Nagelpilz

Definition

Nagelpilz oder Onychomykosen (onycho bedeutet auf Griechisch Nagel) werden normalerweise durch Infektionen der Zehen- oder Fingernägel durch einen mikroskopischen Pilz (Dermatophyten, Hefen oder Schimmel) verursacht.
Nagelpilz entwickelt sich hauptsächlich in einer feuchten und warmen Umgebung. Sich in einer Gemeinschaft zu befinden (Duschen, Bäder,…) kann die Entwicklung von Nagelpilz stark fördern.Man muss wissen, dass Nagelpilz oft schwierig zu behandeln ist und es mehrere Monate, wenn nicht sogar Jahre braucht, um zu einem zufriedenstellenden Resultat zu gelangen.


Nagelpilz tritt an den Füssen häufiger auf als an den Händen, da die Mikroorganismen ein feuchtes Milieu bevorzugen, um sich gut zu entwickeln.

Epidemiologie

Man vermutet, dass ab dem Alter von 40 Jahren die Prävalenz für Nagelpilz (Onychomykose) mehr als 20% beträgt.

Bei Kindern ist diese Pilzerkrankung jedoch selten.

Ursachen

Nagelpilz oder Onychomykosen werden durch mikroskopische Pilze verursacht. Diese gehören meistens zu den Dermatophyten (Trichophyton rubrum), Hefe oder Schimmelpilz.

Halten wir fest, dass beim Nagelpilz an den Zehen, in den meisten Fällen (9 von 10) Dermatophyten die Ursache sind.


Beim Nagelpilz an den Fingern handelt es sich meistens um einen Hefepilz, dem sogenannten Candida.

Die Entwicklung eines Nagelpilzes geschieht oft folgendermassen: zuerst liegt eine Pilzinfektion der Haut vor (also nicht an den Nägeln), die sich anschliessend auf die Nägel ausbreitet. Deshalb sollte man einwandfreie Nägel haben. Man verhindert damit den Eintritt von Mykosen. Halten wir ebenfalls fest, dass Traumen von Nägeln aufgrund von Sport wie Fussball, Tennis, usw., die Nägel anfällig machen können, was ebenfalls eine Eintrittspforte für den Pilz bildet.

Symptome

Die Symptome von Nagelpilz sind sehr unterschiedlich:

  • Ein Zeichen von Nagelpilz kann eine Veränderung der Nagelfarbe sein. Zum Beispiel kann ein Teil opak oder weisslich sein, aber er kann auch andere Farben wie gelb, grün, usw. annehmen.
  • Der Nagel kann leicht vom Nagelbett abgelöst sein. Man spricht von Onycholyse.
  • In gewissen Fällen kann der Nagel unterschiedlich dick sein oder eine veränderte Textur haben.

Man kann verschiedene Stadien von Nagelpilz beobachten: von kleinen Flecken zu einem komplett beschädigten Nagel. Je nach Fortgeschrittenheit des Befalls, kann der Arzt die beste Therapiemöglichkeit wählen.

Diagnostik

Die Diagnostik ist schwierig, aber für die richtige Therapie grundlegend. Je nach Pilztyp gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten (lesen Sie unter Behandlung). Zudem ist es von Vorteil, wenn Sie bei Nagelpilz einen Arzt konsultieren (vor allem wenn Sie bereits eine Therapie versucht haben und diese nicht gewirkt hat). In seltenen Fällen kann es sich nämlich um ein malignes Melanom handeln (unter dem Nagel), das man operativ entfernen muss [Quelle: Tribune Médicale, Juni 2010, Schweiz].

Behandlung

Um Nagelpilz zu behandeln, verschreibt der Arzt topische oder oral eingenommene Medikamente.

Um die Wirksamkeit der Therapie zu verbessern, kann man diese zwei Applikationsarten kombinieren.

Die Therapie hängt wie bereits erwähnt von der Art des Pilzes ab. Ihr Arzt wird Sie informieren.

Nachfolgend die möglichen Therapien:

  1. topisch:
  • Nagellack auf Basis von Amorolfin. Ist rezeptfrei und mit Rezept erhältlich. Der Nagellack ist wirksam, wenn die Matrix des Nagels nicht geschädigt ist. Die Dauer der Behandlung auf Basis von Amorolfin ist normalerweise 1 Jahr mit einer oder zwei Applikationen pro Woche.

Diese Nagellacke scheinen auch bei Schimmelpilzen wirksam zu sein.

Es gibt in der Schweiz ebenfalls Stifte, die man auf den Nagel auftragen kann und frei verkäuflich sind: Excilor®  (aus Basis von Essigsäure und Ethyllactat, um den pH zu senken) oder Nailner® (aus Basis von Ethyllactat, Lavendel, Teebaum,…). Diese Stifte sind nur gegen gewisse Pilzarten wirksam (lesen Sie unter Ursachen und Symptome). Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, um weitere Informationen zu erhalten und zu erfahren, ob diese Stifte in Ihrem Fall verwendet werden können.

