Lungenentzündung

Definition

Eine Lungenentzündung ist eine Infektion, die durch Viren oder Bakterien verursacht wird. Vor allem ältere Menschen, Kleinkinder oder Personen mit Immunschwäche (z.B. HIV) sind besonders betroffen.


Die Lungenentzündung kann gefährlich werden, und erfordert eine medizinische Behandlung. Bei Nichtbehandlung bzw. schweren Komplikationen kann sie tödlich verlaufen. Bei normalen Personen kann die Behandlung zuhause erfolgen und dauert normalerweise zwei bis drei Wochen.

Die Infektion kann an öffentlichen Orten wie z.B. Schulen, Krankenhäusern oder am Arbeitsplatz stattfinden. Wie bei allen Infektionskrankheiten gilt der Vorsatz: Hände gründlich waschen und beim Husten oder Niesen die Hände vor dem Mund nehmen.

Epidemiologie

– Im Jahr 2015 schätzte die WHO die Anzahl der Kinder unter 5 Jahren, die an Lungenentzündung gestorben sind, auf 920’000.

– Ebenfalls nach den Angaben der WHO geht man davon aus, dass Lungenentzündung die Ursache von 15 % aller Todesfälle bei Kindern unter 5 Jahren darstellt.

Lungenentzündung bei Kindern
Bei Kindern führt Lungenentzündung zu mehr Todesfällen als alle anderen Krankheiten zusammen, wie z. B. Malaria, Durchfall oder Masern. Die Organisation Save the Children, die sich für Kinder einsetzt, hat in einem 2017 veröffentlichten Bericht auf die durch Lungenentzündung bedingte, erhöhte Mortalität von Kindern hingewiesen. Es wurde festgestellt, dass 99 % der durch Lungenentzündung verursachten Todesfälle bei Kindern in einkommensschwachen Ländern, wie z. B. in einigen afrikanischen Ländern (Somalia, Tschad oder Angola), zu verzeichnen sind. Die betroffenen Kinder stammen vor allem aus Familien, die weder Zugang zur Impfung noch zu Antibiotika haben. 2017 kostete eine Antibiotika-Behandlung nur 0,34 Euro.
Nach den Angaben der Organisation Save the Children sterben in Somalia und im Tschad ungefähr 32 von 1000 Kindern vor ihrem 5. Geburtstag an Lungenentzündung. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Zwischen 2000 und 2015 ist die Anzahl der Todesfälle um 47 % zurückgegangen.

Ursachen

Lungenentzündung wird durch Bakterien (meistens), Viren und in seltenen Fällen durch Pilze ausgelöst.

Bakterien
Unterschiedliche Bakterien können eine Lungenentzündung verursachen, wie z. B. Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae), Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Legionella pneumophilaPneumocystis cariniiChlamydia pneumoniae, Staphylokokken, usw.
Bei Kindern ist das Streptococcus pneumoniae der häufigste Auslöser einer bakteriellen Lungenentzündung. Die WHO geht davon aus, dass das Haemophilus influenzae Typ B (Hib) das zweithäufigste Bakterium ist, das Lungenentzündungen verursacht.

Viren
Es gibt auch zahlreiche Viren, die eine Lungenentzündung auslösen können, wie z. B. das Windpockenvirus. Doch der häufigste Erreger einer viralen Lungenentzündung ist das Respiratory-Syncytial-Virus (RSV). Das RSV ist auch die Hauptursache für Bronchiolitis, eine Atemwegserkrankung, die vor allem Säuglinge befällt.

Pilze
Der Pilz Pneumocystis jiroveci kann eine Lungenentzündung auslösen. Es handelt sich um die Hauptursache von Lungenentzündungen bei HIV-infizierten Kindern unter 6 Monaten. Nach den Angaben der WHO ist dieser Pilz die Ursache für mindestens ein Viertel der Todesfälle unter HIV-positiven Säuglingen.

Risikofaktoren
Bestimmte Faktoren können die Entwicklung einer Lungenentzündung verschlimmern und begünstigen, da sie das Eindringen der Krankheitserreger in die Lunge erleichtern. Dazu gehören folgende Erkrankungen:

Grippe

Erkältung oder Schnupfen (Der humane Rhinovirus oder HRV, der diese Erkrankungen auslöst, erhöht vor allem das Risiko einer bakteriellen Lungenentzündung.)

Bronchitis

– Masern

Asthma

– Herzkrankheiten, insbesondere chronischer Art

AIDS (besonders bei Kindern unter 6 Monaten, nach einer Infektion durch den Pilz Pneumocystis jiroveci, siehe auch oben)

– Krebs (z. B. Lungenkrebs)

Diabetes

Weitere Risikofaktoren
– Rauchen erhöht das Risiko, an Lungenentzündung zur erkranken, da das Abwehrsystem im Bereich der Atemwege durch den Rauch geschwächt wird. Dies begünstigt das Eindringen der Viren und Bakterien in den Organismus.
– Die Einnahme bestimmter Arzneimittel, die das Immunsystem schwächen, wie z. B. Kortikoide, oder eine Chemotherapie, kann die Entstehung dieser Infektionskrankheit ebenfalls begünstigen.
– Eine Herztransplantation trägt zu einer Erhöhung des Risikos bei.

