Definitives Verbot für trans-Fettsäuren in den USA

Definitives Verbot für trans-Fettsäuren in den USAWASHINGTON – Die Administration um Obama wird den Einsatz von trans-Fettsäuren in Lebensmitteln definitiv verbieten. Die amerikanische


Lebensmittelindustrie hat 3 Jahre Zeit, um alle diese ungesunden Fette aus den Lebensmitteln zu entfernen. Die trans-Fettsäuren werden kurz auch Transfette oder im Englischen trans fat genannt. Diese Entscheidung soll in den USA jedes Jahr Tausende von Herzinfarkten vermeiden. Die trans-Fettsäuren fördern eine Obstruktion der Arterien und Blutgefässe, was das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöht. Man findet diese Fette in vielen Lebensmitteln wie Eis, Pizza, Snacks oder Kekse.

Entscheidung der FDA

Die FDA, die amerikanische Gesellschaft zur Regulation von Lebensmitteln und Medikamenten hat entschieden, diese trans-Fettsäuren aus allen Lebensmitteln zu verbannen. Dies folgt aus einer Mitteilung vom 16. Juni 2015. Die Industrie und Produzenten haben 3 Jahre Zeit, diese neue Regelung umzusetzen.

Die trans-Fettsäuren sind eine wichtige Ursache für Übergewicht in den USA und für die grosse Anzahl an Amerikanern, die unter kardiovaskulären Erkrankungen leiden. Man vermutet, dass diese Massnahme etwa 7‘000 Todesfälle pro Jahr in den USA verhindern könnte.

Trans-Fettsäuren


Die Lebensmittelindustrie hat begonnen, diese trans-Fettsäuren in den 1950er Jahren zu verwenden und somit die gesättigten tierischen Fette zu ersetzen. Die trans-Fettsäuren, die man durch einen chemischen Prozess der Hydrierung erhält, wiesen die ähnlichen Merkmale wie die tierischen Fette auf, was den Lebensmitteln eine solide und knackige Struktur verlieh, sowie die Konservierungszeit erhöhte.

Dies ist bei gewissen pflanzlichen Fetten, die flüssig sind, nicht der Fall.

Die Industrie hat also begonnen, massiv diese trans-Fettsäuren wegen Marketinggründen (dem Lebensmittel einen besseren Aspekt bieten), aber auch aus Kostengründen zu verwenden. Man weiss, dass die trans-Fettsäuren billiger sind als die tierischen und pflanzlichen Fette. Die WHO empfiehlt ein Maximum von 2 Gramm trans-Fettsäuren pro Tag einzunehmen. Gewisse Eissorten beinhalten 1,7 Gramm trans-Fettsäuren pro 60 Gramm.

Die Wissenschaft hat gewonnen

1957 war der amerikanische Forscher Fred Kummerow einer der Ersten, der beobachtete, dass Menschen, die an einem Herzinfarkt gestorben sind, oft trans-Fettsäuren im Gewebe enthielten. Während Jahrzenten haben die Gesundheitsbehörden und die Lebensmittelindustrie diese wissenschaftlichen Resultate nicht gewertet. Im Jahr 2015 hat die Wissenschaft endlich gewonnen. M. Fred Kummerow hat in einer brasilianischen Zeitung Folha de S.Paulo in einem Exklusivinterview gesagt: „ Die Wissenschaft hat gewonnen“.

Michael Bloomberg, das Beispiel aus New York

Im Jahre 2006 hatte der berühmte Bürgermeister aus New York, Michael Bloomberg, die Verwendung von trans-Fettsäuren in der meist bevölkerten amerikanischen Stadt bereits verboten. Er ist ein reicher Geschäftsmann, der sein Vermögen mit einer Kommunikationsfirma im Finanzbereich aufgebaut hat, die seinen Namen trägt: Bloomberg. Diese Firma ist sehr aktiv in der Verbesserung der Gesundheit in den USA und auch weltweit. Er hat insbesondere dazu beigetragen, dass die Verwendung von Sodas in Mexiko eingeschränkt wurde (Creapharma hat berichtet). Im Jahre 2008 hat Kalifornien diese trans-Fettsäuren ebenfalls verboten. Man musste aber bis 2015 warten, dass diese Entscheidung auch national gefällt wurde.

Situation in anderen Ländern

In anderen Ländern, insbesondere in Europa, hat man bereits Massnahmen ergriffen, um die Verwendung von trans-Fettsäuren in der Ernährung einzuschränken oder zu verbannen. Im Jahre 2003 hat Dänemark entschieden, dass die Verwendung von mehr als 2% Fettsäuren in einem Produkt verboten ist. Die Schweiz, wie in Dänemark, hat eine maximale Konzentration dieser trans-Fettsäuren in Lebensmitteln bestimmt.

21. Juni 2015. Von Xavier Gruffat (Apotheker).
Quellen: sda, Folha de S. Paulo, France Télévisions. Bild: Fotolia.com

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Details der Redaktion: Dieser Artikel wurde am 09.08.2018 verändert.