebs hat eine komplexe Pathophysiologie, welche von genetischen und umweltbedingten Ursachen abhängt. Bei einer frühen Diagnose, besteht eine erhöhte Heilungschance.

Symptome

Die prinzipiellen Symptome von Darmkrebs betreffen in der Regel den unteren Verdauungstrakt. Folgende Symptome können dabei auftreten:

– Änderung der Stuhlgewohnheiten, wie beispielsweise häufig auftretender Durchfall oder Verstopfungen.

– Blutiger Stuhlgang.

– Unterleibsschmerzen.

– Veränderung der Stuhlkonsistenz.

– Gewichtsverlust.

– Anämie (verursacht durch Blutverlust)

– Schwächegefühl.

– Tenesmus (schmerzhafter Stuhlgang).

Wenn Darmkrebs (Kolonkarzinom) in einem frühen Stadium erkannt wird, besteht eine erhöhte Heilungschance. Es ist äußerst wichtig auf die oben genannten Symptome zu achten. Insbesondere wenn Sie zu den Risikogruppen gehören. Patienten ab dem 50. Lebensjahr sollten eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen. Patienten mit Erbkrankheiten oder entzündlichen Krankheiten (chronische Kolitis, etc.) sollten ebenfalls regelmäßig einen Arzt konsultieren.

Diagnose

Die Diagnose von Darmkrebs erfolgt in der Regel durch eine Darmspiegelung. Wenn etwas Verdächtiges entdeckt wird, kann der behandelnde Arzt einen kleinen chirurgischen Eingriff vornehmen, wobei ein Teil des Gewebes zur Analyse entnommen wird. Man spricht hierbei von einer Biopsie.

Darüber hinaus kann eine Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT) zum Einsatz kommen, um die exakte Lokalisation des Tumors zu ermitteln. Blutuntersuchungen können auch in manchen Fällen verwendet werden, um eine Darmkrebserkrankung zu diagnostizieren.

– Stadium 0: in diesem Stadium hat der Krebs bisher noch keine tieferen Schichten der Darmschleimhaut erreicht.

– Stadium 1: der Krebs hat sich in diesem Stadium bereits durch die Darmschleimhaut gewachsen. Kolon und Rektum sind bisher noch nicht betroffen.

– Stadium 2: in diesem Stadium hat sich der Krebs bereits im Kolon oder Rektum ausgebreitet. Jedoch sind in diesem Fall die Lymphknoten noch nicht betroffen.

– Stadium 3: in diesem Stadium sind die Lymphnoten bereits betroffen. Der Krebs hat jedoch noch keine Metastasen gebildet und sich somit nicht auf andere Körperteile ausgebreitet.

– Stadium 4: der Krebs hat sich in diesem Fall bereits im Körper ausgebreitet und Metastasen in anderen Körperteilen gebildet.

Auch im Falle einer erfolgreichen Behandlung von Darmkrebs, kann die Krankheit jedoch erneut wieder auftreten. Dies kann im Kolon, Rektum, oder in anderen Körperregionen geschehen.

Komplikationen

Darmkrebs kann Metastasen bilden und somit in andere Körperteile wandern und sich dort weiterverbreiten. Prinzipiell ist die Leber davon betroffen. Eine weitere Komplikation ist das erneute Auftreten von Darmkrebs im Bereich des Darms oder Rektums.

Andere Komplikationen können beispielsweise durch die Chirurgie hervorgerufen werden. Dabei können Infektionen, Darm-Herniation, Blutungen, Nekrome, Ischämie (Verstopfung der Arterien und Gefäße) auftreten.

Behandlung

Die Behandlung von Darmkrebs ist ganz abhängig vom Grad der Erkrankung und der betroffene Region ab. Darüber hinaus ist ein entscheidender Faktor, ob sich bereits Metastasen in anderen Körperregionen gebildet haben. Folgende Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung:

Chirurgie

Wenn der Krebs sich noch im Anfangsstadium befindet und bereits lokalisiert wurde, kann der behandelnde Arzt eine chirurgische Entfernung des Tumors mit Hilfe einer Darmspiegelung durchführen.

Sollte der Krebs in die Darmwand eingewachsen sein, kann sich der behandelnde Arzt für eine Koletomie entscheiden. Es handelt sich dabei um die Entfernung eines Teils des Kolon- oder Rektumkarzinoms.

In einem sehr fortgeschrittenen Fällen kann eine palliative Chirurgie erfolgen. Dadurch soll erreicht werden, dass sich die Symptome des Patienten verbessern. Eine Chemotherapie kann danach angewendet werden, um die Behandlungsergebnisse zu verbessern.

Chemotherapie

Die Chemotherapie basiert auf der Verwendung von Medikamenten, welche die Tumorzellen abtöten sollen. Eine Chemotherapie kann vor oder nach einer Chirurgie eingesetzt werden. Dies ist jedoch ganz abhängig von der Größe des Tumors. Vor der Anwendung muss geprüft werden, ob der Patient eine Mutation in den Genen hat, welche Resistenz gegenüber einigen Medikamenten ist.

