Laktoseintoleranz

Definition

Die Laktoseintoleranz definiert sich durch die Schwierigkeit oder Inkapazität Laktose aufgrund einer Insuffizienz oder Abwesenheit eines Verdauungsenzyms namens Laktase zu verdauen.


Auch ß — D-galactopyrannosyl(1→4) D-glucopyrannose genannt, ist die Laktose ein Milchzucker der Säuger, der aus Glukose und Galaktose besteht. Die Laktose ist ein Naturprodukt der Milch und anderen Milchprodukten.

Definition der Laktoseintoleranz

Epidemiologie

Bei etwa 70 % der Bewohner unseres Planeten stellt das Enzym Lactase nach Vollendung des 6. Lebensjahres seine Aktivität ein. Mit anderen Worten, etwa 70 % der Weltbevölkerung leiden an einer leichten oder schwereren Form der Laktoseintoleranz.
Die hellhäutige Bevölkerung Nordeuropas ist normalerweise weniger von Laktoseintoleranz betroffen, da genetische Mutationen eine lebenslange Lactase-Produktion ermöglichen.

Ursachen

Ein gesundes Individuum verwendet Laktose als Energiequelle. Um sie aufzunehmen, muss unser Körper es im Dünndarm in Glukose und Galaktose aufspalten. Dies geschieht durch die Laktase oder Beta-Galaktosidase. Diese Aktivität ist bei Geburt am Grössten und nimmt mit dem Alter fortschreitend ab. Die minimale Menge zur Verdauung der Laktose wird jedoch bewahrt.

Ursachen der LaktoseintoleranzDie ungenügende Produktion (Hypolaktasie) oder die Abwesenheit (Alaktasie) dieses Enzyms im Dünndarm ist die Quelle der Laktoseintoleranz. Es bleibt eine gewisse Menge, die nicht zerlegt wird und durch Bakterien des Kolons in Gas und Säure zerlegt wird. Dieser Rest an Laktose zieht durch Osmose Wasser in den Darm, was den Stuhl aufweicht und sich als Durchfall äussert.
Die Laktosekarenz kann primär oder sekundär sein. Das primäre Defizit kann vererbt sein (genetische Ursache). Sie ist definitiv und die Intestinalzellen oder Enterozyten sind intakt. Die sekundäre oder temporäre Defizienz hingegen, folgt auf eine Agression, die zu einer reversiblen Zellveränderung führt.

Diese Agressionen können aus einer Allergie, Parasitose, Fehlernährung oder als Folge von der Einnahme gewisser Medikamente entstehen. Die Läsionen sind in diesem Fall vorübergehend. Die Zöliakie und Morbus Crohn schädigen ebenfalls die Enterozyten. In diesem Fall besteht das Risiko, dass die Schäden fortdauernd sind.

Dieses Leiden kann angeboren sein oder sich entwickeln. Die angeborene Laktoseintoleranz ist selten und hat normale Enterozyten. Die Symptome treten von Geburt an auf. Wenn es sich um ein Frühgeborenes handelt, spricht man auch von einer entwickelten Intoleranz. Die Entwicklung ist günstig, wenn die Enterozyten reifen.

Je nach Umständen produzieren gewissen Personen immer weniger Laktase. Bei anderen Patienten kommt die Produktion völlig zum Stillstand.

Symptome

Symptome der LaktoseintoleranzHalten wir fest, dass die Laktoseintoleranz für die Gesundheit nicht gefährlich ist, aber die Symptome sehr lästig sein können.
Die Zeichen einer Intoleranz treten normalerweise ab dem Alter von 5 Jahren auf. Sie manifestieren sich hauptsächlich durch Durchfälle, Blähungen, Magenknurren, Schmerzen oder abdominale Krämpfe, Gasemissionen oder Übelkeit. Das Opfer kann auch Erbrechen oder verstopft sein.
Diese Symptome treten zwischen 30 Minuten und 2 Stunden nach der Einnahme von Milchprodukten auf. Diese Inkubationszeit dauert bis zu 2 oder 3 Tagen.


Gewisse Patienten können auch zweitrangige Symptome wie chronische Müdigkeit, Depressionen, Schwindel, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten auslösen.

Halten wir fest, dass die Intensität und die Geschwindigkeit des Auftretens von Symptomen von der Menge aufgenommener Laktose, der Wert der produzierten Beta-Galaktosidase im Dünndarm, die Art der Verdauung von Milch und Milchprodukten, der Dauer des Transits, dem Zustand der intestinalen Flora und der Gesundheit des Patienten abhängt. Es gibt auch eine Toleranzschwelle für jedes Individuum.

Wie kann man eine Laktoseintoleranz diagnostizieren?

