Tollwut

Zusammenfassung über Tollwut

Tollwut ist eine Infektionskrankheit, die durch ein RNA-Virus (Lyssavirus) verursacht wird. Es handelt sich um eine extrem schwere Krankheit, die einmal verursacht, eine Mortalität von fast 100% beträgt, da es immer noch keine heilende Behandlung gibt, die grossflächig sehr wirksam ist. Man kann das Protokoll von  Milwaukee anwenden, ein Hoffnungsschimmer in der Behandlung. Es kann jedoch nur für eine Minderheit der Patienten angewendet werden. Lesen Sie weiter unten oder unter Behandlung für weitere Informationen zu diesem Thema.


Die Impfung bleibt die wirksamste Methode zur Vermeidung dieser Krankheit.

Die Übertragung der Tollwut auf den Menschen geschieht durch Speichel von infizierten Tieren, oft durch Bisse oder über Wunden des Menschen. Die meiste Zeit geschieht es durch Hunde (manchmal Katzen). In gewissen Regionen wie Nordamerika übertragen auch Fledermäuse das Virus. Man sollte wissen, dass die Krankheit nicht von Mensch zu Mensch weitergegeben werden kann (ausser bei einer Transplantation).

Die wichtigsten Risikopersonen sind solche, die mit den Tieren Kontakt haben, wie z.B. Tierärzte oder Förster. Die Einwohner und Arbeiter einer Risikozone (gewissen Regionen in Asien, Afrika, usw.) müssen ebenfalls sehr vorsichtig sein und die Impfung wird stark empfohlen.

Das Tollwutvirus ist neurotrop: dies bedeutet, dass es das Nervensystem verändert und sich an diesem festsetzt.

Die Konsequenz ist das Auftreten einer Meningoenzephalitis, eine fatale Krankheit. Andere Symptome sind: Muskelkrämpfe, Hydrophobie, Fieber, Muskelkater, starker Speichelfluss, usw.


Die Diagnose geschieht normalerweise durch eine Anamnese und durch serologische Untersuchungen.


Die heilende Behandlung, sobald die Tollwut ausgebrochen ist, gibt es praktisch nicht und ist nur sehr schwach wirksam. Es gibt ein Protokoll namens Milwaukee. Gemäss diesem hat eine junge Amerikanerin die Tollwut erfolgreich behandelt.

Die einzige Behandlung, die vollständig akzeptiert wird, ist die Impfung. Sei es prophylaktisch vor einem Kontakt mit einem verdächtigen Tier oder auch nach dem Kontakt während der Inkubationszeit; man spricht von der postexpositionellen Behandlung. Sobald eine Person mit einem verdächtigen Tier in Kontakt kam, sollte man schnellstmöglich zu einem Arzt gehen und sofort mit der Impfung beginnen (einige Tage Aufschub, um maximale Wirkung zu erreichen). Lesen Sie unter Impfung. Wenn Sie mit einem infizierten Tier Kontakt hatten, sollten Sie sofort die Wunde mit Seifenwasser waschen (z.B. nach einem Biss), gut desinfizieren und versuchen, die maximale Information über das Tier zu erhalten (Rasse, Ort, usw.). Es sollte auch vermieden werden das Tier zu töten, damit die kompetenten Personen das Tier nach dem Einfangen identifizieren und die notwendigen Untersuchungen machen können.

Folgen Sie immer den Empfehlungen, die durch die Gesundheitsbehörden Ihres Landes bestimmt werden. Wenn diese Vorschriften verlangen, dass Sie sich bei den Behörden melden, müssen Sie dies schnellstmöglich tun.

Beginnen Sie dieses Dossier mit: Definition Tollwut. Sie entdecken, dass die Tollwut stark die Erfindung der Vampire geprägt hat.

Definition

Tollwut ist eine Zoonose (Krankheit, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden), die durch ein Virus verursacht wird.
Sobald die Tollwut ausgebrochen ist, ist sie fast immer tödlich. Zum Glück ist die Impfung sehr wirksam, um dieser Infektion vorzubeugen, inklusive der postexpositionellen Impfung.
Das Tollwutvirus infiziert Haustiere (Hunde, Katzen) und wilde Tiere wie Füchse, Wölfe, Hunde oder Fledermäuse.

