Hyperhidrose

Definition

Definition_hyperhidroseUnter dem Begriff Hyperhidrose versteht man eine übermäßige Schweißproduktion des Körpers, welche örtlich begrenzt oder den gesamten Körper betreffen kann. Schwitzen ist eine lebenswichtige Funktion unseres Organismus, welches nicht nur zur Regulation der Körpertemperatur der Haut sondern auch des inneren des Körpers dient.


Übermäßiges Schwitzen ist keine direkte Krankheit, kann aber Hinweis auf eine leichtere oder doch ernstere Krankheit sein. Sollten Sie unter häufigen Schwitzen leiden, so konsultieren Sie einen Arzt. Durch übermäßiges Schwitzen können in manchen Fällen persönliche und soziale Probleme auftreten.

Generalisierte oder lokalisierte Hyperhidrose
Es existiert die generalisierte Hyperhidrose, wo der gesamte Körper betroffen ist. Bei der lokalen Hyperhidrose sind bestimmte Körperteile betroffen. Die am häufigst betroffenen Stellen sind die Achselhöhlen, Hände, Füße, Genitalien. Die Ursachen und Behandlungen sind bei beiden Hyperhidrose-Formen unterschiedlich.

Epidemiologie

Man geht davon aus, dass ungefähr 3 % der Bevölkerung von Hyperhidrose betroffen sind.

Ursachen

Hyperhidrose beginnt häufig im Jugendalter oder während der Wechseljahre, doch jeder Mensch kann diese Erkrankung entwickeln. Die Antwort auf die Frage, warum manche Menschen die Erkrankung bekommen und andere nicht, könnte in der Genetik zu finden sein.

Die Ursachen einer Hyperhidrose können variieren:

Ursachen_hyperhidrose

A. Ursachen im Falle einer Sekundären Hyperhidrose:

Diabetes

Herzinsuffizienz (z.B. Bluthochdruck)

– Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)

– Tumor (Krebs)

– diverse Infektionskrankheiten (Tuberkolose,…)

– leichte psychische Probleme (Angstzustände, geringes Selbstwertgefühl) oder ernstere neurologische Erkrankungen

Stress und Nervosität

Müdigkeit

– sonstige Hormonstörungen

Fieber

– Übergewicht oder Fettleibigkeit

– Einnahme bestimmter Medikamente (z.B.: Beta-Blocker, Psychopharmaka, Antidepressiva, etc.)

B. Ursachen im Falle einer Primären Hyperhidrose (Händen, Arme, etc.)

– Bei der primären Hyperhidrose sind die genaue Ursachen noch nicht bekannt. Jedoch wird angenommen, dass Stress und Angst auslösende Faktoren sein können.

Symptome

Die Symptome und Auswirkungen einer Hyperhidrose können sehr unterschiedlich sein. Durch Schwitzen entstehen nasse Flecken an Kleidung und Schuhen.

Sollte die Hyperhidrose an den Fußsohlen auftreten, kann es manchmal durch Nässe im Schuhwerk zur Bildung von Fußpilz und Warzen führen.

Behandlung

Als erstes ist es notwendig die Ursachen der Hyperhidrose herauszufinden und gegebenfalls zu behandeln. Sollte es nicht möglich sein die Ursachen herauszufinden, kann der behandelne Arzt eine medikamentöse Behandlung verordnen.

Im Falle einer generalisierten Hyperhidrose:

Konserative Behandlung

Antitranspirant: Es handelt sich hierbei um Körperpflegemittel, welche die Schweißbildung und den Schweißgeruch mildern sollen. Sie werden z.B. als Deodorant angewendet.

Iontotophorose: Bei dieser Therapie werden entweder die Hände oder Füße in zwei Wannen mit Wasser gelegt, wobei gleichzeitig über Elektroden ungefährlicher schwacher Strom hinzugefügt wird. Bis zum heutigen Tag konnte die Wirkungsweise nicht wissenschaftlich erklärt werden.

Botulinumtoxin: Von den bekannten Giften ist Botulinumtoxin das giftigste. Dieses Nervengift verhindert die Schweißproduktion und ist sehr wirksam. Es wird extrem verdünnt unter die Haut gespritzt. Bis zum heutigen Tag sind keine Nebenwirkungen bekannt. Die Behandlung kann allerdings ohne Betäubung sehr schmerzhaft sein.

Medikamentöse Behandlung

Anticholinergika: Diese Behandlungsform wird vor allem angewendet, wenn die Hyperhidrose am ganzen Körper auftritt. Diese verhindert, dass die Schweißdrüsen durch den Neurotransmitter Acetylcholin zu übermäßiger Schweißproduktion veranlasst werden und der Betroffene somit weniger schwitzt.


