Magenbrennen

Definition

Definition_magenbrennenMagenbrennen ist eine Form von Gastritis. Eine Gastritis ist eine Magenschleimhautentzündung. In die Kategorie dieser Erkrankung fallen z.B. Magenbrennen sowie die Magen-Darm-Grippe. Bei Magenbrennen handelt es sich um die am häufigsten auftretende Erkrankung des Verdauungssystems.
Magenbrennen kann beispielsweise nach einer üppigen Mahlzeit auftreten. Kennzeichnend für Magenbrennen ist ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein. Grund dafür ist der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre (Reflux). Falls Sie nach einer üppigen Mahlzeit Magenbrennen haben, ist eine Behandlung mit säurehemmenden Medikamenten, die in der Apotheke erhältlich sind, hilfreich.


Falls die Schmerzen jedoch stärker sind, länger andauern (in der Regel mehr als 3 bis 4 Wochen) oder immer wieder auftreten nach beschwerdefreien Perioden ist eine medizinische Untersuchung beim Magen-Darm-Spezialisten unerlässlich, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Lassen Sie sich von Ihrem Apotheker beraten, ob ein Arztbesuch notwendig ist oder nicht. Magen-Darm-Spezialisten (Gastroenterologen) können überprüfen, was der Grund für die Beschwerden sind.

Ursachen

placebo_magenbrennenZahlreiche Ursachen können für eine Magenschleimhautentzündung bzw. für Magenbrennen verantwortlich sein:

– Bakterien: Helicobacter pylori, die gastrische Entzündungen auslösen.

Am 16.Juni 1984 haben zwei australische Forscher (Barry Marshall und Robin Warren) in einer Studie folgendes gezeigt: bei Patienten mit H.pylori im Magen, eröffnet sich bei Magenbrennen eine ganz neue Therapiemöglichkeit: nämlich mit Antibiotikum.

Diese revolutionäre Entdeckung wurde 2005 mit dem Nobelpreis belohnt.

Mit dem Wissen, dass Magenkrebs zum Teil durch H.pylori verursacht wird und durch die Behandlung von Magenbrennen mit Antibiotikum, wurde die Medizin revolutioniert: die Anzahl Fälle von Magenkrebs sind drastisch gesunken.

stress_magenbrennen– Stress und/oder andere psychische Probleme: Das Verdauungssystem enthält mehr Nervenzellen als das Gehirn. Der Zusammenhang zwischen psychischen Faktoren (Nervensystem) und dem Verdauungssystem ist seit längerem bekannt. Dieser Erkenntnis sollte vermehrt Rechnung getragen werden, seitens des Patienten wie auch der behandelnden Fachpersonen

– Bei Einnahme von Medikamenten, die den Magen reizen, wie z.B. bestimmte nichtsteroidale Entzündungshemmer (Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac, Mefenaminsäure u.a.) oder Steroide (Kortison). Diese Medikamente können eine reizende Wirkung auf die Magenschleimhaut haben und Geschwüre (gelegentlich mit Blutungen verbunden) sowie Magenbrennen verursachen. Zahlreiche andere Medikamente (Antibiotika, Acetylcstein u.a.) können ebenfalls Magen-Darm-Probleme verursachen.

– Unausgewogene Ernährung (zu saure, fettige, scharfe, üppige Nahrung oder auch zu viel Alkohol).

– Hiatushernie (Problem mit dem Muskel, der sich zwischen dem Magen und dem Zwerchfell befindet)

– Fehlfunktion des Schliessmuskels, der die Speiseröhre vom Magen trennt

– Schwangerschaft oder Übergewicht (infolge einer Druckerhöhung auf den Magen)

– Entzündungserreger (wie bestimmte Viren; in diesem Fall spricht man eher von einer Magen-Darmgrippe)

– Allergien oder Pseudoallergien bei Einnahme bestimmter Nahrungsmittel und Medikamente

– Genetische Ursachen

– Überproduktion der Magensäure (mit oder ohne erklärbarem Grund)

– Deformation im Magenbereich.

Symptome

Typische Beschwerden bei Magenbrennen sind brennende Schmerzen hinter dem Brustbein zum Hals aufsteigend (Bereich der Speiseröhre), saures Aufstossen sowie bitterer Geschmack im Mund. Magenbrennen mit Rückfluss von Säure kann ebenfalls von einem Husten begleitet sein. Nach einer Mahlzeit treten die Symptome häufig verstärkt auf.


