Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis)

Was tun bei einer Magen-Darm-Grippe?

1. Bei den ersten Symptomen einer Magen-Darm-Grippe sollte man viel trinken, z.B. Bouillon oder Tee aus Heilpflanzen.


2. Anschliessend ist es wichtig zu wissen, ob man einen Arzt konsultieren sollte oder nicht. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte man immer einen Arzt kontaktieren (Kinderarzt), um die Risiken einer schweren Dehydratation zu verhindern (lesen Sie: Komplikationen Magen-Darm-Grippe).

Was tun bei einer Magen-Darm-Grippe?Grosse Kinder und Erwachsene können sich bei einer viralen Magen-Darm-Grippe mit Medikamenten aus der Selbstmedikation behandeln, wenn keine bestimmte Risiken (lesen Sie: Wann einen Arzt konsultieren) vorliegen. Zu Verfügung stehen Antidiarrhoika, Zubereitungen auf Basis von Laktobazillen, usw. Lesen Sie: Behandlung Magen-Darm-Grippe.

Wenn es eine bakterielle Magen-Darm-Grippe ist, muss man auf jeden Fall den Arzt kontaktieren, der ein Antibiotikum verschreiben kann.

Die Behandlung der Magen-Darm-Grippe beruht auf einer Diät (Hydratation, Kompensierung des Salzverlustes, spezifische Nahrungsmittel).

Nach dem Stuhlgang (Durchfall) oder Erbrechen, sollten Sie etwa 15 Minuten warten, bevor Sie etwas essen oder trinken. Das Ziel ist es, den Magen einen Moment ausruhen zu lassen.

3. Zum Schluss kann es auch hilfreich sein, mit Heilpflanzen oder Hausmittel zu therapieren: vor allem mit Pflanzen, die reich an Tanninen sind, wie z.B. Schwarztee (lesen Sie: Heilpflanzen Magen-Darm-Grippe). Reiswasser ist ein Hausmittel, das bei Magen-Darm-Grippe und Durchfall oft empfohlen wird.

Eine Ernährung auf Basis von Joghurt ist eine gute Massnahme, um eine Magen-Darm-Grippe zu behandeln. Lesen Sie andere gute Ratschläge.

Ratschläge für die Prävention

Magen-Darm-Grippe-Gastroenteritis

Um die Ansteckung mit dem Virus oder Bakterien der Gesellschaft einzuschränken ist es wichtig, sich die Hände mehrmals pro Tag mit Wasser und Seife zu waschen. Insbesondere gilt dies in den Perioden mit Epidemien der Gastroenteritis. Man muss ebenfalls die Oberflächen (z.B. Toiletten) und Gegenstände gut desinfizieren, die mit dem Virus kontaminiert sind.

Man muss wissen, dass der Virus der Gastroenteritis, insbesondere der Rotavirus, sich leicht über Exkremente und Erbrochenem übertragen lassen: man spricht von einer oro-fäkalen Kontamination. Der Norovirus wird einfach über kontaminierte Nahrungsmittel und Getränke übertragen.

Interview mit einer Apothekerin über die Gastroenteritis

Übersicht über diese Infektionskrankheit (die meistens gutartig ist) mit der Apothekerin Chiara Rivière-Gallo, die in Genf (Schweiz) arbeitet.

  1. Was sind die klassischen Symptome einer Gastroenteritis?

Man beobachtet oft Übelkeit, Erbrechen und Durchfall (akut). Manchmal wird diese Infektion von Fieber, Kopfschmerzen, Magenkrämpfen oder Gliederschmerzen begleitet. In gewissen schweren Fällen wie bei Kleinkindern (Säuglingen), kann man eine Dehydrierung beobachten (Gewichtsverlust, grosser Durst, Mundtrockenheit, Verminderung der Menge und Häufigkeit des Wasserlassens). In diesem Fall sollten Sie schnellstmöglich einen Arzt konsultieren!

