Eierstockkrebs

Definition

Definition_eierstockkrebsBei Eierstockkrebs handelt es sich um eine gynäkologische, bösartige Krebserkrankung, die im Bereich der Eierstöcke auftritt. Die Eierstöcke sind Keimdrüsen, welche für die Produktion der weiblichen Hormone (Östrogen und Progesteron), Testosteron und zur Befruchtung der Eizellen verantwortlich sind. Bei jeder Frau befinden sich 2 Eierstöcke am Ende des Eileiters.


Eierstockkrebs tritt in der Regel auf der Oberfläche der Epithelzellen auf. Man nennt diese Art von Tumor „Plattenepithel“. Eine weitere Tumor-Art ist ein bösartiger Tumor der Keimzellen.

Epidemiologie

Epidemiologie_EierstockkrebsEierstockkrebs ist eine Krebsart, die im Anfangsstadium äusserst schwierig zu diagnostizieren ist. Aus diesem Grund handelt es sich um eine schwerwiegende Krankheit, bei der im fortgeschrittenen Stadium nur geringe Heilungschancen bestehen. Laut epidemiologischen Daten, werden circa 75% der Fälle von Eierstockkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.

Eierstockkrebs macht etwa 6% aller Krebserkrankungen bei Frauen aus und das Risiko für eine Erkrankung dieser Krebsart liegt bei 1 Fall auf 69 Frauen. Eierstockkrebs ist eine Krankheit, die häufig in industrialisierten Ländern wie beispielweise den USA, Westeuropa, Israel und Kanada auftritt. Die höchste Erkrankungsrate für die Entstehung von Eierstockkrebs liegt zwischen 50 und 59 Jahren.

In den letzten Jahren ist die Rate von Neuerkrankungen an Eierstockkrebs deutlich gesunken. Schätzungsweise erkranken jährlich etwa 10 bis 12 Frauen pro 100’000 Einwohner an Eierstockkrebs.

Ursachen

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Eierstockkrebs sind bis zum heutigen Zeitpunkt noch nicht vollständig bekannt. Es wird jedoch angenommen, dass die Gene BRCA1 und BRCA2 (imZusammenhang mit Brustkrebs) für das Auftreten von Eierstockkrebs mitverantwortlich sind. Bei Menschen, die das Gen BRCA1 tragen, besteht ein 45%iges Risiko für die Entstehung dieser Krankheit. Bei Menschen mit dem BRCA2 liegt die Zahl bei 25%.

Zu einer weiteren möglichen Ursache zählt die Produktion der weiblichen Hormone. Frauen, die niemals gestillt haben oder keine Kinder haben oder Frauen, bei denen die Menopause spät auftritt, haben ein höheres Risiko für die Entstehung von Eierstockkrebs.

Andere Ursachen können sein:

Brustkrebs

Darmkrebs

– Vererbung (Familienmitglieder, die an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt sind, können für 10% der Fälle verantwortlich sein).

– Kontakt mit ionisierender Strahlung oder chemischen Lösungsmitteln, welche genetische Mutationen verursachen können.

– Rauchen

– Übermäßiger Alkoholkonsum

– Fetthaltige Ernährung

– Verwendung von Medikamenten gegen Unfruchtbarkeit

Risikogruppen

Die wichtigsten Risikogruppen von Eierstockkrebs sind:

– Frauen über 50 Jahre;

– Frauen ohne Schwangerschaft oder die nicht gestillt haben;

– Frauen, bei denen die Menopause spät auftritt;

– Frauen, die eine Behandlung gegen Unfruchtbarkeit durchgeführt haben;

– Patienten mit denen Genen BRCA1 und BRCA2.

– Frauen mit dem HNPCC-Gen, welches für die Entstehung von Darmkrebs verantwortlich ist;

– Patienten, die bereits an Brustkrebs oder Darmkrebs erkrankt sind oder bei denen eine dieser beiden Krankheiten in der Familie aufgetreten sind.

– Raucher;

– Frauen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit;

– Patienten, die in den Wechseljahren eine Hormonbehandlung durchgeführt habens

Symptome

Eierstockkrebs ist eine sehr gefährliche Krankheit, da im Anfangsstadium keine spezifischen Symptome auftreten. Viele Symptome ähneln denen üblicher Volkskrankheiten wie Verdauungsstörungen und Blasenstörungen. Wenn der Tumor wächst, können folgende Symptome auftreten:

– Abdominale Blähungen;

– Gefühl von Druck im Bauchbereich;

– Schmerzen im Bereich des Bauches, Rücken, Becken und den Beinen;

– Übelkeit und Erbrechen;

Symptome_eierstockkrebs– Appetitlosigkeit;

– Darmprobleme wie Verdauungsstörungen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung;

– Veränderung der Urin Gewohnheiten wie zum Beispiel häufiger Harndrang;

– Auftreten von Blut im Urin.