Winter und Lungenentzündung
Man geht davon aus, dass die Fälle von Lungenentzündung im Winter um 30 % zunehmen.

Übertragung von Lungenentzündung
Lungenentzündung wird im Allgemeinen über die Atemluft und durch den Kontakt mit erkrankten Menschen, z. B. im Krankenhaus, übertragen.
Man weiß, dass die im Krankenhaus übertragenen Formen der Lungenentzündung im Allgemeinen aggressiver sind und eine höhere Antibiotika-Resistenz aufweisen.

Risikogruppen

Alte Menschen, Kleinkinder, Menschen, die eine Herztransplantation hinter sich haben, sowie Menschen mit schwachem Immunsystem (z. B. bei AIDS) sind besonders anfällig für Lungenentzündung und weisen vor allem ein hohes Komplikationsrisiko auf. Siehe auch unter Risikofaktoren.

Symptome

Symptome_lungenentzuendung Bei einer Lungenentzündung können folgende Symptome auftreten:

– Trockener Husten, der sich nach einiger Zeit löst, und grüner, brauner oder blutfarbender Schleim aus der Lunge austritt.

– Hohes Fieber (39-40°C)

– Schweres und schnelles Atmen

Müdigkeit und Muskelschmerzen

– Schmerzen in der Brust

– Magen-Darm-Erkrankungen: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, etc.

– Verwirrung oder Delirum (tritt häufig bei älteren Menschen auf)

– Kopfschmerzen

Hinweis über das Aufteten von Symptomen:
– Im Falle einer bakteriellen Lungenentzündung, treten die Symptome sehr schnell auf. Bei einer viralen Lungenentzündung dauert es normalerweise länger, bis sich die Symptome bemerkbar machen. Dies ist der Hauptunterschied zwischen der viralen und bakteriellen Lungenentzündung. Normalerweise halten die Symptome der Lungenentzündung länger an als eine Erkältung oder Grippe.
– Bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern treten manchmal bei Lungenentzündung gar keine Symptome (man spricht in diesem Fall von einem asymptomatischen Krankheitsverlauf) oder im Vergleich mit Erwachsenen schwach ausgeprägte Symptome auf. Bei diesen kleinen Patienten kann es sich dabei um Erbrechen, Fieber, Husten, Müdigkeit, Energiemangel oder auch Ess- und Atembeschwerden handeln.
– Bei alten Menschen kann es neben den oben erwähnten Symptomen zu mentalen Störungen kommen (z. B. Verwirrtheit).

Diagnose

Diagnose_lungenentzuendung Die Diagnose der Lungenentzündung, die immer durch einen Arzt erfolgt, beruht grundsätzlich auf einer klinischen bzw. körperlichen Untersuchung der Symptome, sowie eventuell auf einer Röntgenaufnahme der Lunge oder auch auf Blutuntersuchungen.
Der Arzt kann auch die Sauerstoffkonzentration messen und in bestimmten schwerwiegenderen oder besonderen Fällen eine Kultur aus Pleuraflüssigkeit anlegen oder eine Bronchoskopie (Lungenspiegelung) durchführen.

Komplikationen

Komplikationen können bei einer Lungenentzündung zahlreich auftreten und bei ungünstigem Verlauf auch zum Tod führen. Deshalb ist es wichtig, dass die Symptome und Krankheit ernst genommen werden – besonders die bereits genannten Risikopersonen (ältere Menschen, Kleinkinder und Personen mit einer Immunschwäche (z.B. HIV).

Hier finden Sie ein paar Komplikationen einer Lungenentzündung aufgelistet: Sepsis (Blutvergiftung), Lungenabzsess, Pleuraerguss (Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustkorb), Meningitis, Infektion des Herzens und des umliegenden Gewebes.

Behandlung

Die Behandlungsmethode hängt davon ab, ob die Lungenentzündung bakteriell, viral oder durch Pilze ausgelöst wurde:

Behandlung_lungenentzuendung

1. Im Falle einer bakteriellen Lungenentzündung, ist die Einnahme von Antibiotika notwendig. Je nach Bakterienart, die für die Lungenentzündung verantwortlich sind, kann der behandelne Arzt verschiedene Klassen von Antibiotika verabreichen. Dazu zählen: Penicillin, Amoxicillin, Makrolid oder Cephalosporine der dritten Generation.