Nachfolgende Medikamenten können zur Behandlung von Darmkrebs in Form einer Chemotherapie verwendet werden: Cetuximab, Panitumumab, Bevacizumab, Oxalipatin und 5-Fluorouracil.

Strahlentherapie

Durch die Strahlentherapie werden hochenergetische Strahlen erzeugt, welche die Tumorzellen zerstören sollen. Diese Behandlung wird oftmals vor einer Chirurgie angewendet, um die Zahl der Tumorzellen zu verringern.

Die Strahlentherapie wird meistens nur im fortgeschrittenen Stadium verwendet und dringt in tiefere Schichten des Darms ein. Um eine Wiederholung zu verhindern, erfolgt die Behandlung in der Regel in Kombination mit einer Chemotherapie.

Heilpfanzen

Zum heutigen Zeitpunkt existieren noch keine Heilpflanze, welche gegen eine alternative Behandlung gegen Darmkrebs eingesetzt werden können. Studien haben Forschungen mit chinesischem Schnittlauch durchführt. Dabei haben die Inhaltsstoffe dieser Pflanze gezeigt, dass die Zellproliferation inhibiert wird.

Heilpfanzen_darmkrebsStudien mit Ratten haben gezeigt, dass die Ratten, welche 6-Gingerol (in Ingwer) erhielten, weniger Tumore gebildet haben, als Ratten, die es nicht erhalten haben. Eine weitere Heilpflanze zur Vermeidung von Meidung neuer Tumore, ist grüner Tee. Diese Tee-Art verfügt über eine antioxidative Verbindung, die die Zellen vor DNA-Veränderungen und Mutation schützen.

Darüber hinaus soll der Verzehr von Äpfeln gegenüber einer Darmkrebserkrankung schützen.

Ratschläge

Einige Ratschläge sind besonders wichtig im Falle einer Darmkrebs-Erkrankung:

– Menschen ab dem 50. Lebensjahr sollten sich regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen unterziehen. Die frühe Erkennung von Darmkrebs kann die Heilungschancen deutlich erhöhen. Eine im Oktober 2017 veröffentlichte Studie, siehe auch unter Diagnose unten, empfiehlt regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ab 45 Jahren.

– Achten Sie auf Ihre Stuhlgewohnheiten. Sollten sich diese in irgendeiner Weise verändern, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren.

– Achten Sie auf eventuelle Symptome, wenn es bereits in der Familie zu einer Erkrankung von Darmkrebs gekommen ist. Darüber hinaus können auch entzündliche Erkrankungen des Verdauungstraktes wie beispielsweise Morbus Krohn oder eine chronische Kolitis zählen.

– Die Chemotherapie oder Strahlentherapie kann eine ganze Reihe von Nebenwirkungen verursachen. Der behandelnde Arzt kann eine Reihe von Medikamenten gegen Übelkeit, Schwindelgefühl, Erbrechen, Anämie, etc. verabreichen.

– Im Falle eine Darmkrebserkrankung, sollten Sie sich unbedingt Unterstützung von der Familie und Freunden holen. Es ist besonders wichtig nicht den Lebensmut zu verlieren. Es handelt sich um eine schwerwiegende Krankheit, welche jedoch durch eine rechtzeitige Diagnose gute Heilungschancen aufweist. Darüber hinaus können Yoga und Meditation dabei helfen, die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.

Vorbeugung

Wenn Darmkrebs rechtzeitig diagnostiziert wird, besteht eine erhöhte Heilungschance. Menschen ab dem 50. Lebensjahr sollte eine jährliche Vorsorgeuntersuchung durchführt werden. Darüber hinaus können andere Behandlungen wie beispielsweise eine flexible Sigmoidoskopie (alle 5 Jahre), Koloskopie (alle 10 Jahre) oder eine virtuelle Koloskopie (alle 5 Jahre) durchgeführt werden.


Einige Lebensgewohnheiten können geändert werden, um eine Erkrankung von Darmkrebs zu vermeiden:

– Essen Sie viele Früchte und Gemüse, sie enthalten Ballaststoffe. Nehmen Sie auch Vollkorngetreide zu sich.

Gemäss einer Studie, die im März 2015 in der online Version des JAMA Internal Medicine publiziert wurde, haben Vegetarier ein etwa 20% geringeres Risiko, einen Dickdarmkrebs zu entwickeln (im Vergleich mit Menschen die Fleisch essen).

– Trinken Sie nicht zu viel Alkohol.

– Vermeiden Sie das Rauchen.

– Treiben Sie Sport

– Kontrollieren Sie Ihr Gewicht.

Einige dieser Vorbeugungen werden für Personen mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Darmkrebs empfohlen. Konsultieren Sie einen Arzt, um mehr Informationen zu erfahren.


Quellen:
United European Gastroenterology (UEG)

Wie übersetzt man ​Darmkrebs in andere Sprachen ?
  • Englisch: colorectal cancer
  • Französisch: cancer colorectal
  • Italienisch: cancro del colon-retto
  • Portugiesisch: câncer colorretal
  • Spanisch:  cáncer de colon
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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 09.10.2018 verändert.