Schlaganfall

Empfehlungen zur Vorbeugung gegen Schlaganfall:
1. Bewegen Sie sich regelmäßig (drei- bis sechsmal pro Woche 30 bis 60 Minuten)
2. Schlafen Sie 7 – 8 Stunden pro Nacht, weniger und vor allem mehr Schlaf erhöht das Schlaganfall-Risiko (weiterlesen unter Ursachen)
3. Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen.
4. Messen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck. Wenn er zu hoch ist, sollte schnellstmöglich eine Behandlung erfolgen.


Definition

Ein Schlaganfall wird ebenfalls als Hirninfarkt bezeichnet.

SchlaganfallEs handelt sich dabei um eine Beeinträchtigung eines oder mehrerer Blutgefäße des Gehirns, worauf das Wort „vasculaire“ bzw. „vascular“ für „Gefäß“ in der französischen und englischen Bezeichnung hindeutet.

Wenn der Blutstrom, der die Gehirnzellen versorgt, unterbrochen wird, kommt es zu einem Sauerstoff- und Nährstoffmangel, der sich normalerweise als Schlaganfall äußert. Innerhalb weniger Minuten beginnen die Gehirnzellen (z. B. Nervenzellen) abzusterben. Der Schlaganfall stellt einen echten medizinischen Notfall dar, der sofort behandelt werden muss. In der Prävention von Komplikationen zählt jede Minute.

Man unterscheidet zwei Hauptarten des Schlaganfalls, eine dritte Art (der „Mini-Schlaganfall“) wird im Abschnitt Anmerkung unten erläutert.

Ischämie einer Hirnarterie oder Ischämischer Schlaganfall (durch einen Embolus oder aufgrund von Atherosklerose verstopfte Arterie)

Hirnblutung oder hämorrhagischer Schlaganfall

A. Ischämie einer Hirnarterie (Ischämischer Schlaganfall)

80 bis 85 % der Schlaganfälle werden durch die Ischämie einer Hirnarterie verursacht. Die Mayo Clinic spricht von 85 %.

Eine Hirnarterie kann, ebenso wie Arm- und Beinarterien (die nicht zum Nervensystem gehören) aus folgenden Gründen verschlossen sein:

– durch eine atherosklerotische Plaque (Atherosklerose), eine Ablagerung aus Fett und Leukozyten, welche die Arterie verstopft und den Blutdurchfluss verhindert

– durch einen Thrombus (ein Gebilde aus einem Blutgerinnsel, das die Hirnarterie verstopft), man spricht dann auch von einem thrombotischen Schlaganfall (auf Englisch: Thrombotic Stroke)

– durch einen Embolus (der eine Embolie verursacht) und die Hirnarterie verstopft. Emboli sind Fremdkörper. Meistens handelt es sich um ein Blutgerinnsel, das sich gelöst hat, zu einer Hirnarterie gewandert ist und die Ischämie ausgelöst hat. Man spricht auch von einem embolischen Schlaganfall (auf Englisch Embolic Stroke).

B. Hirnblutung (hämorrhagischer Schlaganfall)

Unter einer Hirnblutung versteht man Blutergüsse im Gehirn, die die Gehirnfunktion beeinträchtigen. 15 bis 20 % der Schlaganfälle sind hämorrhagische Schlaganfälle, die durch Hirnblutungen ausgelöst werden. Die Mayo Clinic spricht von ungefähr 15 %. Die häufigste Ursache ist Bluthochdruck. Eine weitere Ursache für Hirnblutungen ist eine Fehlbildung (die als Aneurysma bezeichnet wird) infolge einer Komplikation nach einer Behandlung mit einem Gerinnungshemmer oder auch infolge von Gerinnungsstörungen.

Beim hämorrhagischen Schlaganfall unterscheidet man mindestens 2 Formen der Blutung:

– Intrazerebrale Blutung (auf Englisch Intracerebral Hemorrhage). Das Ereignis findet, wie der Name sagt, im Inneren des Gehirns statt, und führt zur Zerstörung der umliegenden Gewebe.

– Subarachnoidalblutung (auf Englisch subarachnoid hemorrhage). In diesem Fall handelt es sich um das Einreißen einer hirnnahen Arterie oder Hirnarterie, d. h. um die Ruptur eines Aneurysmas.