Die Behandlung ist abhängig von der Schwere der Infektion und der betroffenen Person (siehe Risikogruppen). Bei schweren Fällen erfolgt die Behandlung durch Antibiotika, welches per Injektion verabreicht wird. Später dann durch eine orale Behandlung. Bei einer leichteren Lungenentzündung erfolgt die Behandlung gewöhnlich direkt durch eine orale Antibiotika Behandlung.


vaccin_lungenentzuendung

Nach etwa 1 bis 2 Tage nach der Behandlung, sollten die Symptome (z.B. hohes Fieber) verschwunden sein. Sollte dies nicht der Fall sein, so konsultieren Sie Ihren Arzt erneut.

Verbindung von Kortison und Antibiotika

Gemäss einer Schweizer Studie, die im Jahr 2015 im Universitätsspital Basel und anderen Spitälern durchgeführt wurde, erlaubt die Verbindung von Kortison und Antibiotika eine schnellere Heilung der Lungenentzündung.

Die Einnahme von Kortison beschleunigt die Heilung um 1 ½ (eineinhalb) Tage. Dank dieser Verbindung von Kortison und Antibiotika kann der Patient das Spital einen Tag früher verlassen, d.h. statt im Durchschnitt 7 Tage wird er nur 6 Tage im Spital verweilen.

Dank dieser medikamentösen Verbindung kann zudem die intravenöse Antibiotikazugabe von 5 auf 4 Tage reduziert werden. Ein anderer Vorteil dieser Methode ist die Verminderung des Risikos dieser Erkrankung. Die Resultate dieser Studie wurden in der wissenschaftlichen Zeitschrift The Lancet publiziert.

2. Sollte eine virale Lungenentzündung vorliegen, so steht keine kausale Behandlung zur Verfügung (Antibiotika ist in diesem Fall wirkungslos). Es wird versucht, die Symptome zu behandeln, viel Flüssigkeit zu sich zunehmen und strikte Bettruhe einzuhalten. Der behandelne Arzt wird entscheiden welche Behandlungsform verwendet wird. Sollte hohes Fieber auftreten, so kann Paracetamol zur Fiebersenkung eingesetzt werden.

Heilpflanzen

Eine Lungenentzündung ist eine schwere Krankeit (>>siehe Komplikationen), und sollte nicht ausschließlich mit Heilpflanzen behandelt werden (besonders bei einer bakteriellen Lungenentzündung, welche mit Antibiotika behandelt werden muss). Allerdings können einige Heilpflanzen wirkungsvoll sein, und somit auch als ergänzende Behandlung verwendet werden. Nachfolgend finden Sie ein paar hilfreiche Heilpflanzen ausgelistet:

bouillon_blanc_lungenentzuendungKönigskerzen


Planze mit schleimlösender Wirkung. Wird normalerweise in Infusionsform verabreicht.

pin_sylvestre_lungenentzuendungKiefer (Pine)

Pflanze mit schleimlösender Lösung. Sie wird in Tablettenform verkauft.

eucalyptus_lungenentzuendungEukalyptus

Diese Pflanze wird in der Regel in Form von Infusionen, Tropfen, Sirup oder ästherischen Öl verkauft.

Efeu_lungenentzuendungEfeu (Hedera helix)

Diese Pflanze hat eine schleimlösende Wirkung. Sie wird in Form von gebrauchsfertigen Medikamenten verkauft (versuchen Sie nicht selber ein Medikament aus dieser Pflanze herzustellen!).

thym_lungenentzuendungThymian

Es handelt sich um eine Pflanze mit starker desinfizierender Wirkung. Normalerweise wird sie in Form von Infusionen, Kräutertee gegen Husten oder ästherischen Öl angeboten.

Ratschläge

Ratschlaege_lungenentzuendung Wie bei allen anderen Infektionskrankheiten, wird zur strikten Ruhe geraten. Der Körper benötigt viel Energie, um die Krankheitserreger zu bekämpfen. Ausruhen stellt daher eine ausgezeichnete Therapie zur Bekämpfung des Erregers dar.

– Nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich, da es sich positiv auswirkt, besonders bei einer viralen Lungenentzündung. Die Flüssigkeit führt zu einer Verwässerung des Virus und erleichtert somit die Beseitigung.

– Vermeiden Sie das Rauchen

Vorbeugung

Es wird empfohlen sich gründlich die Hände zu waschen, da dies eine der besten Vorbeugung gegen eine Lungenentzündung ist. Am besten verwenden Sie Desinfektionsseife. Dies ist besonders in geschlossenen Räumen wie Krankenhäusern, Schulen oder Kasernen zu empfehlen.

Quellen:
Save the Children

Wie übersetzt man ​Lungenentzündung in andere Sprachen ?
  • Englisch: pneumonia

  • Französisch: pneumonie

  • Italienisch: polmonite

  • Portugiesisch: pneumonia

  • Spanisch: neumonía

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 09.10.2018 verändert.