In der Schweiz findet man auch Cremen (auf Basis von Harnstoff) als Set zum Auftragen auf die Nägel. Ein Beispiel ist Canesten® Nagelset (Set oder Kit).

  1. Oral:
  • Tabletten auf Basis von z.B. Terbinafin oder Itraconazol, die rezeptpflichtig sind. Die oralen Behandlungen werden vor allem empfohlen, wenn es sich um einen fortgeschrittenen Fall handelt (betroffene Matrix, grosser Teil des Nagels befallen). Diese Behandlungen können zu Nebenwirkungen in der Leber führen. Ihr Arzt gibt Ihnen zu diesem Thema weitere Auskünfte (Kontraindikationen, Risiken,…).
  1. Andere Behandlungen:

In gewissen Fällen kann die Behandlung auch folgendes beinhalten: chirurgische Massnahmen, Schleiftechniken, Verwendung von Keratolytika (Salicylsäure, Urea,…).

Es gibt auch eine Behandlung auf Basis von Licht, bei der man die Mykose Lichtwellen aussetzt. Man spricht auch von der photodynamischen Therapie und verwendet dabei photosensible Wirkstoffe (reagieren auf Licht). Diese Art von Behandlung ist zurzeit (Stand Jahr 2014) oft teuer oder erst in der Entwicklung. Sie wird vor allem bei sehr schweren Fällen oder klassischen Therapieresistenzen eingesetzt (oral oder topisch).

Fragen Sie Ihren Arzt um Rat, welches die beste Methode sei, um Ihren Nagelpilz zu behandeln.

Bemerkungen bezüglich der Behandlung von Nagelpilz
Die Behandlung von Nagelpilz (vor allem der Füsse) ist oft sehr langwierig (12 bis 18 Monate), da es Zeit braucht, bis der Nagel nachgewachsen ist und die Therapie damit 100% wirksam ist.

Gewisse Dermatologen sind der Meinung, dass nur die orale Behandlung sehr wirksam ist und die Behandlung in topischer Form nur zu Beginn der Therapie oder bei oberflächlichen Mykosen wirksam ist.

Heilpflanzen

Es gibt eine Heilpflanze, mit der bei Nagelpilz gute Ergebnisse erzielt werden können, die aber (unserer Ansicht nach) nur als Ergänzung zu den sogenannten klassischen Behandlungen eingesetzt werden sollte.

– Der Teebaum (Tea tree), zur äußerlichen Anwendung (nicht schlucken).
Tragen Sie zweimal täglich einen bis zwei Tropfen Teebaumöl wie Nagellack auf den vom Pilz befallenen Nagel auf. Die Behandlung sollte über einen Zeitraum von 4 bis 6 Monaten erfolgen.

Prävention

  • Pflegen Sie gut Ihre Nägel. Beschädigte Nägel erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Nagelpilz entwickelt, da es eine einfache Eintrittspforte ist.
  • Schneiden Sie Ihre Nägel nicht zu lang und nicht zu kurz.
  • Trocknen Sie die Zehenzwischenräume (vor allem zwischen dem dritten und fünften Nagel) gut ab. Es ist oft an dieser Stelle, wo sich der Fusspilz entwickelt. Verwenden Sie Watte, die Sie zwischen die Zehen platzieren, um diese Zwischenräume gut zu trocknen.
  • An öffentlichen feuchten Orten (Duschen, Bäder), sollten Sie nicht barfuss gehen. Tragen Sie z.B. Sandalen.
  • Waschen Sie die Kleider (60°C oder mehr), die mit der Mykose in Kontakt waren. Sie können zudem ein desinfizierendes Waschmittel verwenden.
  • Verwenden Sie Kleidung (z.B. Socken), die den Fuss gut atmen lassen. Zu viel Schweiss fördert die Entwicklung von Mykosen (Dermatophyten). Sie können einen antimykotischen Spray oder ein Puder in die Schuhe geben.
  • Achten Sie auf Hygiene und auf die Qualität der Haut, indem Sie Spezialsalben verwenden oder eine Pediküre machen lassen.
  • Achtung vor Verletzungen und Hühneraugen. Sie können den Eintritt von Dermatophyten fördern und damit auch Mykosen in den Nägeln auslösen.
  • Verwenden Sie wenn möglich synthetische Socken, die den Fuss besser trocknen, als Baumwoll- oder Wollsocken.
  • Wechseln sie regelmässig die Socken.

Gute Ratschläge

– Machen Sie Fussbäder, z.B. auf Basis von Kalziumpermanganat (in der Apotheke zu kaufen). Eine andere  Idee für ein Fussbad ist es, einen Teil Essig mit zwei Teilen heissem Wasser zu mischen und den Nagel 15 bis 20 Minuten darin baden zu lassen.

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 05.01.2018 verändert.