Anmerkung („Mini-Schlaganfall“):


Manche Spezialisten erwähnen ebenfalls eine dritte Form des Schlaganfalls, die als Transitorische ischämische Attacke (TIA) bezeichnet wird, auf Englisch transient ischemic attack (TIA). Diese Art Schlaganfall, auch „Mini-Schlaganfall“ genannt, weist häufig dieselben Symptome wie ein normaler Schlaganfall auf, ist aber harmloser. Der Unterschied besteht darin, dass die Symptome nicht anhalten, da der Verschluss vorübergehend ist. Tatsächlich sind die Symptome normalerweise nach spätestens 5 Minuten wieder verschwunden. Bei Menschen, die von einer TIA betroffen waren, ist das Risiko eines ischämischen oder eines hämorrhagischen Schlaganfalls erhöht. Eine TIA wird häufig durch eine Erkrankung verursacht, deshalb ist es wichtig, so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen.

Epidemiologie

– Schlaganfälle treffen eine wachsende Anzahl von Erwachsenen, die unter 65 Jahren sind. Dies ist weltweit der Fall, insbesondere aber in den Entwicklungsländern. Dies folgt aus zwei Studien, die in der Zeitschrift „The Lancet“ im Oktober 2013 erschienen sind.

Diese Studien zeigten, dass 2010 weltweit 16,9 Millionen Schlaganfälle stattgefunden haben.

– Nach Angaben der American Heart Association erleiden in den USA jährlich etwa 795.000 Menschen einen Schlaganfall, der in etwa 129.000 Fällen tödlich ist. Es handelt sich um die fünfthäufigste Todesursache in diesem Land. Das Risiko eines Afroamerikaners beim ersten Schlaganfall ist doppelt so hoch wie das Risiko eines Kaukasiers, und die Sterblichkeitsrate ist bei Afroamerikanern deutlich höher.

Ursachen

Die Ursache für die Entwicklung eines Hirntumors können durch die  Veränderung der DNA-Zellen verursacht werden. Wie bei anderen Krebsarten, sind die spezifischen Ursachen für die Entstehung noch nicht vollständig bekannt. Nachfolgend finden Sie einige Risikofaktoren für die Entwicklung eines Hirntumors aufgelistet:

– Erbliche Faktoren: Die Familiengeschichte spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung eines Hirntumors.

– Alter: Hirntumore haben im zunehmenden Alter eine höhere Chance für die Entwicklung. Jedoch können Hirntumore Patienten jeden Alters betreffen. Einige Tumore wie z.B. Medulloblastom, Retinoblastom oder Kraniopharyngeom können häufig bei Kindern auftreten.

– Immunsystem des Patienten: Einige Hirntumore können bei Patienten auftreten, die unter einem geschwächten Immunsystem leiden.

– Herkunft: Die meisten Tumore treten bei weißen Menschen auf. Eine Ausnahme stellen die Menigeome dar, von den mehr farbige Menschen betroffen sind.

– Exposition gegenüber Strahlung und Chemikalien: Menschen, die mit ionisierender Strahlung oder bestimmten Chemikalien ausgesetzt waren, haben ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Hirntumors.

Eine weitere Ursache für die Entstehung von Hirntumoren ist die Metastasierung von Tumoren, welche sich in anderen Organen gebildet haben. Zu den häufigsten Arten zählen u.a. Tumore in der Brust-, Niere-, Darm und der Lunge.

– Die Einnahme von Drogen. Man weiss, dass Kokain das Risiko für einen Schlaganfall während 24 Stunden nach der Einnahme um den Faktor 7 erhöht.

Schlaf und Schlaganfall

Eine im Jahr 2012 veröffentlichte US-Studie zeigte, dass das Schlafen von weniger als 6 Stunden oder mehr als 8 Stunden pro Nacht das kardiale Risiko und das Risikos des Auftretens eines Schlaganfalls erhöhen kann. Es scheint, dass 7 Stunden Schlaf pro Nacht ein sehr guter Ratschlag zur Vorbeugung eines Schlaganfalls sein könnte. Die Beziehung zwischen Schlaf und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist noch unklar.

