Harninkontinenz

Zusammenfassung Harninkontinenz

Die Harninkontinenz ist eine Krankheit an und für sich. Es handelt sich um ein störendes Leiden, das vor allem Frauen im höheren Alter betrifft. Manchmal aber auch Frauen vor 30. Halten wir fest, dass die Männer ebenfalls darunter leiden können, aber in geringerem Ausmass.


Einführung- Zusammenfassung Harninkontinenz

In diesen Unterlagen sprechen wir nicht über die Inkontinenz bei Kindern, die man Bettnässen nennt. In wenigen Worten gesagt, ist das Bettnässen die Abgabe von Urin während der Nacht bei Kindern, die bereits die Blase kontrollieren sollten und während dem Schlafen den Urin zurückhalten sollten. Bettnässen trifft Kinder im Alter von etwa 4 bis 5 Jahren. Bettnässen geschieht unabsichtlich und ahnungslos. Es ist immer wichtig, die Ursache des Leidens zu suchen und die Kinder nicht zu beschuldigen. Man sollte sie sogar unterstützen. Die Ursachen sind oft psychischer Natur. Bettnässen tritt oft in Phasen auf, in denen Kinder eine schwierige Situation haben, wie z.B. die Ankunft eines Geschwisterchens, ein Todesfall, usw.

Nun aber zurück zur Harninkontinenz. Die Ursachen sind sehr vielfältig: Blasenentzündungen, Diabetes, Bluthochdruck, benigne Prostatahyperplasie, usw.

In gewissen Fällen kann man die Harninkontinenz durch die Verabreichung von Medikamenten zur Verminderung des Leidens oder auch zur Behandlung der Ursachen und zur Verbesserung der Lebensqualität des Patienten einsetzen. In anderen Fällen kann man die Muskulatur des Beckenbodens trainieren. Dieses Training ist nach einer Geburt absolut notwendig, da die Geburt die Muskeln schwächt und erschlaffen kann und so eine Harninkontinenz auslöst. Es gibt ebenfalls ein Arsenal von Hilfsmitteln, um die Harninkontinenz Symptome zu lindern: die Einlagen. Diese Einlagen saugen nicht nur den Harn auf, sie vermeiden auch den Geruch. Der Markt für Einlagen weitet sich aus.

Definition

Man nennt die Krankheit Harninkontinenz; d.h. die unfreiwillige Abgabe von Urin. Es trifft ebenso Frauen wie auch Männer, häufiger tritt sie jedoch bei Frauen in einem gewissen Alter auf. Die Harninkontinenz entsteht aufgrund einer Störung des Schliessmechanismus der Blase, insbesondere der regulierende Nerven für die Schliessung. Bei älteren Menschen kann der Muskel erschlaffen. Bei Frauen nach einer Geburt, sind die Beckenbodenmuskeln geschwächt.

Da es verschiedene Ursachen einer Harninkontinenz gibt, kann man auch verschiedene Formen beobachten:

Belastungsinkontinenz

Bei einer Belastungsinkontinenz (Englisch: Stress incontinence) kommt es zu Urinabgaben, wenn der Patient hustet, lacht, niest oder schwere Lasten trägt. Bei einer Belastungsinkontinenz kommt es zu einer Erhöhung des abdominellen Druckes (denken Sie was passiert, wenn Sie husten). Ist zudem der Sphinktermuskel, der die Blase verschliesst, locker oder die Beckenbodenmuskulatur schwach, gibt es Urinverluste, also eine Harninkontinenz. Halten wir fest, dass der Urinverlust nicht während der Nacht oder auch nicht in Ruhephasen geschieht, was zur Unterscheidung zwischen einer Harninkontinenz und Bettnässen führt.

Dranginkontinenz

Bei einer Dranginkontinenz (Englisch: Urge incontinence) hat der Patient keine Kontrolle über das zwingend nötige Wasserlassen. Dies tritt z.B. bei Blasenentzündungen auf (bakteriell oder nicht), bei verschiedenen Erkrankungen, wie Diabetes oder Multipler Sklerose.
Sowohl die Menopause bei der Frau als auch Prostatabeschwerden beim Mann können zu einer verstärkten Dranginkontinenz führen.

Überlaufinkontinenz (Englisch: Overflow incontinence)

Bei dieser Form der Inkontinenz ist die Person nicht fähig, seine Blase vollständig zu entleeren. Es kommt zu häufigen und wiederholten Urinabgaben.

Funktionelle Inkontinenz

Diese Inkontinenz ist charakterisiert durch die funktionelle Unfähigkeit die Toilette aufzusuchen. Die Ursachen können physischer Natur (rheumatische Beschwerden, usw.) oder psychischer Natur (Alzheimer, usw.) sein.

