Scharlach

Definition

Definition Scharlach Scharlach ist hauptsächlich eine Kinderkrankheit, die durch Streptokokken vom Typ A ausgelöst wird; ein Bakterium, das 3 verschiedene Toxine ausscheiden kann. Die Krankheit führt zu einer lebenslangen Immunität gegen die freigesetzten Toxine. Man kann allerdings nochmals an Scharlach erkranken, wenn die Streptokokken eines der beiden anderen Toxine ausschüttet. Die Krankheit ist vor dem 2. Lebensjahr selten, sie tritt häufiger bei Kindern zwischen 5 und 10 Jahren auf. Diese Krankheit ist aufgrund der Diffusion von Bakterien in den Speicheltröpfchen von kontaminierten Personen sehr ansteckend. Die Übertragung der Krankheit geschieht durch direkten Kontakt mit kranken Menschen oder gesunden Trägern (seltener bei gesunden Trägern). Die gesunden Träger sind Menschen, die das Bakterium in sich tragen, ohne Symptome zu entwickeln. Kranke Menschen bleiben ansteckend, solange die Angina, das charakteristische Symptom von Scharlach, andauert. Die Symptome der Krankheit sind abhängig von den freigesetzten Toxinen der Streptokokken. Diese Toxine verteilen sich im Organismus und lösen rote charakteristische Flecken aus. Um zu genesen, müssen die Streptokokken durch den Einsatz von Antibiotika , normalerweise Penicillin, ausgerottet werden.


Epidémiologie

Zwischen 2014 und 2016 traten in England zahlreiche Fälle von Scharlach auf, wie eine am 27. November 2017 im Wissenschaftsmagazin The Lancet Infectious Diseases veröffentlichte Studie berichtet (DOI : 10.1016/S1473-3099(17)30693-X). Laut dieser Studie handelt es sich dabei mit 19’000 Fällen von Scharlach in England im Jahr 2016 um die höchste Scharlach-Inzidenz seit beinahe 50 Jahren. Die meisten in England gemeldeten Scharlacherkrankungen, d. h. ungefähr 87 %, betrafen Kinder unter 10 Jahren. Die Gründe für diese Zunahme der Fälle sind bis jetzt noch nicht geklärt.

Mehrere ostasiatische Länder meldeten ebenfalls eine Zunahme der Fälle, wie z. B. Vietnam, China und Südkorea, vor allem zwischen 2013 und 2017.


Ursachen 

Die Streptokokken vom Typ A sind der Erreger von Scharlach. Sie werden durch Speicheltröpfchen von Patienten übertragen. Die Bakterien scheiden anschliessend ein Toxin aus, das die typischen Ausschläge einer Angina auslöst. Die Krankheit führt zu lebenslanger Immunität. Nach der Ausscheidung der Toxine, die als Antigene erkannt werden, produziert der Körper dagegen Antikörper. In der Zukunft, wenn der Körper demselben Toxin wieder begegnet, kann er wiederum Antikörper bilden, weil er sie bereits kennt. Die Streptokokken A können 3 Arten von Toxinen bilden. Daher kann es auch zu einer zweiten Scharlachepisode kommen, wenn es ein anderes Toxin ist. Es ist für den Körper eine zweite Lehre in der Herstellung von anderen Antikörpern gegen das neue Toxin. Die Patienten sind so lange ansteckend, wie sie auch unter der Angina leiden, das charakteristische Symptom der Krankheit. Gemäss dem Gesundheitsministerium kann die Ansteckungsgefahr während 2 bis 3 Wochen bestehen. Sobald die Patienten mit Antibiotika behandelt werden, sind sie nur noch 48 Stunden ansteckend.

Risikogruppen

Risikogruppen scharlachScharlach ist eine Infektionskrankheit und sehr ansteckend. Wenn man einmal an Scharlach erkrankt ist, hat man eine lebenslange Immunität. Menschen mit einem hohen Ansteckungsrisiko sind alle, die mit Patienten Kontakt haben und selber noch nie an Scharlach erkrankt sind. Dies ist noch stärker der Fall, wenn der Patient noch nicht mit Medikamenten behandelt wurde. In diesem Fall bleiben die Patienten nämlich 2 bis 3 Wochen ansteckend. Dank der Antibiotika Einnahme, dauert die ansteckende Phase nur 2 Tage. Es ist wichtig, dass die betroffenen Patienten ein Antibiotikum einnehmen und während den ersten 48 Stunden keinen Kontakt zu anderen Menschen haben, um das Übertragen der Bakterien zu vermeiden. Die gesunden Träger sind ebenfalls eine Quelle, um die Krankheit zu verbreiten. Sie tragen den Keim in sich, ohne Symptome auszubilden. Sie sind aber ebenfalls ansteckend. Es ist interessant festzuhalten, dass die gestillten Neugeborenen durch die Antikörper der Mutter geschützt sind, wenn diese bereits die Krankheit hatte und die Antikörper gebildet hat.

