Durchfall

Definition

Definition_durchfallDurchfall ist eine häufige Ausscheidung von flüssigem Stuhl (manchmal mit Blut gemischt). Flüssiger Stuhl entsteht, wenn die Wasserrückresorption im Dickdarm nicht einwandfrei funktioniert.
Durchfall kann nur kurz andauern (2 bis 3 Tage) oder sich über eine längere Zeit hinziehen, wie dies z.B. bei Durchfall aufgrund von Bakterien der Fall ist (z.B. Cholera). Durchfall ist in Wirklichkeit keine Krankheit sondern ein Symptom einer Erkrankung oder Infektion.
Bei Durchfall besteht das Stuhlvolumen bis zu 90% aus Wasser. Das Risiko für eine Dehydrierung ist deshalb sehr hoch.
Gewisse anfälligere Menschen wie Kinder, stillende Frauen oder ältere Menschen müssen daher sehr auf die Dehydrierung achten und während dem Durchfall viel trinken. Damit wird der Flüssigkeits- und Mineralsalzverlust kompensiert.


Ursachen

Infektion (häufigste Ursache) wie eine Gastroenteritis (2 bis 3 Tage). Die Gastroenteritis ist normalerweise ungefährlich, ausgenommen für Kinder, die ein Risiko für eine Dehydrierung haben. In diesem Fall sollte man sehr schnell einen Arzt konsultieren.

In gewissen Ländern (Afrika z.B.) kann Durchfall durch eine schlimmere Infektion, wie z.B. Cholera, E. coli, Campylobacter, Salmonellen, Shigella usw. ausgelöst werden. Diese Infektionen dauern meist mehrere Wochen und führen zu einem grossen Verlust an Wasser und Vitalstoffen (Elektrolyten).

Man vermutet, dass etwa 70% der Durchfälle eine virale und etwa 30% eine bakterielle Ursache haben. Ein kleiner Teil kann von Parasiten stammen. Halten wir fest, dass es je nach Land und Region Verschiedenheiten gibt.

– Stress

– Ängstlichkeit

– Die Einnahme von Arzneimitteln, wie z. B. Antibiotika, kann Durchfall auslösen. Antibiotika vernichten sowohl die schlechten als auch die guten Bakterien, was das Bakteriengleichgewicht im Darmmilieu beeinträchtigen kann.
Es ist auch möglich, dass bestimmte Hilfsstoffe (Präparate, die dem Molekül als Trägersubstanz dienen), wie z. B. Milchsäure, die insbesondere in manchen Generika enthalten ist, diese Art von Verdauungsbeschwerden bewirken.

– Psychische Probleme

– Eine echte oder pseudo Nahrungsmittelallergie

– Eine chronische Entzündung des Darmes, Morbus Crohn, Reizdarmsyndrom

– Laktoseintoleranz

–  Hormonstörungen (Hyperthyroiditis, usw.)

– Darmkrebs (Dickdarmkrebs)

– Eine starke Veränderung der Ernährung. In den Ferien kommt es vor, dass Touristen (z.B. Japaner) die Köche anschuldigen, das Essen sei kontaminiert. Im Grund entstehen die Durchfälle jedoch durch die Änderung des vegetarischen und fischbetonten Essens zu einem Essen mit viel Fleisch und Aufschnitt. Die Ursachen sind weder psychologisch noch infektiös. Man sollte bei Reisen das Essen nicht allzu stark verändern.

– Gewisse Farbstoffe wie Sorbitol oder Mannitol

– Gewisse Nahrungsmittel, die viele Ballaststoffe enthalten

– Die Aufnahme von Fruktose, jener Zuckerart, die – wie ihr Name sagt – aus Früchten stammt und sich auch in verarbeiteten und industriellen Lebensmitteln befindet. Für manche Menschen ist sie schwer verdaulich.

– Ein chirurgischer Eingriff. Nach einer Operation können Patienten Durchfall bekommen, insbesondere wenn es sich um einen Eingriff im Bauchraum oder um die Entfernung von Gallensteinen handelte.

Symptome

Obwohl es verschieden Arten von Durchfall gibt, sind gewisse Symptome immer vorhanden:

– Flüssiger Stuhl mit Flüssigkeitsverlust (kann zu einer Dehydrierung führen)

– Fieber (bis 38°C), hohes Fieber ist oft ein Anzeichen für eine bakterielle Infektion.

– Erbrechen

– Schmerzen oder Abdominalkrämpfe

Akuter Durchfall heilt innerhalb von ein paar Tagen selber ab.

Wenn der Durchfall länger als 7 Tage andauert, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Beim Auftreten von Blut oder Schleim im Stuhl, hohem Fieber, Schmerzen, einem langanhaltenden Durchfall oder Durchfall bei Säuglingen und Kleinkindern, sollten Sie sofort zu einem Arzt.

Man spricht von chronischem Durchfall wenn er länger als 4 Wochen andauert.

Diagnose

Die Diagnostik von Durchfall basiert auf der Untersuchung der Symptome (klinische Anzeichen).

Ein Test erlaubt die Bestimmung der infektiösen Ursache (viral, bakteriell).

Komplikationen

Wenn der Durchfall über mehrere Wochen oder Monate anhält und schwere Symptome auftreten, wie hohes Fieber oder sogar Blut im Stuhl, deutet dies auf Komplikationen hin, d. h. auf eine bisher nicht erkannte Erkrankung, die diese Symptome verursacht. In diesem Fall sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.

Behandlung

Bei Durchfall ist es sehr wichtig, viel zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust zu kompensieren. Gewisse Medikamente können helfen, die Symptome schnell zu lindern.