Epidemiologie

In 90% der Fälle sind die Frauen von einer Urininkontinenz betroffen. Die Männer leiden seltener daran. In 9 von 10 Fällen sind die Männer nach einer chirurgischen Intervention betroffen (z.B. nach einer Ablation der Prostata).

Man vermutet, dass die Urininkontinenz zwischen 10 und 25% der Frauen trifft.

Ursachen

Die Urininkontinenz kann in jedem Alter und bei jedem Geschlecht auftreten, wobei es eine Häufigkeit bei Frauen in fortgeschrittenem Alter gibt. Die Ursachen einer Urininkontinenz sind verschieden, je nachdem ob es sich um eine Belastungs- oder Dranginkontinenz handelt.

Belastungsinkontinenz

Ursachen Harinkontinenz

Die Stressinkontinenz tritt vor allem bei Frauen auf. Sie wird durch eine Schwächung und Lockerung der Beckenbodenmuskulatur ausgelöst. Dies ist hauptsächlich kurz nach der Geburt oder bei Frauen, die viele Schwangerschaften hatten, der Fall. Die Hormonänderungen (Verminderung des Östrogens) in der Menopause sind ebenfalls ein Risikofaktor für eine Stressinkontinenz. Die Stressinkontinenz tritt auch bei Menschen, die eine schwere Arbeit hatten, auf. Man findet die Stressinkontinenz bei Menschen, bei denen die Blase oder die Gebärmutter abgesunken ist.

Dranginkontinenz

Eine Dranginkontinenz tritt auf, wenn zwischen den Nerven und der Blase bzw. der Blasenmuskulatur eine Funktionsstörung vorliegt. Die Blase ist hyperaktiv und führt zu einem imperativen Harndrang, obwohl sie noch ganz voll ist. Dies ist bei bestimmten Krankheiten der Fall, wie z.B. bei

Diabetes

Multipler Sklerose

Blasenentzündung

– Tumoren

– Missbildung der Harnwege

– Neuronale Störungen (z.B. Paraplegie)

– Bei älteren Herren, die unter einer benignen Prostatahyperplasie leiden, kann es ebenfalls eine Harninkontinenz geben. Prostatakrebs ist eine andere Ursache für eine Harninkontinenz bei Männern.

Risikopersonen

Die folgenden Menschen haben das grösste Risiko für eine Harninkontinenz:


– Frauen kurz nach der Geburt

– Frauen, die mehrere Schwangerschaften hinter sich haben

– Frauen in der Menopause

– Männer, die unter einer Prostatahyperplasie leiden

– Diabetiker

– Menschen, die unter einer Multiplen Sklerose leiden

– Menschen, die einen Tumor haben

– Menschen mit einem Trauma der Wirbelsäule und unter Paraplegien leiden

– Menschen mit einer Blasenentzündung

– Ältere Menschen

Diese verschiedenen Risikopersonen leiden in Wirklichkeit unter einer sekundären Harninkontinenz aufgrund einer bereits bestehenden Erkrankung oder einem gewissen Zustand (Diabetes, Menopause, MS, usw.). Bei den verschiedenen Leiden, die eine Harninkontinenz verursachen können, kann es zu einer Schwächung des Beckenbodenmuskels kommen, ein Defizit in der Nervenübertragung geben oder eine Störung der Regulation des Sphinktermuskels vorliegen, was alles zu einer unkontrollierten Urinabgabe führt.

Die Harninkontinenz trifft vor allem Frauen. In 10% der Fälle trifft es sogar junge Frauen. Dies ist durch Geburten, häufige Schwangerschaften oder Blasenentzündungen erklärbar.

Mit dem Alter steigt die Anzahl der Fälle von Harninkontinenz und es wird zunehmend ein interessanter Markt.

Symptome

Die Symptome einer Harninkontinenz sind ein häufiger Harndrang oder Miktionsbeschwerden .

Symptome Harninkontinenz

Die Harninkontinenz kann zwei Aspekte aufweisen: ein unaufhörlicher Urinfluss oder ein plötzlich einsetzender Urinfluss, der unkontrollierbar ist und durch eine Überfüllung mit Urin entsteht (insbesondere bei Männern mit einer benignen Prostatahyperplasie).

Wenn der Druck in der Blase wirklich zu gross ist, aufgrund einer Überfüllung mit Urin, gibt es eine Ausdehnung der Blase und ein plötzliches Erschlaffen des Sphinktermuskels, was zu einer unkontrollierten Urinabgabe führt.

