Hirntumor

Definition

Definition_hirntumorBei Hirntumoren handelt es sich um eine schwerwiegende Erkrankung im Schädelbereich. Hirntumore werden durch eine extrem schnelle Vermehrung der Nervenzellen verursacht. Es existieren gutartige und bösartige Hirntumore. Nachfolgend finden Sie die unterschiedlichen Arten von Hirntumoren aufgelistete:


Gliome

Bei Gliomen handelt es sich um Tumore des Zentralennervensystems. In der Regel entwickeln sie sich aus dem Astrozytom (Astrozyten), Epdenymom (Ependymzellen) oder Oligodendrogliom (Oligodendrozyten).

Schwannome

Es handelt sich hierbei um einen gutartigen und langsam wachsenden Tumor, welcher vom peripheren Nervensystem ausgeht.

Meningeome

Bei dieser Art handelt es sich in der Regel um einen gutartigen Tumor, welcher langsam wächst. Dieser entsteht an den Häuten des Gehirns oder am Rückenmark.

Medulloblastom

Es handelt es sich um einen bösartigen Tumor, welche im Kleinhirn auftritt.

Hämangioblastom

Dieser Tumor kann vor allem junge Menschen betreffen, und tritt im zentralen Nervensystem auf.

Kraniopharygeom

Es handelt sich um einen seltenen Tumor, welcher im Bereich des Hirnstamms, Hypothalamus und in der Region der Hypophyse auftreten.

Es existieren andere Tumorarten, welche sich in den unterschiedlichen Regionen des Gehirns entwickeln können. Nachfolgend finden Sie eine Abbildung:

Epidemiologie

Bei Gliomen handelt es sich um die häufigsten Tumore. Sie machen etwa 50% der Fälle aus. Zu den zweithäufigsten Tumorarten zählen die Menigeome. Es handelt es sich meistens um gutartige Tumore, welche circa 25% Fälle ausmacht. Sie treten häufig bei Frauen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf.

Der Tumor Medulloblastom ist für etwa 50 – 20% der Tumorentwicklung bei Kindern verantwortlich. Kraniopharyngeomen sind seltene Tumore, welche bei etwa 6 – 9% der Fälle auftritt. Sie können auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auftreten. In der Regel handelt es sich um einen gutartigen Tumor, welcher sich allerdings bösartig entwickeln kann.

Hämingioblastome sind für ungefähr 2% der Erkrankungen verantwortlich. Andere seltene auftretende Tumore sind beispielsweise Tumore in der Zirbeldrüse.

Obwohl Tumore selten auftreten, handelt es sich bei Hirntumoren um die zweithäufigste Krebserkrankung bei pädiatrischen Patienten (0 – 18 Jahre). Studien haben belegt, dass sich weltweit eine erhöhte Inzidenz von Hirntumoren aller Altersklassen entwickelt hat.

Ursachen

Die Ursachen für die Entwicklung eines Hirntumors können durch die Veränderung der DNA-Zellen verursacht werden. Wie bei anderen Krebsarten sind die spezifischen Ursachen für die Entstehung noch nicht vollständig bekannt. Nachfolgend finden Sie einige Risikofaktoren für die Entwicklung eines Hirntumors aufgelistet:

– Erbliche Faktoren: Die Familiengeschichte spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung eines Hirntumors.

– Alter: Bei älteren Menschen besteht ein höheres Risiko für die Entstehung eines Hirntumors. Jedoch können Hirntumore Patienten jeden Alters betreffen. Einige Tumore wie z.B. Medulloblastom, Retinoblastom oder Kraniopharyngeom können häufig bei Kindern auftreten.

-Immunsystem des Patienten: Einige Hirntumore können bei Patienten auftreten, die unter einem geschwächten Immunsystem leiden.

– Herkunft: Die meisten Tumore treten bei weißen Menschen auf. Eine Ausnahme stellen die Menigeome dar, von den mehr farbige Menschen betroffen sind.

– Exposition gegenüber Strahlung und Chemikalien: Menschen, die mit ionisierender Strahlung oder bestimmten Chemikalien ausgesetzt waren, haben ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Hirntumors.

Eine weitere Ursache für die Entstehung von Hirntumoren ist die Metastasierung von Tumoren, welche sich in anderen Organen gebildet haben. Zu den häufigsten Arten zählen u.a. Tumore in der Brust-, Niere-, Darm und der Lunge.

Risikogruppen

Bei einem Hirntumor handelt es sich um eine Krankheit, die jede Person betreffen kann und in jedem Alter auftreten kann. Es existieren jedoch einige Risikogruppen, bei denen eine höhere Wahrscheinlich für die Entstehung der Krankheit besteht. Dazu zählen unter anderem Menschen mit erblich genetischen Faktoren oder Personen, bei denen ein Hirntumor bereits in der Familie aufgetreten ist.

