Keuchhusten

Definition

Keuchhusten (Pertussis) ist eine Infektionskrankheit, die in der Regel durch das Bakterium „Bordetella pertussis“ verursacht wird. Letzteres produziert ein Toxin, welches Symptome von Keuchhusten, Verstopfung, etc. verursacht.
Bei Keuchhusten (Pertussis) handelt es sich um eine Krankheit, die mehrere Wochen andauern kann und für den Patienten sehr anstrengend sein kann. Es können heftige Hustenanfälle auftreten, und bei Neugeborenen können Atembeschwerden wie Apnoe auftreten, welche die Beschwerden noch verschlimmern können.
Die Neugeborenen haben feine Atemwege, welche durch Schleim einfach verstopft werden.


Epidemiologie

Chronologie der Erkrankung und Sterblichkeitsrate
– Die Impfung von Kindern ab 2 Monaten seit den 1940er Jahren bewirkte einen deutlichen Rückgang der Inzidenz der Erkrankung und der Säuglingssterblichkeit. Bis Anfang der 1950er Jahre waren jährlich weltweit Millionen von Keuchhustenerkrankungen mit zahlreichen Todesfällen von Säuglingen zu verzeichnen.
– Von 60 Millionen Kindern, die an Keuchhusten erkranken, sterben gemäss der WHO jährlich etwa 600‘000.

Verlust der Immunität der Impfung (Keuchhusten Impfung)
– Einer der Gründe dieser Erhöhung von Anzahl Fällen in der Schweiz und auch weltweit ist die eingeschränkte Dauer der Immunität nach der vollständigen Impfung in der Kindheit. Für eine Wirksamkeit von 90%, sind nur 42% der Menschen 5 Jahre nach der letzten Dosis geschützt. Dies folgt aus gewissen Studien.
– Eine weitere Ursache könnte die Impfung selbst sein. Laut einer Studie, die von der Boston University School of Public Health durchgeführt wurde, soll die Zunahme der Keuchhustenfälle in den 2010er Jahren, insbesondere in den USA, durch sogenannte zellfreie (azelluläre) Impfstoffe (auf Englisch: acellular vaccines), die seit den 1990er Jahren zum Einsatz kommen, begründet sein. Ihre Wirksamkeit soll geringer sein als die der ganzzelligen Impfstoffe (auf Englisch: whole-cell vaccines), die seit Beginn der Keuchhustenimpfung verwendet werden. Zum Einsatz zellfreier Impfstoffe kam es, weil die ganzzelligen Impfstoffe durch potentielle neurologische Nebenwirkungen Anlass zur Sorge gaben. Insbesondere durch mathematische Modellierung der in Tierversuchen erzielten Immunantwort auf diese beiden Impfstoffarten gelangten die amerikanischen Wissenschaftler zu diesen Schlussfolgerungen. Diese Studie wurde am 25. August 2017 online im Wissenschaftsmagazin F1000 Research (DOI: 10.12688/f1000research.11654.1) veröffentlicht.

Ursachen

Wie wir bereits in der Definition von „Keuchhusten“ lesen konnten, wird Keuchhusten (Pertussis) in der Regel durch ein Toxin produziert, welches durch das Bakterium Bordetella pertullis verursacht wird.

In einigen Fällen (5-20%) kann Keuchhusten durch das Bakterium Bordetella parapertussis verursacht werden. Diese Art von Keuchhusten ist weniger schwerwiegend als die Bordetella pertullis.

Übertragung

Die Übertragung von Keuchhusten (Pertussis) erfolgt von Mensch zu Mensch (z.B. Erwachsene zu Erwachsene, oder Erwachsene zu Neugeborenen oder Kleinkindern) und wird durch Tröpfcheninfektion der Atemwege (Husten) übertragen.

Risikogruppen

Risikogruppen_keuchhustenZu den Risikogruppen von Keuchhusten (Pertunissis), zählen vor allem Neugeborene und Kleinkinder. Es wird geschätzt, dass die Eltern von Babys unter 6 Monaten besonders besorgt über einen schwerwiegende Form von Keuchhusten sind, da es zu Komplikationen wie einer. Lungenentzündung (Pneumonie) oder das Auftreten des Todes kommen kann.

Neugeborene unter 2 Monaten sind gegen Keuchhusten noch nicht geimpft (die erste Dosis wird mit 2 Monaten verabreicht) und können daher diese Krankheit leichter entwickeln. In diesem Alter ist das Risiko für Komplikationen von Keuchhusten erhöht, da die Atemwege sehr fein sind und durch Schleim schnell verschlossen werden können.