Auf der International Stroke Conference 2016 im Februar 2016, einer Fachkonferenz zum Thema Schlaganfall (auf Englisch stroke) der American Stroke Association, wurde eine Studie vorgestellt, die vom Langone Medical Center New York durchgeführt worden war und der zufolge Menschen, die 7-8 Stunden pro Nacht schliefen am seltensten Schlaganfälle erlitten. Menschen, die weniger als 7 Stunden schliefen, wiesen ein um 22 % höheres Schlaganfallrisiko auf, und bei Langschläfern, die mehr als 8 Stunden schliefen, war das Risiko um 146 % erhöht.

Bei Menschen, die 7-8 Stunden schliefen und sich zusätzlich drei- bis sechsmal pro Woche 30 bis 60 Minuten lang körperlich betätigten, nahm das Schlaganfallrisiko deutlich ab. Weder zu viel noch zu wenig Schlaf und regelmäßige körperliche Bewegung sind zwei wirksame Vorbeugungsmaßnahmen zur Verringerung des Schlaganfallrisikos.

Zu diesen Ergebnissen gelangten die Forscher, nachdem sie die Daten von mehr als 280 000 Personen ausgewertet hatten.

Risikogruppen

Bei einem Schlaganfall handelt es sich um eine Krankheit, welche häufig im höheren Alter auftritt. Insbesondere Personen im Alter zwischen 65 und 70 Jahren sind betroffen. Es handelt sich beim Schlaganfall um eine prinzipielle Todesursache in den entwickelten Ländern.

In diesen Ländern treten wesentlich häufiger chronische Krankheiten wie z.B. Diabetes, Hypertonie oder erhöhtem Cholesterin auf.

Nachfolgend finden Sie einige Risikogruppen für die Entstehung eines Schlaganfalls:

– Diabetiker;

– Personen mit hypertensiver Krise;

– Menschen mit hohem Cholesterin;

– Übergewichtige Personen;

– Raucher;

– Menschen, die Antikoagulantia einnehmen;

– Personen, die Blutgerinnungsstörungen haben;

– Menschen, die an einem Hirntumor leiden;

– Personen, welche an Kopfverletzungen leiden;

– Patienten, die Herzprobleme haben oder bereits einen Myokardinfarkt (Herzinfarkt) erlitten haben;

– Menschen, die illegale Drogen wie beispielsweise Kokain oder Methamphetamine konsumieren.

In der Regel wird ein Schlaganfall durch gewisse Vorerkrankungen verursacht. Nachfolgend finden Sie einige dieser Risikofaktoren aufgelistet:

Diabetes;

Übergewicht;

Hypertonie

– Hypercholesterinämie (hoher Cholesterinspiegel);

– Thrombose;

– Zigaretten-Konsum;

Hirntumor

– Hirnverletzungen;

– Vaskuläre Anomalien (Aneurysmen);

– Familienmitglieder, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben;

Die Behandlung mit Antikoagulatinen in erhöhter Dosis kann ebenfalls einen Schlaganfall hervorrufen.

Symptome

Symptome_schlaganfallDie Symptome bei einem Schlaganfall sind ganz abhängig welche Region des Gehirns betroffen ist. Wir unterscheiden dabei unter verschiedenen Symptomen, die beispielsweise bei einer zerebralen Okklusion (Ischämie) oder einer Hirnblutung auftreten.

Symptome einer Ischämie:

– Sprachstörungen

– Verlust der Sprache (Aphasie)

– Bewegungsprobleme, halbseitige Lähmungen (Hemiplegie)

– Empfindungsstörungen

– Sehstörungen, die meistens nur auf einem Auge auftreten

– Schwindelanfälle (Vertigo)

– Verwirrung

– Ameisenlaufen, Trägheit eines Gliedes

Kopfschmerzen

Dies wird durch unzureichende Durchblutung verursacht, was zu neurologischen Ausfällen führt.

Während einer Hirnblutung können folgende Symptome auftreten:

– Progressiver Beginn, der durch Kopfschmerzen und Übelkeit begleitet wird;

– Schweres neurologisches Defizit, mit Auftreten von Koma.

Die Symptome können zusammen oder in unterschiedlichen Zeitfenstern auftreten. Es ist ganz abhängig in welcher Region des Gehirns der Schlaganfall auftritt. Wenn die Symptome weniger als 24 Stunden betragen, spricht man von einer transitorischen ischämischen Attacke. Sollten die Symptome länger als 24 Stunden anhalten, kann man von einem Schlaganfall sprechen.

