Gebärmutterhalskrebs

Definition

Definition_gebaermutterhalskrebsBei dem Gebärmutterhals (Zervix) handelt es sich um den unteren Teil der Gebärmutter. Es existieren mehrere Risikofaktoren, weshalb sich Krebs im Gebärmutterhals bilden kann. Bei Gebärmutterhalskrebs handelt es sich nach Brustkrebs um die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen.


Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) entwickelt sich in mehreren Stufen und kann mit Hilfe eines zytologischen Tests (Zellabstrich) diagnostiziert werden. Es wird empfohlen, eine ärztliche Untersuchung alle 2 bis 3 Jahre durchführen zu lassen. Dieser Test wird empfohlen, da es die einzige Möglichkeit ist, den Gebärmutterhalskrebs zu erkennen, wenn er sich in der Anfangsphase befindet und somit asymptomatisch verläuft.

Wir können zwischen unterschiedlichen Phasen des Gebärmutterhalskrebses, sowie der Ausbreitung des Krebses unterscheiden.

Präkanzerose: Die Zellen sind bereits abnormal, jedoch noch nicht bösartig. In diesem Anfangsstadium unterscheidet man 3 Stufen: leichte Dysplasie, mittlerer Dysplasie und einer schweren Dysplasie.

Darauffolgend kommt es zum weiteren Stadium der Krebserkrankung. In der ersten Stufe beschränkt sich der Krebs nur auf den Gebärmutterhals. In der zweiten Stufe breitet sich der Krebs bereits auf das umliegende Gewebe (Oberseite der Vagina) aus. In der dritten Stufe ist die Vagina ebenfalls betroffen und in der vierten Stufe breitet sich der Krebs auf die Blase aus.

Gebärmutterhalskrebs ist eine Erkrankung, welche immer häufiger bei jungen Frauen auftritt. Ein Grund dafür ist ein verändertes Sexualverhalten, welches durch deutlich früheren Geschlechtsverkehr verursacht wird. Das Sexualverhalten ist tatsächlich ein Risikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs. Ein Risikofaktor besteht außerdem, wenn Menschen viele unterschiedliche Sexualpartner hatten.

Wie bei jeder anderen Krebserkrankung spielt die Früherkennung eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung äußerst wichtig.

Epidemiologie

Deutschlandweit erkrankten im Jahr 2008 circa 4.800 Frauen an Gebärmutterhalskrebs.

In Frankreich wird geschätzt, dass etwa 3.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs leiden. Circa 1.000 Personen sterben jedes Jahr an dieser Krankheit.

Gebärmutterhalskrebs ist die häufigste Todesursache für Krebserkrankungen in Ländern der dritten Welt. Es handelt sich um etwa 20 bis 30% Frauen in den jeweiligen Ländern.

Schätzungsweise sterben jährlich 270.000 Menschen an Gebärmutterhalskrebs.

Ursachen

Gebärmutterhalskrebs wird durch keine spezielle Ursache verursacht. In 95% der Fälle von Gebärmutterhalskrebs, lag eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV) vor. Diese Viren existieren in mehreren Subtypen, welche eine starke Tendenz haben, eine Krebserkrankung hervorzurufen.

Der humane Papillomavirus (HPV) ist hauptsächlich für die Entstehung von Genitalwarzen verantwortlich. Aus diesem Grund kann ein Zusammenhang zwischen der Bildung von Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs bestehen. Es ist jedoch nicht zwingend davon auszugehen, dass bei einer Bildung von Genitalwarzen, auch gleich ein Risiko für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs besteht.

Die Risikofaktoren für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sind folgende:

– Aktives Sexualleben;

– Früher Geschlechtsverkehr;

– Rauchen;

– Frühe Schwangerschaft;

– Mehrere Schwangerschaften;

– Eine vernachlässigte Vorbeugung: die Vorsorgeuntersuchung wird nicht regelmäßig beim Gynäkologen durchgeführt. Siehe auch „Diagnose Gebärmutterhalskrebs“.

Es ist zu beachten, dass der Gebärmutterkrebs viele Stadien durchläuft, welche zum Anfang keine spezifischen Symptome hervorrufen. Durch die Untersuchung können abnormale Zellen entdeckt und entfernt werden, bevor sie sich in Krebszellen umwandeln.

Risikogruppen

Zu den Risikogruppen einer Gebärmutterhalserkrankung zählen:

– Menschen, die sehr häufigen Geschlechtsverkehr mit unterschiedlichen Partnern hatten;

– Raucher

– Frauen mit früher Schwangerschaft;

– Frauen mit vielen Schwangerschaften;

– Personen, welche die regelmäßige Vorbeugung vernachlässigt haben;

– Frauen, die an nicht bzw. nicht ausreichend behandelten Genitalwarzen leiden:

In Circa 95% der Fälle steht die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs mit dem humanen Papillomvirus (HPV) in Verbindung. Dies erklärt das Auftreten zwischen Genitalwarzen und ein paar Jahre später der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs.