  1. Wie lange dauert eine Gastroenteritis?

Normalerweise klingt die Gastroenteritis innerhalb von 2 bis 3 Tagen von selber ab. Wenn man einen Norovirus hat (eine häufige virale Gastroenteritis), muss man zwischen 12 und 60 Stunden zählen, aber bei den meisten Patienten hat sich diese Infektion innerhalb von 2 Tagen selbst geheilt. Achtung: der Patient bleibt bis zu 2 Tage nach der Heilung noch ansteckend.

  1. Ist es möglich mehrere Gastroenteritiden zu haben?

Ja, weil die Immunität gegenüber Viren der Gastroenteritis und insbesondere dem Norovirus nur kurz anhält und es gibt viele verschiedene Bakterienstämme. Deshalb ist die Herstellung eines Impfstoffes gegen den Norovirus im Moment nicht möglich.

  1. Muss man einen Arzt konsultieren?

Nein, ausser bei den Neugeborenen, Kleinkindern oder im Gegenteil sehr alten Menschen, die fragil sind. Die virale Gastroenteritis (die man vor allem im Winter kennt) kann man mit der Selbstmedikation heilen (Einnahme von Paracetamol bei Schmerzen, Rehydrierungslösung, usw.), da sie ja innerhalb von 2 Tagen normalerweise von selber verschwindet. Diese Empfehlungen kommen vom NHS, einem öffentlichen Organ des Vereinigten Königreiches. Das Ziel der Selbstmedikation ist es zu vermeiden, dass die Notfälle oder der Hausarzt überlastet sind oder dass sich die Infektion ausbreitet (man weiss, dass die Gastroenteritis sehr ansteckend ist). Bei verdächtigen Symptomen wie starkem und persistierendem Durchfall, Schleim im Stuhl, Dehydrierung, einem reichlich wässrigen Durchfall, bei einer Rückkehr einer Reise oder Blut im Stuhl sollten Sie einen Arzt konsultieren.

  1. Welche Ernährung sollte man während der Gastroenteritis annehmen?

Zuallererst ist es wichtig festzuhalten, dass man in kleinen Mengen essen sollte, z.B. in 6 bis 10 kleinen Mahlzeiten, die über den Tag verteilt werden.

Die Nahrung sollte kein rohes Gemüse und keine gewürzten Speisen enthalten. Essen Sie vor allem Reiswasser (lesen Sie Frage 6), Bananen oder Karottenbrei. Vergessen Sie nicht ebenfalls viel zu trinken, z.B. Tee oder Bouillon. Vermeiden Sie zu stark gesüsste Getränke wie Cola: zu viel Zucker kann ein Zurückhalten des Wassers durch Osmose bewirken und so den Durchfall verstärken. Alle Nahrungsmittel, die die Darmflora aufbauen, können hilfreich sein: z.B. Joghurt oder Medikamente auf Basis von Milchsäurebakterien.

  1. Wie sind die Behandlungsmöglichkeiten bei einer viralen Gastroenteritis?

Man unterscheidet die Behandlung von Kleinkindern bzw. Neugeborenen und den grossen Kindern bzw. Erwachsenen.

Bei einer leichten Dehydrierung von Kleinkindern/Säuglingen ist es möglich, Rehydrierungslösungen zu verwenden. Diese sind in der Apotheke frei verkäuflich. Zudem empfiehlt die WHO die Zubereitung folgender Lösung.

Formel der WHO (vereinfacht)

– 8 Teelöffel Zucker

– 1 Teelöffel Kochsalz

– Saft von 1 bis 2 gepressten Orangen

– 1 Liter gekochtes Wasser (vor allem in Ländern, in denen das Wasser nicht trinkbar ist)

Dies sollte in kleinen Mengen regelmässig verabreicht werden. Diese Zusammensetzung wird dem Reiswasser vorgezogen. Das letztere enthält zu wenig Zucker. Bei einer Dehydrierung (Gewichtsverlust, Augenringe, grosser Durst, usw.) bei Neugeborenen sollten Sie unverzüglich einen Arzt kontaktieren.