Man unterscheidet drei Arten von Medikamenten, um akuten Durchfall mit viralem Ursprung zu behandeln:

  1. Verlangsamung des Transits:

Medikamente auf Basis von Loperamid.

Es handelt sich um ein Medikament, das nicht über eine längere Zeit (maximal 2 Tage) ohne ärztliche Verordnung eingenommen werden sollte, da diese Medikamente verstopfen (ist das Ziel), aber deshalb auch pathogene Substanzen zurückhalten, die ausgeschieden werden sollten.

Es wird nicht empfohlen, bei Durchfall als Nebenwirkung (z.B. von einem Antibiotikum) ein Medikament auf Basis von Loperamid zu nehmen. Sie sollten eher die Ursache bestimmen und mit Ihrem Spezialisten reden.

  1. Adsorptionsmittel gegen infektiöse Agentien: Kohle

Auf Basis von Kohle hat dieses Medikament eine absorbierende Wirkung. Toxische Produkte für das gastrointestinale System, die zu einer Gastroenteritis führen, werden absorbiert.

  1. Antidiarrhoika auf Basis von Mikroorganismen, um die Darmflora zu verbessern. Sie sind z.B. auf Basis von Milchsäurebakterien.

Heilpflanzen

Die unten aufgeführten Heilpflanzen haben bewiesen, dass sie eine gewisse Wirkung gegen Durchfall haben.

Sie enthalten oft viele Tannine (Wirkstoff, der gegen Durchfall sehr wirksam ist).

Sie ergänzen die klassische Therapie:

Heidelbeere als Kapsel oder Saft

Frauenmantel als Tee oder Aufguss

Schwarztee als Tee (mindestens 10 Minuten ziehen lassen, um die Tannine gut freizusetzen)

Johannisbeere als Saft

Blutwurz als Tee

Brombeere als Tee

Flohsamen als feine Samen für die Regulation des Transits

Hausmittel

Brombeerblätter-Tee

Gemischter Heidelbeer-Tee

Reiswasser

Hagebuttendekokt

Milch mit Zimt

Karottensuppe 

Dekokt der Heidelbeere

– Aktivkohle

Dekokt des Frauenmantels

Tee aus Ackerkraut

Ratschläge

Ernährung bei Durchfall:

– Trinken Sie viel Flüssigkeit, um die Dehydrierung auszugleichen und essen Sie Gerichte mit flüssiger Konsistenz: z.B. Tee, Bouillon oder Suppe (z.B. Karottensuppe), Fruchtsäfte sowie auch Coca Cola ohne Gas (mit kleinen Schlucken trinken). Um das Gas aus dem Coca Cola zu entfernen, sollten Sie es mit einer Gabel rühren.

Ernähren Sie sich nach der akuten Phase des Durchfalls mit Nahrungsmittel, die einfach zu verdauen sind.

Vermeiden Sie fettreiche Lebensmittel, wie z. B. Käse, Wurst, rotes Fleisch, Schokolade, sowie ballaststoffreiche Kost.

Andere gute Ratschläge bei Durchfall:

– Waschen Sie sich regelmässig die Hände mit Seife, vor allem bei einer Gastroenteritis (sehr ansteckend), um die Übertragung auf die Umgebung zu vermeiden. Dies ist insbesondere wichtig, um die Ansteckung von Säuglingen und Kleinkindern zu vermeiden.

Reisedurchfall
– Auf Reisen (bzgl. Reisedurchfall) sollten Sie Acht geben, welche Nahrungsmittel Sie essen. Sie sollten alles kochen (Getränke, Nahrungsmittel), Eis vermeiden, nach Getränken in Flaschen fragen, keine rohen oder ungenügend gekochten Nahrungsmittel essen, sich nicht mit dem Wasser des Wasserhahnes die Zähne putzen, usw.


Man kann es durch den folgenden englischen Satz zusammenfassen:“ Cook it, boil it, peel it oder forget it!“ (Koch es, brate es, schäl es oder vergiss es).

Normalerweise ist Reisedurchfall keine schwere Erkrankung und heilt nach 3 bis 7 Tagen ab. Der Ursprung liegt immer bei einem infektiösen Agens wie Bakterien, Viren oder Parasiten. Die Infektion basiert oft auf kontaminierten Lebensmitteln oder Wasser durch fäkale Materie.

– Missbrauchen Sie die Medikamente auf Basis von Loperamid nicht. Vor allem bei Kindern (kontraindiziert unter 5 Jahren), sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat fragen.

– Der Verzehr von Joghurt kann sich als vorteilhaft für den Wiederaufbau der Darmflora erweisen. Joghurt ist reich an Milchsäurebakterien und stellt das Gleichgewicht der Darmflora wieder her. Insbesondere bei Durchfall, der durch die Einnahme von Antibiotika ausgelöst wurde, wird Joghurt empfohlen.
Die Einnahme von Probiotika in Form von Nahrungsergänzungsmitteln (z. B. Pulver, Kapseln) hat dieselbe Wirkung wie Joghurt.
Manche Spezialisten sind allerdings der Ansicht, dass diese Maßnahme nicht sinnvoll ist, da die Bakterien im Magen zerstört werden und gar nicht in den Darm gelangen, oder allenfalls in geringer Menge.

– Essen/trinken Sie Reiswasser: Dieses Hausmittel verlangsamt den Transit und vermindert damit den Durchfall.

Wie übersetzt man ​Durchfall in andere Sprachen ?
  • Portugiesisch: diarréia
  • Spanisch: diarrea
Das könnte Sie auch interessieren
Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 30.10.2017 verändert.

Themen