Nierenkrebs

Definition

 Definition_nierenkrebsNierenkrebs ist ein Tumor, der aus unkontrolliertem Wachstum der Zellen der Niere entsteht. Die häufigste Art von Nierenkrebs ist das Nierenzellkarzinom.


Andere Arten sind auch unter dem Namen Urothelkarzinom bekannt. Dieser betrifft den Harnleiter. Bei Kindern kann auch bis zum 5. Lebensjahr ein Wilms-Tumor entstehen.

Epidemiologie

Die Fälle von Neuerkrankungen an Nierenkrebs haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Bis zum heutigen Zeitpunkt sind jedoch die genauen Gründe noch nicht vollständig geklärt. Die Krankheit tritt häufig bei Patienten zwischen dem 50. Und 70. Lebensjahr auf. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen.

Nach weltweiten Daten, stellt das Nierenzellkarzinom etwa 3% der malignen Tumore dar. Dies entspricht einer Inzidenz von 9,6 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Ungefähr 54% der Diagnosen von Nierenkrebs beschränken sich ausschließlich auf die Niere, 20% befinden sich im fortgeschrittenen Stadium und 25% haben bereits Metastasen gebildet. Etwa 40% der Diagnose erfolgen, wenn sich der Tumor im fortgeschrittenen Stadium befindet.

Ursachen

Wie bei anderen Krebsarten sind die genauen Ursachen von Nierenkrebs noch nicht vollständig geklärt. Genetische Veränderungen der DNA können eine wichtige Rolle spielen.


Rauchen, Übergewicht oder Bluthochdruck zählen ebenso zu den Risikofaktoren für die Entstehung von Nierenkrebs.

Risikogruppen

Einige Risikofaktoren wurden bereits als mögliche Auslöser für die Entstehung von Nierenkrebs untersucht. Nachfolgend finden Sie eine Auflistung der Risikofaktoren:

– Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Nierenkrebs.

– Männer haben ein höheres Risiko an Nierenkrebs zu erkranken als Frauen.

– Rauchen wird als Risikofaktor mit der Entstehung der Krankheit in Verbindung gebracht. Dieses Risiko kann durch das aufhören mit dem Rauchen minimiert werden.

Übergewicht zählt zu den Faktoren, welche die Entstehung von Nierenkrebs begünstigen.

– Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch ungeklärt, ob Hypertonie (Bluthochdruck) für die Entstehung von Nierenkrebs verantwortlich ist. Studien haben jedoch gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Krankheit und Bluthochdruck gibt.

– Patienten, die für einen längeren Zeitraum Dialyse-Patienten waren, haben ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Nierenkrebs.

– Personen, die folgenden toxischen Stoffen ausgesetzt waren: Cadmium, Asbest, Pestizide können die Krankheit auslösen.

– Hippel-Lindau Erbkrankheit, die das Risiko für die Entwicklung von Nierenkrebs steigert.

– Personen, mit erblichen Fällen von papillaren Nierenzellkarzinom. Diese vererbte Erkrankung stellt einen großen Risikofaktor dar.

Symptome

Nierenkrebs verursacht selten Anzeichen oder Symptome im Anfangsstadium. Aus diesem Grund ist diese Krankheit so gefährlich ist und wird in manchen Fällen erst spät diagnostiziert. Im fortgeschrittenen Stadium können folgende Symptome auftreten:

– Hämaturie oder Blut im Urin, welcher durch eine rote oder rosa Verfärbung gekennzeichnet ist.

– Bauch- oder Rückenschmerzen, unterhalb der Rippen und auf der Höhe der Nieren.

Müdigkeit und Gewichtsverlust.

Fieber

– Bauch-Schwellung

Diagnose

In den meisten Fällen wird Nierenkrebs durch eine Computertomographie oder eine bildgebende Untersuchung wie z.B. MRT diagnostiziert. Wenn die CT-Bildgebung etwas Ungewöhnliches zeigen, kann der behandelnde Arzt folgende Untersuchungen anordnen:

– Blut- und Urintests.

– Nierenbiopsie

Bei Patienten, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Nierenkrebs haben, sollte eine regelmäßige Untersuchung erfolgen, um eventuelle Veränderungen der Nieren frühzeitig zu erkennen.

Nach der Diagnose kann der Krebs in verschiedene Stadien wie z.B. der Größe und Schwere unterteilt werden:

– Stadium I: Tumor mit einem Durchmesser von bis zu 7 cm. Der Tumor beschränkt sich auf die Niere.

– Stadium II: Der Tumor ist bereits größer als wie im Stadium I. Beschränkt sich jedoch immer noch alleinig auf den Nierenbereich.