Kindern sind eher von bestimmten Tumorarten betroffen. Menschen, welche mit ionisierender Strahlung ausgesetzt sind oder in Kontakt mit chemischen Karzinogenen standen, können ebenfalls an einem Hirntumor entwickeln.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass auch wie bei anderen Tumorarten, die Gene und Umweltfaktoren mit der Entstehung des Krebses verbunden sind. Wenn Sie zu den Risikogruppen gehören oder entsprechende Krankheitssymptome aufweisen, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren.

Symptome

Die Symptome eines Hirntumors sind ganz abhängig von der Art des Tumors und dem Grad der Verletzung des Hirngewebes. Einige allgemeine Symptome bei einem Hirntumor sind:

Kopfschmerzen, die meist stark und konstant sind;

Übelkeit und Erbrechen, die ohne eindeutige Ursachen entstehen;

– Visuelle Probleme wie z.B. Sehstörungen, Auftreten von doppelten Bildern und der Verlust des peripheren Sehens;

– Verlust des Empfindungssinnes für die Bewegung der Arme und Beine;

– Balanceschwierigkeiten;

– Sprechstörungen;

– Schwerhörigkeit;

– Verwirrtheitszustand, Veränderungen der Persönlichkeit und Konzentrationsstörungen;

– Epilepsieanfälle.

Weitere spezifische Symptome sind abhängig von der Lokalisation des Tumors. Es kann unter anderem zum Verlust des Geruchsinnes (wenn sich der Tumor im Frontlappenbefindet), das Vergessen von Wörtern (Temporallappen), hormonellen Problemen (Tumor in der Hypophyse) oder zu Schluckbeschweren kommen.

Diagnose

Die Diagnose eines Hirntumors erfolgt in der Regel als erstes durch eine neurologische Untersuchung. Bei der neurologischen Untersuchung werden unter anderem Veränderungen im Seh-und Hörvermögen sowie dem Gleichgewichtssinn, Bewegungen, Reflexe und Koordination geprüft. Der behandelnde Arzt kann ebenfalls folgende Tests anordnen, um etwaige Änderungen des Gehirngewebes zu überprüfen. Zu diesen Tests zählen:

– In der Regel erfolgt die Untersuchung mit Hilfe einer Kernspintomographie (MRT), Computertomographie (CT) oder einer Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Röntgenaufnahmen des Schädels sind nicht hilfreich für die Detektion von Tumoren.

– In diesem Fall kann der Arzt eine Ganzkörper-Computertomographie-Scan (CT) durchführen, um zu sehen, wo genau der Tumor im Körper entstanden ist.

– Biopsie: Bei diesem Verfahren wird ein Teil des Hirngewebes chirurgisch entfernt. Dadurch kann der behandelnde Arzt feststellen, ob es sich um einen gutartigen- oder bösartigen Tumor handelt. Gewöhnlich werden kleine Nadeln verwendet, bei denen kleine Teile der Tumormasse entnommen werden.

Komplikationen

Ein Hirntumor verursacht nicht nur Symptome im Gehirn, sonder auch in anderen Körperregionen. Einige dieser Komplikationen können sein:

– Schwächegefühl, Schwierigkeiten mit der Bewegung der Gliedmaßen und Verlust des Gleichgewichtsinnes;

– Optische Veränderungen und Hörverlust;

Kopfschmerzen, welche durch den Tumor selbst oder durch die Erhöhung des Druckes im Gehirn verursacht werden;


– Psychiatrische Erkrankungen wie beispielsweise die Veränderung der Persönlichkeit.

Wenn der Hirntumor bestimmte Regionen erreicht, wie z.B. die Hypophyse, kann dies hormonelle Komplikationen verursachen.

Behandlung

Die Behandlung eines Hirntumors ist ganz abhängig von der Art und Lokalisation des Tumors. Folgende 3 Behandlungen können angewendet werden:

Chirurgie

Die Chirurgie ist ganz abhängig von der Größe und Lokalisation des Tumors. Einige Tumore sind kleiner und somit leichter vom umliegenden Gewebe zu trennen, so dass dies eine Chirurgie ermöglicht. Allerdings befinden sich einige Tumore in sehr sensiblen Regionen des Gehirns, wodurch sich die Chirurgie als kompliziert und Gefährlich darstellt.


Strahlentherapie

Bei einer Strahlentherapie wird der Tumor bestrahlt, um die Krebszellen abzutöten. Die Bestrahlung kann speziell bei einem Hirntumor täglich erfolgen.

Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung ist eine stereotaktische Radiochirurgie. Es handelt sich in diesem Fall um keine richtige Chirurgie. Die Strahlen werden spezifisch an den Tumor gerichtet, damit das umliegende Gewebe nicht bestrahlt wird.