Tollwut und Vampire

Die Tollwut hat wahrscheinlich den Mythos der Vampire ausgelöst. Vampire beissen, wie ein infiziertes Tier und ernähren sich von Blut. Zudem sind die gebissenen Menschen sehr gewalttätig und haben eine starke Libido, gewisse Charaktermerkmale von Vampiren.

Epidemiologie

Welt
– Gemäss der WHO sterben jedes Jahr mehr als 55‘000 Menschen weltweit an Tollwut. Asien und Afrika sind die am meisten betroffenen Kontinente; dort befinden sich mehr als 95% der humanen Todesfälle.
Gemäss einer Studie im April 2015 in der Zeitschrift PLOS Neglected Tropical Diseases, sterben jedes Jahr weltweit 59‘000 Menschen an dieser Krankheit. 95% dieser tödlichen Infektionen geschehen aufgrund der Hundebisse.
– Das Institut Pasteur in Paris vermutet, dass jedes Jahr etwa 15 Millionen Menschen eine Behandlung nach einer Exposition mit einem verdächtigen Tier in Anspruch nehmen.
– Gemäss der WHO sind Hunde weltweit für bis zu 99% der tödlichen Fälle die Ursache der Übertragung auf den Menschen. Fledermäuse sind die wichtigsten Überträger in den USA und Kanada. Die Tollwut, die durch diese fliegenden Tiere übertragen wird, ist für die Gesundheitsministerien von Australien, Lateinamerika (in Brasilien wurden 2015 schon 5 Fälle von menschlicher Tollwut registriert) und Osteuropa wie eine Bedrohung aufgetreten.


Indien
– In Indien sterben jährlich 20’000 Menschen an Tollwut, was aus den Anfang 2017 erhobenen Daten hervorgeht. Meistens handelt es sich bei den Opfern um Kinder. In Indien werden diese Fälle fast ausschließlich durch den Biss eines tollwütigen Hundes ausgelöst.

 Frankreich
– Gemäss dem Institut Pasteur sind seit 1924 in Frankreich keine Tollwutfälle mehr gemeldet worden.

Schweiz
– In der Schweiz im Jahre 2012 ist zum ersten Mal seit 1977 ein Mensch an Tollwut gestorben. Das Opfer, ein Amerikaner, hat sich mit der Krankheit ausserhalb der Schweiz angesteckt.
Gemäss der Wochenzeitung NZZ am Sonntag wurde der Mensch sicher in den USA durch eine Fledermaus gebissen. Er wurde im Irak krank und in Dubai hospitalisiert. Zwei Tage vor seinem Tod wurde er in die Schweiz verlegt, um gepflegt zu werden, lag aber bereits im Koma. Die Tollwut wurde offiziell 1998 in der Schweiz ausgerottet. Seit dem zweiten Weltkrieg sind drei weitere Menschen an den Folgen dieser Krankheit gestorben; alle im Jahre 1977.
– Eine Person im Kanton Neuenburg ist von einer Fledermaus gebissen worden, die den Tollwuterreger in sich trug. Auf der Notfallstation des Spitals in Neuenburg konnte sie versorgt werden. Im Juli 2017 eine Person hatte auf dem Trottoir eine schwache und verwirrte Fledermaus entdeckt. Als sie das Tier bei Einbruch der Dunkelheit wieder freilassen wollte, biss die Fledermaus die Person in den Finger und starb darauf. Dies teilte der Kanton Neuenburg im August 2017 mit. Weil der Biss ziemlich tief war, suchte die Person das Spital in Neuenburg auf. Dort wurde sie präventiv gegen Tollwut behandelt. Die Analysen der Schweizerischen Tollwutzentrale in Bern ergaben im Nachhinein, dass die Fledermaus in der Tat das Virus in sich trug. (Quelle: SDA/Pharmapro.ch)