Symptome

Die Inkubationszeit dauert zwischen 2 und 7 Tagen. In dieser Zeit treten nach dem Eindringen der Bakterien in den Körper die Symptome auf. Die Symptome von Scharlach sind sehr charakteristisch: – hohes Fieber (39°C -40°C), das sehr schnell ansteigt; Schüttelfrost – Entzündung des Halses, der Mandeln – grosse Schluckschwierigkeiten – starke Rötung des Halses (erythematöse Angina). Die Angina dauert 4 bis 5 Tage. – Hautausschlag (so genanntes Enanthem). Es tritt 2 Tage nach dem Erscheinen der Angina in Form von roten Punkten auf. Diese Punkte beginnen beim Thorax und breiten sich innerhalb von 48 Stunden auf den ganzen Körper aus (ausser auf den Handflächen und Fusssohlen). – Die Zunge ist mit einer weissen Schicht belegt, die sich nach 1 bis 2 Tagen ablöst und ab dem 5.Tag scharlachrot (“himbeerig”) wird.

Nach 7 Tagen

– Rötung der Zunge verschwindet – Hautausschlag verschwindet – Die Schuppenbildung der Haut beginnt, zuerst die Handflächen und die Fusssohlen. Weniger charakteristische Symptome von Scharlach wie Kopfschmerzen und Erbrechen können ebenfalls auftreten. Dank den sehr charakteristischen Symptomen (Angina, geschwollene Ganglien, Hautausschlag, Schuppenbildung der Haut, erhöhtes Fieber),  kann Scharlach mit einer klinischen Untersuchung diagnostiziert werden. Man kann die klinische Untersuchung durch das Bestimmen von Streptokokken Typ A im Hals ergänzen. Man spricht von einem Rachenabstrich, um die Streptokokken zu lokalisieren. Wenn der Arzt diesen Test machen möchte, muss er ihn vor der Verordnung von Antibiotika durchführen, weil das Testresultat durch die Therapie beeinflusst wird. Durch das Töten von gewissen Bakterien, kann man sie in der Probenentnahme nicht mehr bestimmen. Man kann ebenfalls die Menge Antistreptolysin O (ASLO) messen. Dieses erhöht sich bei einer Infektion mit Streptokokken Typ A. Das Streptolysin ist ein Enzym, das durch die Streptokokken Typ A abgesondert wird. Man kann die vom Körper gebildeten Antikörper in zwei verschiedenen Fällen suchen: wenn man eine Scharlach oder akutes Gelenksrheuma vermutet. Das akute Gelenkrheuma ist eine Komplikation von Scharlach. Die Grenzwerte sind die folgenden: < 200 IE/ml –> negativ > 200 IE/ml –> positiv Die Konzentration des Antistreptolysin O erhöht sich zeitlich verschoben und verzögert deshalb den Behandlungsstart von Scharlach. Normalerweise ist eine Behandlung ab den ersten klinischen Zeichen notwendig.


Komplikationen 

Die Komplikationen von Scharlach sind charakteristischerweise wie die von einer nicht behandelten Streptokokken Angina und hängen von den Streptokokken selber oder von ihrem freigesetzten Toxin ab. Die Komplikationen aufgrund der Streptokokken sind: –  Das Auftreten einer eitrigen Mittelohrentzündung – schwere Angina Die Komplikationen aufgrund der Freisetzung von Toxinen: -Entzündung der Nieren (Glomerulonephritis). Entwicklung zu einer chronischen Niereninsuffizienz – akutes Gelenkrheuma – Schädigung der Herzklappen; kann zu kardialen Problemen führen Die Beschwerden aufgrund der Toxine können Monate bis sogar Jahre nach der nicht oder schlecht behandelten Streptokokkeninfektion auftreten. Diese wichtigsten Komplikationen haben abgenommen, seit man Scharlach durch die Einnahme oraler Antibiotika behandelt. Halten wir zudem fest, dass der Patient bis am Ende der Angina ansteckend ist. Wenn er Antibiotika einnimmt, dauert diese Phase nur 48 Stunden. Es ist daher von Vorteil, während der Ansteckungsperiode den Patienten zu meiden. Zudem kann Scharlach erhöhtes und schnell ansteigendes Fieber verursachen (39-40°C). Beim Überschreiten von 38,5°C, sollte das Fieber bei Kindern unbedingt gesenkt werden. Wenn das Fieber zu hoch ist, kann es bei den Kindern zu Krämpfen führen. Sepsis und Lungenentzündung sind weitere, sehr schwerwiegende Komplikationen bei Scharlach.

