Läuse

Definition

Läuse sind harmlose Insekten (Parasiten) mit einer Grösse von ca. 2 bis 4 mm (Grösse eines Sesamkorns), deren Farbe der Haarfarbe oft sehr ähnlich ist. Läuse verursachen zwar einen starken Juckreiz und gelegentlich soziale Probleme (Schule), haben aber sonst in der Regel keine schwerwiegenden Auswirkungen auf die Gesundheit.


Man muss wissen, dass Läuse sich an den Haaren und der Kopfhaut festkrallen und dass die Weibchen Eier legen, die so genannten Nissen. Diese sind von heller Farbe und ca. 1 mm gross.

Läuse ernähren sich vom Blut der Kopfhaut. Sie verursachen Juckreiz und auch rote Punkte, als Folge des injizierten Speichels während dem Stechen.

Die Gefahr einer Übertragung ist sehr hoch. Diese erfolgt von Kopf zu Kopf, vor allem bei spielenden Kindern und insbesondere im Sommer (zu Schulbeginn) und im Herbst.


Läuse sind kein Anzeichen für mangelnde Hygiene, ganz im Gegenteil, denn in der Regel bevorzugen sie trockenes, feines, sauberes und fettfreies Haar.
Kinderhaare erfüllen diese Bedingungen in vielen Fällen; daher sind Kinder auch am häufigsten betroffen.

Erwähnenswert ist auch, dass Läuse häufiger bei Mädchen vorkommen. Laut einer im Jahr 2009 im Iran durchgeführten Studie mit 850 Schülern, die in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift “Ca m’intéresse” erwähnt wird, liegt die Befallrate bei Mädchen bei 13.5%, bei Jungen hingegen nur bei 0.7%. Es sei die Länge der Haare, die eine Rolle spiele und nicht irgendein Geschlecht (auf hormonellem Niveau), das die Läuse beeinflusse. Andere Theorien vermuten, dass Mädchen häufiger von Läusen betroffen sind, weil ihre Spiele zu einem näheren Kopfkontakt führen als bei Knaben.

Selfie und Läuse
Der Boom des Selfies, also die Aufnahme eines Selbstporträts mit dem eigenen Smartphone, die meist über die sozialen Netzwerke verbreitet wird, kann die Übertragung von Läusen begünstigen. Bei einem Selfie zu mehreren neigen die Personen dazu, sich eng aneinander zu schmiegen, um auf dem Foto gut sichtbar zu sein. Von dieser körperlichen Nähe sind auch der Kopf und das Haar betroffen, was die Übertragung von Läusen begünstigt.

Epidemiologie

Eine Studie, die 2016 ebenfalls in den USA durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass dunkelhäutige (afroamerikanische) Kinder fast nie von Läusen betroffen sind. Die Forscher haben keine wissenschaftliche Erklärung für diesen Unterschied im Vergleich mit hellhäutigen Kindern oder anderen ethnischen Gruppen. Diese Studie wurde unter der Leitung von Dr. Ellen Koch von der University of Pittsburgh durchgeführt und in der Ausgabe September/Oktober 2016 der Fachzeitschrift Pediatric Dermatology veröffentlicht.

Ursachen

Läuse sind Parasiten oder Insekten. Sie verursachen Juckreiz, indem sie sich vom Blut der Kopfhaut ernähren.

Mehr über Läuse erfahren
– Eine Laus lebt 3 bis 4 Wochen. Der Reproduktionszyklus ist etwa 21 Tage. Anders gesagt: Mit 21 Tagen beginnt die Laus die Nissen zu bilden. Sie macht etwa 10 Nissen pro Tag. Aus diesen schlüpfen etwa nach 7 bis 10 Tagen Larven. Insgesamt bildet die Laus etwa 100 Nissen.
– Läuse sind fähig, etwa 1,5 bis 2 Tage ausserhalb ihres Milieus (Haare) zu überleben. Die grosse Mehrheit der Läuse wandert von einem Wirt zum anderen. Die Läuse, die man z.B. auf den Kleidern findet, sind meistens tot. Deshalb werden die früheren Empfehlungen, die Textilien bei 60°C zu waschen, nicht mehr befolgt. Es wäre eine wenig wirksame Massnahme. Lesen Sie auch unter Gute Ratschläge.
– Läuse lieben es, sich in warmen Zonen fortzupflanzen. Solche Orte sind Kopfhaare, insbesondere hinter den Ohren (gut kontrollierbare Zone) oder in den Schambeinhaaren (lesen Sie auch unter: Filzläuse).