Die Symptome einer Harninkontinenz sind

– Ein unaufhörlicher Harndrang, obwohl die Blase nicht voll ist

– Eine Unfähigkeit, die Blase zu kontrollieren

– Eine unaufhörliche Abgabe von Urin, was das Tragen von Einlagen fordert

Früher erkannte man ältere Menschen mit einer Urininkontinenz sofort, da man den unfreiwillig abgegebenen Urin roch, trotz der damals getragenen Einlagen.

Heutzutage sind die Fortschritte der Firmen, die Einlagen herstellen, beachtlich. Die Einlagen für eine Urininkontinenz erlauben nicht nur die bessere Absorption von Urin, sondern vermeidet ebenfalls den Geruch nach Urin. Es ist ein sich ständig entwickelnder Markt.

Diagnostik

Bevor man die Diagnose einer Harninkontinenz stellt, beginnt der Arzt ein paar Fragen zu stellen, er macht eine sogenannte Anamnese. Diese erlaubt dem Arzt, die Ursache festzustellen. Wenn nötig, kann er die zugrunde liegenden Erkrankungen behandeln oder eine adäquate Behandlung bzw. Medikamente verschreiben. Weil man weiss, dass die Harninkontinenz durch Diabetes ausgelöst werden kann, sollte der Arzt nicht nur die Harninkontinenz behandeln, sondern auch der zugrunde liegende Diabetes, der dank der Inkontinenz entdeckt wurde.

Die Ursachen einer Harninkontinenz sind verschieden und abhängig davon, ob es sich um eine Belastungsinkontinenz oder Dranginkontinenz handelt. Es ist notwendig, dass der Arzt die richtigen Fragen stellt und so zur korrekten Diagnose und Behandlung kommt.

Anschliessend kann er weitere Analysen verlangen, insbesondere

– Eine Urinanalyse

– Eine Radiografie der Nieren und der Harnwege

Die Urinanalyse erlaubt dem Arzt, eine vorliegende Urininfektion zu entdecken.

Die Radiografie der Nieren und Harnwege erlaubt es zu wissen, ob eine Prostatahyperplasie oder eine Funktionsstörung der Harnwege vorliegt.

Der Arzt muss sich ebenfalls Gedanken machen zum Unbefangen aufgrund einer Harninkontinenz und der Lebensqualität der Patienten. Er sollte dem Patienten eine bestmögliche Betreuung gewährleisten.

Komplikationen

Es ist von Vorteil, die Harninkontinenz schnellstmöglich zu behandeln, um eine Chronifizierung zu vermeiden. Zudem kann die Diagnose Harninkontinenz weitere zugrunde liegende Krankheiten ans Tageslicht bringen, die man als erste Priorität behandeln muss (z.B. Diabetes, MS; Prostatahyperplasie).

Auch Medikamente und Beckenbodenübungen werden beim Auftreten einer chronischen Harninkontinenz verschrieben.

Die Hauptkomplikation einer Urininkontinenz bleibt physischer Natur. Es ist sehr unangenehm, immer auf der Toilette sitzen zu bleiben oder andauernd hinzurennen oder sogar nass zu werden, wenn in nächster Nähe keine Toilette ist. Man muss ebenfalls das „psychische“ nicht unterschätzen. Eine inkontinente Person könnte sich geschwächt fühlen, da sie keine Kontrolle mehr über ihren Körper hat. Das Schämen gegenüber den Mitmenschen könnte auftreten und schwer zu ertragen sein. Es könnte also auch das Sozialleben der Patienten beeinträchtigen.

Man sollte ebenfalls andere Komplikationen der Harninkontinenz aufzählen, wie das Infektions- und Entzündungsrisiko der Harnwege.

Die medikamentöse Behandlung und andere Massnahmen haben Wirkung gezeigt und können die Leiden lindern, wenn nicht sogar heilen (75% der Patienten) und ihr Leben verbessern.

Behandlungen

Die Behandlung der Urininkontinenz hängt von der Art der Inkontinenz ab. Man behandelt die Belastungs- und Dranginkontinenz nicht gleich.

Der Arzt muss ebenfalls die Lebensqualität des Patienten ebenfalls verbessern, z.B. durch die Wahl des adäquaten Schutzes, der ihn bestärkt.

Es gibt je nach Art der Inkontinenz verschiedene therapeutische Ansätze, seien diese medikamentös oder auch nicht.

Um eine Harninkontinenz zu behandeln, kann der Arzt eine Rehabilitation der Beckenbodenmuskeln oder Medikamente verschreiben.