Chirugische Therapie

Sollte bei einer konservativen Behandlung keine Erfolgschancen mehr bestehen, so kann eine chirugische Therapie erfolgen.

Schweißdrüsenexzision: Bei diesem chirugischen Eingriff wird betroffenes Hautareal sowie die Schweißdrüsen entfernt. Als Nebenwirkungen können Wundheilungsstörungen auftreten.

Subkutane Schweißdrüsensaugkürettage: Durch das Absaugen der Schweißdrüsen im Achselbereich kann die Hyperhidrose beseitigt werden. Jedoch kann die Wirkung nach ein paar Jahren wieder abnehmen, da die hinterbliebenen Nervenenden wieder die noch vorhandenen Schweißdrüsen erreichen können.

Es besteht auch die Möglichkeit die gleiche Behandlungsform wie bei einer lokalisierten Hyperhidrose anzuwenden. Die Medikamnte sind auf der Basis von Aluminiumchloridsalzen, Antitranspirantien, Deodorante (>> siehe unten), sowie die Verwendung von natürlicher Arzneimitteln wie z.B. auf der Basis von Salvia.

Im Falle einer lokalisierten Hyperhidrose

Sie können natürlich auch klassische Deodorants benutzen (die jedoch häufig auf Basis von Aluminiumsalzen wie *Aluminiumchlorid funktionieren), um Körpergeruch zu verhindern.

* Toxizität von Aluminiumchlorid und anderen Aluminiumsalzen

Im Januar 2012 veröffentlichten Forscher der Universität Genf eine Studie über die negativen Auswirkungen von Aluminiumsalzen (z. B. Aluminiumchlorid) auf Brustdrüsenzellen in vitro. Ein formeller Beweis, dass diese Salze Brustkrebs verursachen, konnte jedoch nicht erbracht werden. Die Gegenstudie weckt allerdings grosse Zweifel an der Unbedenklichkeit von Aluminiumsalzen für die Brustdrüsenzellen.

Das Fazit des Biologen Stefano Mandriota, der die Studie in Zusammenarbeit mit dem Brustkrebsspezialisten André-Pascal Sappino koordinierte, ist daher sehr interessant: “Auch wenn diese Studie nicht beweist, dass die in den klassischen Deodorants vorhandenen Aluminiumsalze die Entwicklung von Brustkrebs begünstigen, stellt sie doch einen wissenschaftlichen Beweis für die Schädlichkeit dieser Salze für die Brustdrüsenzellen dar”, fasst Stefano Mandriota zusammen.

Botox
In bestimmten Situationen kann der Arzt an den von übermäßiger Schweißbildung betroffenen Stellen Botox injizieren.

Heilpflanzen

Salbei ist ein anerkanntes pflanzliches Mittel gegen übermäßiges Schwitzen. Er wird hauptsächlich in Form von Tropfen, Tee und Kapseln angewandt (etwa 1000 mg getrockneter Salbei insgesamt pro Tag), oder er kommt als Pulver, das gegen Fußgeruch in die Schuhe gestreut wird, zum Einsatz.

Ratschläge

Ratschlaege_hyperhidrose– Vermeiden Sie den Konsum von Kaffee, Alkohol, Zigaretten oder scharfe Gewürze (z.B. Chilli), da diese die Hyperhidrose verschlechtern können.

– Vermeidung von Stress und Nervosität, weil dadurch übermäßiges Schwitzen entstehen kann.

– Verwenden Sie leichte, lockere und luftige Kleidung. Sie können auch spezielle Läden kontaktieren, um sich dort beraten zu lassen.

– Versuchen Sie sich ausgewogen zu ernähren (z.B. viel Obst) und treiben Sie regelmäßig Sport. Dies hat auch einen positiven Effekt auf das Schwitzen.

– Versuchen Sie lauwarm zu duschen und vermeiden Sie heiße Vollbäder. Sollten Sie unter starkem Fußschweiß leiden, sind Fußbäder mit Zinnkraut eine hilfreiche Zusatzmaßnahme.

– In den meisten Fällen handelt es sich bei einer Hyperhidrose nicht um eine schwere Krankheit. Jedoch sollten Sie bei übermäßigen Schwitzen einen Arzt konsultieren, da es sich doch um eine schwerere Krankheit wie z.B. Diabetes, Krebs, etc. handeln könnte.

Quellen:
Mayo Clinic

Bilder:
Fotolia.com

Wie übersetzt man ​Hyperhidrose in andere Sprachen ?
  • Englisch: Hyperhidrosis

  • Französisch: transpiration excessive

  • Italienisch: iperidrosi

  • Portugiesisch: hiperidrose

  • Spanisch: hyperhidrose

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 09.10.2018 verändert.