Zur Erinnerung: Gelegentliches Magenbrennen oder Magenbrennen von kurzer Dauer (3 bis 4 Wochen) kann durch Selbstmedikation behandelt werden. Medikamente zur Behandlung können Sie in der Apotheke beziehen. Treten die Symptome jedoch verstärkt oder längerfristig auf, ist ein Arztbesuch nötig. In schlimmen Fällen kann es zu Blutungen kommen. Es besteht ebenfalls ein erhöhtes Krebsrisiko. Lassen Sie sich von Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker beraten, um zu erfahren, wie Sie weiter vorgehen sollen.

Symptome einer Magenschleimhautentzündung sind Magenbrennen, starke Schmerzen, Durchfall, Spasmen (Krämpfe) sein. Je nach Schweregrad wird empfohlen, sich von einem Gastroenterologen (Spezialarzt für Magen-Darm-Krankheiten) untersuchen zu lassen.

Behandlung

Behandlung_magenbrennenZur Behandlung von Magenbrennen gibt es verschiedene Arzneimittel, die rezeptfrei im Handel erhältlich sind:

Bemerkung zu säurehemmenden Medikamenten:

– Säurehemmende Medikamente sollten nur gelegentlich oder nur für kurze Zeit (3 bis 4 Wochen) eingenommen werden.
– Für eine genaue Dosierung fragen Sie Ihren Apotheker um Rat, der Ihnen als Spezialist für Medikamente am besten helfen kann. In der Regel werden solche Medikamente eine Stunde nach der Mahlzeit eingenommen.
– Achtung: Bei gleichzeitiger Einnahme von säurehemmenden Medikamenten und anderen Medikamenten besteht das Risiko einer Wechselwirkung. Nehmen Sie die verschiedenen Medikamente mit Abstand ein.
– Normalerweise setzt die Wirkung von Antacida (z.B. auf Basis von Magnesium, Calcium oder Aluminium) 10 Minuten nach der Einnahme ein und haltet 30 bis 60 Minuten an.

1. Anionische säurehemmende Medikamente

Diese Klasse säurehemmender Medikamente neutralisiert die Magensäure, u.a.:
– Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3): Dieses Präparat, das in bereits abgepackten Beuteln (Pulverform) in der Apotheke erhältlich ist, sollte nicht zu häufig eingenommen werden. Eine übermässige Einnahme kann zu Blähungen und Bluthochdruck führen. Bei Einnahme dieses Präparats besteht ein Risiko zu einem ”Ping-Pong Effekt”, d.h. eine erneute Säurezunahme.
– Calciumcarbonat (CaCO3): Arzneistoff, der im Medikament Rennie®* enthalten ist. Dieses Medikament sollte nicht langfristig eingenommen werden. Risiko zu Hyperkalzämie.

* Die oben genannnten Medikamente sind nicht repräsentativ für die Gesamtheit der erhältlichen Arzneimittel, es handelt sich in jedem Fall um eine unvollständige Liste, die nur als unverbindlicher Anhaltspunkt zur Orientierung gilt. Für mehr Informationen zu den Medikamenten, lesen Sie bitte die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Apotheker um Rat.

2. Kationische säurehemmende Medikamente

Diese Medikamente oder Wirkstoffe neutralisieren ebenfalls die Säure im Magen und bilden zusätzlich einen säurehemmenden Schutzfilm auf der Magenschleimhaut, u.a.:
– Magnesiumhydroxid (Mg(OH)2): Nicht übermässig einnehmen. Achtung: Magnesium hat eine abführende Wirkung (in der Schweiz, in *Magnesia St. Pellegrino®)
– Aluminiumhydroxid (Al(OH)3): Nicht übermässig einnehmen. Achtung: Aluminium kann zu Verstopfung führen (in der Schweiz in *Alucol®, einmal geöffnet muss dieses Medikament im Kühlschrank aufbewahrt werden!).

* Die oben genannnten Medikamente sind nicht repräsentativ für die Gesamtheit der erhältlichen Arzneimittel, es handelt sich in jedem Fall um eine unvollständige Liste, die nur als unverbindlicher Anhaltspunkt zur Orientierung gilt. Für mehr Informationen zu den Medikamenten, lesen Sie bitte die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Apotheker um Rat.

3. Säurehemmende Komplexmittel

Diese Medikamente oder Wirkstoffe neutralisieren ebenfalls die Säure im Magen und bilden zusätzlich einen säurehemmenden Schutzfilm auf der Magenschleimhaut, u.a.:
– Magaldrat: Nicht übermässig einnehmen (in der Schweiz in *Riopan® enthalten)
– Sucralfat: Nicht übermässig einnehmen. Kann auch während der Schwangerschaft eingenommen werden (in der Schweiz in *Ulcogant®), Medikament ohne Alkohol.