Bei den gestillten Säuglingen sollte man bei fehlender Dehydrierung einfach weiter stillen.

Den grossen Kindern oder Erwachsenen raten die englischen Ärzte (basierend auf der sehr seriösen NHS, eine nationale Gesundheitsbehörde) oft zur Selbstmedikation mit z.B. Paracetamol gegen die Schmerzen oder Fieber. Loperamid gegen Durchfall oder eine gute Ernährung und viel trinken ergänzen die Therapie. Um die Darmflora wieder aufzubauen  sollten Milchsäurebakterien oder Medikamente auf Basis von Kohle zur Adsorption von infektiösen Substanzen empfohlen werden.

  1. Was sollte man tun, um sein Umfeld nicht anzustecken?

Man weiss, dass die Gastroenteritis sehr ansteckend ist. Das Erbrochene enthält eine riesige Anzahl Viren, die sich über Möbel usw. absetzen können. Man muss deshalb unbedingt regelmässig die Hände waschen, vor allem im Winter (Epidemie).

Die Wäsche sollte bei mehr als 60 Grad gewaschen werden. Wenn man sie nicht so heiss waschen kann, sollte man sie 14 Tage nicht verwenden.

Andere Massnahmen für eine wirksame Prävention können die Desinfektion mit Javelwasser für die Oberflächen, Möbel, usw. angesehen werden.

Interview realisiert in Genf (Schweiz) durch Xavier Gruffat (Editor criasaude.com.br) am 10.Januar 2011

Definition

Die Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) ist eine Entzündung und eine Infektion der Schleimhaut des Verdauungskanals des Magens und des Darms.

Insbesondere die Kinder sind von dieser Krankheit betroffen.

Die Magen-Darm-Grippe führt zu wahren Epidemien, da es sich um eine sehr ansteckende Krankheit handelt. Die Saison des Virus dauert normalerweise von November bis März.

Epidemiologie

Wenn man die Magen-Darm-Grippen anschaut, die durch das Rotavirus (häufigste Ursache von Durchfall und daher der Magen-Darm-Grippe in den Industrieländern) verursacht werden, vermutet man weltweit jedes Jahr 125 Millionen betroffene Menschen [Quelle: Wikipedia, französische Version, Dezember 2008].

Man vermutet, dass jedes Jahr 600‘000 Kinder unter 5 Jahren an den Folgen von Durchfall sterben (Rotavirus). [Quelle: sda].

In den USA gehen die CDC (Centers for Disease Control and Prevention) davon aus, dass sich jedes Jahr zwischen 19 und 21 Millionen Menschen mit dem Norovirus infizieren. Er ist die Ursache für 56’000 bis 71’000 Krankenhauseinweisungen sowie für 570 bis 800 Todesfälle jährlich.

Ursachen

Ursachen-Magen-Darm-Grippe-GastroenteritisDie Ursache einer Magen-Darm-Grippe sind meistens Mikroorganismen. Sie können viral oder bakteriell sein:

– Die virale Gastroenteritis (häufigste Ursache, mehr als 80% der Fälle in den Winterepidemien): es handelt sich um eine saisonale Infektion, die hochansteckend ist und sich einfach durch Menschenkontakt übertragen lässt. Sei dies durch Hände, in Toiletten durch fäkal-oralen Kontakt (man vergisst die Hände zu waschen und kontaminiert sich selber oder im Kontakt mit einem anderen Menschen), durch das Anfassen von kontaminierten Oberflächen, durch kontaminierte Nahrungsmittel oder Getränke, usw. Diese Viren führen zu grossen Epidemien in den Wintermonaten.

Man muss wissen, dass die Symptome einer viralen Gastroenteritis normalerweise weniger schwerwiegend sind als bei einer bakteriellen Gastroenteritis (oft charakterisiert durch Blut im Stuhl).