Behandlung 

Behandlung ScharlachScharlach ist eine Krankheit, die durch Bakterien verursacht wird – die Streptokokken Typ A. Deshalb therapiert man mit oralen Antibiotika: Penicillin (Behandlung erster Wahl) oder Erythromycin (Antibiotika der Klasse der Makrolide, oft bei Penicillinallergien verschrieben). Normalerweise wir der Arzt eine 10-tägige Behandlung verschreiben. Es ist wichtig, die Behandlung als Ganzes zu befolgen, auch wenn die Symptome bereits vor dem Therapie Ende gebessert haben. Wenn eine Antibiotikatherapie schlecht eingenommen wird, kann es eine Resistenz auslösen: was nicht tötet, stärkt. Die Infektionserreger entwickeln Abwehrmechanismen gegen die Antibiotika und es wäre notwendig,  neue Wirkmechanismen zu finden. Diese Forschung hat für die Pharmaindustrie jedoch nicht erste Priorität, da es nicht rentabel ist. Dies ist für die öffentliche Gesundheit jedoch ein ernsthaftes Problem. Normalerweise verschwinden nach 1 bis 2 Tagen der Behandlung das Fieber und die Schmerzen bereits. Man sollte wissen, dass das Kind 48 Stunden nach dem Therapiestart nicht mehr ansteckend ist. Es gibt keine vorbeugende Impfung gegen Scharlach. War man einmal von Scharlach betroffen, ist man ein Leben lang immun. Es wird empfohlen, viel zu trinken und sich auszuruhen.

Phytotherapie – Alternative Behandlungsmöglichkeit

Scharlach ist eine Krankheit, die durch Bakterien verursacht wird. Die Einnahme von Antibiotika ist notwendig, um Scharlach zu heilen, aber auch um Komplikationen, die sehr schwerwiegend sein können (z.B. akutes Gelenkrheuma, Glomerulonephritis oder Herzprobleme) zu verhindern. Allerdings kann es hilfreich sein, Naturheilmittel zu verwenden, die die wichtigsten Symptome von Scharlach lindern. Dies ist als Ergänzung zum Antibiotikum gedacht. Um das Fieber zu senken, sind Lindenblüten sehr interessant. Sie erlauben nicht nur das Senken des Fiebers, sie befeuchten ebenfalls den Rachen des Patienten, der bei einer Scharlach auch unter einer Angina leidet. Lindenblüten werden bei Kindern und Kleinkindern stark empfohlen. Scharlach betrifft allerdings auch hauptsächlich Menschen in diesem Altersabschnitt. Als Tee oder Kapseln ist es möglich, Holunderblüten oder Silberweide zu verwenden. Von letzterem wird bei Kindern abgeraten. Um die Schmerzen der Angina zu lindern, kann die echte Kamille, Eibisch, Malve, Lakritze oder Salbei empfohlen werden. Für diejenigen, die diese Tees nicht mögen, findet man diese Pflanzen auch als Bonbon. Vermeiden Sie bei Kindern Salbei, da diese Pflanze für ihre hormonellen Eigenschaften bekannt ist.

Tipps

Tipps Scharlach – Scharlach ist eine sehr ansteckende Krankheit. Es wird empfohlen, sich von Patienten fernzuhalten. Die Übertragung der Krankheit geschieht durch feine Speicheltropfen. Es sollte einen Meter Abstand zum Patienten eingehalten werden; so wie es bei allen Infektionskrankheiten empfohlen wird. – Der Patient muss sich seiner hohen Ansteckungsgefahr bewusst sein und die Isolation befolgen, um die Krankheit nicht weiter zu übertragen. Die Mütter müssen sofort die verschiedenen Institutionen informieren, die von seinem Kind besucht werden. – Man sollte eine leichte Diät machen: Es werden Nahrungsmittel empfohlen, die leicht zu schlucken sind (z.B. Stock). Geben Sie keine warmen oder kohlensäurehaltigen Getränke. Zudem erlaubt die Kälte (Glace, Eiswürfel) die Schmerzen zu lindern [Quelle: Allô Docteur, Mon enfant est malade!, Schweiz]. – Eine Antibiotikatherapie ist absolut notwendig, um die Bakterien zu töten. Daher muss das Arzneimittel sofort eingenommen und die vom Arzt verordnete Dosierung eingehalten werden. Es ist unabdingbar, die Therapie zu beenden, damit keine Resistenzen riskiert werden und die Wirksamkeit der Antibiotika nicht vermindert wird. – Es ist sehr wichtig, alle Medikamentenallergien zu erwähnen. Insbesondere gilt das für die Penicillinallergie, da dieses Medikament bei Scharlach häufig verordnet wird. Der Arzt kann Ihnen eine anderes Antibiotikum verschreiben – Wenn Durchfall während oder als Folge der Antibiotikatherapie auftritt, wird die Einnahme von Probiotika empfohlen. Diese bauen die Darmflora wieder auf, die durch die Antibiotika zerstört wurde. – Es ist nicht möglich, Scharlach vorzubeugen, da es keine Impfung gibt.

– Eine Möglichkeit, der Krankheit vorzubeugen, ist häufiges Händewaschen.

Wie übersetzt man ​Scharlach in andere Sprachen ?
  • Englisch: scarlet fever

  • Französisch: scarlatine

  • Italienisch: scarlattina

  • Portugiesisch: escarlatina

  • Spanisch: escarlatina

 

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 09.10.2018 verändert.