Die Behandlung der Harninkontinenz muss ebenfalls eine Behandlung der zugrunde liegenden Krankheiten beinhalten (Diabetes, MS, usw.). Der Arzt wird die zwei Erkrankungen parallel behandeln.

Medikamentöse Behandlung


Die Einnahme von Arzneimitteln gegen Harninkontinenz ist vor allem bei Dranginkontinenz angezeigt, doch manche Arzneimittel wirken auch gegen andere Formen der Inkontinenz.

– Anticholinergika. Diese Arzneimittel wirken vor allem bei einer überaktiven Blase und insbesondere gegen Dranginkontinenz. Zu den Anticholinergika zählt man vor allem Trospiumchlorid, Oxybutynin, Tolterodin oder Solifenacin.

– Alphablocker. Sie werden hauptsächlich beim Mann gegen Überlaufinkontinenz eingesetzt. Es handelt sich um einen Beta-3-Adrenozeptor-Agonisten. Zu dieser Arzneimittelfamilie gehören hauptsächlich Tamsulosin, Alfuzosin und Doxazosin.

– Mirabegron, ein Arzneimittel gegen Dranginkontinenz. Es sorgt insbesondere für eine Lockerung der Blasenmuskulatur.

– Flavoxat, das nicht zu den Anticholinergika gehört, ist zur Behandlung einer Dranginkontinenz angezeigt.

– Östrogene in topischer Form. Bei Stressinkontinenz, die nach der Menopause aufgetreten ist, kann der Arzt Östrogenersatzpräparate in topischer Form verordnen (z. B. als Vaginalcreme, Pflaster).

Einlagen bei Harninkontinenz

Der Markt mit Einlagen gegen Inkontinenz nimmt ein riesiges Ausmass an. Heutzutage ist es einfacher, in der grossen Gamme an Einlagen die richtigen Produkte für die verlorene Urinmenge zu finden und dies auch in Abhängigkeit vom Geschlecht und Komfort.

In dieser ganzen Auswahl an Einlagen findet man gegen Harninkontinenz von der dünnsten Einlage bis zur Unterhose alles. Das Ziel ist es, die ganze Urinmenge zu absorbieren und den Geruch zu vermeiden. Es gibt auch speziell für die Männer angepasste Einlagen gegen die Inkontinenz.

Dieser sehr lukrative Markt hat eine Verbesserung durchgemacht und die Lebensqualität stark verbessert.

Die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur ist vor allem bei Frauen nach einer Geburt indiziert oder wenn man viele Geburten hatte.

Spezifische Übungen erlauben es, den Muskel zu stärken und das ungewollte Ablassen von Urin zu vermeiden. Es handelt sich um verschiedene Muskeln, die 5 Sekunden gehalten und anschliessend losgelassen werden.

Bändchen

Es ist ebenfalls möglich, die Harninkontinenz durch den Einsatz eines Bändchens unter der Harnröhre zu verbessern. Dies wird chirurgisch gemacht.

Medizinisches Gerät

Harnröhreneinsatz. Hierbei handelt es sich um ein medizinisches Gerät in Form eines Puffers, das wie ein Verschluss funktioniert, um Urinverlust zu vermeiden.

Pessar. Hierbei handelt es sich um einen Ring, der in die Vagina eingeführt wird. Das Gerät unterstützt die Vorbeugung gegen Blasenschwäche.

Sonstige Methoden 

Abgesehen von den oben erläuterten Möglichkeiten gibt es noch andere Methoden, die die Bekämpfung von Harninkontinenz unterstützen können, wie z. B. die Injektion von Substanzen in die Umgebung der Harnröhre, eine Botoxinjektion im Bereich der Blasenmuskulatur, die Nervenstimulation mithilfe medizinischer Geräte oder auch eine Elektrostimulation durch Einführen von Elektroden in die Vagina oder in das Rektum, mit dem Ziel, die Beckenbodenmuskulatur zu stärken (kann bei Stress- und Dranginkontinenz hilfreich sein).

In bestimmten Fällen von fortgeschrittener Harninkontinenz kann schließlich der operative Eingriff eine effiziente Methode darstellen. Es gibt unterschiedliche Operationsformen.