Brasilien 
– Ein 14-jähriger brasilianischer Teenager überlebte die Wut, wie am 10. Januar 2018 in den großen brasilianischen Medien (Globo, Record) berichtet wurde. Er wurde von einer Fledermaus in der ländlichen Region Barcelos, einem Dorf 400 km von der großen nordbrasilianischen Stadt Manaus im Amazonasgebiet entfernt, verseucht. Der an Symptomen leidende Teenager ging Anfang Dezember 2017 zum Arzt, danach fiel er in ein Koma. Ihre beiden Brüder waren ebenfalls mit Tollwut infiziert und starben 2017 leider an der Krankheit. Am 10. Januar 2018 schätzte das brasilianische Gesundheitsministerium, dass der Jugendliche keine Viren mehr in seinem System hatte, aber eine vollständige Heilung noch nicht garantiert war. Tatsächlich könnte es Nachwirkungen haben. Er wurde dank des Milwaukee-Protokolls gerettet, das insbesondere die Medikamente Biopterin und Amantadin einsetzt. Tollwut, einmal erklärt, ist eine extrem tödliche Krankheit, wobei einige Quellen eine Sterblichkeitsrate von 98% oder mehr melden. In Brasilien ist dies erst der zweite Fall einer Person, die Tollwut überlebt hat.

Ursachen

Tollwut wird durch ein RNA-Virus der Familie der Rhabdoviridae vom Typ Lyssavirus ausgelöst.

Übertragung Tollwut

Die Übertragung der Tollwut auf den Menschen geschieht durch Speichel eines infizierten Tieres.

In den meisten Fällen geschieht die Übertragung durch Hunde; sei dies durch einen Biss oder durch das Lecken einer menschlichen Wunde.

Man sollte wissen, dass Fledermäuse oft Träger des Virus sind, aber ohne selber infiziert zu sein. Man spricht von einem Virus Reservoir. Die Übertragung auf den Menschen kann ebenso gefährlich sein, wie durch einen infizierten Hund.

Nachfolgend sind Tiere aufgezählt, die von Tollwut betroffen sein können:

– Haustiere: Hunde, Katzen, Rinder, Frettchen, Pferde, Hasen, usw.

– Wilde Tiere: Füchse, Fledermäuse, Wölfe, Biber, Murmeltiere, wilde Hunde, usw.

Alle Säugetiere können eigentlich Träger des Virus sein.

Andere seltenere Formen der Übertragung beim Menschen können auch durch die Plazenta, das Stillen, die Atemwege oder durch die Kornea geschehen.

Im Organismus kann das Tollwutvirus durch das Nervensystem gehen, um schlussendlich in das Gehirn zu gelangen.

Risikopersonen

Risikopersonen TollwutDie wichtigsten Risikopersonen sind solche, die mit den Tieren Kontakt haben, wie z.B. Tierärzte oder Förster.
Die Einwohner und Menschen, die in Risikogebieten arbeiten (gewissen Regionen in Afrika, Asien, usw.) müssen sehr vorsichtig sein; eine Impfung wird stark empfohlen.
Tollwut gibt es auf allen Kontinenten, ausser in der Antarktis. Zwei Kontinente, Afrika und Asien, bleiben am stärksten betroffen und haben etwa 95% der Todesfälle. Wenn Sie in Risikogebiete reisen, sollten Sie einen Haus- oder Tropenarzt um Rat fragen und sich unbedingt impfen lassen.

Inkubationszeit

Tollwut tritt nach einer Inkubationsperiode (Zeit zwischen der Infektion und den ersten Symptomen) auf. Diese variiert zwischen einigen Woche bis zu einem Jahr, ist aber normalerweise 1 bis 3 Monate. Während dieser Zeit kann man eine postexpositionelle Impfung machen.

Symptome Tollwut

Das Virus der Tollwut ist neurotrop: dies bedeutet, dass es das Nervensystem angreift und sich in diesem festsetzt. Die Konsequenz ist das Auftreten einer irreversiblen Meningoenzephalitis, eine fatale Krankheit.

Tollwut beginnt oft mit Schmerzen in der Wunde (Biss), wo die Infektion beginnt.

