Kehlkopfkrebs

Definition

Definition_kehlkopfkrebsBei Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom) handelt es sich um eine bösartige Tumorerkrankung im Bereich des Kehlkopfes. Der Kehlkopf ist ein Organ, welches sich aus Muskeln, Knorpeln und Membranen zusammensetzt.


Kehlkopfkrebs kann im Bereich der (Stimmritze) Glottis auftreten. Es handelt sich dabei um den Bereich, welcher für die Erzeugung der Stimme zuständig ist.

Bei Kehlkopfkrebs handelt es sich um die häufigste Tumorerkrankung des Kopf-Hals-Bereiches.

Epidemiologie

Kehlkopfkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten im Kopf- und Halsbereich. Etwa 25% der Krebserkrankungen in diesem Bereich werden durch Kehlkopfkrebs verursacht. Dies macht etwa 2% der Gesamtzahl von Tumoren aus (Quelle: INCA).

Epidemiologie_kehlkopfkrebs

Bei Kehlkopfkrebs handelt es sich um eine Krankheit, welche sich in den letzen Jahren eher zurückentwickelt hat. Pro Jahr erkranken circa 2’800 Männer und etwa 450 Frauen an Kehlkopfkrebs.

Ursachen

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Kehlkopfkrebs sind noch nicht vollständig bekannt. Jedoch gilt wie bei anderen Krebserkrankungen, dass Gewebe in der betroffenen Region unkontrolliert wächst. Folgende Ursachen können für die Entstehung von Kehlkopfkrebs verantwortlich sein:

– Tabak: Dazu zählen alle Tabakarten, wie beispielweise Zigaretten, Zigarren, Pfeifen, etc. Passivrauchen spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle für die Entstehung von Kehlkopfkrebs!

– Alkohol: Der Konsum von Alkohol gilt als Risikofaktor für das Auftreten von Kehlkopfkrebs. Besonders gefährdet sind Menschen, die Alkohol- und Tabakkonsum kombinieren.

– Humanes Papillomavirus (HPV): Die Infektion mit dem HP-Virus in der Region des Halses gilt als Risikofaktor.

– Trockenes Klima

– Umweltverschmutzung

– Konsum von heißen Getränken oder Lebensmitteln.

Risikogruppen

Zu den prinzipiellen Risikogruppen für die Entstehung von Kehlkopfkrebs zählen:

– Raucher: Tabakkonsumenten (Zigaretten, Zigarren, Pfeifen, etc.) zählen zu den hauptsächlichen Faktoren für das Auftreten von Kehlkopfkrebs.

– Patienten, die an einer HPV-Infektion leiden: Das humane Papillomavirus kann Regionen im Halsbereich betreffen, wodurch ein erhöhtes Risiko für eine Kehlkopfkrebserkrankung besteht.

– Menschen mit übermäßigem Alkoholkonsum: Alkohol kann zusammen mit Tabakkonsum das Risiko von Kehlkopfkrebs deutlich erhöhen.

– Personen mit einer schlechten Mundhygiene.

– Menschen, welche mit Asbest in Berührung kommen.

– Personen, die nicht ausreichend Früchte und Gemüse essen.

– Menschen, bei denen es bereits zu einer Erkrankung von Kehlkopfkrebs in der Familie (Vererbung) gekommen ist.

Symptome

Die häufigsten Symptome bei Kehlkopfkrebs können sein:

Husten;

– Heiserkeit;

– Schluckbeschwerden;

– Fremdgefühl eines Gegenstandes im Halsbereich;

Halsschmerzen;

– Sprachprobleme

– Veränderung der Stimme;

– Atemprobleme (Dyspnoe)

Wenn Sie mehrere dieser Risikofaktoren bei sich feststellen oder entsprechende Symptome bei Ihnen auftreten, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Aber Vorsicht: Halsschmerzen, Husten, Heiserkeit und Schluckbeschwerden können gerade in der kalten Jahreszeit häufig vorkommen; dabei handelt es sich oft um eine einfache Erkältung. Anders sieht es auch, wenn die Beschwerden nicht abklingen oder auch bestehen bleiben, wenn der Frühling naht und typische Medikamente gegen diese Beschwerden nicht helfen.