Mehr über Nissen erfahren
– Theoretisch stellt eine Nisse die Hülle des leeren Eis dar, doch in der französischen Sprache und insbesondere in der amerikanischen Variante des Englischen bezeichnet der Begriff (französisch: „lente“ / englisch: „nits“) häufig ein Ei, das lebensfähig sein kann (aus dem eine Laus entstehen kann) oder nicht (theoretische Definition einer Nisse).
Eine Nisse ist weiß.
– Man geht davon aus, dass die überwiegende Mehrheit der Nissen (in diesem Fall potentiell lebensfähige Eier) das Erwachsenenstadium nicht erreicht, d. h. dass nur eine von fünf Nissen eine Laus hervorbringt.
Deshalb empfehlen manche Spezialisten, den Nissen nicht allzu viel Beachtung zu schenken, sondern sich allein auf die Läuse und ihre Beseitigung zu konzentrieren. Der Kanton Waadt (Schweiz) empfiehlt, gar nicht mehr nach Nissen, sondern nur nach Läusen zu suchen (und bei Auftreten von Nissen keine Behandlung vorzunehmen). Nur wenn Läuse zu finden sind, muss eine Behandlung eingeleitet werden.
– Die (lebensfähigen) Nissen sind in der Lage, 6 Tage außerhalb ihres Mediums zu überleben.


Mehr über Eier und Larven erfahren
– Die Eier (oder Puppen) sind die Strukturen, in denen sich die Larven („Babyläuse“) befinden. Bis eine Larve aus dem Ei schlüpft, dauert es 7 Tage.
Eine Larve braucht durchschnittlich 9 Tage, um eine erwachsene Laus zu werden.

Die Übertragung von Läusen findet häufiger zuhause als in der Schule statt, insbesondere weil Kinder daheim mehr Körperkontakt haben, z. B. beim Spielen mit Freunden oder Geschwistern.

Symptome

Symptome_laeuseLäuse oder, um genau zu sein, die Pedikulose, sind üblicherweise auf der Kopfhaut anzutreffen (Kopfläuse). Bei kleinen Kindern können sich Läuse manchmal in Augenbrauen und Wimpern entwickeln. Läuse siedeln sich häufig an der Haarwurzel und an den wärmsten Stellen der Kopfhaut, wie z. B. hinter den Ohren, an.

Im Allgemeinen bewirken Läuse starken Juckreiz, der einige Wochen nach der Übertragung auftritt. Gelegentlich kann man infolge dieses Juckreizes auch rote Herde beobachten, die zu Infektionen führen. Doch in bestimmten Fällen können Läuse auch ohne Juckreiz auftreten. Tatsächlich geht man davon aus, dass in 40 % der Fälle keine Symptome auftreten, sodass sich die Läuse noch leichter vermehren können. Bei der Zahl 40 % handelt es sich um eine Schätzung, wissenschaftliche Studien zu diesem Thema liegen uns nicht vor.

Läuse sind nur sehr schlecht zu erkennen, da sie sich in der Farbe häufig kaum vom Haar unterscheiden. Ihre Nissen hingegen sind von hellerer Farbe (siehe Foto) und daher leichter zu erkennen. Nissen sitzen im Allgemeinen in der Nähe der Haarwurzel.

Dort kleben sie relativ fest, und zwar auch noch nach dem Kämmen mit einem speziellen Läusekamm oder einer gründlichen Haarwäsche, wodurch sie leicht von Schuppen zu unterscheiden sind, die sich problemlos auskämmen lassen.