Andere Symptome treten oft auf:

– Muskelspasmen

– Hydrophobie (Angst vor Wasser, der Patient will nicht trinken, hat wie einen Ekel gegen Wasser)

– Aerophobie (Angst vor Bewegungen der Luft)

Fieber (oft sehr hoch)

– Konvulsionen

– Muskelkater

– Starker Speichelfluss (mit Bildung von Geifer, wie beim Hund)

Bei Tollwut kann der Patient auch Ängstlichkeit, eine hohe Aggressivität (Gewalt) und Hypersexualität aufweisen (beim Menschen starkes Bedürfnis nach einer Ejakulation, nach sexueller Aktivität).

Wenn alle diese Symptome auftreten, kommt der Tod innerhalb von wenigen Tagen. Sobald das Virus das Gehirn erreicht hat, ist die Mortalitätsrate 100%.

Einige Quellen sprechen von einer Überlebensrate von etwa 98%, wie es bei den brasilianischen Medien der Fall ist, die das Milwaukee-Protokoll zur Heilung der Krankheit hervorheben (siehe Epidemiologie unter Brasilien).

Kontaminierte Personen sterben an einer zerebralen Hämorrhagie (wegen der Meningoenzephalitis), aber auch wegen einem Herzanfall oder generalisierter Muskelparalyse. Eine frühe Komaphase geht oft dem Tod voraus.

Diagnostik

Die Diagnostik der Tollwut geschieht durch Anamnese (Geschichte der Erkrankung), in welcher der Arzt verifiziert, ob es einen risikohaften Tierbiss gab und ob dieser das Tollwut Virus tragen könnte. Die physischen Untersuchungen basieren auf verschiedenen Symptomen des Patienten, inklusive den neurologischen, sensorischen und muskulären Beschwerden.

Die Labortests werden ebenfalls zur Identifikation des Virus und der Antigene im Speichel verwendet, normalerweise durch Immunfluoreszenz.

Man kann auch Gehirngewebe  des Tieres oder Menschen (post-mortem) untersuchen.

Komplikationen

Tollwut ist eine sehr aggressive Erkrankung mit in den meisten Fällen einem tödlichen Ende. Die Fortschreitung der Erkrankung ist sehr schmerzhaft für den Patienten; dieser fällt ins Koma mit anschliessendem Tod in fast 100% der Fälle.

Wie wir jedoch bereits unter Symptome gesehen haben, sprechen einige Quellen von einer 98%igen Überlebensrate, wie dies bei den brasilianischen Medien der Fall ist, was das Milwaukee-Protokoll zur Heilung der Krankheit unterstreicht (siehe Epidemiologie unter Brasilien).

Behandlungen

Es gibt keine einstimmige Behandlung, die durch die Mediziner bei Tollwut anerkannt ist oder grossflächig angewendet wird. Die Massnahmen im Kampf gegen diese Krankheit sind vor allem die Prävention und das Impfen (inklusive postexpositionelle Impfung) der Menschen sowie der Tiere.

Impfung gegen Tollwut

Impfung gegen TollwutEs gibt eine Impfung gegen Tollwut, die sogenannte Tollwutimpfung.
Der Impfstoff wurde 1885 von Louis Pasteur entdeckt.
Der Impfstoff wird durch eine Zellkultur gewonnen; eine sehr sichere Technik zur Herstellung von Impfstoffen (keine neuralen Komplikationen nach der Verabreichung).

Prophylaxe (präexpositionelle Impfung)

Der Impfstoff kann als Prävention (man spricht auch von Prophylaxe) verwendet werden; d.h. vor der möglichen Exposition mit dem Virus. Dieser Impfstoff wird für Risikopersonen empfohlen: Tierärzte, Förster, Landwirte, Reisende in Risikogebiete, usw. Der Impfstoff gegen Tollwut wird durch einen Allgemeinarzt in 2 oder 3 Dosen (mit 1 Monat Intervall) gespritzt. Nach 1 und 3 Jahren gibt es eine Auffrischimpfung.