Diagnose

Die Diagnose von Kehlkopfkrebs wird durch einen Facharzt wie beispielsweise einem Onkologen gestellt. Der behandelnde Arzt prüft zuerst die Symptome des Patienten und führt eine Biopsie durch, um das Gewebe im Bereich des Kehlkopfes zu überprüfen.

Diagnose_kehlkopfkrebs

Darüber hinaus stehen dem Arzt noch weitere Diagnose-Möglichkeiten zur Verfügung, wie zum Beispiel:

– Röntgen des Halsbereiches;

– Magnetresonanztomographie (MRT);

– Computertomographie (CT);

– Laryngoskopie oder Endoskopie.

Komplikationen

Wenn Kehlkopfkrebs nicht korrekt bzw. nicht vollständig behandelt wird, kann es zu Komplikationen kommen. Zu diesen Komplikationen zählen unter anderem:

– Beeinträchtigung der Stimme und des Sprechvermögens, welches durch die Beschädigung der Stimmbänder verursacht wird;

– Schluckbeschwerden, wodurch es zu Problemen beim Essen kommen kann. Die Folge dadurch ist, dass es zu Gewichtsverlust, Schwächegefühl, Unterernährung etc. kommen kann.

– Atemnot (Dyspnoe), welche den Patienten beim Schlafen beinträchtigen kann;

– Die Bildung von Metastasen (Bildung von Tumoren in anderen Körperregionen bzw. Organen).

Behandlung

Die Behandlung von Kehlkopfkrebs kann insgesamt in 3 verschiedene Arten unterteilt werden:

Chirurgie

Ein chirurgischer Eingriff bei einer Kehlkopfkrebserkrankung ist ganz abhängig von der Lokalisation und dem Stadium der Erkrankung. Wenn der Krebs sich noch im Anfangsstadium befindet und nur einen kleinen Teil des Kehlkopfes betrifft, kann der behandelnde Arzt eine chirurgische Intervention durchführen, um den Tumor zu entfernen.

Wenn der Tumor sich bereits in anderen Regionen des Halsbereichs befindet, kann eine teilweise bzw. komplette Entfernung des Kehlkopfes erfolgen. Diesen Eingriff nennt man Laryngektomie. Nach diesem Eingriff existieren mehrere Möglichkeiten, die zur Wiederkehr der Sprache verhelfen können: Ösophagus-Stimme, elektronische Sprechhilfe oder Luftröhren-Ösophagus- Shunt.

Sollte sich der Tumor auf die anliegenden Lymphknoten ausbreiten, so kann der behandelnde Arzt die betroffenen Knoten chirurgisch entfernen.


Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wird in der Regel in Verbindung mit einer Chemotherapie und einem chirurgischen Eingriff angewendet. Das Ziel der Strahlentherapie ist es, den Tumor im betroffenen Bereich zu reduzieren. Der Tumor wird bestrahlt, wodurch die Tumorzellen absterben. Dieses Verfahren erleichtert die chirurgische Entfernung des Tumors.

Eine neue Möglichkeit ist die Brachytherapie. Es handelt sich dabei um eine Bestrahlung aus nächster Nähe. Diese Strahlentherapie kann in schwächeren oder stärkeren Dosen angewendet werden.

Chemotherapie

Die Chemotherapie wird mit Hilfe von Medikamenten durchgeführt. Durch diese Behandlung soll das Absterben der Tumormasse erzielt werden. Folgende Medikamente können dabei zum Einsatz kommen: Cyclophosphamid, Cetuximab, Vincristin, Vinblastin u.a.

Das Ziel der Chemotherapie ist die Abtötung der Tumorzellen. In der Regel erfolgt die Behandlung einer Chemotherapie für ein paar Wochen oder einige Monate. Dies ist jedoch ganz abhängig von der Größe und dem Stadium des Tumors. Bei einem fortgeschrittenen Stadium wird normalerweise zwischen eine Kombination aus Chemotherapie und Strahlentherapie gewählt, um einen chirurgischen Eingriff zu vermeiden, welche die teilweise- bzw. komplette Entfernung des Kehlkopfes nach sich ziehen kann.

Heilpflanzen Kehlkopfkrebs

Zum jetzigen Zeitpunkt existiert keine Heilpflanze zur alternativen Behandlung von Kehlkopfkrebs. Allerdings wird von Forschern und Ärzten eine ballaststoffhaltige Ernährung, welche reich an Früchten und Gemüse ist, empfohlen.