Mehr als etwa hundert Viren sind für die virale Gastroenteritis verantwortlich. Die bekanntesten sind der Rotavirus und der Norovirus. Der Rotavirus löst oft Epidemien bei Kindern aus; die Übertragung geschieht normalerweise, wenn die Kinder die kontaminierten Hände in den Mund führen. Die meiste Zeit entwickeln die Erwachsenen bei einer Kontamination keine Symptome, können aber auch ohne die Symptome den Virus übertragen. Es gibt eine wirksame Impfung, um einer Gastroenteritis vorzubeugen, die bei Kindern durch das Rotavirus ausgelöst wird. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat.

Norovirus
– Noroviren sind typische saisonale Viren und grassieren in Europa und in Nordamerika normalerweise während des Winters, bis in den März.
– Dieser Virus wird auf dem fäkal-oralen Weg oder durch kontaminierte Getränke oder Nahrungsmittel leicht übertragen, was den epidemieartigen Ausbruch in Institutionen und Gemeinschaften wie Seniorenheimen, Krankenhäusern, Kasernen oder auf Kreuzfahrtschiffen begünstigt. Die Ansteckung innerhalb derselben Familie ist ebenfalls sehr häufig.
– Nach den Angaben der amerikanischen CDC erfolgt die Übertragung des Norovirus in 61 % der Fälle über einen Direktkontakt oder durch Berührung einer kontaminierten Oberfläche. Eine Direktübertragung von Mensch zu Mensch ist beim Norovirus ebenfalls möglich.
– Weltweit geht man davon aus, dass die Noroviren die häufigste Ursache für Gastroenteritis-Epidemien mit Symptomen wie Durchfall und manchmal Erbrechen sind. Man unterscheidet mehrere Stämme des Norovirus. Nach den Angaben von Prof. Christine Moe von der Emory University in Atlanta (USA) gibt es mindestens 25 verschiedene Genotypen des Norovirus, und innerhalb jedes Genotyps findet man wiederum zahlreiche verschiedene Virusstämme, vermutlich Hunderte. Diese Vielfalt der Viren erklärt, warum es schwierig ist, von einer Jahreszeit zur anderen dagegen immun zu werden. Die Viren verändern sich ständig, sodass es dem Organismus nicht gelingt, die zu ihrer Bekämpfung erforderlichen Antikörper herzustellen.
Ebenfalls nach den Angaben von Prof. Christine Moe stellen die Noroviren innerhalb aller jemals beschriebenen Krankheitserreger die Gruppe mit dem höchsten Infektionspotential dar. Man geht davon aus, dass bereits 10 bis 20 Viruspartikel ausreichen, um einen Menschen zu infizieren.
– Es wird vermutet, dass der Norovirus bis zu 4 Wochen überleben kann, z. B. auf einer Oberfläche. Das ist das Ergebnis von Studien, die von Prof. Moe durchgeführt wurden. Allerdings weiß die amerikanische Wissenschaftlerin noch nicht, ob der auf einer Oberfläche vorhandene Virus in der Lage ist, bei einem Menschen die Erkrankung auszulösen. Weitere Studien haben gezeigt, dass der Norovirus bis zu 2 Monate in Wasser mit Umgebungstemperatur überleben kann und zur Auslösung der Erkrankung in der Lage wäre, was aus einem Artikel in der Ausgabe vom 24. Januar 2017 der angesehenen amerikanischen Fachzeitung The Wall Street Journal hervorgeht.

Das Calcicirus und Adenovirus sind ebenfalls Viren, die sehr oft Gastroenteritiden auslösen können.

Bakterielle Magen-Darm-Grippe: es handelt sich um Lebensmittelvergiftungen, die durch verschiedene Bakterien wie Salmonellen oder Kolibakterien verursacht werden können.