Das folgende Impfschema wird oft empfohlen: 3 Impfungen in den Arm, in Abständen von 21 oder 28 Tagen (1.Impfung Tag 0, 2.Impfung Tag 7 und 3.Impfung Tag 21 oder 28). Nach der dritten Impfung ist der Patient gegen Tollwut geschützt.

Andere Impfungen sind nur nach einigen Jahren wieder nötig (Auffrischimpfung).

Dieses Schema wird von der WHO und vom BAG (Bundesamt für Gesundheit) empfohlen.

Die Impfung gegen Tollwut wird gut vertragen.

Postexpositionelle Impfung

Die Tollwutimpfung kann sowohl beim Menschen wie auch beim Tier vor oder nach der Exposition mit dem Virus verabreicht werden. Die Impfung ist in fast allen Fällen sehr wirksam, aber nur wenn sie schnell verwendet wird, d.h. in den ersten Tagen nach der Übertragung des Virus. Nach den Angaben der University of Washington ist es wichtig, die erste Dosis innerhalb von 24 Stunden nach dem Biss einzunehmen.

Das Impfschema, die Anzahl Dosen und Intervalle, sollten von einem kompetenten Arzt bestimmt werden. Es variiert von Fall zu Fall.

Immunisierung
Der Arzt kann ebenfalls eine passive Immunisierung machen. Die Lösung sollte beim Virus eingeimpft werden, d.h. bei der Läsion (z.B. Biss), so dass die Antikörper das Virus inaktivieren können. In der Schweiz gibt es ein Arzneimittel gegen Tollwut für die postexpositionelle Behandlung auf Immunoglobulin-Basis mit der Bezeichnung Berirab®. Die Verabreichung von Immunoglobulinen erfolgt üblicherweise parallel zur postexpositionellen Tollwut-Impfung.

Lagerung des Tollwut-Impfstoffs am Beispiel von Nobivac
Nach den Ergebnissen einer Studie, die insbesondere von der University of Washington (Washington State University) durchgeführt und im Oktober 2016 in der Fachzeitschrift Vaccine veröffentlicht wurde, behält der Tollwut-Impfstoff für Hunde offensichtlich auch bei ungekühlter Lagerung seine Wirksamkeit. Die WHO empfiehlt allerdings für den Transport (Einhaltung der „Kühlkette“) und die Lagerung des Impfstoffs eine Temperatur zwischen 2 °C und 8 °C (35,6 °F und 46,4 °F). Doch in Afrika und in den südasiatischen Ländern ist die Gewährleistung einer „Kühlkette“ und einer Lagerung bei richtiger Temperatur nicht immer einfach. Nun fand Dr. Lankester von der University of Washington heraus, dass der Impfstoff Nobivac, der häufig gegen Tollwut eingesetzt wird, beim Hund dieselbe Anzahl schützender Antikörper produziert, wenn er 6 Monate lang bei 25 °C (77 °F) bzw. 3 Monate lang bei 30 °C (86 °F) gelagert wurde. Mit anderen Worten, der Impfstoff scheint hitzebeständig zu sein. Die Impfung von Hunden gegen Tollwut ist das beste Mittel zur Prävention von Tollwut beim Menschen. Wir weisen darauf hin, dass nach den Angaben der WHO in 99 % der Fälle von Tollwutübertragung auf den Menschen der Hund der Auslöser ist.

Behandlung der Tollwut (nach Diagnostik)

Die Verabreichung von Medikamenten nach dem Auftreten von Symptomen lindert das Leiden des Patienten.

Protokoll von Milwaukee (experimentelle Behandlung der Tollwut)

Das Protokoll von Milwaukee ist eine experimentelle Behandlung gegen Tollwut, die folgende Schritte beinhaltet: verlegen des Patienten in ein künstliches Koma, antivirale Medikamente, Anästhetika, Sedativa und rekonstituierte Enzyme verabreichen. Mit diesem Protokoll hat eine junge Amerikanerin die Tollwut im Jahre 2004/2005 überlebt. Dr. Rodney Willoughby, Pädiater im amerikanischen Staat Milwaukee, hatte die Idee, eine 15 jährige Patientin in das Koma zu verlegen, damit der Körper die Energie, die normalerweise für das Gehirn verwendet wird, im Kampf gegen das Virus einsetzen kann. Diese geniale Idee hat das Leben der jungen Patientin gerettet und seine Intuition bestätigt; der Körper konnte gegen das Virus kämpfen, bevor dieser das Gehirn erreicht und zerstört hätte.

