Herpes Zoster (Gürtelrose)

Definition

Definition _herpes_zosterHerpes Zoster (Gürtelrose) ist eine virale Infektion, die durch eine Reaktivierung der Varizellen (Windpocken) verursacht wird.
Der Ausschlag tritt in der Regel vor allem im Bereich des Thorax auf. Dabei nimmt der Ausschlag die Form eines Gürtels an (Zona=Gürtel).
Es handelt sich hierbei um eine Krankheit, die vor allem ältere Menschen (ab dem 60. Lebensjahr) und Personen mit geschwächtem Immunsystem betrifft.
Bei Herpes Zoster handelt es sich um eine häufige Erkrankung. Ein Grund dafür ist, dass ein Großteil der Bevölkerung über Variezellen (Windpocken) verfügt. Eine Reaktivierung ist daher jederzeit möglich.


Wir weisen daraufhin, dass in bestimmten Fällen auch Kinder von Herpes Zoster betroffen sein können. Die Krankheit kann ohne eine vorherige Windpocken-Erkrankung erfolgen. Dadurch erhält das Kind eine Immunisierung gegen die Windpocken.

Es ist möglich, öfter als einmal im Leben an Gürtelrose zu erkranken. Auch wenn dies nicht sehr häufig vorkommt, sind bestimmte Personen ein paar Jahre nach der ersten Erkrankung erneut betroffen.

Epidemiologie

In den USA schätzt man die pro Jahr von Gürtelrose (auf Englisch shingles) betroffenen Amerikaner auf ungefähr 1 Million. Dies geht aus einem Artikel hervor, der 2015 von der Mayo Klinik veröffentlicht wurde. Beinahe ein Drittel der Amerikaner erkranken im Lauf ihres Lebens an Gürtelrose, wie aus den Hochrechnungen des American College of Cardiology vom Juli 2017 hervorgeht.

Etwa 90 % der Betroffenen hatten als Kind Windpocken. Von dieser Bevölkerungsgruppe erkranken 20 % im Lauf ihres Lebens an Gürtelrose. Manche Quellen sprechen sogar von ungefähr 30 %, wie ein Artikel, der im Oktober 2017 im maßgeblichen, amerikanischen Universalmedium CBSNews.com anlässlich der Markteinführung des neuen Impfstoffes (Shingrix®) gegen Gürtelrose in den USA veröffentlicht wurde, hervorhebt.

Ein Drittel der Gürtelrose-Patienten über 60 leiden an einer postherpetischen Neuralgie (sehr starke Schmerzen). Ab 70 Jahren steigt dieser Anteil (der Patienten mit postherpetischer Neuralgie) sogar auf 50 %. Doch auch in diesem Fall wird von bestimmten Quellen, wie auch in eben diesem Artikel aus CBSNews, eher die postherpetische Neuralgie, die bei 10 bis 20 % der Gürtelrose-Patienten auftritt, ausgewertet.

Ursachen

Herpes Zoster ist eine Krankheit, die durch ein DNA-Virus namens Varicella-Zoster (VZV) verursacht wird. Um an dieser Krankheit zu erkranken, muss der Patient in der Kindheit mit dem Windpocken-Erreger in Kontakt gekommen sein.

Es handelt sich hierbei um eine Reaktivierung des Windpocken-Virus. Das Virus wandert an den Nervenbahnen entlang, und bleibt in einem Inaktiven Modus. Man muss wissen, dass das Gürtelrose-Virus nicht durch ein Tier übertragen werden kann, sondern nur von Mensch zu Mensch.

Ursachen_herpes_zoster

Folgende Ursachen können für eine Reaktivierung mitverantwortlich sein:

Stress

– Starkes Sonnenlicht (am Strand, in den Bergen, etc.).

– Ernsthafte gesundheitliche Problem

– Eine Anfälligkeit des Immunsystems, vor allem bei Personen, die unter Erkrankungen des Immunsystems leiden (z.B. Aids).

Risikogruppen

Folgende Personen zählen zu den Risikogruppen einer Herpes-Zoster-Erkrankung:

– Personen die älter als 50 Jahre sind, gewisse Spezialisten vermuten, dass alle älteren Menschen über 85 Jahren, einmal in ihrem Leben unter Gürtelrose leiden werden. ;

Risikogruppen_herpes_zoster

– Menschen mit einem anfälligen Immunsystem. In dieser Gruppe findet man z.B. HIV/Aids Patienten, Menschen mit einer Chemotherapie gegen Krebs und alle Menschen, die unter einer Immunkrankheit leiden;

– Menschen, die Medikamente wie Kortikosteroide oder Immunsuppressiva verwenden.