– Stadium III: In diesem Stadium breitet sich der Tumor auf andere Teile der Niere und das umliegende Gewebe aus und kann die Nebenniere erreichen.

– Stadium IV: Der Krebs streut Metastasen in andere Organe wie z.B. die Knochen, Gehirn, Leber und der Lunge.

Komplikationen

Einige Komplikationen bei Nierenkrebs resultieren daraus, dass die Niere nicht ihre ordnungsgemäße Aufgabe erledigt. Die Symptome der Patienten können folgende sein:

Hypertonie (Bluthochdruck).

– Erhöhter Gehalt an Calcium im Körper.

– Abnorme Leberfunktionen.

– Erhöhung der Anzahl von roten Blutkörperchen.

Nierenkrebs kann sich im Stadium IV ausbreiten und andere Organe befallen, was zur Bildung anderer Tumore führen kann. Die am häufigsten betroffenen Organe sind:

– Nebenniere.

– Knochen

– Gehirn

– Leber

– Lungen

Behandlung

Die Behandlung von Nierenkrebs ist ganz abhängig vom betroffenen Zelltypen, dem Krebsstadium und ob andere Organe vom Krebs betroffen sind.

Chirurgie

Sollte sich der Nierenkrebs nicht auf andere Organe ausgebreitet oder Metastasen gebildet haben, so kann eine Chirurgie zur Entfernung des Tumors erfolgen. In diesem Fall wird die Niere, ein Teil des umliegenden Gewebes, sowie die Lymphknoten entfernt. Der Eingriff kann mit Hilfe einer Laparoskopie durchgeführt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die partielle Tumornephrektomie. Meistens wird hierbei nur der Tumor und umgebendes Gewebe entfernt. Die Behandlung erfolgt jedoch nur im frühen Stadium.

Andere Behandlungen

Wenn eine Chirurgie nicht erfolgen kann, hat der behandelnde Arzt die Möglichkeit andere Behandlungen vorzunehmen, um die Tumormasse zu reduzieren. Zu diesen Behandlungsformen zählen:

– Unterdrückung der Blutzufuhr zum Tumor.

– Kyroablation von Krebszellen.

– Verbrennung der Krebszellen (Radiofrequenzablation).

Die Wahl dieser Therapien ist ganz abhängig von der Tumorlokalisation und dem Stadium der Erkrankung.

Behandlung von metastasierendem Nierenkrebs

Sollte durch den Nierenkrebs andere Organe betroffen sein, wird die Behandlung komplizierter und offensiver. Der Arzt kann in diesem Fall den Patienten mit den Medikamenten Interleukin-2 und Interferon-alpha behandeln.

Andere Medikamente können zur Behandlung von Krebszellen verwendet werden. Einige dieser Medikamente sind Bevacizumab, Pazopanib, Sorafenib, Temsirolimus und Everolimus. Der behandelnde Arzt entscheidet je nach betroffenem Organ über eine Chemotherapie.

Ratschläge

Die nachfolgenden Ratschläge können dabei behilflich sein, mit der Krankheit besser umzugehen. Zuerst sollte man sich im Klaren sein, dass die Diagnose „Nierenkrebs“ nicht gleich das Todesurteil bedeutet. Informieren Sie sich über die Krankheit und suchen Sie immer Rat bzw. Hilfe bei Ihrem Arzt oder Familienmitgliedern.

Versuchen Sie Sport zu treiben oder eine andere Aktivität auszuüben, die Ihnen hilft, besser mit der Krankheit umzugehen. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt, wenn Nebenwirkungen der Behandlung schwer zu handhaben sind.

Wenn bereits ein Fall von Nierenkrebs oder einer anderen Krebsart in der Familie vorgekommen ist, sollten Sie regelmäßig einen Arzt konsultieren, da dies zu den Risikogruppen einer Nierenkrebs-Erkrankung zählt. Bei den ersten Anzeichen von Symptomen, sollte unbedingt ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden, damit dieser über die nächsten notwendigen Schritte entscheiden kann.

Vorbeugung

Einige der nachfolgenden Vorbeugungen können hilfreich gegen die Entwicklung von Nierenkrebs sein:

– Vermeiden Sie das Rauchen.

– Essen Sie ausreichend Früchte und Gemüse.

– Achten Sie auf ein optimales Gewicht und üben Sie regelmäßig Sport aus.

– Verhindern Sie die Entstehung von Bluthochdruck.

– Meiden Sie den Kontakt mit toxischen Substanzen, wie z.B. chemischen Produkten, Pestiziden, etc.

Wie übersetzt man ​Nierenkrebs in andere Sprachen ?
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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 05.01.2018 verändert.