Der Schlaganfall kann auch unspezifische Symptome aufweisen, die eine Diagnosestellung erschweren, wie z.B. einen Sturz, starke Kopfschmerzen, Schmerzen, Schluckbeschwerden, usw.

Sensibilisierungskampagne- einfaches und schnelles Erkennen eines Schlaganfalles- FAST

In Grossbritannien und den USA gibt es eine interessante Sensibilisierungskampagne zur schnellen Bestimmung eines Schlaganfalls. Sie basiert auf dem Begriff FAST: Face, Arm, Speech, Time.

– Face (Gesicht): sagen Sie der Person, sie solle lächeln. Wenn das Gesicht ungewohnt aussieht, könnte es ein Zeichen eines Schlaganfalls sein.

– Arm (Arme): sagen Sie der Person, sie solle beide Arme heben. Wenn ein Arm hängen bleibt, ist es ein Zeichen für einen Schlaganfall.

– Speech (Sprache): sagen sie der Person, sie solle einen einfachen Satz repetieren. Wenn sie ihn nicht repetieren kann oder keine zusammenhängenden Wörter aussprechen kann, ist es ein Hinweis auf einen Schlaganfall.

– Time (Zeit, Notfall): Wenn Sie eines dieser Anzeichen bei einer Person sehen (Face, Arm oder Speech), müssen Sie sofort den Rettungsdienst alarmieren.

Diagnose

Die erste Diagnose erfolgt durch eine körperliche Untersuchung, sowie die ärztliche Anamnese des Patienten.

Darüber hinaus erfolgt eine klinische Untersuchung, bei der eine Radiographie und eine Computertomographie (MT) durchgeführt werden. Diese beiden Methoden werden verwendet, um die Quelle für die Entstehung des Schlaganfalls herauszufinden. Bei der Computertomographie handelt es sich um die Referenzmethode.

Magnetresonanztomographie des Kopfbereich (MRT)

Es handelt sich bei dieser Diagnosemöglichkeit um ein bildgebendes Verfahren, welches ohne Röntgenstrahlen durchgeführt wird. Beim MRT wird eine Veränderung des Gehirns angezeigt, sowie detaillierte Informationen über ischämische Infarkte oder Blutungen nachweisen.

Computertomographie des Kopfbereich (CT)

Bei der Computertomographie (CT) handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung des Kopfbereichs. Jedoch ist ein CT eine viel detaillierte Diagnosemöglichkeit, bei der wesentlich deutlichere bildliche Darstellungen gezeigt werden können.

Eine weitere Untersuchung sind Bluttests. Hierbei kann der Arzt wichtige Informationen über die Ursache des Schlaganfalls entnehmen, wie z.B. das Vorliegen von Risikofaktoren wie Diabetes, Hypertonie oder Hypercholesterinämie.

Als Alternative kann eine Arteriographie verwendet werden. Diese Methode stellt die Blutgefäße der Arterien detailliert dar. Durch den behandelnden Arzt wird ein Katheter in das Arterielle System eingeführt, wodurch das Einspritzen von wasserlöslichen Kontrastmitteln die Arterien im Körper deutlich dargestellt werden können.

Andere Examen sind die Durchführung einer Echokardiographie oder einer Carotis-Stenose.

Die Schwierigkeit der Diagnosestellung

Die Frauen zeigen oft Symptome, die für einen Schlaganfall weniger spezifisch sind, wie z.B. Kopfschmerzen oder Schwindel, als die Männer. Die Männer weisen oft eindeutigere Symptome auf (z.B. Schmerzen oder Trägheit eines Armes). Die Konsequenz ist, dass das Medizinpersonal einen Schlaganfall häufig mit anderen Beschwerden oder Krankheiten vertauscht. Junge Erwachsene, inkl. Männer, sind ebenfalls von diesem Problem betroffen. Eine amerikanische Studie, die durch die Wayne State University in den USA durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass in den USA bei einem von 7 Schlaganfallpatienten unter 50 Jahren eine falsche Diagnose gestellt wurde. Es wurden fälschlicherweise Schwindel, Kopfschmerzen, Alkoholvergiftungen, usw. diagnostiziert.

Komplikationen

Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer Funktionsstörung im Gehirn, wodurch schwerwiegende neurologische Komplikationen hervorgerufen werden können. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Patienten schnellstmöglich zu behandeln, um somit die Komplikationen (z.B. das Auftreten einer Lähmung, Sprachschwierigkeiten, etc.) zu verhindern bzw. zu begrenzen.