Um festzustellen, ob Sie oder Ihr Kind von Läusen befallen sind, benutzen Sie am besten einen feinen Kamm und kämmen das Haar bei sehr guter Beleuchtung aus.

Wenn Sie auch nur 1 Nisse finden, sollten Sie sofort mit der Behandlung beginnen, denn einmal geschlüpft kann diese Nisse (7 bis 10 Tage später) zahlreiche Läuse hervorbringen.

Wenn Sie sicher gehen wollen, dass es sich wirklich um einen Lausbefall handelt, sollten Sie sich (oder Ihr Kind) von einem Spezialisten untersuchen lassen. Sie können Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat fragen, da diese oft mehr Erfahrung haben.

Behandlung

Bei Läusen unterscheidet man 2 Behandlungsarten: Chemische Präparate und Methoden mit physikalischer Wirkung.
Anmerkung:
Da die Läuse gegenüber den chemischen Präparaten immer resistenter werden, ist die Anwendung von Methoden mit mechanischer oder physikalischer Wirkung die bessere Wahl (siehe Nr. 2).

1. Chemische Präparate

Behandlung_laeuseIn der Apotheke gibt es Gele und Läuse-Shampoos auf Basis von Malathion, Dermethrin, Lindan oder Permethrin.
Die Anwendung dieser Produkte muss häufig nach einigen (zumeist 8 bis 10) Tagen wiederholt werden. Die Handelsnamen der jeweiligen Medikamente und genaue Dosierungshinweise erhalten Sie bei Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker.

Lassen Sie sich die korrekte Anwendung des empfohlenen Präparates erklären, damit das Produkt auch die Wirkung zeigt, die es kann.

In den USA wird Permethrin sehr häufig eingesetzt, doch laut einer Reportage, die im Oktober 2013 vom amerikanischen TV-Kanal CBS ausgestrahlt wurde, ist eine kontinuierliche Zunahme der Resistenz gegenüber diesem Molekül zu beobachten.
Eine Studie, die 2016 von Dr. Ellen Koch von der University of Pittsburgh in der Ausgabe September/Oktober 2016 der Fachzeitschrift Pediatric Dermatology veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass Permethrin in den letzten Jahren seine Wirksamkeit weitgehend eingebüßt hat, insbesondere aufgrund der steigenden Anzahl an Läusen, die gegen dieses Molekül resistent sind. Studien, die in den 2010er Jahren durchgeführt wurden, haben nachgewiesen, dass der Wirksamkeitsgrad von Permethrin bei ungefähr 25 % liegt, d. h. nicht viel höher als ein Placebo-Effekt ist. Zum Zeitpunkt der Markteinführung dieses Produkts vor mehreren Jahrzehnten lag der Wirksamkeitsgrad zwischen 96 % und 100 %.
Diese in der Fachzeitschrift Pediatric Dermatology veröffentlichte Studie rät ebenfalls vom Einsatz von Lindan ab, da dieses Präparat möglicherweise nicht unbedenklich ist.
Dagegen empfiehlt sie bestimmte chemische Produkte wie z. B. Ivermectin, Malathion und Benzylalkohol.

Wie wir im Zusammenhang mit Permethrin erläutert haben, ist die Resistenz gegenüber diesen chemischen Präparaten sehr ausgeprägt (ausführlichere Informationen siehe unten).
Darüber hinaus sind diese Behandlungsmethoden bei schwangeren Frauen und bei Kindern unter 4 Jahren kontraindiziert. (Manche Quellen sprechen von Kindern unter 2 Jahren.)

2. Methoden mit physikalischer Wirkung

Anmerkung: Die Präparate zur physikalischen oder mechanischen Bekämpfung von Läusen werden ebenfalls als Pedikulozide mit physikalischer Wirkung bezeichnet. Dieser Begriff wird insbesondere von Ärzten und Apothekern verwendet.