Bemerkungen

– Man bekommt diese Mikroben die meiste Zeit durch kontaminiertes Wasser oder durch fäkale Materie (die sich z.B. durch die Hände überträgt).

– Man kennt ebenfalls andere Ursachen der Magen-Darm-Grippe wie gewisse Medikamente (Antibiotika) oder verschiedene Parasiten.

Risikopersonen

Risikopersonen-Magen-Darm-Grippe-GastroenteritisObwohl alle Menschen an einer Magen-Darm-Grippe erkranken können, gibt es anfälligere Menschen, die ein erhöhtes Risiko für eine solche Infektion haben: dies sind vor allem die Neugeborenen und die kleinen Kinder. Bei diesen besteht ein erhöhtes Risiko der Dehydrierung, vor allem bei einer schlechten oder zu späten Behandlung.

Symptome

Die charakteristischen Symptome einer Magen-Darm-Grippe sind:

– Akuter Durchfall, plötzliches Auftreten. Dies ist wahrscheinlich das häufigste Symptom.

– Spasmen, Koliken und Magenkrämpfe: zusammengefasst als Bauchschmerzen.

– Erbrechen und Übelkeit

– Appetitmangel

– Müdigkeit, vor allem bei einer viralen Epidemie aufgrund von Noroviren

– Schmerzen

Kopfschmerzen

Symptome-Magen-Darm-Grippe-Gastroenteritis

– Leicht erhöhtes Fieber (beim Rotavirus beobachtet man oft eine schwach erhöhte Temperatur)

– Bei einer viralen Magen-Darm-Grippe beobachtet man oft ORL Pathologien (Halsschmerzen, Schnupfen, usw.) oder Harnprobleme.

– Bei schweren Fällen, wie bei Kleinkindern (Neugeborene, Säuglinge,…), beobachtet man oft eine Dehydrierung (Gewichtsverlust, grosser Durst, Mundtrockenheit, Verminderung der Häufigkeit des Wasserlassens und des Harnvolumens). In diesem Fall sollten Sie schnellstmöglich den Arzt kontaktieren.

Dauer einer Magen-Darm-Grippe

Normalerweise heilt eine Magen-Darm-Grippe innerhalb von 2 bis 5 Tagen von selber ab. Bei einer Infektion mit dem Rotavirus, vermutet man eine Verbesserung innerhalb von  4 bis 7 Tagen nach den ersten Symptomen.

Bei einer Infektion durch den Norovirus (eine recht häufige Magen-Darm-Grippe), muss man 12 bis 60 Stunden rechnen. Bei den meisten Patienten heilt sie aber nach 2 Tagen ab. [Quelle: nhs.uk, offizielle Behörde von Grossbritannien] .

Achtung: ein Patient kann bis 2 Tage nach der Heilung noch ansteckend sein (gewisse Quellen sprechen sogar von 7 Tagen).

Inkubationszeit einer viralen Gastroenteritis

Man vermutet, dass die Inkubationszeit einer viralen Gastroenteritis zwischen 1 und 3 Tagen beträgt. Dies bedeutet, dass die ersten Symptome 1 bis 3 Tage nach der Kontamination mit dem Virus auftreten.

Diagnose

Die Magen-Darm-Grippe kann durch die klassischen Symptome relativ einfach gestellt werden (sehen Sie weiter unten).

Der Arzt muss  in schlimmen Fällen nur bestimmen, ob es sich um eine virale (lesen Sie unter Behandlung) oder um eine bakterielle Infektion (Einnahme von Antibiotika) handelt. Er wird daher Untersuchungen machen, um die Ursache zu bestimmen.

Komplikationen

Komplikationen-Magen-Darm-Grippe-GastroenteritisEine Magen-Darm-Grippe bei Säuglingen, Bébé oder (kleinen) Kindern kann ein Risiko für eine Dehydrierung beinhalten,  die grundsätzlich problematisch sein kann (sehen Sie weiter unten). Sie haben eine Menge Wasser, die proportional höher ist als bei einem Erwachsenen, und Wasser ist grundlegend für ein gutes Funktionieren des Organismus.