Bitte beachten Sie, dass für eine Erkrankung eine Infektion mit Variezellen (Windpocken) in der Kindheit notwendig ist.

– Asthmatiker. Eine Studie der Mayo Clinic (USA), die Ende 2015 veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass das Gürtelrose-Risiko bei Asthmatikern um 70 % höher ist als bei Personen, die nicht von Asthma betroffen sind. Diese Studie wurde in der Fachzeitschrift Journal of Allergy and Clinical Immunology (JACI) veröffentlicht.

Symptome

Wir unterscheiden insgesamt drei verschienden Phasen bei einer akuten Herpes Zoster:

Ansteckung

In der ersten Woche der Ansteckung geht eine direkt Ansteckungsgefahr durch den Patienten aus. Es handelt sich hierbei um die akute Phase der Krankheit (wenn die Bläschen auftreten).

Der Patient überträgt jedoch nicht Herpes Zoster, sondern die Windpocken (Varizellen-Virus). Schwangere Frauen, die noch nie an den Windpocken erkrankt sind, sollten besonders vorsichtig sein und sich nicht Menschen mit Herpes Zoster (während der akuten Phase) nähern. Lesen Sie auch Komplikationen der Windpocken bei Schwangeren Frauen.

1.Prodromalphase – Vor dem Auftreten des Ausschlages

In der ersten Phase können folgende Symptome von Herpes Zoster auftreten:

– Schmerzen, Kribbeln, Brennender Schmerz der Neven (z.B. ein Nerv entlang des Thorax-Bereiches). Die Symptome treten in einer lokalisierten Region am Körper auf.

– Manchmal kann es zu leichtem Fieber und Magen-Darm-Symptomen kommen.

2. Akute Phase – Während des Ausschlages

Während der akuten Phase oder dem Hautausschlag werden folgende Symptome beobachtet:


– Nach etwa 2 bis 3 Tagen entwickeln sich kleine Bläschen auf einem roten Untergrund. Dieser Ausschlag bildet sich nur an bestimmten Körperstellen. Am Anfang handelt es sich um eine helle Flüssigkeit der Bläschen, die sich jedoch nach ein paar Tagen verdunkelt. Darauffolgend bilden die Bläschen eine Kruste und fallen schließlich ab. Bis dieser Zyklus abgeschlossen ist, können 2 bis 4 Wochen vergehen.

Der Ausschlag tritt in der Regel vor allem im Bereich des Thorax auf. Dabei nimmt der Ausschlag die Form eines Gürtels an (Zona bedeutet im altgriechischen Gürtel). Herpes Zoster kann ebenfalls auf der Stirn, den Wangen, dem Gesicht, den Ohren (Zoster oticus), oder um den Augenbereich (Ophthalmologie-Bereich) auftreten.

Die von der Gürtelrose am meisten betroffenen Zonen und Regionen, sind die Regionen am Thorax (53% der Fälle), zervikal (20%), Trigeminus (15%) und die lumbosakrale Region (11%). Bei schwer immundeprimierten Patienten, wie bei HIV/Aids Patienten, kann die betroffene Region diffus erscheinen.

– Starke Schmerzen, die manchmal unerträglich Schmerzen in der Region des Hautausschlages auftreten.

3. Post-Zoster-Neuralgie – Nach dem Ausschlag – Komplikationen Herpes Zoster

In manchen Fällen kann Herpes Zoster zu Komplikationen führen. Wir sprechen von einer Post-Zoster-Neuralgie oder Post-Zoster-Schmerz (Zoster=Gürtelrose). Bei dieser Neuralgie (Schmerzen im Bereich der Nerven) handelt es sich um eine ernsthafte Komplikation. Diese dauert mindestens 1 Monat oder mehrere Monate an. Die Komplikation stellt sich als problematisch bei älteren Menschen dar.

Nachfolgend finden Sie die typischen Symptome einer Post-Zoster-Neuralgie:

– Schmerzen, Brennen, Verbrennung in dem Bereich wo sich der Ausschlag befindet.

– Permanente Schmerzen

– Starkes Berührungsempfindlichkeit Diese Komplikationen der Krankheit können tägliches wie z.B. Schlafen oder Essen erschweren, und in einigen Fällen sogar zu Depressionen führen. Es ist anzumerken, dass bei einer rechtzeitigen Behandlung die Chancen einer Heilung der Krankheit ohne Komplikationen zu erreichen ist.