Symptome

Inkubationszeit bei Keuchhusten (Pertussis)

Sobald der Körper (in der Regel durch die Atmung) den ersten Kontakt mit dem Bakterium Pertussis ist hat, dauert es etwa 7 Tage bis die ersten Symptome auftreten.


Symptome_keuchhusten

Wichtige Hinweise über die Symptome von Keuchhusten

– Die Symptome von Keuchhusten (Pertussis), können je nach Fall variieren. In der Regel sind bei erwachsenen Menschen die Symptome etwas leichter, da der Körper eine stärkere Immunität gegenüber den Symptomen hat. Deshalb verläuft Keuchhusten in den meisten Fällen gutartig. Bei Kleinkindern stellt Keuchhusten eine sehr schwerwiegende Krankheit dar, die vor allem bei Kindern unter 6 Monaten zu ernsthaften Komplikationen führen können. Im schlimmsten Fall kann es zum Tod kommen.

– Die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) kann zu einer Abnahme der Entstehung von Keuchhusten führen. In manchen Fällen haben jedoch Kinder keine ausreichende Impfung gegen Keuchhusten oder gar keine Impfung erhalten. Aus diesem Grund besteht ein erhöhtes Risiko für die Entstehung der Krankheit, vor allem dann, wenn erwachsene Menschen, die an Keuchhusten (Pertussis) leiden, in Kontakt mit Kindern kommen.

Aus diesem Grund ist eine Impfung bei Erwachsenen und Kindern besonders wichtig, damit die Krankheit sich nicht entwickeln kann und somit die Übertragung auf Kleinkinder verhindert werden kann.

Symptome Keuchhusten

Nach der Inkubationszeit von etwa 7 Tagen, treten in der Regel zuerst Husten, leichtes Fieber und Schüttelfrost auf.

Die Symptome verschlimmern sich in der Regel nach einigen Tagen: Der Husten tritt wesentlich aggressiver auf und betrifft den Patienten Tag und Nacht. Keuchhusten (Pertussis) wird in manchen Fällen auch „Hahnschrei“ genannt. Diese Hustenanfälle können eine durch Atempause Zyanose verursachen. Dabei verfärbt sich die Haut blau oder violett. Dieser Husten kann in einigen Fällen schwerwiegende Symptome hervorrufen, wie zum Beispiels das Auftreten von Blutungen im Augenbereich oder dem Gehirn.

Keuchhusten (Pertussis) kann zu einer Apnoe (Atempause) führen, ohne das Husten vorhanden ist, Zu den weiteren Komplikationen zählen die Entwicklung einer schweren Lungenentzündung (Pneumonie) bei Kindern.

Diese Art von Keuchhusten kann etwa 2 bis 4 Wochen andauern.

Nachdem die schweren Hustenanfälle abgeklungen sind, kann es noch zu mehreren Wochen zu leichteren Hustenanfällen kommen.

Herkunft der Symptome von Keuchhusten

Das Bakterium Pertussis bewirkt, dass es die Funktionsweise der Luftröhre und der Bronchien einschränkt. Das Auftreten des Hustens ist eine Konsequenz und ein Symptom von diesem Problem.

Diagnose

Die Diagnose von Keuchhusten (Pertussis) erfolgt in der Regel durch die Beobachtung der klinischen Symptome: Husten für mehrere Wochen, etc.

Diagnose_keuchhusten

Um die Diagnose von Keuchhusten zu bestätigen, kann der behandelnde Arzt einen Labortest durchführen, um die Bakterien die Keuchhusten verursachen zu identifizieren.

Behandlung

Kurative Behandlung von Keuchhusten

Die wichtigste Behandlung gegen Keuchhusten (Pertussis), besteht in der Einnahme von Antibiotika. Antibiotika sind äußerst wirksam gegen bakterielle Infektionskrankheiten wie im Falle einer Erkrankung von Keuchhusten. Die Auswahl von Antibiotika erfolgt je nach Schwere der Erkrankung. Bitte beachten Sie, dass nur der behandelnde Arzt über die Einnahme von Antibiotika entscheiden kann.

Eines der Hauptziele von der Einnahme von Antibiotika, ist es die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Bei Neugeborenen und Kleinkindern kann Keuchhusten (Pertussis) eine sehr schwerwiegende Krankheit darstellen, weshalb eine überwachte Behandlung im Krankenhaus empfohlen wird.

Behandlung des Hustens
Nach den Angaben der angesehenen amerikanischen Institution Mayo Clinic sind Präparate zur Behandlung des Hustens kaum wirksam und sollten vermieden werden. Stattdessen sollten bestimmte Verhaltensmaßnahmen ergriffen werden, wie z. B. viel Flüssigkeitsaufnahme, viel Ruhe oder der Verzehr kleiner Mahlzeiten (ausführlichere Informationen siehe unter Gute Tipps unten).