Wie oben erläutert stellen Präparate mit physikalischer Wirkung bei der Bekämpfung von Läusen mittlerweile die bevorzugte Methode dar. Nachfolgend werden mehrere Moleküle oder Substanzen mit physikalischer Wirkung vorgestellt.

Dimeticon
Nach den Angaben eines Artikels, der 2014 in der unabhängigen französischen Medizin-Fachzeitschrift Prescrire veröffentlicht wurde, ist Dimeticon bei Kopfläusen das beste Arzneimittel. Diese Substanz erweist sich in den meisten Fällen als wirksam und verursacht kaum Neben-wirkungen.
In einer Reportage von RTS (Radio-Télévision Suisse) über Läuse, die im Februar 2010 gesendet wurde, wies ein Arzt aus dem Kanton Waadt darauf hin, dass die Präparate, die sich bei Kopfläusen am wirksamsten erweisen und die geringste Resistenz auslösen, Dimeticon enthalten.
Dimeticon ist eine mit Silikon verwandte Substanz.
Der Wirkmechanismus von Dimeticon
Es handelt sich um ein Präparat, welches die Laus in einen undurchlässigen Film hüllt und so ihren Flüssigkeitshaushalt stört. Dimeticon verschließt vor allem die Atmungsöffnungen der Laus, was zu ihrem Tod führt. Da es sich um eine physikalische Wirkung und nicht um eine chemische Wirkung handelt, kommen Fälle von Resistenz seltener vor.
Die Wirkung gegen die Nissen ist allerdings gering.
Wir möchten betonen, dass Dimeticon geruchsneutral ist und nicht von der Kopfhaut aufgenommen wird. Die Wirksamkeit von Dimeticon bei der Beseitigung von Läusen wird auf 70 bis 97 % geschätzt.

1,2-Oktandiol
Der Wirkmechanismus von 1,2-Oktandiol
Dieses Molekül ist ein Alkohol, der die Hülle der Läuse angreift. Diese trocknen daraufhin von innen aus und sterben.

Kokosöl
Außerdem gibt es Naturheilmittel auf der Basis von Kokosöl und Anis, welche die Atmung der Läuse blockieren.

Neemöl
Dieses Öl soll ebenfalls physikalisch gegen Läuse wirken.

Bei den Präparaten mit physikalischem Wirkmechanismus muss die Anwendung meistens nach ein paar Tagen (häufig nach 8 bis 10 Tagen) wiederholt werden. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke über die Arzneimittelbezeichnungen und die genaue Dosierung beraten!

Mineralöle
Zur Bekämpfung von Kopfläusen gibt es auch Präparate auf der Basis von Mineralölen, wie z. B. Paraffinöl (das häufig auch Dimeticon enthält, z. B. im Verhältnis 4 % zu 96 %), die in Form von Spray oder Shampoo mit einem Anteil von 70 % Paraffinöl und 25 % Lumorol K 1000° verkauft werden. Oligodecen-Öl ist ein weiteres Mineralöl, das zur Bekämpfung von Kopfläusen eingesetzt wird.

Anwendungstipps:
Im Allgemeinen wird empfohlen, diese Gels oder Shampoos so nahe an den Haarwurzeln wie möglich anzuwenden. Anschließend gut einmassieren.

Produkt zur Erkennung von Nissen
Seit 2017 gibt es auf dem schweizerischen Markt ein Produkt mit der Bezeichnung Paranix Kopflaus Detector, das die Erkennung eines Läusebefalls insbesondere durch das Aufspüren der Nissen ermöglicht. Mithilfe dieses Gels färben sich die Nissen innerhalb von 2 Minuten rot, sodass sie in jedem Haartyp für das bloße Auge leicht erkennbar werden. Im Gegensatz dazu färben sich Schuppen nicht.

Behandlungsempfehlung

In der Regel empfiehlt es sich, die Gele oder Shampoos möglichst nah an der Haarwurzel aufzutragen. Dann gründlich einzumassieren.