Die Vermutung einer Laktoseintoleranz basiert auf dem Auftreten von Symptomen nach der Einnahme von Milch oder Milchprodukten. Nach einer Befragung und Tests kann der Arzt die Diagnose bestätigen.

Anschliessend ist es möglich, dass eine Fachperson einen Test verordnet, der die Einnahme von Milchprodukten während zwei Wochen verbietet. Anschliessend kann man diese wieder einnehmen. Wenn die Symptome wieder auftreten, handelt es sich wahrscheinlich um eine Laktasedefizienz.

Zurzeit sind der Wasserstoffatemtest, der Test mit Laktose 13C, die Endoskopie, die Biopsie, Blutanalysen, der Atem und der Stuhl ein Hilfsmittel, um im Spitalumfeld eine Diagnose der Laktoseintoleranz zu stellen.

Komplikationen

Das Verlieren von gewichtigen Mengen an Wasser durch Durchfall ist vor allem für kleine Kinder fatal.

Weil die Milch und Milchprodukte eine grosse Menge an Proteinen und Calcium enthalten, haben Menschen mit Verzicht auf diese Produkte die Gefahr einer Hypokalzämie, Wachstumsretardierung und Osteoporose.

Behandlungen

Die Ernährung mit wenig Laktose, d.h. wenig Milchprodukte, beugt den Symptomen vor. Die Diät ohne Laktose ist normalerweise bei einer Alaktasie der Fall. Es gibt aber mittlerweile Milch, Käse oder Glace ohne Laktose zu kaufen.

Bei einer primären Intoleranz ist die Einnahme von bis zu 240ml Milch normalerweise toleriert. Bei einer grösseren Menge benötigt es die Einnahme von Medikamenten mit der sogenannten Laktase, die dem Organismus hilft, die Laktose besser zu verdauen. Diese Tablette kann vor dem Essen eingenommen werden oder mit dem Milchprodukt gemischt werden, um die Symptome zu vermeiden.

Zudem ist die Einnahme von Nahrungsmittel mit viel Calcium, Proteinen und Mineralstoffen notwendig.

Bei der sekundären Intoleranz ist die Behandlung der Ursache das Ziel und es erfolgt keine Laktoserestriktion. Auch wenn sich das Kind nur von der Milch der Mutter ernährt.

Die zunehmende Dosis von Milch in der Ernährung kann die Toleranz ebenfalls verbessern.

Diät

Die Nährstoffe in der Milch können durch andere Lebensmittel zugeführt werden. Zum Beispiel enthalten Fleisch, Fisch, Eier, Soja, trockene Bohnen und Meeresalgen Proteine. Die Vitamine, Calcium und Mineralstoffe sind in den Mandeln, Nüssen, Algen, Feigen, Datteln, Löwenzahn, Kresse, Sojasamen, Schalentieren, Gerste oder im Weizenkeim enthalten.

Gute Ratschläge

Versichern Sie sich, dass in den Nahrungsmitteln und Medikamenten keine oder nur geringe Mengen von Laktose enthalten sind. Lesen Sie die Packungsbeilage oder Verpackungen:

Gute Ratschläge zur Behandlung der Laktoseintoleranz

– Nehmen Sie Joghurt und Quark, die besser toleriert werden

– Magermilch ist aggressiver als Vollmilch

– Evaluieren Sie Ihre eigene Toleranzgrenze für jede Einnahme

– Nehmen Sie Milchprodukte in kleinen Mengen und über den Tag verteilt ein

– Achten Sie auf die enthaltenen Nährstoffe der Milch, die Sie durch andere Nahrungsmittel aufnehmen sollten.

– Essen Sie auch calciumreiche Nahrungsmittel wie Austern, Sardinen in Konserven, Orangen, grüne Blätter, Meeresfrüchte, Soja, Bohnen und andere Leguminosen

– Mischen Sie die Milch mit anderen Nahrungsmitteln

– Essen Sie Nahrungsmittel, die Probiotika enthalten. Die Probiotika enthalten viele gute Bakterien und können die Symptome der Laktoseintoleranz verbessern. Sie finden sie in den Joghurt, Jus, Sojagetränken oder Sojakapseln, sowie als Tablette oder Puder.

– Konsultieren Sie Ihren Arzt wenn:

– Wenn Sie unter wiederholten Durchfällen mit Blähungen und Abdominalschmerzen leiden

– Sie praktische Ratschläge benötigen.

Wie übersetzt man Laktoseintoleranz in andere Sprachen ?
  • Englisch: lactose intolerance
  • Französisch: intolérance au lactose
  • Italienisch: intolleranza al lattosio
  • Portugiesisch: intolerância à lactoses
  • Spanisch: intolerancia a la lactosa
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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 09.10.2018 verändert.