Allgemeiner Hinweis

Wir stellen in manchen Fällen fest, dass die Symptome bei Herpes Zoster manchmal mit denen einer gewöhnlichen Herpes-Erkrankung (andere virale Infektion) oder einer Appendizitis verwechselt werden können.

Diagnose

Die Diagnose einer Erkrankung mit Herpes Zoster (Gürtelrose) ergibt sich durch die Anamnese (Krankheitsgeschichte) des Patienten. Sie kann ebenfalls durch die durch die charakteristischen Symptome gestellt werden. In einzelnen Fällen muss ein Erregernachweis erfolgen. Dies ist speziell der Fall, wenn die Symptome nicht eindeutig sind.

Labortests, die die Identifikation des Virus erlauben, sind das PCR, ELISA oder die Immunfluoreszenz.

Komplikationen

Die Komplikationen bei einer Herpes Zoster Erkrankung können sich als schwerwiegend darstellen. Besonders im Falle eines Herpes Zoster Ophthalmicus, da Risiken für die Hornhaut,- Netzhaut,- Nerven, etc. bestehen. In diesem Fall muss umgehend ein Arzt konsultiert werden.

Herpes Zoster kann ebenfalls zu einer Post-Zoster-Neuralgie führen, welche starke Nervenschmerzen hervorruft. Es handelt sich hierbei um einen tief drückenden oder brennenden Schmerz.

– Erhöhung des Schlaganfall- und Herzinfarktrisikos. Eine im Dezember 2015 veröffentlichte Studie hat nachgewiesen, dass Gürtelrose-Patienten ein um 2,4 % höheres Schlaganfallrisiko und ein um 1,7 % höheres Herzinfarktrisiko aufweisen. Diese Studie wurde vor allem von Caroline Minassian an der London School of Hygiene & Tropical Medicine durchgeführt. Die Forscher analysierten die Daten von mehr als 67’000 Patienten, die gleichzeitig von Gürtelrose und Herzinfarkt oder Schlaganfall betroffen waren. Das Schlaganfall- oder Herzinfarktrisiko war in der Woche nach der Gürtelrose-Diagnose besonders erhöht. Diese Angaben stammen aus der amerikanischen Datenbank Medicare. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Public Library of Science (PLOS) Journal veröffentlicht. Eine Studie (auf Englisch research letter), die am 3. Juli 2017 im Wissenschaftsmagazin Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht wurde, hat außerdem gezeigt, dass Gürtelrose das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko erhöht. Im Rahmen dieser Studie aus dem Jahr 2017 wurden zwischen 2003 und 2013 insgesamt 519’880 Patienten begleitet, und während dieses Zeitraums waren 23’233 Fälle von Gürtelrose zu verzeichnen. Die Forscher haben herausgefunden, dass Gürtelrose das Komplikationsrisiko, insbesondere in Bezug auf kardiovaskuläre Erkrankungen, erhöht. Die Anzahl der Schlaganfälle stieg um 35 % und die Anzahl der Herzinfarkte um 59 %. Forscher des Asan Medical Center in Seoul, Südkorea, wirkten an dieser Studie von 2017 mit.

Wann zum Arzt?

Wir empfehlen jeden Patienten umgehend einen Arzt bei Verdacht einer Herpes Zoster Erkrankung zu konsultieren.

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Es ist äußerst wichtig schnellstmöglich mit einer antiviralen Behandlung zu beginnen, um die maximale Wirkung zu erreichen.

Wenn Herpes Zoster den Augenbereich betrifft oder starke Schmerzen auftreten, handelt es sich um einen medizinischen Notfall.

Behandlung

Im Falle einer Erkrankung von Herpes Zoster, ist es äußerst wichtig schnellstmöglich mit der Behandlung zu beginnen. Am optimalsten ist die Behandlung bereits nach den ersten drei Tagen der ersten Anzeichen. Diese Maßnahme hilft dabei Komplikationen zu vermeiden, die häufig bei Personen über 50 Jahre auftreten.

Nachfolgend finden Sie alle Behandlungsformen, die vom behandelnden Arzt verordnet werden können. Diese Behandlungen sind wirksam gegen Herpes Zoster und die eventuell auftretenden Komplikationen (z.B. Post-Zoster-Neuralgie).

Behandlungen bei einer Erkrankung von Herpes Zoster

Behandlung_herpes_zoster– Gegen die Schmerzen, Antalgische Mittel wie z.B. Paracetamol, NSAIDs (Asperin, Ibuprofen,…), Schmerzmittel wie Morphinderivate.

– Um die Vermehrung der Viren zu verhindern und die Schmerzen zu lindern: aciclovir, valaciclovir, famciclovir, brivudin, etc.