Vorbeugende Behandlung von Keuchhusten – Impfung gegen Keuchhusten

Die beste Möglichkeit zur Bekämpfung von Keuchhusten (Pertussis) besteht in der Impfung von erwachsenen Personen und vor allem Kleinkindern. In der Regel wird die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) ab dem 2 Monat mit je 3 Injektionen durchgeführt. Zwischen jeder Impfung sollte 1 Monat Pause erfolgen. Im 1. Lebensjahr sollte das Kind 3 Impfungen gegen Keuchhusten erhalten haben.

Ein Jahr nach der letzten Impfung, erfolgt eine Auffrischimpfung (für circa 2 Jahre). Eine zweite Auffrischimpfung erfolgt bei Kindern/Jugendlichen zwischen 11-13 Jahren. Bitte beachten Sie, dass dies je nach Land und Impfstoff variieren kann. Konsultieren Sie einen Arzt oder Apotheker, um alle wichtigen Informationen über die Impfinformationen und den Impfstoff des Bundeslandes oder dem Land zu erfahren.

Eine Auffrischimpfung wird vor allem für erwachsene Menschen empfohlen, die Kontakt mit Kleinkindern haben (z.B. medizinisches Personal oder Eltern). Vor allem bei Frauen ist die Impfung vor der Schwangerschaft besonders wichtig, um eine Ansteckung an das Neugeborene zu verhindern. Die Wirksamkeit einer Impfung gegen Keuchhusten ist in der Regel ausgezeichnet. Es wird jedoch empfohlen die Impfung regelmäßig aufzufrischen, da die Wirkung im Erwachsenenalter langsam abnimmt. Aus diesem Grund sind Auffrischungen immer zu empfehlen.

Bitte beachten Sie, dass der Impfstoff gegen Keuchhusten (Pertussis) auch in Verbindung mit zwei anderen Infektionskrankheiten wie Diphtherie und Tetanus angewendet wird. Diese Impfung ist als DTP (Diphtherie, Tetanus und Pertussis) bekannt.

Impfung gegen Keuchhusten bei Erwachsenen

Die Schweizer Gesundheitsbehörden empfehlen eine Auffrischung gegen Keuchhusten seit Februar 2012 bei jungen Erwachsenen zwischen 25 und 29 Jahren. Dies gilt besonders für zukünftige Eltern, da Keuchhusten in der Regel keine schwerwiegende Krankheit bei Erwachsenen darstellt, jedoch bei Kleinkindern zu schweren Komplikationen führen kann.

In Deutschland, Frankreich und den USA werden zukünftige Eltern bereits über eine Auffrischungsimpfung gegen Keuchhusten (Pertussis) vom behandelnden Arzt informiert.

Behandlung_keuchhusten

Gute Ratschläge

– Alle Kinder und Erwachsene sollten eine aktuelle Impfung gegen Keuchhusten haben (siehe mehr Informationen unter „Impfung gegen Keuchhusten“). Die Impfung ist wichtig sehr wichtig, um die Entstehung der Krankheit zu verhindern. Darüber hinaus ist es auch sehr wichtig, dass andere Menschen, speziell Kleinkinder vor dieser Krankheit geschützt werden.


– Wenn erwachsene Menschen nie gegen Keuchhusten (Pertussis) geimpft wurden, sollte eine aktuelle Impfung durchgeführt werden, da erwachsene Menschen die Krankheit leicht an Neugeborene und Kleinkinder übertragen können.

– Viel trinken, wie z. B. Säfte, Suppen, Tee oder einfach Wasser. Dies gilt besonders für Kinder, um eine Dehydratation (die sich durch trockene Lippen, seltenes Wasserlassen oder tränenloses Weinen äußert) zu vermeiden.

– Ruhe. Wie bei den meisten Infektionskrankheiten wird auch bei Keuchhusten viel Ruhe empfohlen, da das Immunsystem auf diese Weise gestärkt wird.

– Kleine Portionen essen, eher mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen als eine große. Diese Empfehlung ist hilfreich, um Erbrechen nach den Hustenanfällen zu vermeiden.

– Eine saubere Raumluft aufrechterhalten. Giftstoffe, wie z. B. Tabak, sollten nicht in Ihre Wohnräume gelangen. Solche Reizstoffe können den Husten begünstigen.

Quellen:
F1000 Research (DOI: 10.12688/f1000research.11654.1)

Wie übersetzt man ​Keuchhusten in andere Sprachen ?
  • Englisch: pertussis (whooping cough)

  • Französisch: coqueluche

  • Italienisch: pertosse

  • Portugiesisch: coqueluche

  • Spanisch: tos ferina

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 09.10.2018 verändert.