Ein Schlaganfall ist einer der häufigsten Todesursachen und Grund für Behinderungen, da gewisse Folgen durch die Krankheit in manchen Fällen irreversibel sind. Folgende Komplikationen können bei einem Schlaganfall auftreten:

– Folgeerkrankungen wie z.B. Epilepsie;

– Hirnödem;

– Erhöhtes Risiko für die Entstehung von Infektionen (z.B. Harnweginfektion), die durch den Verlust des Muskeltonus (durch den Schlaganfall beeinflusst) verursacht werden.

– Thromboembolische Komplikationen;

– Teilweise Lähmung des Körpers, wie z.B. Hemiplegie oder Tetraplegie (Lähmung aller vier Gliedmaßen);

– Sehstörungen, die einschließlich mit dem Verlust des Sehvermögens auftreten können;

– Sprach- und Schluckprobleme;

– Gedächtnisverlust;

– Schwindelanfälle und Schmerzen;

– Verhaltensveränderungen, die mit dem Verlust der Fähigkeiten verbunden sein können sich selbst zu versorgen, weshalb ggf. ein Betreuungsteam hinzugefügt werden muss.

Behandlung

Zuallererst muss man wissen, dass die Behandlung und Betreuung von der Art des Schlaganfalls abhängt (ischämischer oder hämorrhagischer Schlaganfall).

Erstmaßnahmen

– Bei einem ischämischen Schlaganfall muss der Arzt unverzüglich die Durchblutung des Gehirns wiederherstellen. In den Minuten oder Stunden nach dem Auftreten des Schlaganfalls führen die medizinischen Fachkräfte normalerweise eine Thrombolyse durch, um die Prognose des Patienten zu verbessern.

– Bei einem hämorrhagischen Schlaganfall versucht der Arzt, die Blutung unter Kontrolle zu bekommen und den Hirndruck zu verringern.

Arzneimittel

Die Art des Schlagfalls ist ebenfalls für die Auswahl der Arzneimittel in der Folgezeit entscheidend.

– Um einer weiteren Ischämie mit Schlaganfall als Folge vorzubeugen, kann der Arzt dem Patienten z. B. einen Gerinnungshemmer auf Aspirin- oder Clopidogrel-Basis verordnen.

– Bei einem hämorrhagischen Schlaganfall kann der Arzt Arzneimittel zur Verringerung des Hirndrucks verschreiben.


Sonstige Methoden

– Bei einem ischämischen Schlaganfall sind außer der medikamentösen Behandlung auch andere Therapieformen möglich, wie z. B. die mechanische Entfernung des Gerinnsels oder der Einsatz eines Stents.

– Bei einem hämorrhagischen Schlaganfall erfolgt manchmal ein chirurgischer Eingriff, um die Schäden im Gehirn zu beheben.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Behandlung eines Schlaganfalls in der akuten Phase in der Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und in der Vermeidung von Komplikationen besteht. (Dies gilt für beide Formen.) Nach der Genesung des Patienten werden Rehabilitationsmaßnahmen eingeleitet, um Folgeerscheinungen auszuschließen. Bei der Entlassung aus dem Krankenhaus ist es bei einem ischämischen Schlaganfall außerdem erforderlich, eine Medikation zur Vorbeugung gegen einen weiteren Schlaganfall einzuführen.

Rehabilitation

Wenn infolge eines Schlaganfalls Einschränkungen des Bewegungsapparates vorliegen, ist Physiotherapie als Rehabilitationsmaßnahme angezeigt.

Ratschläge

Ein Schlaganfall stellt einen akuten medizinischen Notfall dar. Aus diesem Grund ist eine frühzeitige Erkennung der Symptome von großer Bedeutung, um ernsthafte Komplikationen bzw. Folgeschäden zu verhindern.

– Sobald der Patient im Krankenhaus ist, wird die Behandlung das medizinische Personal unterstützt. Der behandelnde Arzt führt diverse Behandlungen durch, um etwaige Komplikationen (z.B. Thrombolyse) zu verhindern.

– Darüber hinaus kann eine gerinnungshemmende Behandlung erfolgen. Dadurch soll ein erneuter Schlaganfall verhindert werden.