* Die oben genannnten Medikamente sind nicht repräsentativ für die Gesamtheit der erhältlichen Arzneimittel, es handelt sich in jedem Fall um eine unvollständige Liste, die nur als unverbindlicher Anhaltspunkt zur Orientierung gilt. Für mehr Informationen zu den Medikamenten, lesen Sie bitte die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Apotheker um Rat.

4. H2-Rezeptor-Antagonisten

Arzneistoffe:
– Ranitidin
– Cimetidin

5. Protonenpumpenhemmer (PPI; proton pump inhibitors)

Diese Medikamente binden sich an die sogenannte Protonenpumpe in der Wand der Belegzelle des Magens und blockieren diese. Dies verringert die Freisetzung der Magensäure. Protonenpumpenhemmer sind angezeigt gegen Magengeschwüre und werden zur Behandlung von Helicobacter pylori zusammen mit zwei Antibiotika eingesetzt (Kombinationstherapie). Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das häufig Geschwüre verursacht.

Arzneistoffe:
– Omeprazol
– Esomeprazol
– Pantoprazol
– Lansoprazol
– u.a.

Heilpflanzen

Heilpflanzen_magenbrennenHier finden Sie einige natürliche Behandlungsmethoden, um Magensäure oder -brennen zu behandeln:

Folgende Heilpflanzen haben sich gegen Magensäure oder -brennen als wirksam erwiesen. Die Wirkung bleibt jedoch relativ beschränkt (verglichen zu klassischen Medikamenten). Die Heilpflanzen sollten daher eher als Ergänzungsmassnahme und nicht als Behandlung erster Wahl angewendet werden:

calami_rhizome_magenbrennenEchter Kalmus, als Kräutertee einzunehmen

Boldo, als Kräutertee oder in Form von Tabletten einzunehmen

Echte Kamille, als Kräutertee einzunehmen

Schöllkraut, in Form von Tropfen oder Tabletten einzunehmen (Achtung: Nicht nach eigenem Rezept hergestellte Zubereitungen anwenden, sondern fertige Präparate). Lassen Sie sich von Ihrer Apothekerin oder Ihrem Apotheker beraten.

Kohl, in der Regel als Saft einzunehmen

Kümmel, als Kräutertee einzunehmen

Melisse , als Kräutertee oder in Form von Tabletten einzunehmen

Minze, als Kräutertee oder in Form von Tabletten einzunehmen

Schafgarbe, als Kräutertee einzunehmen

Hausmittel

Absinth Kräutertee – Wermuttee
Kalmus-Tee
– Natriumbikarbonat (lösen Sie einen Kaffeelöffel in einem Glas Wasser auf)

Ratschläge

– Nach dem Essen einen Moment gehen und vermeiden, sich auszuruhen (weil durch Liegeposition der Rückfluss von Magensäure begünstigt wird.

– Magensäure vermindernde Nahrungsmittel essen (dank Tampon-Effekt der Nahrungsmittel), wie beispielsweise Joghurts.

cafe_magenbrennen– Nahrungsmittel vermeiden, die Magensäure begünstigen: Z.B. Nahrungsmittel, welche reich an Proteinen sind (Steaks), Fett, scharfes oder frittiertes Essen, Alkohol, Tabak, Kaffee, saure Fruchtsäfte (Orangensaft) und Kräutertees, welche die Magensäure fördern (Hagebutte, Malve u.a.).

– Bestimmte Früchte, wie z.B. Bananen essen. Solche Früchte tragen dazu bei, das Ausscheiden von Säure zu vermindern.

– Mahlzeiten in kürzeren Abständen einnehmen (damit sich der Magen schneller entleeren kann).

– Das Essen gut kauen.

– Die Ursache von Magensäure herausfinden: Magenbrennen kann gelegentlich durch die Einnahme von Medikamenten (zum Beispiel nichtsterodiale Entzündungshemmer wie Acetylsalicylsäure (Aspirin), Ibuprofen, Mefenaminsäure u.a.), Acetylcystein (Medikament gegen schleimigen Husten) oder auch bestimmten Antibiotika verursacht werden.

– Essen Sie gewisse Früchte wie eine Banane, dies erlaubt die verminderte Sekretion von Magensäure.

– Reduzieren Sie das Körpergewicht: Übergewicht fördert Magenbrennen.

– Vermeiden Sie es zu rauchen. Rauch erhöht die Magensäure und kann die Entwicklung eines Magengeschwüres fördern.

– Beschränken Sie oder besser vermeiden Sie den Alkoholkonsum. Alkohol kann die Magenschleimhaut irritieren.

Wie übersetzt man Magenbrennen in andere Sprachen ?
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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 25.04.2016 verändert.

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