Stress

Definition

Stress ist eine Reaktion des Organismus auf eine extreme oder wichtige Anstrengung.


Definition_stress
Normalerweise aktiviert Stress einen hormonalen und nervalen Prozess, der auf einem Alarmzustand basiert. Dies erklärt die Erhöhung des Herzrhythmus und des Zustandes von Wachsamkeit.
Manchmal kann der Stress nützlich sein (Vorbereitung Prüfung, Reaktion auf eine gefährliche Situation,…), manchmal kann es aber auch zu verhängnisvollen Situationen führen (schlechter Stress), was zu Ulzera und anderen physischen (Herzinfarkt) oder psychischen Problemen (Müdigkeit, Schlafstörungen, Depression) führen kann.
2012 haben amerikanische Forscher gezeigt, dass Stress auf die Entzündungskaskade und nicht nur auf das hormonale System (Cortisol) wirken kann. Diese Studie, die im April 2012 in der Zeitschrift „PNAS“ durch Sheldon Cohen von der Universität Carnegie Mellon in Pittsburgh (USA) publiziert wurde, zeigt, dass der menschliche Körper unter psychologischem Stress die Entzündungskaskade nicht mehr bremsen kann. Vor allem wenn der Stress über eine längere Zeit anhält (chronischer Stress). Je stärker der Stress von einem Individuum gefühlt wird und je einfacher die Entzündungskaskade in einem Körper ausgelöst wird, desto mehr Schwierigkeiten hat man, den Entzündungsprozess zu stoppen. Diese Studie hat ebenfalls wissenschaftlich bewiesen, dass gestresste Personen schneller einen Schnupfen oder eine Erkältung bekommen, als nicht gestresste Menschen.

Ursachen

Ursachen_stressJeder Mensch hat eine andere Resistenz gegenüber Stress. Gewisse genetische Faktoren erklären die Unterschiede zwischen den Individuen.
Nachfolgend häufige Ursachen, die Stress verursachen können:
–          eine vorübergehende Nervosität
–          Die Arbeit und ihre Probleme: Überlastung, Burn-out, Mobbing, Prüfungen, Druck,…
–          Beziehungsprobleme (sentimental,…)
–          Emotionaler Schock (Trauerfall,…)
–          Mangel an Zeit, um Aufgaben zu erledigen
–          Abrupter Wechsel im Lebensstil oder der täglichen Routine
–          Chronische Krankheiten wie Lupus, Diabetes, Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin, gewisse Krebsarten,…
–          Mangel an Erholungsphasen (Mangel an Ferien, Wochenenden,…)
–          Soziale Probleme (Isolation, Einsamkeit, Zweifel, finanzielle Probleme,…)
–          Schwieriger Schlaf (Teufelskreis, da es sowohl die Ursache wie auch die Konsequenz von Stress sein kann)
–          Psychische Krankheiten wie: Depression, Angst, Angstzustände,…
–          Abhängigkeit oder übermässige Konsumation von gewissen Produkten: Kaffee, Alkohol, Tabak, Drogen,…

Symptome

Die Symptome von Stress können von einer Person zur anderen variieren. Die Stärke der Symptome kann sich ebenfalls unterscheiden. Bei chronischem Stress, können sich sowohl Infektionskrankheiten wie auch Herzprobleme entwickeln. Ein Grund ist die Erhöhung der Sekretion von Cortisol.
Nachfolgend die möglichen Symptome oder Anzeichen von Stress:

–          Aufmerksamkeitsprobleme, Verminderung der Produktivität bei der Arbeit oder im Privatleben, Gedächtnisprobleme, Müdigkeit, Gewichtszunahme oder –abnahme, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen. Diese beschriebenen Symptome sind oft die ersten Anzeichen von Stress.
–          Verdauungsprobleme: Ulzera, Übelkeit und Erbrechen.
–          Reizbarkeit (man nervt sich sehr schnell)
–          Herzprobleme (Erhöhung des Herzrhythmus) und/oder Erhöhung des Blutdruckes, Risiko für einen Herzinfarkt, Erhöhung des Cholesterinspiegels
–          Verschiedene Schlafstörungen (Schlaflosigkeit)
–          psychische Probleme: Nervosität, übermässige und ungewohnte Wut, Angstkrisen, exzessive Angst (Phobien), Depression
–          Menstruationsprobleme bei der Frau
–          Zähneknirschen, vor allem während dem Schlafen
–          Auftreten von Schuppen (vor allem bei Männern)