Die Brachytherapie ist eine weitere Behandlungsform, bei welcher der Tumor direkt bestrahlt wird. Die Behandlung kann in Kombination mit anderen Behandlungsformen erfolgen.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie wird angewandt, um die Krebszellen im Gehirn abzutöten. Die Behandlung kann in Kombination mit einer Strahlentherapie oder einer Chirurgie erfolgen.

Das Medikament Bevacizumab wird für die Behandlung eines Hirntumors verwendet. Es handelt sich um Medikament, welches spezifisch auf die abnormalen Zellen wirkt und die Tumormasse verringert. Dichloracetat (DCA) ist ein Medikament, welches vor kurzer Zeit Wirksamkeit gegen einen Hirntumor gezeigt hat. Es wird vor allem bei Kindern eingesetzt.

Nebenwirkungen durch Behandlungen eines Hirntumors

Behandlungen gegen Krebs können viele Nebenwirkungen zur Folge haben. Bei einer chirurgischen Entfernung des Hirntumors, kann es zu Infektionen oder Blutungen kommen. Darüber hinaus kann es durch die Chirurgie zu Beeinträchtigungen der Gehirnfunktion kommen.

Bei der Strahlentherapie kann es zu Übelkeit, Schwächegefühl, Müdigkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder Haarausfall kommen. Die Nebenwirkungen können ganz abhängig davon sein, welcher Wirkstoff verwendet wird. Es kann beobachtet werden, dass es zu hämatologischen Störungen (Anämie, Gerinnungsstörungen), Mundtrockenheit, hohe Wahrscheinlichkeit für eine Infektion oder Durchfall kommen kann.

Da durch die Behandlung eine Veränderung des Hör- und Sehvermögens, der Sprache sowie den Bewegungsmöglichkeiten auftreten können, ist es äußerst wichtig eine zweite Behandlung in Form einer Rehabilitation durchzuführen. Wichtige Behandlungen sind physikalische Behandlungen wie Akupunktur, Ergotherapie oder Logopädie, etc. Diese Behandlungen sind besonders wichtig für die Genesung des Patienten.

Heilpflanzen

Zum heutigen Zeitpunkt existieren nur wenige Forschungen auf dem Gebiert der Heilpflanzen zur Heilung eines Hirntumors. Es wurden bisher noch keine Heilpflanzen zur Behandlung zugelassen.

Heilpflanzen_hirntumorForschungen an der Pflanze Ginkgo biloba und mit antioxidativen Bestandteilen von Soja (Isoflavone) haben einen positiven Effekt auf die Tumorzellen gezeigt. Es handelt sich jedoch um vorläufige Ergebnisse, welche durch mehrere Tiermodelle gewonnen wurden.

Ratschläge

Die Behandlung eines Hirntumors kann mehrere Nebenwirkungen hervorrufen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, da dieser bestimmte Medikamente verschreiben kann, die diese Nebenwirkungen mildern. Folgende Medikamente können verwendet werden:

– Antazida;

– Analgetika, welche zur Schmerzlinderung eingesetzt werden können;

– Kortikosteroide, welche die Schwellung des Gehirns reduzieren;

– Antikonvuisiva;

– Antiemetika, welche bei Übelkeit und Erbrechen helfen;

Darüber hinaus können alternative Behandlungen wie z.B. Yoga, Akupunktur, Meditation unter anderem helfen, dass der Patient besser mit der Krankheit umgeht. Es ist äußerst wichtig, dass der Patient von der Familie und Freunden Unterstützung erhält, sowie über die medizinische Versorgung ausreichend aufgeklärt wird, um alles über die Krankheit zu erfahren. Bitte denken Sie daran, dass ein Hirntumor nicht gleich ein Todesurteil darstellt. Es gibt viele Patienten, die mit der Krankheit ein normales Leben führen.

Vorbeugung

Ein Hirntumor ist eine komplexe Krankheit und die genauen Ursachen für die Entstehung des Tumors sind noch nicht vollständig bekannt. Aus diesem Grund ist es schwierig exakte Vorbeugungen für die Entstehung eines Tumors anzugeben. Es existieren jedoch einige allgemeine Ratschläge:

– Vermeiden Sie den Kontakt mit Toxinen und Karzinogenen wie Pestiziden, Insektizide, etc. Achten Sie außerdem auf eine gesunde Lebensweise und treiben Sie regelmäßig Sport. Regelmäßige körperliche Bewegung entgiftet den Körper;

– Vermeiden Sie Stress: hoher Stress kann zu biochemischen Veränderungen führen, was zur Schädigung der Zellen führen kann;

– Wenn bereits ein Hirntumor oder eine andere Krebsart in der Familie vorgekommen ist, sollten Sie mit einem Arzt sprechen und sich regelmäßig untersuchen lassen.

Wie übersetzt man ​Hirntumor in andere Sprachen ?
  • Englisch: –

  • Französisch: 

  • Italienisch: –

  • Portugiesisch: 

  • Spanisch: 

 

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 27.12.2017 verändert.