Darüber hinaus können einige Heilpflanzen zur Linderung einiger Symptome verwendet werden. Durch die Behandlung bei Kehlkopfkrebs kann es zu einer Reihe von Nebenwirkungen kommen, die dadurch reduziert werden. Dadurch kann es zu einer besseren Verfassung des Patienten kommen.

Folgende Heilpflanzen können dafür verwendet werden:

Melisse, welche gegen gastrointestinale Nebenwirkungen (Magenprobleme) verwendet werden kann.

Kamille, kann ebenfalls gegen gastrointestinale Nebenwirkungen (Magenprobleme) zum Einsatz kommen.

Baldrian, um den Schlaf des Patienten zu verbessern

Fenchel, welcher auch gegen Magenprobleme zum Einsatz kommen kann;

– Heidelbeeren, welche die Leberfunktion verbessern und den Appetit anregen soll.

Es existieren noch wesentlich mehr Heilpflanzen, welche die Lebensqualität des Patienten verbessern können. Konsultieren Sie Ihren Apotheker, um mehr über diese Heilpflanzen zu erfahren.

Homöopathie​​

Die Homöopathie kann als alternative Behandlung von Kehlkopfkrebs zum Einsatz kommen. Die verwendeten Mittel können zur Verbesserung der Lebensqualität des Patienten führen, die Schmerzen lindern, den Appetit steigern oder den Schlaf verbessern.

Einige Homöopathische-Mittel können angewendet werden:

– Traumeel S

Ringelblume

– Iodum

– Phosphor

– Lapis Albus

Konsultieren Sie einen Apotheker oder Arzt, der sich auf Homöopathie spezialisiert hat, um alles über diese alternative Behandlung zu erfahren. Diese Therapien sollen aber keinesfalls die klassischen Methoden der Chemo- oder Strahlentherapie ersetzen. Sie dienen dazu, die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.

Ratschläge

Nachfolgend finden Sie einige nützliche Ratschläge, die bei einer Erkrankung von Kehlkopfkrebs hilfreich sein können:

– Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Behandlung. Wenn die Nebenwirkungen zu stark werden, konsultieren Sie Ihren Arzt oder ein Krankenhaus, damit Medikamente verabreicht werden, um die Nebenwirkungen zu lindern.

– Verpassen Sie keine Chemotherapie-Sitzung. Diese sind besonders wichtig und können bei Nichtdurchführung zu einer Resistenz gegenüber dieser Behandlung führen, so dass er nicht mehr therapiert werden kann.

– Wenn in bestimmten Fällen der Kehlkopf entfernt werden muss, existieren spezielle Behandlungen, wodurch die Stimme wieder hergestellt werden kann. Die Entfernung des Kehlkopfes bedeutet nicht automatisch den Verlust der Stimme.

– Üben Sie ausreichend Aktivitäten aus. Dazu zählen Musik, Tanzen, Malen etc. Diese Aktivitäten verbessern die Lebensqualität des Patienten und helfen, besser mit der Krankheit umzugehen.

– Sprechen Sie immer mit der Familie und Freunden über die Krankheit. Diese können Ihnen dabei behilflich sein, besser mit der Krankheit umzugehen und Kraft zu tanken.

Vorbeugung

Nachfolgend finden Sie noch Empfehlungen, die dabei behilflich sein können, Kehlkopfkrebs zu vermeiden:

Vermeiden Sie das Rauchen. Tabakkonsum zählt zu den Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Kehlkopfkrebs. Darunter zählt auch Passivrauchen!

– Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum, da dieser ebenfalls zu den Risikofaktoren zählt.

– Vermeiden Sie den Kontakt mit verschmutzter Luft oder Asbest. Nutzen Sie Masken, um keinen direkten Kontakt mit der Verschmutzung zu haben. Dies gilt insbesondere in den großen Städten.

– Achten Sie auf eine ausreichende Mundhygiene;

– Achten Sie auf eine ausreichende Ernährung mit Früchten und Gemüse.

– Nutzen Sie auch Masken, wenn Sie mit chemischen Produkten arbeiten müssen

Wie übersetzt man ​Kehlkopfkrebs in andere Sprachen ?
  • Englisch: Throat cancer

  • Französisch: Cancer de la gorge

  • Italienisch: Cancro alla gola

  • Portugiesisch: câncer de laringe

  • Spanisch: Garganta cáncer

 

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 09.10.2018 verändert.