In Brasilien war 2008 dieses Protokoll bei einem Jugendlichen von 15 Jahren erfolgreich. Es war die erste Heilung dieser Krankheit in Brasilien.

In Brasilien war 2008 bei einem 15-jährigen männlichen Patienten das Milwaukee-Protokoll ein Erfolg, das der erste Fall einer Heilung in Brasilien war. Eine zweite Erfolgsgeschichte fand im Januar 2018 in Amazonien bei einem 14-jährigen Jugendlichen statt (siehe auch Absatz oben unter Epidemiologie >> Brasilien).
Im Jahr 2018 wird geschätzt, dass 5 Patienten dank dieses Protokolls oder anderer identischer Behandlungsmethoden geheilt werden könnten, 2 in Brasilien (2008 und 2018), 2 in den Vereinigten Staaten (2004 und 2011) und 1 in Kolumbien (2008). In Kolumbien jedoch starb die Person später, jedoch an anderen Ursachen als der Tollwut.

Gute Ratschläge

Einige nützliche Ratschläge betreffend Tollwut :

– Bei Kontakt mit einem verdächtigen Tier (z.B. nach einem Biss), sollten Sie umgehend die Wunde mit Seifenwasser waschen und anschliessend mit Alkohol oder Iod desinfizieren.

– Im Bereich des Möglichen und immer nach Absprache mit dem Arzt, sollten Sie die begleitende Einnahme von Kortikosteroiden, Malariamedikamenten und Immunsupressiva bei Tollwutverdacht vermeiden.

– Lassen Sie sich gegen Tollwut impfen, wenn Sie zur Risikogruppe gehören.

– Gehen Sie nach einem Kontakt mit einem verdächtigen Tier sofort oder schnellstmöglich zum Arzt.

– Versuchen Sie, maximale Informationen über die Übertragung der Krankheit zu erfahren. Finden Sie möglichst heraus, was für ein Tier Sie gebissen hat, ob es ein Haustier war oder ein Wildtier.

– Es wird empfohlen, dass das Tier, das Sie gebissen hat, gefangen werden kann, ohne es zu verletzen. Es ist anschliessend viel einfacher, es gut zu untersuchen (Suche nach dem Tollwutvirus, usw.). Vermeiden Sie es, das Tier mit Kopfverletzungen zu töten, da dies die Identifizierung der Tollwut verhindern könnte. Fragen Sie Ihren Arzt oder eine andere kompetente Fachperson um Rat.

Prävention

– Die Prävention der Tollwut basiert auf einer Impfung, sei es prophylaktisch (vor einem Kontakt mit dem Tier) oder postexpositionell. Fragen Sie Ihren Arzt für weitere Informationen über die Impfung um Rat.

– Wenn Sie reisen, sollten Sie auf der folgenden Internetseite nachschauen, ob es ein Risikogebiet ist (die eine Impfung benötigen würde): www.safetravel.ch

– Lassen Sie begleitende Tiere wie Hunde oder Katzen gegen Tollwut impfen, sprechen Sie mit dem Tierarzt.

– Man muss nie ein Tier, das krank oder verletzt ist, berühren. In einem solchen Fall müssten die Behörden kontaktiert werden.

Quellen:
Pharmavista.net (maßgebliche schweizerische Seite über Arzneimittel, die insbesondere die Informationen des Bundesamtes für Gesundheit wiedergibt).

Wie übersetzt man ​Tollwut in andere Sprachen ?
  • Englisch: rabies
  • Französisch: rage
  • Italienisch: rabbia
  • Portugiesisch: raiva
  • Spanisch: rabia
Das könnte Sie auch interessieren
Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 05.11.2018 verändert.