Die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs entsteht in mehreren Phasen. Bis der Krebs die ersten Symptome aufweist können mehrere Jahre vergehen. Wenn eine regelmäßige gynäkologische Untersuchung erfolgt, kann die Krankheit vorgebeugt werden bzw. bei rechtzeitiger Erkennung ein Fortschreiten des Krebses verhindert werden.

Symptome

Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist eine Krankheit, die sich in zwei Phasen und mehreren Unterstufen entwickelt. Die erste Phase, welche auch Pre-Krebs genannt wird, verläuft asymptomatisch. Die Zellen des Gebärmutterhalses sind abnorme, was auch unter dem Begriff „Dysplasien“ bekannt ist. Es handelt sich hierbei um eine sogenannte Vorstufe des Krebses.

In der ersten Phase spricht man von einer leichten Dysplasie. Bei der zweiten Stufe handelt es sich um abnorme Zellen, weshalb man dieses Stadium eine gemäßigte Dysplasie nennt. Die dritte Stufe nennt man eine schwere Dysplasie.

Bei der zweiten Phase von Gebärmutterhalskrebs beginnen die dysplastischen Zellen(abnorme) in das umliegende Gewebe einzudringen. Aus diesem Grund werden Schmerzen verursacht, da die kranken Zellen die Beckenorgane zerkleinern und deshalb ein reibungsloses Funktionieren verhindern.

In der ersten Phase beschränkt sich der Krebs nur auf den Gebärmutterhals.

In der zweiten Stufe verbreitet sich der Krebs durch den gesamten Gebärmutterhals, und setzt sich in der Höhe der Vagina fest.

Im dritten Stadium bei Gebärmutterhalskrebs, wirkt sich der Krebs auf den Vaginalbereich aus.

Im vierten Stadium betrifft der Krebs die Blase und den Mastdarm.

Die ersten Symptome sind:

– Blutungen die außerhalb der Menstruation auftreten;

– Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr;

– Scheidenausfluss, welcher mit einem starken Geruch verbunden ist.

Beim Auftreten dieser Symptome, ist es äußerst wichtig das ein Arzt aufgesucht wird. Dieser wird die notwendigen Untersuchungen durchführen, um gegeben falls eine Gebärmutterhalskrebserkrankung zu diagnostizieren bzw. auszuschließen.

Diagnose

Diagnose_gebaermutterhalskrebsDie Diagnose von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) erfolgt durch die Analyse der Symptome, Zytologie, Kolposkopie oder einer Biopsie des Gebärmutterhalses.

Symtome

Die ersten beiden Stadien beim Gebärmutterhalskrebs verlaufen asymptomatisch. Wenn die Zellen noch keine bösartige Form angenommen haben, spricht man von einer leichten bis mittelschweren Dysplasie. Wenn die Krankheit bereits fortgeschritten ist und die ersten Symptome auftreten, handelt es sich um eine schwere Dysplasie.

Zytologie (Abstrich)

Durch einen Zellabstrich wird durch den behandelnden Arzt der Scheidenbereich entfaltet, da durch diese Maßnahme der Muttermund direkt eingesehen werden kann. Diese Abstriche werden im Labor nach abnormalen Zellen untersucht. In Deutschland hat man einmal jährlich Anspruch auf eine Vorsorgeuntersuchung zur Erkennung von Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom).

Wie funktioniert die Zytologie?

Die Zellen des Gebärmutterhalses werden bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs besonders von Gynäkologen erkannt. Im Anfangsstadium verläuft die Krankheit meistens asymptomatisch, weshalb der behandelnde Arzt die abnormalen Zellen (Dysplastisch) in den meisten Fällen erkennt. Diese können direkt entfernt werden, bevor sie sich weiter entwickeln.

Human Papillomviren-Test

Dieser Test wird häufig von Ärzten empfohlen. Dieser Test soll dabei helfen, den Gebärmutterhalskrebs früher zu erkennen. Er kann nicht bei Frauen unter 30 Jahren angewendet werden, da in diesem Alter vorwiegend keine HPV-Infektionen mit schwerwiegenden Folgen auftreten.


Kolposkopie

Die Kolposkopie ist eine Untersuchung, die mit Hilfe eines Kolposkops durchgeführt wird. Durch diese Methode kann der Gynäkologe die Portio und Vulva anschauen und ebenfalls abstriche machen.

Biopsie

In manchen Fällen muss eine Biopsie durchgeführt werden, um die Diagnose von Gebärmutterhalskrebs zu bestätigen.

Komplikationen

Die abnormalen Zellen können in großer Anzahl das Organ befallen und somit das ordnungsgemäße Funktionieren verhindern, weshalb es zu Schmerzen kommen kann.