Viele dieser Symptome sind unspezifisch. Wenn Sie zu den Risikogruppen dieser Krankheit zählen oder eines dieser Symptome bei Ihnen auftreten, sollten Sie umgehend einen Arzt konsultieren.

Diagnose

Symptome_eierstockkrebsFür die Diagnose von Eierstockkrebs erfolgt eine Anamnese und einige Untersuchungen:

– Transvaginaler Ultraschall

– Gynäkologische Untersuchung, um eine eventuell vorhandene Anomalie im Bereich der Vagina oder der Eierstöcke festzustellen.

Der behandelnde Arzt kann eine Untersuchung mit einem Tumormarker durchführen:

– CA 125 (die meisten Frauen mit Eierstockkrebs haben einen erhöhten CA-Wert)

– Alpha-1-Fetoprotein Spiegel

– Beta-HCG-Wert

Wenn die Erkrankung diagnostiziert wurde, kann der behandelnde Arzt eine Biopsie (Entnahme von Tumormasse) vornehmen. Dies ist hilfreich, um das Stadium der Erkrankung festzustellen. Der Tumor kann je nach Stadium in unterschiedliche Kategorien unterteilt werden.

Stadium I Der Tumor betrifft einen der beiden Eierstöcke
Stadium II Der Tumor hat sich auf einen anderen Teil des Beckens ausgebreite,t wie zum Beispiel auf den Eileiter oder den Uterus.
Stadium III Der Tumor hat sich außerhalb des Beckens wie beispielsweise in die Lymphknoten ausgebreitet.
Stadium IV Der Tumor hat sich auf andere Organe wie z.B. die Lunge oder die Leber ausgebreitet und dort Metastasen gebildet.

 

Komplikationen

Komplikationen_eierstockkrebsEierstockkrebs kann zu einigen Veränderungen im weiblichen Organismus führen. Am Anfang kann es zu Veränderungen der Produktion von Hormonen kommen. Dies kann zu unregelmäßigem Auftreten der Menstruation und darüber hinaus zu postmenopausalen Blutungen kommen. Andere Komplikationen sind beispielsweise Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Gliederschmerzen und Gewichtsverlust.

Zu den gravierendsten Komplikationen von Eierstockkrebs zählt die Bildung von Metastasen. Eierstockkrebs lässt sich im Anfangsstadium sehr schwer diagnostizieren, da keine spezifischen Symptome auftreten. Die Diagnose wird häufig erst dann gestellt, wenn der Tumor sich im fortgeschrittenen Stadium befindet und sich bereits auf andere Organe (z.B. die Lunge oder die Leber) ausgebreitet hat. Je nach Schwere und Ausmaß des Tumors, kann die Krankheit zum Tod des Patienten führen.


Behandlung

Die Behandlung von Eierstockkrebs ist abhängig vom Stadium der Erkrankung. Wichtig ist es zu beachten, ob der Tumor sich im Anfangsstadium oder im fortgeschrittenen Stadium befindet und ob sich bereits Metastasen gebildet haben, welche anderen Organe befallen. Der behandelnde Arzt führt umfangreiche Untersuchungen durch und kann zur Behandlung die Chirurgie, Chemotherapie oder Strahlentherapie einsetzen.

Chirurgie

Behandlung_eierstockkrebsEin chirurgischer Eingriff erfordert in der Regel die Entfernung der beiden Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter und der Lymphknoten. Es handelt sich dabei um die Organe, wo sich der Tumor am häufigsten bildet bzw. weiterentwickelt.

Sollte der Tumor im Anfangsstadium erkannt werden, besteht die Möglichkeit, dass nur die Eierstöcke und der Eileiter entfernt werden müssen, und dass die Fruchtbarkeit der Frau nicht beeinträchtigt wird.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wird verwendet, um die Tumormasse mit Hilfe von Strahlen abzutöten und die Größe des Tumors zu verringern. Die Strahlentherapie wird häufig mit der Chirurgie und einer Chemotherapie kombiniert, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Chemotherapie

chemotherapie_eierstockkrebsDie Chemotherapie wird mit Hilfe von Medikamenten (Zytostatika) durchgeführt. Diese Behandlung erfolgt in der Regel in Kombination mit einer Chirurgie und Strahlentherapie. Die Medikamente bei der Chemotherapie können intravenös oder in Form von Tabletten verabreicht werden.