Nach erfolgter Behandlung müssen unbedingt die restlichen Nissen mit einem Spezialkamm (siehe Foto) oder anderen Mitteln (Fingernägel, Schere) entfernt werden. Wir empfehlen jedoch sehr die Anwendung eines Spezialkamms bei Lausbefall. Fragen Sie Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker.

Um die Nissen restlos zu entfernen, können Sie die Haare mit Essigwasser spülen (1 Esslöffel Essig auf eine Schüssel Wasser).

Allerdings sind gewisse Gesundheitsbehörden wie z.B. im Kanton Waadt (Schweiz) der Meinung, dass man die Nissen nicht mehr eliminieren muss. Dies sei verschwendete Zeit, da sich nur eine von fünf Nissen zu einer Laus weiterentwickelt. Es müssen nur die Läuse eliminiert werden.

Wie sucht man Läuse?
Um Läuse zu suchen und zu wissen, ob man welche hat, geht man folgendermassen vor:
Haare nicht nässen, die Schultern mit einem hellen Tuch (Handtuch) abdecken, 3 bis 5 Suppenlöffel einer beliebigen Haarspülung auftragen (erlaubt die Trennung der Laus vom Haar) und nicht ausspülen. Anschliessend entwirrt man die Haare zuerst mit einer normalen Bürste und kämmt systematisch jede Haarsträhne, von der Kopfhaut bis zur Haarspitze, mit dem Lauskamm durch. Streifen Sie den Lauskamm nach jeder Haarsträhne auf dem hellen Tuch ab, um zu sehen, ob Läuse vorhanden sind. Am Schluss können Sie die Haare auswaschen [Quelle: sanimedia.ch, offizielle Seite des Kantons Waadt].
Diese Lauskontrolle muss nach der zweiten Behandlung (normalerweise 8 bis 10 Tage nach der ersten Behandlung) während 1 Monat wöchentlich durchgeführt werden. Wenn Sie keine Läuse finden, ist die Behandlung beendet. Ansonsten müssen Sie einen neuen Behandlungszyklus starten. Man muss die Läuse bei allen Familienmitgliedern suchen.
Dieselben Behörden stellen zudem fest, dass nasse Haare die Übertragung der Läuse fördern könnten. Sie empfehlen, dass man die Haare beim Auftragen eines Anti-Laus-Shampoos nicht nässt.

Wie können Läuse mit einem Kamm abgetötet werden?
Es ist möglich, Läuse mit einem Kamm zu entfernen, zumindest teilweise, wie wir aus dem Abschnitt oben erfahren haben. Doch um sicher zu sein, dass alle Läuse abgetötet werden, sollten vorzugsweise die oben erwähnten Präparate verwendet werden, d. h. chemische und vor allem physikalische Therapien (z. B. Dimeticon). Nach den Angaben der schweizerischen Expertin für Läuse, Dr. Christina Ruob, liegt die Effizienz einer Läusetherapie, die allein auf dem Durchkämmen der nassen Haare (nach dem Waschen und der Behandlung mit einer Pflegespülung) beruht, bei 58 %. Um eine maximale Wirkung zu gewährleisten, wenn ausschließlich ein Anti-Läuse-Kamm zum Einsatz kommt, muss der Kamm alle 2 Tage 2 Stunden lang gemäß des im Abschnitt oben erläuterten Verfahrens angewandt werden. Da diese Methode langwierig und ihr Ergebnis eher unbefriedigend ausfällt, stellt das Durchkämmen hauptsächlich eine ergänzende Maßnahme zur klassischen Behandlung (z. B. Dimeticon) dar, und vor allem eine Methode zur Kontrolle des Vorhandenseins der Läuse.