– Zur Vermeidung von Schmerzen und Reduzierung der Dauer der Symptome: steroide.

– Eventuelle Antibiotika in topischer Form (Creme,…) um eine bakterielle Superinfektion zu verhindern.

Mögliche Behandlungsformen im Falle von Komplikationen (z.B. Post-Zoster-Neuralgie) bei Herpes Zoster

Die üblichen Medikamente sind in der Regel Anti-Schmerz-Mittel:

– Paracetamol oder NSAR (Ibuprofen, Asperin, etc.)

– Trizyklisches Antidepressivum (wie z.B. Amitriptylin)

– Lokalanästhetika (Medikamente oder Pflaster auf der Basis von Lidocain)

– Medikamente gegen Epilepsie (z.B. Gabapentin)

– Kortikosteroide (z.B. Prednison)

– Opiode (Codein, Morphin,…)

TNF-Blocker (Arzneimittel, die den TNF hemmen)
In einer Studie, die 2017 veröffentlicht wurde, fand ein Team aus brasilianischen Forschern der Universität von São Paulo (USP) heraus, dass der TNF (Tumornekrosefaktor), ein Molekül, das als Entzündungsmediator wirkt, möglicherweise eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Herpes zoster (Gürtelrose) und insbesondere beim Auftreten neuropathischer Schmerzen (postherpetische Neuralgie) spielt. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit deuten darauf hin, dass Therapiemethoden, die in der Lage sind, die Aktivität des TNF zu hemmen, gezielter und effizienter wirken könnten als gegenwärtig eingesetzte Arzneimittel, wie z. B. Kortikoide. Als Tiermodell für diese Studie dienten Mäuse. Deshalb wurde der Herpes-Simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) eingesetzt, da Mäuse nicht mit dem Herpes-Zoster-Virus infiziert werden können. Die Wissenschaftler der USP belegen mit Daten aus der wissenschaftlichen Literatur, dass der Einsatz von TNF-Blockern zur Behandlung chronischer Entzündungskrankheiten, wie z. B. rheumatoide Arthritis, das Risiko einer postherpetischen Neuralgie verringert. Diese Studie wurde am 2. Juni 2017 im Wissenschaftsmagazin The Journal of Neuroscience veröffentlicht (Referenz – DOI: https://doi.org/10.1523/JNEUROSCI.2233-16.2017).

Heilpflanzen

Im Falle einer Erkrankung von Herpes Zoster, muss ein Arzt konsultiert werden. In der Regel erfolgt eine medikamentöse Behandlung (Virostatika). Heilpflanzen können jedoch dazu dienen die Schmerze zu lindern, die durch die Erkrankung entstehen.

Cayennepfeffer, welcher in Form von Creme oder einem Pflaster verwendet werden kann.

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Aloe Vera, welches als Gel eingesetzt wird,   um die Schmerzen zu lindern.

Wir stellen außerdem fest, dass Umschläge aus Lehm zur Behandlung von Herpes Zoster dienen. Probieren Sie es selbst aus: natürliche Medikamente gegen Herpes Zoster.

Ätherische Öle

Verdünnen Sie in einem Suppenlöffel Alkohol bei 45 Grad Celsius, 5 Tropfen von folgenden ätherischen Ölen: Zitrone, Zypresse, Basilikum, Geranium, Lavendel, Rosmarin, Salbei und Thymian. Tränken Sie mit dieser Mischung eine Kompresse und tragen Sie sie 3x täglich während 10 Minuten auf die Bläschen auf.

Bemerkung: diese Behandlung sollte bei Schmerzbeginn sofort gestartet werden: Schmerzen und Fieber verschwinden so normalerweise innerhalb von 24 Stunden. Führen Sie die Behandlung nach der Heilung einige Tage fort, um einen Rückfall zu vermeiden.

Ratschläge

Ratschlaege_herpes_zosterEs ist äußerst wichtig beim Verdacht auf Herpes Zoster, eine Behandlung zu beginnen und schnellstmöglich einen Arzt zu konsultieren.  Je früher mit der Behandlung begonnen wird, umso besser sind die Chancen einer Heilung ohne das Auftreten von gravierenden Komplikationen.

– Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte. Dies kann mit dem Konsum von Vitamin C erfolgen.

– Vermeiden Sie Stress. Dies ist nämlich einer der Auslöser für Herpes Zoster. Zur Vorbeugung können Anti-Stress-Kurse durchgeführt werden. Diese können zur Stressreduzierung beitragen, und somit eine Entwicklung von Herpes Zoster verhindern.