Vorbeugung

– Die Vorbeugung eines Schlaganfalls liegt in erster Linie daran, die unterschiedlichen Faktoren für die Entstehung der Krankheit zu vermeiden. Zu den Risikofaktoren zählen u.a. Diabetes, Hypertonie, Hypercholesterinämie (erhöhter Cholesterinspiegel) und Übergewicht.

Um einen Schlaganfall zu verhindern, empfiehlt sich ein gesunder Lebensstil. Folgende Vorbeugungen können erfolgen:

– Kontrolle des Blutdruckes und des Cholesterinwertes.

– Verhindern Sie einen erhöhten Blutzuckerwert, um die Entstehung von Diabetes zu vermeiden.

– Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum.

– Konsumieren Sie keine Drogen.

– Die Auswahl der verwendeten Fette ist ebenfalls von wichtiger Bedeutung. Olivenöl und Rapsöl werden eher empfohlen, als Sonnenblumenöl. Omega-3-Fettsäuren sind in Fischölen vorhanden und ebenfalls gut für die Gesundheit.

– Der übermäßige Konsum von Süßwaren (Bonbons, Kekse, Schokolade, alkoholfreie Getränke) sollte vermieden werden. Stattdessen wird eine ausgewogene Ernährung von Früchten und Gemüsen empfohlen (ca. 5 Portionen pro Tag).

– Alkoholische Getränke oder andere Getränke (Cola, Fanta, etc.) können beispielsweise durch Tee oder Wasser ersetzt werden.

– Eine ausreichende Bewegung ist äußerst wichtig. Sport bringt den Körper in Form und sorgt darüber hinaus für gute Laune. Eine sportliche Aktivität am Tag mindestens 30 Minuten betragen. Bei 2 – 3 maliger wöchentlicher Ausübung wird die Herz-Kreislauf-Aktivität und die Ausdauert verbessert. Dadurch wird Übergewicht verhindert, welche für die Entstehung von kardiovaskulären Krankheiten wie Diabetes, Hypertonie oder Hypercholesterinämie verantwortlich ist.

– Stoppen Sie Abhängigkeiten. Hören Sie auf zu rauchen, schränken Sie den Alkoholkonsum ein und beenden Sie die Einnahme von Drogen. Es handelt sich um wichtige Risikofaktoren. Kokain erhöht z.B. während 24 Stunden nach der Einnahme das Risiko für einen Schlaganfall um das 7-fache.

– In einigen Fällen kann der behandelnde Arzt Antikoagulans verwenden, um die Entstehung von Thromben zu verhindern. Die derzeitigen verfügbaren Medikamente sind Aspirin, Heparin, Warfarin und Chlopidogrel Ticopledin. Die Behandlung sollte bei starken Blutungen unterbrechen werden.

– Schlafen Sie 6 bis 8 Stunden pro Nacht, dies hat tatsächlich eine im Jahr 2012 veröffentlichte Studie gezeigt. Menschen, die weniger als sechs Stunden oder mehr als acht Stunden pro Nacht schliefen hatten ein höheres Schlaganfall- Risiko und auch anderer kardiovaskulärer Erkrankungen, wie Myokardinfarkt.

Eine im Februar 2016 durchgeführte Studie (weiterlesen unter Ursachen) zeigte, dass das ideale Schlafpensum zur Verringerung des Schlaganfallrisikos bei 7-8 Stunden pro Nacht liegt.

– Kontrollieren Sie Ihren Blutdruck. Bluthochdruck ist wie Sie wissen, wahrscheinlich ein sehr wichtiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen, sowohl für einen Schlaganfall wie auch für einen Herzinfarkt. Es ist grundlegend, den Blutdruck regelmässig zu messen (mindestens einmal pro Jahr, bei Blutdruckpatienten noch häufiger) und sich im Falle von Bluthochdruck schnell behandeln zu lassen. Die Einnahme von Blutdruckmitteln wird oft von Ärzten empfohlen; vergessen Sie nicht die regelmässige Einnahme.


– Kontrollieren Sie Ihre Emotionen! Stress und Wut sind wichtige Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Eine Studie der Universität von Harvard hat gezeigt, dass in den 2 Stunden nach einem Wutanfall das Risiko für einen Schlaganfall anstieg. Es ist daher grundlegend, die Emotionen gut bändigen zu können: eine Psychotherapie kann bei gestressten und cholerischen Patienten empfohlen werden.