Unterschiede zwischen Anti-Nissen- und Anti-Läuse-Kämmen
Nach den Angaben der schweizerischen Apothekerin Dr. Christina Ruob, Expertin für Läuse, die im September 2017 von Creapharma.ch interviewt wurde, gibt es einen zumindest theoretischen Unterschied zwischen Anti-Nissen- und Anti-Läuse-Kämmen. Der Unterschied besteht vor allem im Zinkenabstand. Doch die Expertin betont, dass in der Praxis die auf dem Markt erhältlichen Kämme als Kompromiss häufig einen Zinkenabstand von 200 μm aufweisen, ob es sich um Nissen- oder Läusekämme handelt. Mit anderen Worten, ein Kamm mit der Bezeichnung Nissenkamm kann auch als Läusekamm verwendet werden, wenn der Zinkenabstand 200 μm beträgt, und dasselbe gilt auch umgekehrt. Diese Kämme, die möglichst aus Hartplastik bestehen sollten, müssen in der Lage sein, Läuse, Larven, Eier und Nissen abzufangen. Davon abgesehen ist ein Zinkenabstand von 200 μm sowohl für feines als auch für festes Haar ideal. Ausführlichere Informationen finden Sie auf ihrer Internetseite (Lausinfo.ch)

Bemerkungen

– Bei den “klassischen” oder “chemischen” Behandlungen kommt es genau wie bei Antibiotika immer öfter zu Resistenzen. Malathion ist besonders davon betroffen (laut Februar-Ausgabe der Zeitschrift “Ca m’intéresse” zeigte sich in 64% der Fälle eine Resistenz gegenüber Malathion). Das macht die Bekämpfung von Läusen immer schwieriger und ist auch der Grund dafür, dass natürliche Behandlungsverfahren manchmal besser wirken.

– Es gibt aber auch präventive Behandlungen (auf Basis von chemischen Molekülen, Kokosnussöl, Weidenextrakt u.a.) für Sie und Ihr Kind. Fragen Sie dazu Ihre Apothekerin oder Ihren Apotheker!

Heilpflanzen

saule_blanc_LaeuseShampoos mit Weidenrindenextrakt können zur Behandlung und auch zur Vorbeugung von Lausbefall eingesetzt werden. Dabei handelt es sich eher um eine natürliche Alternative als um eine medikamentöse Behandlung erster Wahl.


Lavande_laeuse–  Zwei Tropfen ätherisches Lavendelöl auf die Hände und damit durch die Haare fahren. Diese Prozedur mehrere Tage in Folge wiederholen. Angeblich wirksam gegen Läuse und auch zur Vorbeugung geeignet.

Sonstige Mittel

Auch neutrales Henna wirkt vorbeugend gegen Läuse. Laut einer Leserin von Creapharma.ch handelt es sich dabei um ein sehr wirksames Mittel.

Hausmittel

Ölgemisch gegen Kopfläuse

Ratschläge

– Alle Personen, die in Kontakt mit Betroffenen stehen, sollten gründlich untersucht werden. Bei Lausbefall schnellstens behandeln.

– Schützen Sie die Personen in deren Umgebung eventuell durch präventive (vorbeugende) Behandlungen.

– Um Nissen besser erkennen zu können, können Sie (in der Schweiz) in der Apotheke ein Produkt namens Neon Nets® kaufen. Dieses Spray färbt die Nissen rosa und macht sie so besser sichtbar.

– Es empfiehlt sich sehr, die Nissen an den Tagen 1, 5, 9 und 13 (ab Beginn der Behandlung) mit einem feinen Spezialkamm aus den nassen Haaren zu entfernen. Nehmen Sie sich dafür Zeit (jeweils 30 Minuten) [Quelle: Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts in Berlin].
Allerdings sind gewisse Gesundheitsbehörden, wie z.B. im Kanton Waadt (Schweiz) der Meinung, dass man die Nissen nicht mehr eliminieren muss. Dies sei verschwendete Zeit, da sich nur eine von fünf Nissen zu einer Laus weiterentwickelt. Es müssen nur die Läuse eliminiert werden.
Um die Läuse zu suchen und zu wissen, ob man welche hat, geht man folgendermassen vor:
Haare nicht nässen, die Schultern mit einem hellen Tuch (Handtuch) abdecken, 3 bis 5 Suppenlöffel einer beliebigen Haarspülung auftragen (erlaubt die Trennung der Laus vom Haar) und nicht ausspülen. Anschliessend entwirrt man die Haare zuerst mit einer normalen Bürste und kämmt systematisch jede Haarsträhne, von der Kopfhaut bis zur Haarspitze, mit dem Lauskamm durch. Streifen Sie den Lauskamm nach jeder Haarsträhne auf dem hellen Tuch ab, um zu sehen, ob Läuse vorhanden sind. Am Schluss können Sie die Haare auswaschen [Quelle: sanimedia.ch, offizielle Seite des Kantons Waadt].