Anmerkung zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Harninkontinenz (Studie):
Abgesehen vom operativen Eingriff sind die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten, die bei Harninkontinenz zur Verfügung stehen, nicht effizient genug, oder erweisen sich nur bei einer zu geringen Patientenanzahl als wirksam. Dies zeigte eine schwedische Studie, die vor allem von der Sahlgrenska Academy durchgeführt wurde. Prof. Ian Milsom und sein Team gelangten zu diesen Schlussfolgerungen, nachdem sie Tausende von Artikeln und Dokumenten über Harn- und Stuhlinkontinenz, die zwischen 2005 und 2015 veröffentlicht worden waren, studiert hatten.
In der Behandlung von Blasen- und Darmschwäche hat sich der operative Eingriff mit einer Erfolgsrate von 82 % als mit Abstand beste Methode erwiesen, gefolgt von Übungen zur Stärkung der Bauchmuskulatur mit 52 % und von Arzneimitteln mit einer Erfolgsrate von 49 %. Prof. Milsom, der sich in einer Mitteilung zur Studie äußerte, kritisiert vor allem die unzureichende Wirkung der Antimuskarinika, die bei Blasenschwäche angezeigt sind.
Diese Studie wurde am 24. März 2017 in der Fachzeitschrift BMC Medicine veröffentlicht.

Gute Ratschläge

Es ist wichtig, dass Menschen mit einer Harninkontinenz offen mit Ihrem Arzt sprechen und sich nicht genieren. Man sollte möglichst schnell eine Behandlung starten, um Komplikationen zu vermeiden.

Auch wenn die Inkontinenz vor allem bei älteren Menschen auftritt, muss man damit nicht leben. Man kann mit den Ärzten darüber sprechen und eine adäquate Behandlung finden.

Die Einlagen gibt es von verschiedenen Marken und in verschiedenen Grössen. Man sollte nicht zögern, den Apotheker um Rat zu fragen, der Ihnen verschiedene Einlagen zeigen und Ihnen Muster mitgeben kann. Somit können Sie es in Ruhe ausprobieren.

Die Einlagen können ebenfalls durch die Krankenkassen bezahlt werden. Informieren Sie sich bei den Krankenkassen, wie gross der jährliche Betrag ist, der von der Krankenkasse erstattet wird. Anschliessend können Sie sich die Einlagen von Ihrem Arzt verschreiben lassen.

Es gibt keinen Grund, sich für eine Inkontinenz zu schämen. Die aktuellen Einlagen sind sehr diskret und wirkungsvoll und verbessern die Lebensqualität der Patienten.

Nebst der Behandlung der Inkontinenz sollte man auch gewisse Gewohnheiten korrigieren, wie die Sesshaftigkeit, Übergewicht, das übermässige Trinken vor dem Schlafengehen oder die Konsumation von Koffein (Kaffee, Tee). Koffein wirkt diuretisch.

Vorbeugung

Da die Harninkontinenz bei Frauen oft ein Problem ist wird empfohlen, ein Beckenbodentraining zu machen. Unabhängig davon ob man Kinder hatte oder nicht.

Die Übungen funktionieren folgendermassen:

– Wahrnehmen, dass diese Muskeln existieren. Dabei reicht es aus, bei der Miktion (beim Urinlassen) den Urinstrahl zu stoppen.

– Kontraktieren Sie die Muskeln 5 Sekunden, lassen Sie sie 5 Sekunden gehen und ziehen Sie sie wieder zusammen. Halten wir fest, dass es sich weder um die Gesäss- noch um die Bauchmuskeln handelt, sondern um die Beckenbodenmuskeln.


– Ziehen Sie die Beckenbodenmuskeln 10 Mal ganz schnell zusammen

– Kontraktieren Sie die Muskeln progressiv

– Stossen Sie die Vagina, wie wenn Sie sich entleeren möchten

Eine andere Art von Übungen, die sogenannten Kegel Übungen, stärken ebenfalls die Beckenbodenmuskeln.

Man zieht die Muskeln zusammen, hält dies so 3 Sekunden lang und lässt sie wieder los. Anschliessend muss man dies 15 Mal wiederholen. Ideal ist es, diese Übung 3 Mal pro Tag zu machen und dies während 3 Tagen pro Woche.

Halten wir fest, dass es möglich ist, nach der Schwangerschaft Beckenboden Kurse zu besuchen.

Man sollte ebenfalls einer Harninkontinenz vorbeugen,

– Vermeiden Sie Getränke, die das Wasserlassen stimulieren wie z.B. Tee oder Kaffee

– Die Blase zu dehnen, indem man abends zu viel trinkt. Das Trinken, insbesondere Wasser, sollte vorzugsweise während dem Tag geschehen.

Wie übersetzt man Harninkontinenz in andere Sprachen?
  • Englisch: urinary incontinence
  • Französisch: incontinence urinaire
  • Italienisch: incontinenza urinaria 
  • Portugiesisch: incontinência urinária
  • Spanisch: incontinencia urinaria
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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 09.10.2018 verändert.