– Wenn Sie an Herpes zoster leiden, sollten Sie unbedingt jeglichen Kontakt mit Schwangeren Frauen oder immungeschwächten Personen vermeiden, die nicht an den Windpocken erkrankt waren. Die Windpocken können zur Missbildung des Fötus und im Allgemeinen zu gesundheitlichen Problemen führen.

– Beim Auftreten vom starken Juckreiz (z.B. während einer akuten Phase von Herpes Zoster), welcher Schlafstörungen hervorruft, kann ein H1-Antihistaminika verwendet werden. Dieses ist frei erhältlich in der Apotheke und kann als Ergänzung zur traditionellen Behandlung eingenommen werden.

Vorbeugung (Prävention)

Impfung gegen Gürtelrose
– Eine Präventionsmethode gegen Gürtelrose besteht in der Impfung oder in der Einnahme vorbeugender Medikamente auf Aciclovir-Basis bzw. in der Immuntherapie.

Anmerkungen zur Gürtelrose-Impfung
– Mit dem derzeit verfügbaren Impfstoff geht man davon aus, dass die Immunität etwa 5 Jahre anhält. Häufig wird eine Auffrischung empfohlen.
– Der Impfstoff enthält lebende Viren und ist deshalb relativ teuer.
– Ein Mensch, der schon einmal von Gürtelrose betroffen war, ist immun und benötigt keine Impfung.
– Zwischen 2016 und 2017 wird auf den amerikanischen und europäischen Märkten ein neuer Impfstoff erwartet (Stand Juni 2016). Dieser Impfstoff soll keine lebenden Viren mehr enthalten, sondern ein Protein des Virus. Dies dürfte eine Produktion in großen Mengen und einen niedrigeren Preis im Vergleich zum derzeit verfügbaren Impfstoff ermöglichen.
– Eine groß angelegte Studie mit der Bezeichnung „Shingles Prevention Study“, die an 957 Gürtelrose-Patienten durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass die Impfung einen Rückgang der charakteristischen Gürtelrose-Schmerzen um 62 % sowie einen Rückgang der postherpetischen Neuralgien um 67 % bewirkt.

Bestandsaufnahme der Impfung weltweit
– In den USA wird Menschen über 60 Jahren die Impfung gegen Gürtelrose von den Gesundheitsbehörden, wie z. B. vom U. S. Centers for Disease Control and Prevention, empfohlen. Seit Oktober 2017 gibt es auf dem amerikanischen Markt zwei Impfstoffe: Zostavax® und Shingrix®. Shingrix® erhielt im Oktober 2017 von der Food and Drug Administration (FDA) die Marktzulassung als Impfostoff gegen Gürtelrose.
– In der Schweiz empfiehlt der Bund (die Eidgenossenschaft ?) seit Ende November 2017 die Impfung gegen Gürtelrose grundsätzlich für die Lebensphase zwischen 65 und 79 Jahren, bzw. zwischen 50 und 79 Jahren, wenn in naher Zukunft eine Behandlung mit Immunsuppressiva bevorsteht. Der Impfstoff gegen Gürtelrose heißt Zostavax®. Die schweizerischen Behörden sind der Ansicht, dass die Anwendung des Impfstoffs gegen Windpocken (Varilrix®) zur Vorbeugung gegen Gürtelrose keinen Sinn macht, da seine Viruskonzentration für Gürtelrose-Prävention nicht ausreicht.
– In Frankreich ist der Impfstoff gegen Gürtelrose (Zostavax®) seit 2015 in der Apotheke erhältlich. Ab 65 Jahren werden die Kosten des Impfstoffes von der staatlichen Krankenversicherung erstattet.

Anmerkung zur Impfung:
Der Impfstoff gegen Windpocken besitzt nicht dieselbe Wirksamkeit wie der Impfstoff gegen Gürtelrose. Nach den Angaben der Mayo Clinic verringert er jedoch das Risiko, von Komplikationen und schweren Symptomen der Gürtelrose betroffen zu sein.

Referenzen & Quellen:
Centers for Disease Control & PreventionPublic Library of Science (PLOS) JournalMayo Clinic, Le Figaro (Angaben zu Frankreich), The Journal of Neuroscience veröffentlicht (DOI: https://doi.org/10.1523/JNEUROSCI.2233-16.2017), American College of Cardiology.

Bilder:
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Wie übersetzt man Herpes Zoster in andere Sprachen ?
  • Englisch: shingles
  • Französisch: Herpès zoster – Zona
  • Italienisch: herpes zoster
  • Portugiesisch: herpes zoster – cobreiro
  • Spanisch: tejas
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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 09.10.2018 verändert.