Dieselben Behörden stellen zudem fest, dass nasse Haare die Übertragung der Läuse fördern könnten. Sie empfehlen, dass man die Haare beim Auftragen eines Anti-Laus-Shampoos nicht nässt.

Ratschlaege_laeuse– Alle Textilien (Kleidung, Bettlaken, Handtücher, Stofftiere usw.), mit denen das Kind Kontakt hatte, sollten bei einer Temperatur von über 60°C gewaschen werden. Wenn Sie etwas nicht waschen können, stecken Sie die Textilien (oder Stofftiere) 10 Tage lang in eine Plastiktüte, um die Läuse auszuhungern. Schneller geht es, wenn Sie die Plastiktüte 24 Stunden lang in den Gefrierschrank legen. Auch das tötet die Läuse ab.

– Um die Nissen zu entfernen, können Sie Essigwasser benutzen und die Haare damit auswaschen. Auch unverdünnter Essig ist geeignet. Der Essig löst den Panzer der Nissen sehr wirkungsvoll auf. Um die Nissen zu entfernen, können Sie Essigwasser benutzen und die Haare damit auswaschen.

– Wenn Ihr Kind Läuse hat: Schicken Sie es nicht zur Schule, informieren Sie jedoch Lehrer und Schule, damit die entsprechenden Präventivmassnahmen an der Schule getroffen werden können. Ein Lausbefall ist keine Erfahrung, die das Kind erleben sollte, wie das teilweise bei Kinderkrankheiten von einigen Personen postuliert wird.

– Legen Sie Kämme und Bürsten nach einer Anwendung 10 Minuten lang in heisses Seifenwasser.

– Vermeiden Sie den Kontakt mit Mützen, Handtüchern usw. eines mit Läusen befallenen Kindes

– Haare nicht mit dem Fön trocknen, falls Sie ein chemisches Produkt angewendet haben; die erhöhte Temperatur kann den Wirkstoff inaktivieren!

– Eine der wirksamsten Behandlungen, aber auch die radikalste, besteht darin, die Haare abzuschneiden. Falls das möglich ist, ist es die beste Massnahme!

– Die Behandlung der Läuse kann langandauernd und kompliziert sein. Weil die Kinder oft zusammen spielen, können die Eltern und Ärzte viele Wochen damit verbringen, die Läuse zu eliminieren. Ein anderes Kind oder ein Erwachsener, der Träger der Läuse ist, kann die Kinder neu kontaminieren. Beim Widerauftreten der Läuse sollte man versuchen herauszufinden, woher die mögliche Kontamination kommt. Es handelt sich immer um einen menschlichen Überträger, Tiere (inkl. Haustiere) können keine Läuse vermitteln. Seien Sie geduldig und starten Sie eine Umfrage, wenn ihr Kind während mehreren Monaten, trotz richtiger Be              handlung, unter Läusen leidet.

– Vorsicht mit Selfies (ausführlichere Informationen in der Definition oben), die eine mögliche Ursache für die Übertragung von Läusen, vor allem bei Jugendlichen, darstellen.

– Shampoos auf Basis von Weidenrindenextrakt können zur Vorbeugung, aber auch zur Entfernung der Läuse eingesetzt werden.

Quellen:
Mayo Clinic, Lausinfo.ch

Wie übersetzt man Läuse in andere Sprachen ?
  • Englisch: louse
  • Französisch: poux
  • Italienisch: pidocchi
  • Portugiesisch: piolho
  • Spanisch: piojo
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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 26.07.2018 verändert.