Symptome und Anzeichen einer Dehydrierung

Anzeichen einer Dehydrierung können folgende sein: starker Durst, Gewichtsverlust, trockener Mund, Verminderung der Menge und der Frequenz des Wasserlassens (Kind hat z.B. seit mehr als 8 Stunden kein Pipi gemacht), eine dunkelgelbe Farbe des Urins, schneller Puls, starke Schwäche des Körpers, Schwindel, Konfusionen, usw.

Nebst den  Kleinkindern, kann die Magen-Darm-Grippe bei anfälligeren Menschen (ältere Menschen, geschwächtes Immunsystem) zu Komplikationen führen. Deshalb muss diese Erkrankung immer ernst genommen werden und die Behandlung angepasst werden. In den schlimmsten Fällen kann es zum Tod kommen (wir haben leider von Fällen bei Kindern, die erst einige Monate alt waren, erfahren).

Wann zum Arzt?

Wir empfehlen Ihnen, einen Arzt (Hausarzt, Kinderarzt) zu kontaktieren, wenn die Magen-Darm-Grippe Säuglinge, Bébés oder kleine Kinder betrifft. Bei diesen Risikogruppen besteht ein hohes Risiko der Dehydrierung.

Bei verdächtigen Symptomen bei Kindern oder Erwachsenen: Durchfall mit Blut im Stuhl (oft ein Zeichen einer bakteriellen Infektion), grünliches Erbrechen, usw. sollten Sie schnell einen Arzt kontaktieren.

Wie bereits gesagt können Menschen, die zu keiner Risikogruppe gehören, die Magen-Darm-Grippe mit der Selbstmedikation selber behandeln, ohne einen Arzt zu kontaktieren [Quelle: nhs.uk, öffentliche Gesundheitsbehörde von Grossbritannien, Januar 2011].

Behandlung Magen-Darm-Grippe

Die erste Behandlung, die bei einer Magen-Darm-Grippe sofort gestartet werden muss, ist die Hydrierung mit viel Wasser und Getränken, die reichhaltig an Mineralien sind (Bouillon oder Suppen).

Es ist wichtig, sich während dem Auftreten der Symptome auszuruhen.

Man unterscheidet verschiedene Typen von Medikamente, um die Symptome zu lindern. Dies ist vor allem bei der viralen Infektion der Fall, da bei dieser Infektion die Ursache nicht behandelt werden kann (Virus).

Behandlung einer viralen Magen-Darm-Grippe :

A. Behandlung der Magen-Darm-Grippe bei Erwachsenen

1. Gegen Durchfall: man verwendet Loperamid (in der Schweiz Imodium®). Dies nimmt man über eine kurze Zeit und lässt sich von einer Fachperson beraten. Man kann gegen Durchfall auch Racecadotril (Tiorfan®) einsetzen. Dieses Medikament vermindert den Abgang von Stuhl und wir vor allem bei einer Infektion mit dem Rotavirus empfohlen.

2. Gegen Mikroben: Antiseptika, verkäuflich in der Apotheke

3. Gegen Übelkeit und Erbrechen: z.B. Domperidon (Motilium®).

4. Gegen den Verlust von Flüssigkeit und Mineralsalzen: Rehydratationslösung (in der Schweiz verkäuflich als z.B. Normolytoral®, GES®45, in Frankreich GES®45).

5. Für den Wiederaufbau der Darmflora: Milchsäurebakterien (Lactoferment®, Bioflorin®, usw.) oder Medikamente auf Basis von Kohle (Carbolevure®) zur Adsorption von infektiösen Agentien. Sehen Sie auch unter Aktivkohle.