Die verwendeten Medikamente können alleine oder in Kombination mit anderen Tabletten eingenommen werden. Dies ist abhängig vom Stadium der Erkrankung des Patienten. Zu den üblicherweise verwendeten Medikamenten zählen unter anderem Vincaalkaloide, Cisplatin, Carboplatin oder Taxane.

Heilpflanzen

Heilpflanzen_eierstockkrebsZum jetzigen Zeitpunkt existiert noch keine medizinisch zugelassene Heilpflanze für die Behandlung von Eierstockkrebs. Es gibt jedoch diverse Studien, die die Wirkung von einigen Heilpflanzen gegenüber Tumoren bestätigen. Unter anderem zählt dazu Ginkgo biloba und Grüntee. Eine Studie des Stockholmers Institutes Karoinska hat bewiesen, dass häufiges auf den Tag verteiltes Tee trinken das Risiko für die Entstehung von Eierstockkrebs verringern kann.

Darüber hinaus können Heilpflanzen verwendet werden, die die Nebenwirkungen von einer Chemo- oder Strahlentherapie lindern können. Zu diesen Heilpflanzen zählen:

baldrian_eierstockkrebsBaldrian (Valeriana): zur Verbesserung der Schlafqualität.

Heidelbeere (Vaccinium): zur Linderung von Magen-Darm- und Leberbeschwerden.

– Kamille (Matricaria chamomilla): wirkt beruhigend und bei Schlafstörungen.

melisse_eierstockkrebsMelisse (Melissa): bei gastrointestinalen Symptomen.

Fenchel (Foeniculum vulgare): bei Magenproblemen.

Es existieren noch weitere Heilpflanzen, welche die Nebenwirkungen oder Schmerzen verringern können. Konsultieren Sie einen Arzt, um mehr über die Behandlung mit Heilpflanzen zu erfahren.

Homöopathie

Homoeopathie_eierstockkrebsDie Homöopathie ist eine alternative Behandlungsmethode, um die Symptome von Eierstockkrebs zu verringern. Der Einsatz von homöopathischen Mitteln kann den Schlaf verbessern, den Appetit steigern und zur Verbesserung der Stimmung führen. Einige dieser verwendeten Produkte sind:

– Iodum

– Phosphor

– Ringelblumen

– Traumeel S

Konsultieren Sie einen Arzt, um mehr über die alternative Behandlung mit homöopathischen Mitteln zu erfahren.

Ratschläge

Eierstockkrebs ist eine Krankheit, die schwer zu diagnostizieren ist. Aus diesem Grund ist eine Beobachtung der ersten Anzeichen von eventuellen Symptomen besonders wichtig. Wenn bereits in der Familie ein Fall von Brust-, Eierstock- oder Darmkrebs aufgetreten ist oder man die Gene BRCA1 oder BRCA2 hat, sollte auf nachfolgende Anzeichen geachtet werden:

– Unregelmäßige Menstruation;

Bauchschmerzen;

– Veränderungen der Urin Gewohnheiten;

– Erhöhtes Volumen des Bauches;

– Blut im Urin.

Wenn Sie den Verdacht auf Eierstockkrebs haben, sollten Sie umgehend einen Arzt konsultieren. Es ist wichtig zu beachten, dass wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird, eine höhere Heilungschance besteht.

Vorbeugung

Einige der nachfolgenden Maßnahmen können zur Vorbeugung von Eierstockkrebs dienen:

Vorbeugung_eierstockkrebs– Mit dem Rauchen aufhören: Tabakkonsum erhöht das Risiko für die Entstehung von Eierstockkrebs.

– Der Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum.

– Eine ausgewogene Ernährung, die nicht sehr fetthaltig ist.

– Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Verwendung der Antibabypille. Frauen, die dieses Medikament einnehmen, haben ein reduziertes Risiko für die Entstehung von Eierstockkrebs. Jedoch weisen wir darauf hin, dass die Einnahme der Antibabypille das Risiko für die Entstehung von anderen Krankheiten, wie beispielsweise Thrombose, einen Schlaganfall, etc. erhöhen kann.

– Führen Sie regelmäßige Untersuchungen durch. Dies ist besonders wichtig, wenn im Familienkreis bereits eine Krebserkrankung wie beispielsweise Brust- oder Darmkrebs aufgetreten ist.

– Konsultieren Sie einen Arzt, wenn Sie die Gene BRCA1 und BRCA2 haben.

– Lassen Sie Untersuchungen durchführen, um das Vorhandensein von Zysten im Eierstockbereich zu erkennen. Ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Eierstockkrebs besteht, wenn die Zyste größer als 10 cm ist.

Wie übersetzt man Eierstockkrebs in andere Sprachen ?
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  • Französisch: 

  • Italienisch: 

  • Portugiesisch: 

  • Spanisch: 

 

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 19.12.2017 verändert.