Prävention eines Schlaganfalls bei den Frauen- gemäss Empfehlungen der American Heart Association (AHA)

Am 7. Februar 2014 hat die amerikanische Gesellschaft American Heart Association (AHA) seine ersten Empfehlungen (Guidelines) zur Vorbeugung eines Schlaganfalls veröffentlicht. Diese gelten insbesondere für die Frauen. Creapharma greift diese sehr interessanten Informationen auf.

Das Risiko für einen Schlaganfall bei den Frauen, im Vergleich zu den Männern, wird ebenfalls durch die Schwangerschaft (Achtung bezüglich Bluthochdruck in der Schwangerschaft), dieVerhütungspille, die Migräne mit Aura, Diabetes, Depressionund anderen Faktoren beeinflusst.

Halten wir jedoch fest, dass das Risiko der Frauen sehr nahe am Risiko der Männer liegt. Allerdings sollten sich die Frauen über gewisse Risikofaktoren wie Hormone, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt bewusst sein.

Diese Empfehlungen halten Risikofaktoren fest, die insbesondere Frauen betreffen und geben medizinische und wissenschaftliche Empfehlungen bezüglich der zu befolgenden Behandlung (Übersetzung vom Englischen durch Xavier Gruffat, Pharmazeut):

– Frauen, die unter einer arteriellen Hypertonie leiden, sollten vor einer Schwangerschaft Aspirin in niedrigen Dosen einnehmen und/oder Nahrungsergänzungsmittel auf Basis von Calcium, um ein Risiko einer Präeklampsie (Bluthochdruck in der Schwangerschaft) zu vermeiden.

– Die Frauen, die unter eine Präeklampsie leiden, haben ein 2 Mal höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden und ein 4 Mal höheres Risiko für Bluthochdruck im späteren Leben. Deshalb sollte die Präeklampsie als Risikofaktor anerkannt werden; auch nach der Schwangerschaft, so wie dies bei Tabakkonsum, Hypercholesterinämie, Übergewicht, …. auch der Fall ist. Alle diese Faktoren sollten schnellstmöglich behandelt werden.

– Eine schwangere Frau mit einem leicht erhöhten Blutdruck zwischen 150-159 mmHg (15-15,9) und 100-108 mmHg (10-10,8) können Antihypertensiva erhalten, wenn es der Arzt als notwendig erachtet. Eine Frau, die unter schwerem Bluthochdruck leidet, d.h. höher als 160 mmHg (16) oder 110 mmHg (10), sollte von einem Arzt behandelt werden.

– Der Arzt müsste bei einer Frau, die die Verhütungspille braucht, immer den Blutdruck messen. Dies ist wichtig, weil die Pille den Blutdruck und somit das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen kann.

– Frauen, die unter einer Migräne leiden, müssen aufhören zu rauchen, um ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall zu minimieren.

– Bei den Frauen über 75 Jahren, sollte der Arzt das Risiko von arteriellem Herzflimmern bestimmen. Diese Pathologie erhöht das Risiko für Schlaganfälle.

Bluthochdruck, Migräne mit Aura, Herzflimmern, Diabetes, Depression und Stress scheinen die häufigsten und wichtigsten Risikofaktoren sowohl für die Frauen wie auch für die Männer zu sein. Dies bestätigt Frau Bushnell vom Wake Forest Baptist Medical Center in Winston-Salem in Nordamerika.

– Eine proteinreiche Ernährung, insbesondere mit Fisch und weissem Fleisch, erlaubt es einem Schlaganfall vorzubeugen. Dies zeigt eine chinesische Studie, die in der Zeitschrift Neurology im Juni 2014 publiziert wurde. Die zusätzliche Einnahme von 20 Gramm Proteinen über dem täglichen Durchschnitt, senkt das Risiko für einen Schlaganfall um 26%.

Quellen & Referenzen:

The Lancet, Mayo Clinic, SDA (maßgebliche Presseagentur der Schweiz), American Heart Association, Franceavc.comSchweizerische Ärztezeitung

Wie übersetzt man Schlaganfall in andere Sprachen ?
  • Englisch: stroke – cerebrovascular accident
  • Französisch: accident vasculaire cérébral
  • Italienisch: avc (ictus)
  • Portugiesisch: acidente vascular cerebral
  • Spanisch: accidente cerebrovascular (ACV)
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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 09.10.2018 verändert.