Ein guter Ratschlag des Apothekers (Frau Van, Apothekerin)

Bei der Einnahme von Aktivkohle, können Sie es in Coca Cola auflösen, um zu vermeiden, dass Sie die schwarze Farbe der Kohle sehen. Zudem maskiert es den Geschmack. Dies wird vor allem bei Kindern empfohlen.

6. Gegen Magenkrämpfe oder Spasmen: z.B. ein Medikament auf Basis von Scopolamin (Buscopan®). Scopolamin ist ein Derivat aus der Tollkirsche.

7. Gegen Schmerzen und/oder Fieber: Paracetamol

B. Behandlung der Magen-Darm-Grippe bei Kleinkindern

In diesem Fall wird stark empfohlen, einen Kinderarzt zu kontaktieren, um den Verlust von Flüssigkeit und Mineralsalzen zu vermeiden. Der Kinderarzt könnte z.B. folgendes verschreiben:

1. Medikament gegen den Flüssigkeit- und Mineralsalzverlust: Das sind Rehydrierungslösungen (in der Schweiz z.B. Normolytoral oder GES45. Man sollte den Kleinkindern keine Antidiarrhoika wie Loperamid verabreichen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

2. Nach flüssigem Stuhl oder Erbrechen bei Kindern, sollten Sie 15 bis 20 Minuten warten, um sich den Magen ausruhen zu lassen. Nach dieser Zeit können Sie dem Kind Rehydrierungslösung in mehreren Gaben verabreichen. Vermeiden Sie Wasser, da dies bei Kindern mit Magen-Darm-Grippe schlecht absorbiert wird.

In schweren Fällen einer Dehyrierung, wird im Spital eine Rehydrierung vorgenommen (z.B. mit Rehydrierungslösungen i.v. verabreicht).

Impfungen gegen die Magen-Darm-Grippe (bei Säuglingen)

Es gibt Impfungen gegen das Rotavirus, aber nicht gegen den Norovirus (ist jedoch genauso häufig), da das Norovirus auf genetischem Niveau zu variabel ist und es im Moment unmöglich ist, eine Impfung zu entwickeln.

– Rotarix®, eine Impfung auf Basis der Rotaviren (lebend). Kann man bei Säuglingen ab 6 Wochen verabreichen, um diese Magen-Darm-Grippen zu verhindern.

– Rotateq®, eine Impfung auf Basis von Rotaviren (lebend). Kann man bei Säuglingen ab 6 Wochen verabreichen, um diese Magen-Darm-Grippen zu verhindern.

Heilpflanzen

Die unten aufgeführten Heilpflanzen können helfen, die Symptome einer Magen-Darm-Grippe zu lindern. Sie sind aber nicht die Behandlung erster Wahl, es handelt sich eher um ergänzende Massnahmen.


Heilpflanzen-Magen-Darm-Grippe-Gastroenteritis

Schwarztee (lassen Sie den Beutel mindestens 10 Minuten ziehen, um die Tannine zu lösen): Der Schwarztee ist insbesondere bei Durchfall wirksam (wegen den Tanninen), fügen Sie eventuell Zucker bei, um den Zuckerverlust auszugleichen.

Kalmus, als Tee

Boldo, als Tee oder Tabletten


– Echte Kamille, als Tee

Heilpflanzen-Magen-Darm-Grippe-Gastroenteritis

Eiche, als Dekokt

Kümmel, als Tee

Melisse, als Tee, Tropfen oder Kapseln

Heilpflanzen-Magen-Darm-Grippe-Gastroenteritis

Pfefferminze, als Tee oder Kapseln

Schafgarbe, als Tee: ist vor allem bei Spasmen wirksam

Heidelbeere, als Saft einzunehmen

Desinfektion, Prävention des Virus

– Im Jahre 2014, hat eine Studie der Universität von Arizona (USA) gezeigt, dass essentielles Oreganoöl, das viel Carvacrol enthält, Oberflächen, Gegenstände, Nahrungsmittel und Getränke, die mit dem Norovirus kontaminiert sind, desinfizieren kann. Damit das Oreganoöl wirksam ist, muss es mit anderen Desinfektionsmittel kombiniert werden. Der Vorteil gegenüber klassischen Produkten ist, dass das ätherische Öl zu weniger Resistenzen führen könnte und weniger toxisch ist, vor allem um Getränke und Nahrungsmittel zu desinfizieren.