–          Haarausfall (unser Photo)
–          Konzentrationsprobleme (z.B. in der Schule)
–          Entwickeln oder Auftreten von Infektionskrankheiten wie Lippenherpes, Genitalherpes, Halsschmerzen, Erkältungen oder Schnupfen (wissenschaftlich durch eine Studie bewiesen, siehe Definition)
–          Sexuelle Probleme (Erektionsstörungen, Verlust von Lustgefühlen (Libidoprobleme), Probleme bei Behandlung der Sterilität
–          Entwicklung von Diabetes, vor allem bei Frauen, die bei der Arbeit gestresst sind. Dies folgt aus einer Studie, die im August 2012 in Kanada durchgeführt wurde. Stress bei der Arbeit scheint Diabetes durch 2 Phänomene zu fördern: Einerseits eine Störung des neuroendokrinen und Immunsystems, die die erhöhte Produktion von Hormonen wie Cortisol und Adrenalin zur Folge hat und andererseits die Änderung der Zusammenstellung von Nahrungsmitteln und den veränderten Verbrauch von Energie, z.B. als Kompensation.
–          Mundgeruch (als Folge einer Dehydratation im Mund durch Stress)
–          Probleme während der Schwangerschaft. Stress während der Schwangerschaft kann Spontanaborte oder eine Frühgeburt verursachen.
–          Hautprobleme, diese wird ölig (wegen der erhöhten Sekretion von Cortisol). Gewisse dermatologische Krankheiten können ebenfalls auftreten (Psoriasis oder Dermatitis)
–          Verhaltensstörungen, Gewaltkrisen, Selbstverstümmelung. Eine gestresste Person kann ebenfalls die Nägel und die Nagelhaut zerstören.

Diagnose

Ein Arzt oder Psychologe kann bei einer Person Stress durch die Beurteilung seines emotionalen und manchmal auch physischen Zustandes diagnostizieren.
Stress ist an und für sich keine Krankheit, aber ein Symptom oder Anzeichen für eine andere Krankheit. Deshalb konsultiert der Patient eine Fachperson erst dann, wenn er schon stark unter Stress leidet und der Arzt bereits eine Krankheit feststellt, die durch Stress ausgelöst wurde (Herzprobleme, Infektionskrankheiten).


Behandlung

Vor Beginn einer medikamentösen Behandlung, sollten die Ursachen für die Stresssituation herausgefunden werden. Versuchen Sie sie zu verstehen, weshalb Sie unter Stress leiden und wie Sie Ihre Situation ändern bzw. verbessern könnten. Dies kann u.a. durch Reduzierung der Arbeitsbelastung oder im Falle von psychischen Problemen durch Gespräche geschehen.

Die beste Behandlung von Stress ist die Änderung des Lebensstils, die Arbeit weniger anstrengend gestalten oder die Konflikte im Privatleben lösen. Wenn dies nicht möglich ist, muss man lernen, mit der Stresssituation zu leben. Entdecken Sie ebenfalls unter Ratschläge interessante Methoden, um gegen Stress anzukämpfen.

Der Arzt kann in schwereren Fällen aufgrund ihrer beruhigenden Wirkung auch Anxiolytika oder Antidepressiva verschreiben.

Es existieren Medikamente zur Behandlung von Stress:

A. Beruhigungsmittel

Diese bestehen hauptsächlich aus natürlichen pflanzlichen Produkten (z.B. Baldrian).

behandlung_stress

B. Stimulans und Ergänzungsmittel

Diese Medikamente werden meist in Situationen wie bei Prüfungen, Tests oder Überarbeitung eingesetzt. Es handelt sich um Vitamine, Mineralstoffe; insbesondere Magnesium, Omega-3 oder Aminosäuren.

Es gibt auch andere Therapien gegen Stress, die sogar manchmal effektiver sind; Dazu zählen:

– Psychotherapeutische Behandlung

Eine Psychotherapie (mit einem Psychologen oder Psychiater) kann dabei helfen, die Auslöser der Stressentwicklung zu verstehen und besser zu verwalten. Coaching-Techniken können ebenfalls bei der Stressbewältigung sehr hilfreich sein.