Der Krebs kann darüberhinaus Metastasen bilden, welche sich auf andere Organe ausbreiten.

Bei einer nicht rechtzeitigen bzw. nicht ausreichenden Behandlung, kann dies zum Tod des Patienten führen. Es handelt sich hierbei um die Hauptsächliche Komplikationen bei einer Krebserkrankung.

Die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs kann durch die regelmäßige Untersuchung beim Gynäkologen verhindert werden.

Wir weisen Sie daraufhin, dass die Krankheit im Anfangsstadium asymptomatisch verläuft, weshalb es äußerst wichtig ist regelmäßig Untersuchungen beim Gynäkologen durchführen zu lassen, auch wenn keine spezifischen Symptome vorliegen. Durch die frühzeitige Erkennung kann die Krankheit besser behandelt werden und weniger Komplikationen hervorgerufen werden. Sollten bei der Untersuchung dysplastische Zellen (abnormale) entdeckt werden, können diese entfernt werden, bevor sich der Krebs entwickeln kann.

Behandlung

Die Art der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs ist ganz abhängig vom Stadium der Krebserkrankung sowie dem Alter und Gesundheitszustand des Patienten ab.

Wenn der Krebs sich in der ersten Stufe (Präkanzerose) befindet, ist es ausreichend, wenn die abnormalen Zellen entfernt werden.

Zu den unterschiedlichen Behandlungen gehören u.a. eine Chemotherapie, Strahlentherapie, Chirurgie und eine Kolposkopie.

Kolposkopie

Die Kolposkopie ist eine Untersuchung, bei dem der Gynäkologe Portio und Vulva mit einem Kolposkop untersucht. Die Präkanzerose kann mehrere Jahre dauern, weshalb der behandelnde Arzt die abnormalen Zellen entfernen kann, bevor sich diese zu Krebs entwickeln können.

Chirurgie

Bei einer Chirurgie wird Gewebe entnommen, welches bereits vom Krebs betroffen ist. Man spricht hierbei von einer Hysterektomie. Bei diesem Eingriff wird der Gebärmutterhals und die Gebärmutter entfernt und hat zur Folge, dass keine künftige Schwangerschaft erfolgen kann. Aus diesem Grund wird dieser Eingriff nur selten bei Frauen durchführt, die den Wunsch nach einer Schwangerschaft haben.

Sollte der Krebs bereits in einem sehr fortgeschrittenen Stadium sein, kann beispielsweise eine Entfernung der Blase erfolgen.

In der Regel wird Gebärmutterhalskrebs geheilt. Wichtig ist, dass die Erkrankung richtig behandelt und vor allem rechtzeitig erkannt wird. Wenn Gebärmutterhalskrebs frühzeitig diagnostiziert wird, geht man von schätzungsweise 80% Heilungschancen aus. Im fortgeschritten Stadium (IV) sind es etwa 7%.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wird eingesetzt, um das Tumorgewebe im Gebärmutterhals zu zerstören. Diese Art der Behandlung wird häufig zusammen mit einer Chemotherapie kombiniert und wird vor allem bei älteren Patienten angewendet.

Über Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs können Sie unter „Vorbeugungen Gebärmutterhalskrebs“ mehr Informationen erhalten.

Ratschläge

– Sollte tatsächlich Gebärmutterhalskrebs beim Patienten diagnostiziert werden, ist es äußerst wichtig die Empfehlungen des Arztes zu folgen. Bei einer richtigen Behandlung und korrekten Medikation kann der Krebs geheilt werden.

Wie bei jeder anderen Krebsart, gibt es keine natürlichen Heilmöglichkeiten gegen den Krebs. Allerdings kann eine Homöopathie erfolgen, da diese die Lebensqualität des Patienten verbessert.

Vorbeugung

Um Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen, ist eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen nötig. Diese kann einmal jährlich erfolgen.

Folgende Risikofaktoren sollten vermieden werden:

– Viele Sexualpartner;

– Genitalwarzen ohne bzw. nicht ausreichender Behandlung.

– Die Verwendung von Präservativen kann bis zu einem bestimmten Grad die Ausbreitung von humanen Papillomviren (HPV) verhindern, wodurch das Auftreten von Genitalwarzen und/oder die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs verhindert werden kann.

Der Impfstoff Gardasil ® hat die primäre Funktion, dass sich der Krebs nicht im Gebärmutterhals entwickelt. Er wird vor allem bei Mädchen und jungen Frauen (Jugendliche) angewendet. In der Regel muss die Impfung bei Frauen durchgeführt werden, welche noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, und noch nicht mit dem humanen Papillomvirus (HPV) ausgesetzt waren.

Wie übersetzt man ​Gebärmutterhalskrebs in andere Sprachen ?
  • Portugiesisch: o câncer cervical

  • Spanisch: el cáncer cervical

 

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 20.03.2015 verändert.

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