Hausmittel

Reiswasser, Tee aus Heidelbeeren, Dekokt der Eiche, Karottensuppe, Dekokt der Heidelbeere, Aktivkohle

Ratschläge

– Es wird empfohlen viel zu trinken, um die Rehydrierung zu fördern. Insbesondere Wasser, Tee aus Heilpflanzen sowie auch Bouillon sind empfehlenswert. Letzteres ist ein Nahrungsmittel, das besonders für den Ausgleich des Salzverlustes empfohlen wird. Karottensuppe ist ebenfalls wirksam und wird vor allem bei den Neugeborenen gerne eingesetzt.

– Wie bei anderen Infektionskrankheiten (Erkältung, Grippe,…) wird empfohlen sich auszuruhen, um das Immunsystem im Kampf gegen den Virus der Magen-Darm-Grippe zu unterstützen.

Ernährung bei einer Magen-Darm-Grippe (Diät)

Ratschläge-Magen-Darm-Grippe-Gastroenteritis

– Essen Sie Nahrungsmittel, die die Darmflora aufbauen. Zu empfehlen sind Joghurt oder Medikamente auf Basis von Laktobazillen.

– Teilen Sie die Hauptmahlzeiten auf kleinere Mahlzeiten auf (die gastrische Entleerung ist kleiner).

– Eine Ernährung, die viel Reis enthält (z.B. auf Basis von Reiswasser). Dies verlangsamt den Transit und vermindert dadurch den Durchfall (ein wichtiges Symptom der Magen-Darm-Grippe).

– Nimmt die Häufigkeit des Durchfalls ab, ist es möglich, Bananen oder rohe Äpfel zu essen (wenn möglich püriert). Ausserdem kann zunehmend Reis, Kartoffeln, usw. gegessen werden. Wenn alle Symptome verschwunden sind und insbesondere der Stuhl wieder fester wird, kann man wieder normal essen.

Vorbeugen

Die Prävention ist grundlegend, da man weiss, dass sich bei einer viralen Magen-Darm-Grippe (z.B. Norovirus) im Erbrochenen sehr viele Viren befinden. Dies fördert anschliessend die schnelle Übertragung auf andere Menschen.

– Sich die Hände regelmässig mit Seife waschen (während 15 Sekunden), da dies die Übertragung auf andere Menschen und eine Kontamination verhindert. Dies wird vor allem bei der Pflege eines Säuglings empfohlen. Man sollte sich die Hände vor allem nach jedem Toilettengang und vor dem Essen waschen.

– Bei einer Magen-Darm-Grippe in der Familie oder in einer öffentlichen Einrichtung wird empfohlen, die Gläser nicht auszutauschen.

– Das Umfeld sollte nicht geküsst werden, da somit eine schnelle Übertragung möglich ist.

– Vermeiden Sie den Konsum von Nahrungsmittel, bei denen das Verfallsdatum überschritten ist, um eine Lebensmittelvergiftung zu vermeiden.

– Tragen Sie wegwerfbare Handschuhe beim Auftreten einer Magen-Darm-Grippe in einem Altersheim oder anderen geschlossenen und stark frequentierten Institutionen.

– Wenn die Kleider durch Erbrochenes oder Stuhl kontaminiert sind, sollten Sie sie bei 60°C waschen.

– Desinfizieren Sie alle durch Erbrochenes oder Stuhl kontaminierten Oberflächen (Toiletten, Böden,…) mit Javel.

– Trinken Sie pasteurisierte Milchprodukte.

Wie übersetzt man ​Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) in andere Sprachen ?
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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 03.08.2017 verändert.

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