– Medizinische oder alternative Methoden

Yoga, Entspannung, Urlaub (eine der effektivsten Behandlungen!).

Heilpflanzen

Die folgenden Heilpflanzen haben sich bei der Behandlung von Stress bewährt:

valeriane_stressBaldrian, in Form von Kapseln, Tabletten, Infusion oder Tinktur (Tropfen).

 

Passiflore_stressPassionsblume (Maracuja), als Infusion, Badelösung oder in Kapselform.

 

lavendula_stressLavenda, als Infusion, Badezusätze oder Kapseln.

 

aubepine_stressWeißdorne, als Tropfen oder Kapseln.

 

 

houblon_stressHopfen, als Infusion oder in Form von Kapseln.

 

melisse_stressMelisse, als Infusion oder Kapseln.

 

 

kawa_stressKava-Kava (Kawa-Kawa), als Kapseln.

Schwazer Tee (Studien zufolge aus dem Jahr 2007, dient er zur Regulierung von Stress im positivem Sinne). Wie der Name schon besagt, wie er in Form von Tee eingenommen.

Andere Heilpflanzen oder natürliche Produkte können gegen Stress eingesetzt werden. Dazu zählt unter anderem die Pestwurz (Petasites hybridus, Lebertran oder ätherische Öle gegen Stress.

– Ashwagandha, eine Pflanze, die ursprünglich aus Indien kommt, wird gegen Stress und Ängstlichkeit eingesetzt. Man verwendet sie in Form von Kapseln oder Tabletten.

Ratschläge

– Treiben Sie ausreichend Sport! Sportliche Akitvitäten sind eine gute Möglichkeit, um Stress zu vermeiden bzw. zu lindern.

– Nehmen Sie Präparate auf der Basis von Magnesium (für Erwachsene etwa 400 mg pro Tag). Dieser Mineralstoff kann eine wichtige Rolle spielen (insbesondere bei Magnesiummangel) und die Entwicklung von Stress senken.

– Versuchen Sie die Ursachen von Stress zu verstehen und ggf. zu beheben. Sie können z.B. jeden Abend eine Selbstkritik (Selbst-Analyse) von diversen Stresssituationen vornehmen.

– Sprechen Sie über Ihre Probleme (emotional, berufliche, finazielle, etc.). Ein Gespräch kann sehr befreiend sein und somit zu Stressabbau führen.

Gespräche sind Studien zufolge für Männer befreiender als für Frauen. Schweizer Forscher haben herausgefunen, dass Frauen sich nach einem Gespräch nicht so befreit fühlen. Eine Massage hingegen zeigt ein entspannende Wirkung. Es wurde beobachtet, dass danach ein geringere Mensche Cortisil (Stresshormon) produziert wurde.

– Nehmen Sie sich Zeit zur Erholung, Entspannung und denken Sie an angenhme Dinge wie z.B. Wandern, Urlaub, Sport,etc.

– Entspannen Sie sich durch beruhigende Techniken: Yoga, etc.

– Nehmen Sie ein warmes Bad (Bäder haben eine nachgewiesene beruhigende Wirkung). Sie können z.B. ästherische Öle oder flüssige Lösungen auf der Basis von Lavendel hinzufügen.

– Reduzieren Sie den Konsum von psychotropischen Substanzen wie Tabak, Kaffee oder Alkohol.

– Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil (Sport, eine gesunde Ernährung Früchte, Gemüse und Omega-3) sowie ausreichenden Schlaf).

– Versuchen Sie sich am Mittag kurzzeitig auszuruhen (falls möglich), um sich zu entspannen und Kraft zu tanken.

– Lachen! Zum Beispiel in der Gruppe oder schauen Sie sich eine Komödie an. In der Tat hat Lachen eine positive Wirkung auf Stress. Dies wurde durch klinische Studien belegt.

Wie übersetzt man ​Stress in andere Sprachen ?
  • Englisch: stress

  • Französisch: stress

  • Italienisch: stress

  • Portugiesisch: estress

  • Spanisch: estrés

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 20.03.2015 verändert.

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